Lexikon zu historischen Topografie der Stadt Wurzen und ihrer Ortsteile Dehnitz (D) und Roitzsch (R)

ABC

Betrieb f├╝r die gewerbsm├Ą├čige Verwendung brauchbarer Bestandteile von Tierleichen und das Unsch├Ądlichmachen der Reste. Das Gewerbe war oft mit dem des Scharfrichters (Henkers, Nachrichters) verbunden und galt als unehrenhaft. Dem Abdecker (Schinder) mussten alle gesundheitssch├Ądlich befundenen und verendeten Tiere ausgeliefert werden. Die Abdeckereien befanden sich meist au├čerhalb der Stadt.} In Wurzen befand sich das Anwesen des Scharfrichters - die "Meisterei" - in der ⇒ Alten Nischwitzer Stra├če, nahe dem heutigen Stadtpark. Das Anwesen reichte bis zum Uferweg am M├╝hlgraben (Gel├Ąnde der ehem. Teppichfabrik). Deshalb auch auf dem gegen├╝berliegenden Ufer der FN Schinderanger.} Die T├Ątigkeit des Abdeckers oder Schinders war dem Scharfrichter durch Privilegien zugesichert, die Einnahmen aus dem Gewerbe geh├Ârten zu seiner materiellen Sicherstellung. Das Gewerbe blieb beim Scharfrichter bis zur Aufhebung der st├Ądtischen Gerichtsbarkeit 1841. Danach zun├Ąchst kommunales Unternehmen weit vor der Stadt, zun├Ąchst an der ├Ąu├čeren Collmener Stra├če. Danach die Kavillerei an der L├╝ptitzer Stra├če. Seit 1859 Familienbetrieb Abdeckerei Bertram. 1972 bis Ende der 1980er Jahre VEB Tierk├Ârperbeseitigung
Martin-Luther-Stra├če 21. Seit 1.12.1904 Filiale der Stadt-Apotheke. 1923 selbst├Ąndig unter dem jetzigen Namen. 1946 staatlich. Seit 15.9.1990 privatisiert
⇒ Karl-Marx-Stra├če
In der Bev├Âlkerung bis zum Anfang des 19. Jh. ├╝bliche Bezeichnung f├╝r die Stelle am Wenzelsschlag oder Hospitaltor, wo der Akzise-Einnehmer sa├č, der die hier durchgef├╝hrten Waren besteuerte. An dieser Stelle stie├č die alte Poststra├če an die Stadt. Sp├Ąter stand an dieser Stelle der Fremdenhof zur B├Ârse. Gegen├╝ber dem Bankgeb├Ąude (urspr├╝nglich Wurzener Bank, sp├Ąter bis 1990 Staatsbank der DDR, danach Deutsche Bank).} Ein Akzise-Einnehmer sa├č auch im Eilenburger Tor, ohne dass dort die Stellenbezeichnung bei der Bev├Âlkerung in Erinnerung blieb.
⇒ Frisch-auf-Stadion
F├╝hrt vom Markt in n├Ârdlicher Richtung bis Dr.-K├╝lz-Stra├če/ Kutusowstra├če. Seit dem 1.8.1945 benannt nach dem in Bennewitz geborenen KPD-Funktion├Ąr und zeitweiligen Wurzener Stadtrat Albert Kuntz (1896-1945 [⇒ Zum Freisch├╝tz]). 1933-1945 Seldtestra├če (nach dem Reichsarbeitsminister und ÔÇ×Stahlhelm"-Gr├╝nder Franz Seldte [1882-1947]). Vorher der innere Teil der Eilenburger Stra├če. Bei Sch├Âttgen (1717) Eilenburger Gasse (erstmalig 1522, bis zum Eilenburger Tor)
⇒ August-Bebel-Stra├če
F├╝hrt von der B 6 nach S├╝dosten in die Ortslage Kornhain.
Die Stra├če durchzieht Dehnitz in einem Bogen, Am Wachtelberg 19 beginnend, bis zum Landgasthof Dehnitz. Seit dem 01.10.2007. Vorher Dorfstra├če.
Durch Treppenturm auff├Ąlliges altes Stiftsgeb├Ąude auf der ehemaligen Domfreiheit (heute Domplatz 6). Der Renaissancebau war urspr├╝nglich Domizil fr├╝herer Domherren. Nach 1580 Nutzung durch die Stiftsregierung, 1819 nach deren Aufhebung zur teilweisen Unterbringung der nach hier verlegten Garnison (J├Ąger) eingerichtet. Von 1873 bis 1881 war im 1. Stock die Realschule untergebracht, aus der das Wurzener Gymnasium hervorging. Nutzung seit 1883 als Bezirkskommando. 1920 Umbau zu Wohnzwecken. 1969/70 umfangreiche Sanierung und Modernisierung der Wohnungen. 1993/95 wieder teilweise Nutzung durch das Gymnasium. Seit 1998 unbewohnt und verfallend.} Nach mehrmaligem Besitzerwechsel bauliche Sicherung und Sanierung 2011/12, Umbau zu einem Wohn-/ Gesch├Ąftshaus.
F├╝hrt vom unteren Gerhart-Hauptmann-Platz parallel zum M├╝hlgraben bis zur Juelstra├če. Urspr├╝nglich der einzige Fahrweg (seit 1581 in Weichbildakten "alter Fahrweg") nach Nischwitz bzw. Eilenburg. Nachdem 1845 die Eilenburger Chaussee gebaut worden war, erhielt die Stra├če ihre heutige Benennung. Ihre Trasse l├Ąsst sich als Altstra├če interpretieren (zur Furt zwischen Nischwitz und P├╝chau).
⇒ Postgut
Seit dem 1.1.1994 f├╝r die ehemalige Dorfstra├če in Nemt, die den gesamten Ort, parallel zum M├╝hlbach von S├╝dost nach Nordwest durchzieht. Beim Beitritt des Dorfes Nemt als Stadtteil zur Stadt Wurzen, machte sich die ├änderung notwendig, da in Dehnitz bereits eine Dorfstra├če existierte.
Eigentlich der nach 1548 vom Rat angelegte "neue" Gottesacker, der sich vom Rondell bis zum Johannishospital erstreckte und bis zur Weichbildgrenze und der ├Ąu├čeren Stadtmauer im S├╝den reichte. Er machte sich notwendig, da auf dem Jacobskirchhof und dem Wenceslaikirchhof der Platz f├╝r Bestattungen nicht mehr ausreichte. Im Zusammenhang mit der Neuanlage des Friedhofs erfolgte auch der Bau der ⇒ Heiliggeistkirche. Symmetrische Aufteilung des Gel├Ąndes durch L├Ąngs- und Querwege (sicher erst nach dem 30-j├Ąhrigen Krieg).} 1598 erste Erweiterung des Friedhofs ├╝ber die Weichbildgrenze der Stadt hinaus nach S├╝den. Die Massengr├Ąber f├╝r die Pestopfer von 1607 befinden sich bereits auf dem neuen Areal, das Pesth├Ąuschen markiert noch die Weichbildgrenze. Auch sp├Ąter noch zweimal Erweiterungen nach S├╝den, so dass 1830 schon das Dreifache der urspr├╝nglichen Ausdehnung erreicht wurde. 1866 letzte Erweiterung um eine Parzelle an der S├╝dostecke, auf der bis dahin ein "Pulverh├Ąuschen" gestanden haben soll (Klinkhardt 1995). Obwohl 1887 der "Neue" Friedhof angelegt wurde, fanden auf dem nunmehr "alten" Gottesacker noch bis in die Mitte des 20. Jh. Beerdigungen statt (1924 letzte Bestattung mit Feier in der Heiliggeistkirche; 1940 letzte Erdbestattung; 1948 letzte Urnenbestattung)} 1929/30 Errichtung des ⇒ Ehrenmales f├╝r die Gefallenen des 1. Weltkrieges an der S├╝dseite.} Nach 1945 zunehmender Verfall der Grabst├Ątten. 1975 gab die Kirchgemeinde den Friedhof in st├Ądtischen Besitz. Danach Umgestaltung des Gel├Ąndes und Einbeziehung in die seit 1925 bereits bestehende Parkanlage am Bahnhof. Dabei auch Beseitigung der Reste des sogenannten Soldatenwinkels im S├╝dostteil (hier wurden 1806-1815 insgesamt 254 in Wurzener Lazaretten verstorbene fremde Soldaten bestattet). 2015 durch Heckenpflanzung wieder kenntlich gemacht.
Eigentlich die urspr├╝ngliche Parkanlage (1880, ⇒ Stadtpark), von der Parkstra├če (heute Geschwister-Scholl-Stra├če) bis zur alten Weichbildgrenze - etwa Linie Aussichtsturm ÔÇô Rosentor - reichend. 1883 in st├Ądtischen Besitz ├╝bergegangen.
⇒ Gelbe Lache
"Beim alten Backhaus" bezeichnete den Standort des Geb├Ąudes (Abriss 1902) auf der Bleiche. Es stand am westlichen Rand der Bleiche inmitten der Stra├če. Bei Werl 1869 und im Katasterplan 1878 ist es noch eingetragen.
1.: Die Schlossschmiede zwischen Schlossbrauerei (Stiftsbrauerei, heute Amtshof 2) und Schlossgraben (noch 1637: ÔÇ×die alte Schmiede ufm Schlo├čÔÇť). 2.: Im Volksmund f├╝r die 1992 abgerissene Schmiede Jacobsplatz 11 (⇒ Schmiedegasse), die noch bis in die 1980-er Jahre in Betrieb war. Die Schmiede wird seit dem 17. Jh. in den Akten der Stadt erw├Ąhnt. An ihrer Stelle befindet sich seit 1994 eine Bankgeb├Ąude (Wurzener Bank, nach Sanierung 2005 die Volksbank). Im s├╝dlich angrenzenden Bereich bis 1995 die Arkaden-Apotheke
Das erste Krankenhaus der Stadt, nachdem st├Ądtische Armen- und Krankenpflege 1846 getrennt wurden; 1851 im ⇒ Armenhaus auf dem K├Âpfplan eingerichtet ("neues Krankenhaus"). 1872 in das ehemalige Milit├Ąrhospital (Altes Lazarett [1.]) verlegt. Nachdem 1911 das neuerbaute st├Ądtische Krankenhaus (⇒ Kreiskrankenhaus) bezogen werden konnte, wurde das Geb├Ąude in der heutigen Albert-Kuntz-Stra├če 25 Altes Krankenhaus genannt. Das Geb├Ąude hat nach Bau des st├Ądtischen Krankenhauses an der Eilenburger Stra├če (heute Kutusowstra├če) verschiedenen Zwecken gedient, z.B. von 1957 bis 1967 als Tuberkulose-Station des Kreiskrankenhauses. Danach Pflegeheim. Zuletzt war es 1991-1992 Asylbewerberheim. 1994 abgerissen. Auf dem Gel├Ąnde entstand bis 1996 ein Alten- und Pflegeheim des Muldentalkreises (in Tr├Ągerschaft der Arbeiterwohlfahrt)} Altes Lazarett, auch Milit├Ąrhospital} 1.: Das 1839 fertiggestellte Geb├Ąude vor dem Eilenburger Tor (heute Albert-Kuntz-Stra├če 25) f├╝r die damals in Wurzen garnisonierten J├Ąger. 2.: Das 1887/88 erbaute Geb├Ąude Crostigall 11. 1901/02 Einbau von Wohnungen. 1995 Sanierung.
Ersterw├Ąhnung 1384. Noch bis um 1860 Bezeichnung f├╝r Altstadt (in der alten Stadt). Im Gegensatz dazu die Neue Stadt (Wenzelsvorstadt oder Wenzelsviertel).} Alte Wache, Alte Hauptwache, zuletzt auch Alte Polizeiwache} Es sind bei der Bezeichnung Alte Wache zwei unterschiedliche, wenn auch benachbarte Stellen zu unterscheiden:} 1.: Die Alte Hauptwache befand sich bis nach 1880 in einem kleinen Fachwerkhaus direkt an der Liegenbank, in H├Âhe des heutigen Treppenaufgangs. Es war die Wache der Wurzener Garnison (J├Ąger). Nach Fertigstellung der J├Ągerkaserne 1889 zog sie in das dortige Wachgeb├Ąude an der heutigen Friedrich-Ebert-Stra├če um. Das Geb├Ąude an der Liegenbank wurde um diese Zeit abgerissen. Das Wachgeb├Ąude in der Friedrich-Ebert-Stra├če wurde nach 1920 f├╝r verschiedene zivile Zwecke (u.a. vor├╝bergehend als privater Kindergarten) genutzt; nach 1945 war es Polizeirevier, danach geh├Ârte es zum st├Ądtischen Baubetrieb (sp├Ąter "Baurepa"). 1994 Pacht durch die Dresdner Bank, 1995 Abriss des alten Zellentraktes und Umbau f├╝r neue Bankfiliale (1996-2001), dabei Freilegung des alten Portikus. Seit 2004 Nutzung als Bildungseinrichtung.} 2.: Das Geb├Ąude der eigentlichen Alten Wache oder sp├Ąter auch Alten Polizeiwache befand sich bis 1978 hinter dem Rathaus (jetzt thematisch gestaltete Spielplatz). Es war ein Anbau an das Rathaus aus der Mitte des 18. Jh. Zu ihr geh├Ârte auch das heute noch erhaltene Stadtgef├Ąngnis im Rathaushof. Das Wachgeb├Ąude diente nicht dem Milit├Ąr, sondern der Ortspolizei und - bis 1848/49 - der Kommunalgarde
⇒ Neues Haus
⇒ Jacobsplatz
Die ⇒ alte Stadt. Stra├čenzug zwischen Albert-Kuntz-Stra├če bzw. Gerhart-Hauptmann-Platz und Jacobsplatz, zum ehemaligen Jacobsviertel geh├Ârig. Die enge und im Osten nach S├╝den abbiegende Stra├čenzeile geht auf eine Kaufmannssiedlung an einem alten Fernhandelsweg um 1100 zur├╝ck und ist damit zwar nicht der ├Ąlteste Siedlungsteil, aber eine der drei Keimzellen f├╝r das sp├Ątere Wurzen. Der Stra├čenzug blieb jedoch sp├Ąter au├čerhalb der st├Ądtischen Ummauerung. Seine Bewohner bildeten (nachweislich seit Mitte des 17. Jh.) eine besondere Nachbarschaft, die ⇒ Borngemeinde. Bis nach 1945 war hier noch das Gewerbe der T├Âpferei ans├Ąssig. Im Haus Nr. 9 (heute im Gel├Ąnde der ehemaligen Wandtafelfabrik) wurde 1856 Hermann Ilgen geboren
Keine eigentlichen Stra├čen im modernen Sinne, sondern Trassen, die ein sehr hohes Alter aufweisen k├Ânnen und ├╝ber Jahrhunderte in Erscheinungsbild, Reichweite und Beschaffenheit (Billig 1987) starken Wandlungen unterworfen waren. F├╝r die Stadtflur Wurzens k├Ânnen folgende Trassen in Altstra├čen eingeordnet werden:} Die heutige Bundesstra├če 6 setzt die Tradition einer alten West-Ost-Fernstra├če (via regia) fort, die bei Wurzen die Mulde querte, wobei der Fluss├╝bergang (Furt) sich auch im Laufe der Zeit verschob. Der heutige Trassenverlauf ist j├╝ngeren Datums, er liegt erst fest seit Entstehen des landesherrlichen Geleitwesens (⇒ Geleitshaus) am Ende des 14. Jh. und des Postwesens im 18. Jh. ├älteste Teile dieser Ost-West-Verbindung sind erhalten im sogenannten Rasenweg, der von Nischwitz kommend auf den Breiten Berg zulief und sicherlich von einer ├Ąlteren Muldenfurt bei P├╝chau kam. Mit ihr im Zusammenhang stehen auch die Alte Nischwitzer Stra├če, die Altstadt, die Torgauer Stra├če und der K├Ârlitzer Weg (K├Ârlitzer Hohle). ⇒ Jacobsweg} Eine alte Nord-S├╝d-Fernstra├če ist in der Trasse Albert-Kuntz-Stra├če/ Wenceslaigasse/ Bahnhofstra-├če/ Nemter Stra├če bzw. Oelsch├╝tzer Stra├če erhalten. Sie querte ebenfalls zwischen P├╝chau und Wurzen die Mulde und stellt eine alte Salzstra├če dar.} Auch der Gro├čzschepaer Rasenweg d├╝rfte ein Teil einer alten Nord-S├╝d-Verbindung gewesen sein (zum Elb├╝bergang bei Dommitzsch?).} Neben den ├╝berregionalen Verbindungen gab es auch Stra├čen von regionaler und lokaler Bedeutung: z.B. Alte Poststra├če (heute in Nemt, aber auch zuweilen bis ins 19. Jh. Bezeichnung f├╝r die Trasse Bahnhofstra├če/ Liststra├če/ Nemter Stra├če in Wurzen), L├╝ptitzer Stra├če, Trebelshainer Weg (├Âstlich von Roitzsch)
1.: Seit dem 19.10.1934 Postanschrift f├╝r die Geb├Ąude s├╝dlich des Bahnhofsvorplatzes, der erst 1923-1925 angelegt worden war. Dazu geh├Ârt auch das Geb├Ąude des Bahnhofs selbst} 2005/07 v├Âllige Neugestaltung des Vorgel├Ąndes sowohl s├╝dlich als auch n├Ârdlich des Bahnhofs mit Ver├Ąnderung der urspr├╝nglichen Verkehrsf├╝hrung und des Busbahnhofs sowie der Fu├čg├Ąngerunterf├╝hrung. 2.: Name eines Gartenvereins s├╝dlich der Bahnlinie und ├Âstlich des Wurzener Bahnhofs.
Sackgasse westlich des Dehnitzer Weges und s├╝dlich der Damaschkestra├če, in Richtung Mulde f├╝hrend. Eigenheimsiedlung. 1973 nach dem unterhalb am Muldenufer liegenden Bootshaus benannt.
Seit 1.1.1994 Name f├╝r den ehemals n├Ârdlichen Zweig des Nordweges. Von hier blickt man auf den Breiten Berg bei L├╝ptitz.
Nach 1933 bis 1945 Name f├╝r den Promenadenweg entlang des Kanals zwischen Filzfabrik und Damaschkestra├če (⇒ B├╝rgerwerder).
1.: Seit dem 11.1.1933 Name eines neuangelegten Weges im s├╝dlichen Teil der so genannten Schladebachschen Felder. Die Sackgasse zweigt heute von der Stra├če Am Steinhof nach S├╝den zur Bahnlinie ab. Bebauung mit Eigenheimen erst nach 1960} 2.: Name der Gartensparte zwischen dem Gel├Ąnde der Filzfabrik und der Leipzig-Dresdener Eisenbahnlinie. Gegr├╝ndet 1950. Auf dem Gel├Ąnde n├Ârdlich davon 1931 westgermanische Siedlungsfunde
Stellenbezeichnung. Das "Streilsche Haus", Domgasse 17/19, dessen Abschr├Ągung an der Westseite noch jetzt die Stelle kennzeichnet, wo das 1881 abgebrochene Domtor anschloss.
Stra├čenname seit dem 1.4.1994. Geht von der Alten Poststra├če gegen├╝ber der Kirche nach Norden ab bis zur M├╝hlbacher Stra├če. ├ťberquert den M├╝hlbach, an dessen Ufer Erlen stehen.
Vermutlich eine Stelle am M├╝hlgraben dicht unterhalb der Stadtm├╝hle, "zusammt dem Platze, welcher itzund von der B├╝rgerschaft mit Fischkasten besetzt ist" (Sch├Âttgen 1717).
⇒ Buchenweg
Seit dem 13.5.1998 f├╝r den Erschlie├čungsweg von der K├Ârlitzer Stra├če in den Ostteil des fr├╝heren Rittergutes Roitzsch.
Seit dem 13.5.1998 f├╝r den Zufahrtsweg zum Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium (zwischen L├╝ptitzer-stra├če und Gartensparte Ost).
⇒ Beim Gericht; Clara-Zetkin-Platz
Stra├če s├╝dlich der M├╝hlbachr├╝cke in Dehnitz.
Stra├če, die vom Rosental am ehemaligen M├╝hlenteich (heute Parkplatz) entlang bis zum Crostigall in H├Âhe des Steinhofes f├╝hrt. Zwischen 1933 und 1945 auch Krietschpromenade nach dem M├╝hlenbesitzer Johann Friedrich Krietsch (1804-1880). Oberhalb des fr├╝heren M├╝hlenteichs befand sich seit 1880 die Villa der Familie Krietsch (2000 abgerissen).
⇒ Rondell
Bis um 1900 unterer Teil der Finsteren Gasse bis zum Amtsweg. Im Kataster 1879 wird auch der heutige Amtsweg so benannt.} Amselweg. } Neu angelegte Zufahrt zur Eigenheimsiedlung n├Ârdlich der Nemter Stra├če. Name seit 1.12.1995.
Die westlichste der von der Zillestra├če nach Norden abgehenden Seitenstra├čen. Seit dem 01.10.2007 nach dem n├Ârdlich davon seit 1997 angelegten ⇒ Stadtwald. Vorher Siedlerweg.
Stra├če zwischen Dehnitzer Weg (Unterf├╝hrung) und der Gartensparte Am Doktorteich s├╝dlich der Filzfabrik. Name seit dem 1.11.1933. Heute postalisch nicht nur f├╝r die Stra├če, sondern auch f├╝r die Neubauten entlang der Filzfabrik bis zum Gel├Ąnde des ehemaligen Steinhofs.
Bis ins 20. Jh. Bezeichnung f├╝r den Schlossbereich. Das Schloss und das Kornhaus wurden auch nach R├╝cktritt des letzten mei├čnischen Bischofs als Verwaltungssitz genutzt (Stiftsregierung, Stiftsamt). Nach 1873 blieb das Schloss Sitz des Amtsgerichts und Mittelpunkt des bis 1945 bestehenden Amtsgerichtsbezirks Wurzen.
1. ⇒ Amt. 2.: Seit 1991 f├╝r das vormalige Kreisgericht (Friedrich-Ebert-Stra├če 2a), seit 1994 "Amtsgericht Grimma. Au├čenstelle Wurzen".
Bis ins 20. Jh. Bezeichnung f├╝r den Hang n├Ârdlich des Schlosses zum Amtsweg hinunter.
Seit etwa 1890. Platz s├╝dlich des Schlosses bis zur Domgasse. Bei Werl 1869 noch Schlo├čplatz. Es ist der ehemalige Wirtschaftshof des bisch├Âflichen Schlosses. Der heutige Name erinnert an das Amtsgericht, das von 1818 bis 1952 im Schloss untergebracht war.
⇒ M├╝hlen
Alle Grundst├╝cke und Personen, die bis zur Bildung der Stadtgemeinde Wurzen 1843/45 unter dem Amt standen, d.h. nicht der Gerichtsbarkeit der Stadt, sondern der des Amtes (bis 1581 der bisch├Âflichen) unterstanden, z. B. die Grundst├╝cke am heutigen Amtsweg, am ehemaligen Teichdamm (im heutigen Rosental) und auf der Nordseite des Crostigall und die Gaudlitzh├Ąuser.
Die Fortsetzung der Stra├če Am M├╝hlgraben vom Rosental bis zur Berggasse. Name seit Ende des 19. Jh. Bis Anfang des 19. Jh. An den Amtsg├Ąrten, im Kataster 1878 Am Schlo├čberg. Die Bebauung auf der dem Schlossberg abgewandten Seite ist seit Anfang der 1980-er Jahre verschwunden. Das Gel├Ąnde geh├Ârt heute zur Getreide AG bzw. der Dauerbackwaren GmbH.
Die Verl├Ąngerung des Dehnitzer Weges vom Lindenweg (n├Ârdliche Flurgrenze Dehnitz) bis zum Landgasthof Dehnitz.
Seit 1.12.1993 Name f├╝r den n├Ârdlichen Teil der alten Bergstra├če (Eigenheimsiedlung).
Verbindungsstra├če zwischen Oelsch├╝tzer Stra├če (Bahn├╝bergang unterhalb des Wachtelberges) und Nemter Stra├če. F├╝hrt am Wasserwerk 1 vorbei.
Weg unterhalb des ehemaligen Kirchhofes. F├╝hrt von der Wenceslaigasse nach Osten bis zur Barbaragasse. Ist nordseitig bebaut. Der Weg wurde sicher erst bei Umwandlung des Kirchhofes in eine Parkanlage am Ende des vorigen Jahrhunderts in der heutigen Form ausgebaut. Der Katasterplan von 1878 nennt die Stelle noch An der Wenceslaikirche.
Seit 1947 Name eines Gartenvereins zwischen Kutusowstra├če und Kleegasse bzw. Theodor-K├Ârner-Stra├če, s├╝dlich des Krankenhauses. Das Spartenheim erinnert mit seinen "Windm├╝hlenfl├╝geln" an die namengebende Tradition (⇒ Windm├╝hlenweg und M├╝hlen).
Seit 7.2.2001 Name f├╝r die neu angelegte Erschlie├čungsstra├če im Mittelstandszentrum zwischen L├╝ptitzer und ├Ąu├čerer Torgauer Stra├če. Benennung in Erinnerung an den ? Ziegelteich.
Sackgasse unterhalb der kirchlichen Amtsh├Ąuser (⇒ Pfarrh├Ąuser) auf dem Domplatz.} F├╝hrt vom Rosental auf der ├╝berw├Âlbten Rietzschke bis zur ehemaligen Baderei (Wenceslaigasse 10). Name (nach den vom Domplatz herabkommenden Schultreppen) taucht erst Mitte des 19. Jh. auf, als die Verrohrung des Gel├Ąndes abgeschlossen war.
⇒ F├Ąhrhaus
Gartensparte s├╝dlich des alten K├Ârlitzer Weges (zur Hohle). 1988 begr├╝ndet.
Gasse zwischen Albert-Kuntz-Stra├če und dem n├Ârdlichen Ende der Johannisgasse. Urspr├╝nglich unmittelbar innerhalb der n├Ârdlichen Stadtmauer, die hier 1711/12 abgerissen wurde. Die Grundst├╝cke auf ihrer Nordseite geh├Âren deshalb bereits zur ÔÇô ehemals auch au├čerhalb der Mauer gelegenen ÔÇô Kannengie├čergasse.
Seit dem 6.6.1933. Die Stra├če f├╝hrt vom unteren Gerhart-Hauptmann-Platz nach Westen, den Terrassenhang hinab in die Muldenaue. Am unteren Ende des Hanges ├╝berquert sie den M├╝hlgraben, der hier Kuhmulde genannt wurde. Diese Stelle hie├č deshalb fr├╝her An der Kuhmulde bzw. An der Pferdeschwemme. Urspr├╝nglich wurde die Kuhmulde in einer Furt durchschritten, wenn man auf den westw├Ąrts gelegenen Kuhwerder gelangen wollte. Sp├Ąter stand an dieser Stelle eine h├Âlzerne Br├╝cke, diese wurde 1898 durch eine steinerne Br├╝cke ersetzt. ├ťber diese konnte man bequem zu den Pflanzebeeten und zur Gebhardt-Promenade gelangen. 1925 - nach Kanalbau und Erweiterungen der M├╝hlenwerke und der Teppichfabrik - wurde die Steinbr├╝cke abgerissen und durch einen Rohrdurchlauf ersetzt. Westw├Ąrts in der Aue entstand eine Eichenallee, die von 1927-1934 Hindenburgallee hie├č.} Der Stra├čenzug erinnert an die alte Verbindung der Stadt mit der Muldenfurt, diese Trasse l├Ąsst sich in eine ⇒ Altstra├če einordnen.
1.: Seit 1976 Stra├če im Eigenheimviertel ├Âstlich des Dehnitzer Weges. Name kommt vom gleichnamigen Verein. 2.: Gartenverein, der 1910 an der Kuhmulde gegr├╝ndet und nach 1924 an die Ostseite des Dehnitzer Weges verlegt wurde.
Seit dem 13.5.1998 f├╝r die Stichstra├če, die am ├Âstlichen Ortsausgang von Roitzsch gegen├╝ber der Kornhainer Stra├če von der K├Ârlitzer Stra├če nach Norden abzweigt.
Name eines Gartenvereins zwischen Roitzscher Weg und Rietzschke. 1962 auf ├ľdland bzw. im ├ťberschwemmungsgebiet der Rietzschke angelegt.
Name eines Gartenvereins am Trauschkenweg in der Aue unterhalb der ehemaligen Artilleriekaserne, n├Ârdlich der ehemaligen Papierfabrik; nach 1921 angelegt. Name (erst seit 1928) kommt von der am Terrassenhang bei der Kaserne angelegten fr├╝heren Rodelbahn.
Seit 1993 Name der Grundschule am ehemaligen Roitzscher Kirchweg, bis dahin Sputnikzentrum, ein Initiativbau der 70-er Jahre s├╝dlich oberhalb der Rietzschke. Seit 1996 befindet sich die Schule im s├╝dlich angrenzenden Neubau (1992; zun├Ąchst Teil des Gymnasiums)
Keine Stra├čenbezeichnung, sondern nur postalisch f├╝r die fr├╝heren Wohnungen im Gel├Ąnde der Teppichfabrik westlich des M├╝hlgrabens. Beim R├╝ckbau der Teppichfabrik nach 2004 abgerissen.
⇒ Am Wenceslaikirchhof
Seit 2002 f├╝r den n├Ârdlich des Roitzscher Weges und ├Âstlich des Anschlussgleises zum Mittelstandszentrum angelegten Erschlie├čungsweg (Eigenheimbebauung). Nach dem j├╝dischen M├Ądchen (12.6.1929 ÔÇô M├Ąrz 1945), der Autorin des im Amsterdamer Versteck entstandenen Tagebuchs.
Seit dem 1.10.2007 f├╝r das Roitzscher Teilst├╝ck des urspr├╝nglichen ⇒ Nemter Weges zwischen B 6 und der Bahnlinie
1. ⇒ Ratsapotheke. 2. ⇒ Stadtapo-theke. 3. ⇒ Adler-Apotheke. 4. ⇒ Germania-Apotheke. 5. ⇒ Arkaden-Apotheke. 6. Apotheke am Stadtpark. Geschwister-Scholl-Stra├če 5/6. Nach Umbau der ehemaligen Arztpraxis seit dem 16.8.1993. 7. ⇒ Ringelnatzapotheke
⇒ Villa Arafat
Vor 1945 befand sich das Amt zeitweise im Geb├Ąude des heutigen Amtsgerichts. Danach war es seit 1990 im Stadthaus untergebracht, dann im 1994 errichtete Geb├Ąude vor der Stadtsporthalle auf dem Stadthausvorplatz. Seit 1998 befindet sich das Amt, jetzt Agentur f├╝r Arbeit in einem Neubau an der Nischwitzer Breite 2.
1894 abgerissenes Geb├Ąude rechts vom Domtor in Richtung Domplatz.} Ehemaliger "Thumherrenhof", der 1580 auf Grund der Konkordie dem Rat der Stadt als Pfarrwohnung ├╝berlassen wurde. Bis 1637 Wohnung des Superintendenten. Nach Zerst├Ârung in der Kreuz- und Marterwoche bis 1709 als Diakonat wieder aufgebaut. Das Geb├Ąude stie├č an das vor dem Ostchor des Doms stehende Kapitelhaus. Heute Gr├╝nfl├Ąche mit Gedenkstein (1000 Jahre Wurzen)
Jacobsplatz 11; auf dem Gel├Ąnde der ehemaligen alten Schmiede. Seit dem 3.7.1993 bis 1995
Entsprechend der neuen Armenordnung vom 22.10.1840 wurden in den Orten Wohn-h├Ąuser f├╝r Arme auf Gemeindekosten eingerichtet. 1. (W): a) Am 20.11.1850 wurde das neugebaute "Armenhaus am K├Âpfplan" (August-Bebel-Stra├če 40) er├Âffnet. Diese Einrichtung erwies sich in der Folgezeit als zu gro├č f├╝r die Stadt (Kapazit├Ąt 70 Personen). Deshalb wurde in dem Geb├Ąude ein Jahr sp├Ąter zus├Ątzlich, allerdings mit separatem Eingang, das erste (neue) Krankenhaus mit untergebracht. Erst 1872 wurde dieses dann in das ehemalige Milit├Ąrhospital (⇒ Altes Lazarett [1.]) verlegt. Das ehemalige Armenhaus wurde als Wohnhaus f├╝r sozial Bed├╝rftige weiterhin genutzt. Seit 1993 Obdachlosenheim der Stadt Wurzen. 2003 abgerissen.} Vorg├Ąnger dieser Einrichtung waren: b) das Armenhaus am Crostigall (Postgasse 30), bis 1850 benutzt, dann verkauft, 1989 abgerissen, Grundst├╝ck 1990/91 neu bebaut; c) das "Capituls-Armenhaus" (An den Schultreppen 5), an der ehemaligen Treppe zum Pfarrlehen, 1937 abgerissen; d) das "Armenhaus an der Saugrube" (Berggasse 16), 1850 verkauft, Geb├Ąude heute nicht mehr bewohnbar. 2. (D): Das 1853 erbaute Geb├Ąude Dorfstra├če 11. Heute unbewohnt 3. (N): Am Sportplatz 2, 1855 erbaut, heute Wohnungen. 4. (R): Hauptstra├če 3, heute Einfamilienhaus
Seit 1902 (Prinz-Georg-Kaserne) n├Ârdlich des Stadtparks gelegener Standort des 8. S├Ąchs. Feldartillerie-Regiments Nr. 78 (Gedenkstein im Stadtpark). 1920-1934 zivile Nutzung des Gel├Ąndes (Wohnungen, Gewerber├Ąume). 1935 remilitarisiert (I. Abt. Flakregiment 13) und nach Norden erweitert. 1945-1992 Nutzung durch die Rote bzw. Sowjetarmee. In dieser Zeit Erweiterung nach Norden. Seit 1996 Abriss der Neubauten. Beginn der Umgestaltung des Gel├Ąndes (⇒ K├Ânig-Georg-Wohnpark)
Seit dem 22.10.1991 Name f├╝r die Gastst├Ątte, die aus dem ehemaligen Vereinshaus der Gartenvereins "Ost" hervorgegangen ist.
Seit dem 4.5.1995 Stra├čenname in der Eigenheimsiedlung an der Kleegasse.
Seit dem 28.10.1998 f├╝r den neuangelegten Zufahrtsweg zwischen Warsteiner Stra├če und dem Auenrand im Wohn- und Dienstleistungszentrum "Eilenburger Stra├če" (Gel├Ąnde der fr├╝heren ⇒ Artilleriekaserne).
F├╝hrt von der Dresdener Stra├če nordw├Ąrts bis zum Ostende der Martin-Luther-Stra├če. Seit dem 1.8.1945 benannt nach dem Mitbegr├╝nder der S.P.D. August Bebel (1840-1913). Die Stra├če geh├Ârt zu dem um 1880-1890 rasch wachsenden Ostviertel der Stadt. Vorher seit dem 16.12.1886 Albertstra├če, nach dem s├Ąchsischen K├Ânig Albert (1828-1902).
Seit etwa 1945/46 nach dem 1923 verstorbenen Zigarrenmacher und Mitbegr├╝nder der Wurzener Sozialdemokratie August Fleischer. Die erst 1937/38 angelegte Stra├če verbindet die Schweizergartenstra├če mit der Franz-Mehring-Stra├če. Urspr├╝nglich am 1.1.1938 nach dem Afrikaforscher und Kolonialpolitiker Carl Peters (1856-1918) Petersweg genannt.
Baden als Freizeitvergn├╝gen und Sport erst nach 1830 in Wurzen fassbar; bis dahin nur als Bereich der K├Ârperpflege und Reinlichkeit verstanden. Seit der Mitte des 19. Jh. sind Badestellen im Freien bekannt, die von der Stadt oder Institutionen betreut werden. Zun├Ąchst an den Wasserl├Ąufen: 1. das Bad auf der Bleiche (wobei nicht ganz klar wird, ob der M├╝hlgraben oder eine "Badestube" gemeint ist); 2. die Badestellen im M├╝hlgraben a) am Trauschkenstein (bis 1845), b) oberhalb der Kuhmuldenbr├╝cke (an der ehemaligen "Pferdeschwemme", bis zum Kanalbau 1925), c) das Milit├Ąrbad (um 1830 und nach 1887) n├Ârdlich der Eisenbahnbr├╝cke im M├╝hlgraben, 1919 vom Arbeitersportverein "Frisch auf" ├╝bernommen, d) das Schrothsche Bad (neben der Woll-w├Ąscherei am Amtsweg) nach 1870 bis 1918; 3. die Badestellen in der Mulde a) f├╝r M├Ądchen am Sch├╝tzenhaus, f├╝r M├Ąnner unterhalb der Schie├čmauern, c) des Gymnasiums (nicht genau lokalisierbar); 4. Altes Stadtbad am M├╝hlgraben 1885 bis 1925; 5. Neues Stadtbad, nach Abschluss des Kanalbaus neben diesem im Juli 1927 er├Âffnet, seit 1985 Dammschutz vor Hochwasser, seit 1992 Umbau zu einer modernen Anlage, dabei Abriss des 1885 errichteten Umkleidegeb├Ąudes (Fachwerk-Ziegelbau), 1995 Er├Âffnung des Freizeit- und Erlebnisbades "Dreibr├╝cken"; 6. Goldenes T├Ąlchen, ├Âstlich Dehnitz durch Aufstauen des M├╝hlbaches 1925/26 entstanden, Nutzung bis 1991, Verfall durch Nutzung als "Jugendhaus" beschleunigt, Renaturierung weitgehend abgeschlossen; 7. (Volks-) Schwimmhalle, in der L├╝ptitzer Stra├če, Typ "Anklam", 1969-1972 erbaut. 2005/06 aufw├Ąndig rekonstruiert.
├ľffentliche Einrichtung des mittelalterlichen und fr├╝hneuzeitlichen Wurzens, die vorwiegend hygienischen, aber auch geselligen Zwecken diente. Das Geb├Ąude Wences-laigasse 10 wird heute Baderei genannt; dort k├Ânnen die Badstuben gelegen haben; das Baderwappen am Haus mag ein Hinweis darauf sein. Die Badstube ist seit 1435 bezeugt, in der Baderei tat ein vom Rat bestellter Bader Dienst; 1503 verpachtete der Rat die B
Eine der alten Gassen innerhalb des Mauerrings. F├╝hrt von der S├╝dostecke des Marktes nach Osten bis zum Badergraben und mit einer n├Ârdlichen Abzweigung bis zur Jacobsgasse. Nach dem einst hier ans├Ąssigen Gewerbe benannt} Bischof Johann von Salhausen nannte sie um 1500 in Donatsgasse um (nach dem mei├čnischen Stifts-heiligen [vgl. Strohgasse bzw. Johannisgasse]). Noch 1852 taucht der Name Donatg├Ą├čchen auf. In der Bev├Âlkerung wurde aber die neue Bezeichnung nicht heimisch.} Das Gel├Ąnde der ehemaligen Stadtbrauerei, Badergasse 1-7, wurde 1993-1995 durch Neubebauung (Wohnungen, Gewerbe) v├Âllig umgestaltet.
Platzartige Stra├če s├╝dlich des alten Mauerrings im Rietzschketal, zwischen Wences-laigasse und Schweizergartenstra├če bzw. Jacobsplatz. Urspr├╝nglich ein Teil der alten Stadtbefestigung. Die Rietzschke war hier bis in die Mitte des 19. Jh. zu drei Teichen aufgestaut (Baderteich). Um 1860 wurden die Teiche zugesch├╝ttet und der Platz angelegt. Die um 1890 einsetzende moderne Bebauung schuf den bis heute noch vorhanden "City"-Charakter (Bankgeb├Ąude, Jugendstilbauten).
Hochgelegter Fu├čweg auf der n├Ârdlichen Seite des Badergrabens; sicher angelegt, um ein gefahrloses und bequemes Durchqueren des versumpften Badergrabens zwischen Baderpforte und Baderei zu erm├Âglichen.
Durch Aufstauen der Rietzschke bereits im Mittelalter s├╝dlich der Stadtmauer angelegt, das zur Fischzucht genutzte Gew├Ąsser war gleichzeitig eine Erg├Ąnzung der Stadtbefestigung (Badergraben), in der Mitte des vorigen Jahrhunderts verf├╝llt.
Am ├Âstlichen Ende der Badergasse gelegener Durchlass durch die Stadtmauer in den Badergraben; Lage heute nur noch durch die "Schlippe" zwischen Badergraben und Badergasse zu erkennen.
1.: Der heutige Bahnhof an der Bahnstrecke Leipzig-Dresden geht auf einen Vorg├Ąnger-bau zur├╝ck, der 1838/39 fertiggestellt wurde. Er lag damals noch weit im S├╝den vor der Stadt. Ein erster Umbau machte sich 1888, eine umfassende Erweiterung (mit Neubau des G├╝terbahnhofs) 1911 notwendig. 1923-1928 erhielten Bahnhof und Vorgel├Ąnde etwa das heutige Aussehen. 2003-2007 erneute Umgestaltung des Bahngel├Ąndes (Bahnsteige) und der Au├čenanlagen (neue Fahrbahnen, Bushaltestellen, Parkpl├Ątze, Fu├čg├Ąngerunterf├╝hrung, Begr├╝nung)} Zwischen 1875/77 besa├č Wurzen noch den sogenannten Muldentalbahnhof im Norden der Stadt (heute Sitz des Amtsgerichts). Zwischen 1927 und 1978 existierte am ├Âstlichen Ortsausgang von Roitzsch (K├Ârlitzer Stra├če) ein Haltepunkt der Linie Wurzen-Eilenburg. 2. (1838-1934) ⇒ Am Bahnhof
Verl├Ąngerung der Wenceslaigasse nach S├╝den bis zur Stephanstra├če. Seit etwa 1840. Urspr├╝nglich wurde der Weg von der Akzise bzw. dem Johannishospital nach S├╝den Oelsch├╝tzer Weg genannt, in den Anfangszeiten des Eisenbahnbaus und -betriebs auch Eisenbahngasse. Nach 1870 begann dann die Stra├če bereits im oberen Teil der Wenceslaigasse (Ecke Dresdener Stra├če).
⇒ Am Bahnhof
Nach der hl. Barbara (vgl. auch Barbaragasse) nannte sich eine Pr├Ąbende des Stifts (Einnahmen aus dem Dorf K├Ârlitz). Ihr Inhaber bewohnte auf der Domfreiheit ein Haus, das Sch├Âttgen 1717 noch als ein "Privathaus" erw├Ąhnt. Es stand neben der Superintendentur und wurde mit dieser 1879 abgerissen, als Baufreiheit f├╝r das neue Schulgeb├Ąude geschaffen wurde. Von dem "St. Barbara" genannten Haus stammt die gleichnamige Plastik im Museum sowie ein Schrank mit der T├╝rinschrift Sancta Barbara Patrona Huius Domus Constructe 1499 (die heilige Barbara [ist] die Schutzherrin dieses Hauses, [das] 1499 gebaut [worden ist]). Die lateinische Inschrift war sicher der Text einer Tafel, die am Ostgiebel des Geb├Ąudes angebracht war. Das l├Ąsst eine Zeichnung des Hauses im Museum vermuten. Das ebenfalls darauf abgebildete sp├Ątgotische Sitznischenportal aus der 2. H├Ąlfte des 16. Jh. befindet sich heute am Eingang zum "Eiskeller" der ehemaligen Juelschen Villa (Alte Nischwitzer Stra├če 3). Von 1819 bis 1879 befand sich in dem Haus St. Barbara der Versammlungsort der St.-Johannis-Loge (⇒ Loge)
Die Gasse beginnt im unteren Teil der Wenceslaigasse, geht von dieser nach Osten ab zum Sperlingsberg, biegt dort nach S├╝den um und verl├Ąuft ├Âstlich des Wenceslakirchhofes bis zur Dresdener Stra├če. Der Name geht bestimmt bis in die Zeit des Bischofs Johann von Eisenberg (1342-1370) zur├╝ck, der als besonderer Verehrer der hl. Barbara in Erscheinung getreten ist und auch der Stifter der gleichnamigen Pr├Ąbende war.
Seit dem 13.5.1998 f├╝r die Verl├Ąngerung der Alten Nischwitzer Stra├če nach Norden in das fr├╝here Kasernengel├Ąnde. Nach der Partnerstadt Wurzens (seit 20.10.1990) im Landkreis Hannover.
Seit dem 4.5.1995 Stra├čenname im Gewerbegebiet "Eilenburger Stra├če". Nach dem Unternehmer und Wurzener Ehrenb├╝rger Carl August B├Ą├čler (1809-1902) benannt, der die Zigarrenfabrikation in Wurzen einf├╝hrte und sich um Sparkasse und Feuerl├Âschwesen verdient gemacht hat.
Am M├╝hlgraben 4. Klassizistisches Geb├Ąude aus der Mitte des 19. Jh., n├Ârdlich an die ⇒ Krietschvilla anschlie├čend. Bezeichnung volkst├╝mlich seit Anfang des 20. Jh. (weil in ihm die "Beamten" der M├╝hlenwerke wohnten). Baulicher Verfall seit etwa 1970. 2000 abgerissen.} Beethovenstra├če} F├╝hrt vom Rondell bis zum Steinhof. Seit dem 1.8.1945 nach dem Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827). Urspr├╝nglich hie├č der ├Âstliche Teil der Stra├če vor dem Alten Friedhof (bis zum Johannishospital) Leichengang oder nach Werl 1869 Friedhofstra├če, der westliche (zwischen der ehemaligen Akzise und dem Steinhof) zun├Ąchst Scheunengasse (nach den fr├╝her dort befindlichen Scheunen) und von 1874 bis 1922/23 Lindenstra├če. Nach der Ermordung des Reichsau├čenministers Walther Rathenau (1867-1922) wurde der gesamte Stra├čenzug nach ihm Rathenaustra├če genannt. 1933 bis 1945 trug sie den Namen des ehemaligen Kampffliegers und NS-Reichsministers f├╝r Luftfahrt (Hermann) G├Âring (1893-1946).
Stellenbezeichnung (⇒ Scharfrichterei)
Konnte in fr├╝herer Zeit eigentlich zwei verschiedene Stellen bezeichnen: 1. Als Am K├Âpfplan noch um 1870 bekannt. Richtst├Ątte der Stadt zwischen heutigem Clara-Zetkin-Platz und katholischer Kirche. 2. Das Hochgericht (Galgen an der n├Ârdlichen Weichbildgrenze).
Volkst├╝mlich f├╝r die platzartige Stra├čenkreuzung Dresdener Stra├če/ Karl-Marx- bzw. Beethovenstra├če, nach dem ehemals anliegenden M├Âbelgesch├Ąft (2009 mit allen Nebengeb├Ąuden abgerissen) benannt. Urspr├╝nglich hie├č diese Stelle Am Rondell (oder Rundeel).
Dorf und Gemeindeverband gegen├╝ber Wurzen westlich der Mulde.} Ersterw├Ąhnung 1335 als Bonewitz. Name slawischen Ursprungs: "Ansiedlung der Leute des Bono". Urspr├╝nglich Platzdorf um romanische Kirche (ÔÇťHintenÔÇŁ). Seit Ende des 19. Jh. Erweiterungen durch Industriesiedlung (Tonwarenfabrik) und Eigenheimsiedlungen (Mark Ottendorf). 1950-1974 Ortsteil von Wurzen} Das Dorf geh├Ârte anfangs zum ÔÇ×Wurzener LandÔÇť und war eine der 6 ÔÇ×altenÔÇť Pr├Ąbenden des Stifts. 1378 ist es bereits beim Amt Naunhof verzeichnet, mit diesem kommt es 1547 zum Amt Grimma (wie Deuben und Grubnitz)
Die Verl├Ąngerung des Amtsweges von der Muldengasse bis zum Gerhart-Hauptmann-Platz hinauf. Der Name, der sich auf die Lage der Gasse bezieht, findet sich bei Werl 1869, ist aber sicherlich schon ├Ąlter. Bei Koch und Bergt finden sich noch die Bezeichnungen Bischofsreitweg bzw. Salhausenscher Reitweg, ohne dass genauere Angaben zur Zeit der Benennung erfolgen.
F├╝hrt von der Kreuzung s├╝dlich des ehemaligen Rittergutes Roitzsch von der Haupt-stra├če nach S├╝dosten eine Anh├Âhe hinan. Vermutlich seit den 1930-er Jahren, als hier die Bebauung begann. Die n├Ârdlichen Zweige der Stra├če hei├čen seit dem 1.1.1994 Kornhainer Stra├če bzw. Am Wall.
Seit 1947 das Geb├Ąude des ehemaligen Gymnasiums (Stra├če des Friedens 12); seit 1992 Berufliches Schulzentrum Wurzen (Haus 1). In der Aula im zweiten Obergeschoss befinden sich die von Max Seliger 1908/09 geschaffenen Wandbilder "Sokrates im Kreise seiner Sch├╝ler" und "Mars unterweist die J├╝nglinge" (1986 restauriert)} 2005/06 umfangreiche Sanierung und Bauma├čnahmen am Geb├Ąude und im Au├čenbereich (Beseitigung des alten Baumbestandes im Schulhof).
Bis 1904 auf der Einm├╝ndung des Badergrabens in die Wenceslaigasse stehendes zweist├Âckiges Geb├Ąude, das schr├Ąg in die letztere hineinragte und den Durchgang zum Badergraben auf zwei Meter verengte. Sein Abriss stand im Zusammenhang mit dem Bau der s.g. Rahnschen H├Ąusern (Modehaus und weitere Bauten auf der S├╝dseite des Badergrabens.
⇒ Alte Kaserne
Die heutige Stadtbibliothek ist seit 1946 im Rathaus am Markt untergebracht.} Seit 1818 sind Bibliotheken, die der ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich waren, in Wurzen bezeugt ("Panzers Leihbibliothek"). 1874 beschlie├čt der Rat, eine "Volksbibliothek" zu gr├╝nden. Das wird von der Kreisdirektion abgelehnt. Erst 1878 kommt es zur Gr├╝ndung der Volksbibliothek, die allerdings vom Gewerbeverein getragen wird und an der sich aber die Stadt mit Zusch├╝ssen beteiligt. Die B├╝cher werden vom Feilenhauer Reinhold Adolf K├Âhler am Jacobsplatz verwahrt und betreut. 1919-1926 Volksbibliothek im "Vaterl├Ąndischen Jugendheim" Domgasse 2. Danach wird die Volksb├╝cherei (nunmehr in st├Ądtischer Tr├Ągerschaft) bis 1936 im Erdgeschoss des Rathauses untergebracht. 1936 Umzug der St├Ądtischen B├╝cherei ins Stadthaus.} Nach 1946 St├Ądtische B├╝cherei mit Kinderabteilung, 1948 selbst├Ąndige Kinderbibliothek (eine der ersten in Sachsen). Ab 1952 Stadt- und Kreisbibliothek; 1963 Freihandbibliothek, nach 1981 mit Phonothek und Artothek. 1990 Stadtbibliothek. Seit 2004 Teil des st├Ądtischen Kulturbetriebes
Um die Jahrhundertwende angelegter, beim Bau des Neuen Stadtbades bis 1927 in dieses teilweise einbezogener Birkenhain auf dem F├Ąhrwinkel westlich des Freibades und n├Ârdlich des Eisenbahndammes; nach Eindeichung 1985 vollst├Ąndig in das Gel├Ąnde des Freibades einbezogen.
⇒ Stadtpark
⇒ Rosa-Luxemburg-Stra├če
Aussichtsturm auf dem Wachtelberg, 1909 eingeweiht; 1945 durch Beschuss besch├Ądigt, lange dem Verfall preisgegeben, 1975-1984 Sanierung und Aufbau einer Dokumentation zum Naturschutz in seinem Inneren
In Milit├Ąrkreisen vor 1890 aufgekommener Name f├╝r das Geb├Ąude Schweizergartenstra├če 16, das Baumeister Hermann Blankenburg erbaut hatte und in dem bis 1889 die 3. Komp. des 3. J├Ąger-Bat. Nr. 15 untergebracht war
Wasserlauf, der zum Flie├čengef├╝ge des M├╝hlgrabens geh├Ârte und ├╝ber den ehemaligen Bleichplan floss. Sein Wasser wurde zum Bleichen genutzt. Seit 1925 nicht mehr vorhanden. Mit der Gelben Lache gleichzusetzen.
Nicht mehr vorhandener Stadtteil unter der Gerichtsbarkeit der Stadt, aber unter der Ver-waltung des Amtes; auf einer Insel in der Aue, von M├╝hlgraben und W├╝stem Gerinne umflossen. "Die unweit [vom Schie├čhaus] gelegenen H├Ąuser nennet man 'auf der Bleiche', sie geh├Âren unter den Rath, haben aber unter sich eine absonderliche Ordnung." (Sch├Âttgen 1717)} Im 19. Jh. noch 28 Wohngrundst├╝cke und ein Backhaus (Altes Backhaus). Seit 1925 vollst├Ąndig im Industriegebiet der Krietschwerke (⇒ M├╝hlen) aufgegangen.
Bis 1925 Wiesengel├Ąnde in der Aue westlich der Bleiche, zwischen dem W├╝sten Gerinne und der Gelben Lache gelegen. Heute ein Teil der M├╝hlenwerke.
⇒ Heiz(kraft)werk
⇒ Friedrich-Ludwig-Jahn-Stra├če
⇒ Gasth├Âfe ...
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die Neuanlage am n├Ârdlichen Ende des Wohn- und Dienstleistungszentrums "Eilenburger Stra├če". F├╝hrt von der Eilenburger Stra├če nach Westen bis zum Auenrand. Nach Georg Boock (1891-1961), Erster B├╝rgermeister von Wurzen (1927-1933); Oberb├╝rgermeister von Wurzen (1945/46) und Erfurt (ab 1946).
⇒ Paul-Gei├čler-Stra├če
Bewohner (Nachbarn) der Wurzener Altstadt, die finanziell und durch Arbeitsleistungen zur Wartung und Erneuerung der Wasserleitung, die vom Tonneborn in die Stadt f├╝hrte, verpflichtet waren
Damit wird heute die von der ehemaligen Wurzener Rudergesellschaft ab 1898 errichtete Anlage gegen├╝ber dem Neum├╝hlenwehr an der Damaschkestra├če gemeint (⇒ Am Bootshaus). Es gibt aber noch auf der Schm├Âlener Seite der Mulde das heute der Stadt geh├Ârende Bootshaus der ehemaligen "Rudervereinigung WikingÔÇť (1926 fertiggestellt)} Bis in die Zeit nach dem 1. Weltkrieg gab es noch weitere Bootsh├Ąuser am M├╝hlgraben vor den M├╝h-lenwerken
1855 an der ehemaligen Akzise (heute Kreuzung Bahnhof-/ Beethovenstra├če) erbauter Gasthof. Seit 1882 bis zur Schlie├čung nach 1960 im Eigentum der Familie Barthel (deshalb auch bei Barthels). Wegen Bauf├Ąlligkeit 1981 abgerissen und Grundst├╝ck zur Gr├╝nanlage umgestaltet. Erhalten blieben die unter dem Geb├Ąude aufgefundenen Keller mit Tonnengew├Âlben aus dem 18. Jh.
Flurst├╝ck ├Âstlich von Nemt, n├Ârdlich der Stra├če nach Burkartshain. Dort befanden sich fr├╝her auf sumpfigem Boden etliche Erlen. Dort soll es ├Âfter gebrannt haben, und diese Brandherde mussten st├Ąndig unter Kontrolle gehalten werden.
Flurst├╝cke n├Ârdlich der Stadt, n├Ârdlich des ⇒ Kr├╝mmlings zwischen ⇒ Lehmgrube [1.] und Kieselberg (heute etwa das Gel├Ąnde der Eigenheimsiedlung an der Kleegasse). Die zu den ⇒ Mittelfeldern hin gelegene Brandgrube ist im Zusammenhang mit der westlich benachbarten Lehmgrube zu sehen. Hier wurden die Lehmziegel luftgeh├Ąrtet bzw. "gebrannt".
In Hausfassaden eingelassene beschriftete Steintafeln, die an Stadtbr├Ąnde erinnern: Johannisgasse 3 (6.4.1631; heute im Museum); Schuhgasse 6 (12.9.1704; hier auch Beschriftung des alten T├╝r- und Fenstergewendes).
Bis 1993 die Grundst├╝cke Badergasse 1-7. F├╝r das einst in Wurzen so wichtige Brau-gewerbe gibt es heute keine gegenst├Ąndlichen Zeugen mehr. Lediglich alte Keller (z.B. unter dem Rathaus) k├Ânnten darauf hinweisen.} Von den alten brauberechtigten Grundst├╝cken sind lediglich noch das Rathaus, die Ratsgark├╝che (Markt 2) oder Amtshof 2 bekannt (hier stand bis 1878 das Geb├Ąude der ehemaligen Stiftsbrauerei, das allerdings schon seit 1818 von einer Tabakwarenhandlung, ab 1839 als Zigarrenfabrik genutzt wurde).} 149 B├╝rger waren 1826 brauberechtigt, als die Stadt die am Markt (Nr. 5 und 6) und in der Badergasse befindliche Brauerei des Kammerherrn von Holtzendorf aufkaufte. Die "Stadtbrauerei" wurde 1888 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach 1960 wurde der Betrieb eingestellt. Baulich v├Âllig verfallen, wurden die Geb├Ąude in der Badergasse 1993 abgerissen und die Fl├Ąchen bis 1995 neu bebaut.} Von 1887 bis 1893 gab es in der Torgauer Stra├če 6 die "Feldschl├Â├čchenbrauerei" (⇒ Kleingartenspar-te Feldschl├Â├čchen). Das Konkurrenzunternehmen wurde von der Stadtbrauerei AG aufgekauft und stillgelegt.
Nord├Âstlich von Wurzen; zum gr├Â├čten Teil auf L├╝ptitzer Flur; westlicher Teil hie├č Weinberg, ein Hinweis auf Weinbau in der Bischofszeit. Die zur Stadt hin geneigten H├Ąnge waren die Worthauer Lehden (nach der ⇒ [W├╝sten] Mark Warthau).
Ehemaliges Sumpfgel├Ąnde an der ├Âstlichen Flurgrenze von Roitzsch; wird durch die Stra├če nach K├Ârlitz gequert.
Sumpfige Auenflur s├╝dwestlich von Dehnitz (⇒ die See)
Bis ins 19. Jh. gab es in Wurzen nur Stege und 2 kleine Br├╝cken (vor dem Wenzelsor und am sp├Ąteren Wettinerplatz) ├╝ber die Rietzschke bzw. die M├╝hlgrabenbr├╝cke oberhalb der Stadtm├╝hle. Ein ├ťberqueren der Mulde war nur mit der F├Ąhre m├Âglich. Lediglich 1813 wurde die Mulde kurzzeitig durch milit├Ąrische Ponton- bzw. Flo├čbr├╝cken passierbar gemacht. Die Br├╝ckenbauten des 20. und 21. Jh. gehen auf Vorg├Ąnger aus dem 19. Jh. zur├╝ck} 1. Br├╝cken ├╝ber Mulde und Aue: a) die Strombr├╝cke: 1830 in Holzkonstruktion auf Steinpfeilern errichtet, 1936 Ersatz durch eine monolithische Stahl-Beton-Br├╝cke neben der alten, 1945 Sprengung, Errichten einer Holzbr├╝cke auf den Tr├╝mmern, 1946/48 Neubau, 1961 bzw. 1993/94 Verbreiterungen} Verlust des mittleren Pfeilers beim Hochwasser im August 2002. 2005/07 Ersatz aller Stra├čenbr├╝cken durch eine neue Z├╝gelgurtbr├╝cke ├╝ber Kanal und Aue (Vorlandbr├╝cke) und Strom n├Ârdlich der bisherigen Br├╝cken. ├ťbergabe der neuen Br├╝cke am 25.05.2007, anschlie├čend vollst├Ąndiger R├╝ckbau der alten Br├╝cken. b) die Flut- oder Landbr├╝cke: 1830/31 ebenfalls in Holzkonstruktion auf Steinpfeilern, 1930 Ersatz durch Steinbr├╝cke. R├╝ckbau 2007 c) die Kanalbr├╝cke: 1925 als Verl├Ąngerung der Landbr├╝cke, 1945 Sprengung, Wiederaufbau bis 1948. R├╝ckbau 2007} d) die Fu├čg├Ąngerbr├╝cke ├╝ber den Kanal, erbaut im Zuge der Umgestaltung der Aue durch die Anlage des Betriebskanals 1927, 1945 zerst├Ârt, Wiederaufbau bis 1952 ("Pionierbr├╝cke"). e) die Eisenbahnbr├╝cke: 1835 in Holzkonstruktion auf Steinpfeilern (erste deutsche Eisenbahnbr├╝cke), 1875 Ersatz der Holzkonstruktion durch Stahl, 1945 Sprengung und Bau einer Notbr├╝cke, Ersatz durch einspurige Stahlbr├╝cke, Wiederaufbau 1967/69; Neubau (Stahlbeton) unmittelbar n├Ârdlich neben der alten Stahlbr├╝cke 1999-2001 im Zuge des Ausbaus der ICE-Strecke Leipzig-Dresden; danach R├╝ckbau der alten Br├╝cke.} 2. Br├╝cken ├╝ber den M├╝hlgraben: a) die M├╝hlgrabenbr├╝cke der Staatsstra├če (heute B 6): 1831 Holzkonstruktion, 1927 Abbruch und Ersatz durch Dammsch├╝ttung; b) die Kuhmuldenbr├╝cke an der ehemaligen Pferdeschwemme: um 1890 erbaut, urspr├╝nglich aus Holz, 1898 in Stein ausgef├╝hrt, 1927 abgerissen und durch Rohrdurchl├Ąufe ersetzt; c) an der Rodelbahn (seit 1925); d) in der Teppichfabrik (seit 1925). 2006/07 Neubau f├╝r die Verl├Ąngerung der Stra├če des Friedens zur ⇒ Westtangente.} e) Bockbr├╝cke: Fu├čg├Ąngerbr├╝cke in Verl├Ąngerung der Parkstra├če, ehemaliger Zugang zur Gebhardt-Promenade (in den 1930-er Jahren abgebrochen); } f) die M├╝hlgrabenbr├╝cke der S 11 (⇒ Westtangente) westlich der Juelstra├če, 2006/07 erbaut.} 3. Br├╝cken ├╝ber Dehnitzer Lache und M├╝hlbach: a) am Weg zur Dehnitzer Kahnf├Ąhre (├╝ber die Lache); seit 1910 mit Beginn des F├Ąhrbetriebs; Zerst├Ârung durch Hochwasser 1954, im Jahr darauf Neubau; nach Hochwasserschaden 1987 Sperrung und 1992 Ersatz der alten Holzbr├╝cke durch eine 46 m lange Stahlkonstruktion aus dem Wutra-Werk; b) Steinbr├╝cke ├╝ber den M├╝hlbach in Dehnitz; c) Stra├čenbr├╝cke ├╝ber den M├╝hlbach (Oelsch├╝tzer Stra├če); d) Stra├čenbr├╝cke und Stege ├╝ber den M├╝hlbach in Nemt.
⇒ F├Ârderschule f├╝r geistig Behinderte
⇒ Ochsenwiese (R)
Neben nat├╝rlichen Oberfl├Ąchengew├Ąssern (z.B. Rietzschke) waren die Brunnen f├╝r das mittelalterliche und auch noch neuzeitliche Wurzen zur Trinkwasserversorgung unent-behrlich. Drei Quellbrunnen sind mit Namen und Lage bekannt: 1. der Gela- oder Quickborn in der F├Ąrbergasse; 2. der Nelkeborn westlich unterhalb des Steinhofes am Crostigall; 3. der Tonneborn au├čerhalb der Stadt an der Torgauer Stra├če. Au├čerdem hat es sicher zahlreiche Hausbrunnen gegeben. Auf dem Gel├Ąnde des ehemaligen Gasthofes zur Rose auf dem Crostigall ist einer noch heute vorhanden.} Vom Tonneborn wurde mindestens seit dem 17. Jh. in einer Holzrohrleitung das Wasser bis zur Jacobsgasse und zum Markt geleitet. Dort standen R├Âhrenkasten, aus denen das zuflie├čende Wasser gesch├Âpft werden konnte.} Nach 1820 lie├č der Rat bis 1880 insgesamt noch 14 Einzelbrunnen mit gu├čeisernen Handpumpen (die sogenannten Plumpen) anlegen. Einige von ihnen waren bis nach 1970 noch funktionst├╝chtig. Seit 1893 hat die Druckwasserversorgung der Stadt die Brunnen ├╝berfl├╝ssig gemacht.} Nicht mehr der Wasserversorgung, sondern stadtgestalterischen Absichten verdanken ihre Existenz: der Lutherbrunnen vor dem Dom, der ⇒ Marktbrunnen (Ringelnatzbrunnen), ein Brunnenbecken mit "Plumpe" in der Wenceslaigasse (1994); drei Springbrunnen (zwei im Stadtpark und einer s├╝dlich des Ehrenmals).
Seit 01.10.2007 f├╝r ÔÇ×Am G├╝terbahnhofÔÇť. Befestigter Weg s├╝dlich des Bahngel├Ąndes zwischen Liststra├če und der noch vorhandenen S├╝drampe der fr├╝heren ⇒ Muldenta-bahn. Volkst├╝mlich auch Schwarzer Weg. F├╝hrt als Pfad weiter bis zum ⇒ Nemter Weg.
⇒ Haydnstra├če
⇒ Friedenslichtspiele
Liegt im Nordosten der Stadt. Seit dem 1.8.1945 nach dem B├╝rgermeister und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Julius Theodor Schmidt (* 1811 in Wurzen, ÔÇá 1869 in den USA). Das Gel├Ąnde wurde bis ins 19. Jh. z.T. als Sand- bzw. M├╝llgrube genutzt. 1875/77 f├╝hrten noch die Gleise der Muldentalbahn dar├╝ber. Baulich in die Stadt einbezogen wurde das Terrain erst mit dem Bau der J├Ąger- bzw. Infanteriekaserne. 1889-1904 hie├č deshalb der vor der Kaserne neu angelegte, aber noch sp├Ąrlich umbaute Platz Kasernenplatz. 1904 wurde er nach dem Ehrenb├╝rger von Wurzen Richard Graf von Koenneritz (auf Lossa [1910 in Wurzen verstorben]) in K├Ânneritzplatz umbenannt.
Eine Wiese am B├╝rgerwerder, deren Nutzung einst dem B├╝rgermeister vorbehalten gewesen sein soll.
Name der Stadtschule nach 1835, zun├Ąchst nur f├╝r die alte Schule auf der S├╝dseite des Domplatzes, dann f├╝r den Neubau auf der Westseite (M├Ądchenschule) und den Neubau in der heutigen August-Bebel-Stra├če (Knabenschule). Die Bezeichnung kam nach 1919 offiziell au├čer Gebrauch.
Bis ins 19. Jh. ├╝bliche Bezeichnung f├╝r ein Wiesengel├Ąnde n├Ârdlich der sp├Ąteren Land-br├╝cke. Da es an das Sch├╝tzenhaus anschloss und hier regelm├Ą├čig Sch├╝tzenfeste statt} fanden, kam schon zu Ende des 19. Jh. im Volksmund der Name Sch├╝tzenwiese auf. Dort fanden bis nach 1945 alle Arten von Volksbelustigungen (Jahrm├Ąrkte und Zirkus) statt. Nach 1945 kam die Bezeichnung Muldenwiesen auf. Der B├╝rgerwerder wurde 1925/27 durch den Betriebskanal zerschnitten, sein ├Âstlicher Teil ging im Gel├Ąnde der M├╝hlenwerke auf.
Volkst├╝mlich f├╝r die beiden wichtigen Bushaltestellen am Clara-Zetkin-Platz (angelegt 1966) und auf dem Bahnhofsvorplatz. Neu gestaltet 2003.
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die Neuanlage zwischen Weichertstra├če und Thallwitzer Weg im Wohn- und Dienstleistungszentrum "Eilenburger Stra├če, n├Ârdlich der alten ⇒ Artilleriekaserne. Nach dem Dorf Canitz, n├Ârdlich von Wurzen.
F├╝hrt von der Beethovenstra├če nach S├╝den bis zur Bahnunterf├╝hrung. Umbenennung des stadtinneren Teils des Dehnitzer Weges am 15.04.1997. Nach dem Wurzener Pfarrer Carl Friedrich Moritz Magirius (1886-1967), der sich im Widerstand gegen Nationalsozialismus und gegen Vereinnahmung der Kirche nach 1945 hervortat.
⇒ Schillerstra├če
Name des ehemaligen Kinos in der Schweizergartenstra├če. In einer Gastst├Ątte wurde das Kino 1908 er├Âffnet. 1910/14 Umbau und Erweiterung auf 450 Pl├Ątze. 1948 ├ťbernahme in die "Lichtspieltheater Sachsens"; 1953 mit den Friedenslichtspielen zum Kreislichtspielbetrieb Wurzen. Nach Schlie├čung 1970 Umwandlung in einen Jugendclub. Die Eingangszone des fr├╝heren Kinos ist 1994/95 zur Kulturkneipe "Harlekin" umgebaut worden. Seit 1998 unbenutzt und nach Dachstuhlbrand 1999 verfallend.
Beim Bau der Muldenbr├╝cken 1830 errichtetes klassizistisches Geb├Ąude f├╝r die Erhebung des Br├╝ckenzolls. 1932 abgerissen. Es stand an der Strombr├╝cke gegen├╝ber dem Tivoli, sp├Ąter Gasthaus Drei Br├╝cken
Im Osten der Stadt, zwischen Martin-Luther- und der weiterf├╝hrenden Torgauer Stra├če. Seit dem 1.8.1945 nach der Mitbegr├╝nderin und F├╝hrerin der deutschen und internationalen Frauenbewegung (1857-1933). 1935-1945 Platz der SA (im Hofgeb├Ąude des Malermeisters N├╝rnberger am Platz hatte sich das erste Versammlungslokal der SA befunden). 1891-1935 Torgauer Platz. Urspr├╝nglich ein altes Wegekreuz ├Âstlich vor der Stadt, an dem sich der K├Âpfplan befand. Seit Anfang der 1960er Jahre einer der beiden Busbahnh├Âfe der Stadt.
1.: Urspr├╝nglich der "Weg nach Collmen" (seit dem 16. Jh.), dann die Stra├če, die von der alten Eilenburger Stra├če nach Norden weiterf├╝hrt, wo jene nach Nordwesten als Eilenburger Chaussee abbog. Seit 1953 tr├Ągt nur noch der ├Ąu├čere Teil (ab Einm├╝ndung der Zillestra├če) diesen Namen, der innere Teil ist seitdem die Theodor-K├Ârner-Stra├če. 2.: Name des neuerschlossenen Gewerbegebietes s├╝dlich von 1. (seit 1993).
Seit dem 19.05.1999 f├╝r die Neuanlage im Baugebiet "Alte G├Ąrtnerei" westlich des Dehnitzer Weges. Nach dem Major der US-Army, Victor George Conley (1917-1989), dem am 24.04.1945 Wurzen kampflos ├╝bergeben wurde.
⇒ Grenzgraben
Flurweg ├Âstlich von Nemt. Er f├╝hrt vom Oberen Anger an der Stra├če nach Burkartshain nach S├╝dwesten in Richtung Grenzgraben. Die Flur, die der Weg durchschneidet, hei├čt die Krimmitzsche (Krimmitzsche Lehden). Nach Ebert (1930) k├Ânnte im Flurnamen der urspr├╝ngliche Ortsname von Nemt weiterleben. Ein Zusammenhang mit dem 1284 genannten Cremeze dr├Ąngt sich auf, aber die Herleitung aus slaw. granica "Grenze" d├╝rfte schwierig sein. Nicht auszuschlie├čen ist auch f├╝r den ersten Namensteil ein Patronymikon, das auf den PN "Krima┼í" zur├╝ckgeht (vgl. Crimmitschau).
Von der Wenceslaigasse oberhalb der Wenceslaikirche bis zum Steinhof hinab. Stra├čen-} zug, der zur so genannten Wenzelsvorstadt geh├Ârte. Bei Ortsangaben heute sowohl "im" als auch "auf (de)m" Crostigall. Ersterw├Ąhnung 1340 (in Crostigalo). Der Name ist slawischen Ursprungs: "Eichengestr├╝pp".} Einer der beiden Terrassensporne am ├Âstlichen Auenrand, auf denen die Siedlungsentwicklung Wurzens begann. Hier durchst├Â├čt der darunterliegende Pyroxengranitporphyr die pleistoz├Ąnen Deckschichten (Reste mittelalterlicher Steinbr├╝che: der "Hohlweg" und das Pandurenloch). Auf dem Crostigall waren zun├Ąchst Adlige belehnt (⇒ Freigut, Gaudlitz), sp├Ąter erst wurde das Terrain aufgesiedelt. Der heutige durchgehende Stra├čenzug entstand erst um 1700, wobei auch die Heisten im unteren Teil (Hohlweg) aufgemauert wurden. Bis 1843 Sondergemeinde: Der n├Ârdliche Teil stand "unter dem Amt" (d.h. er unterlag der Gerichtsbarkeit des Amtes), der s├╝dliche Teil unterstand dem Rat. Das Freigut (Steinhof zum schwarzen und wei├čen Kreuz) unterstand keinem von beiden, war schrifts├Ąssig und im Besitz der niederen Gerichtsbarkeit.
⇒ Kustodie

DEF

1. F├╝hrt vom Dehnitzer Weg westw├Ąrts bis zum Bootshaus am Muldewehr. Seit dem 1.8.1928 nach dem Bodenreformer Adolf Damaschke (1865-1935). Die Bebauung mit Ein- und Zweifamilienh├Ąusern erfolgte um 1928, dabei haben die sp├Ąteren Besitzer im Sinne Damaschkes Eigenleistungen erbracht, um die Baukosten zu senken} 2. Name des Gartenvereins n├Ârdlich der Stra├če.
Amtlich seit dem 1.1.1994. Geht am ├Âstlichen Ortsausgang von Nemt von der Alten Poststra├če nach Norden ab. F├╝hrt als Fu├čweg nach der Damm├╝hle in M├╝hlbach
Dorf s├╝dlich von Wurzen am Talhang der Mulde und am Ausgang des M├╝hlbachtales. Seit 1950 Ortsteil von Wurzen. Ersterw├Ąhnung 1185 als Taniz. Name slawischen Ursprungs: "Ort des Tena (oder Chotena)".} Obwohl urspr├╝nglich im Wurzener Land liegend, kam es - zum Rittergut Nischwitz geh├Ârig - an das Amt Grimma und bildete fortan eine Esklave dieses Amtes im Stiftsterritorium. 1542 erscheint es nach Wurzen eingepfarrt (⇒ Dehnitzer Kirchweg)
1.: Ehemaliger Flurweg. Er f├╝hrte einst vom Nelkeborn am Rande des Muldetales nach S├╝den zum Dorf Dehnitz. Beim Bau der Filzfabrik verschwanden Brunnen und Weg. 2. ⇒ Dehnitzer Weg (1.)
⇒ M├╝hlbach
⇒ Hirtenteich ...
Der M├╝ndungsarm des M├╝hlbaches in die Mulde westlich von Dehnitz. Zusammen mit dem Bruch ehemaliger Muldenarm.
⇒ Bruch
1.: Seit dem 11.7.1872 f├╝r den Weg vom ├Âstlichen Ende der heutigen Beethovenstra├če bis zum Anschlussgleis der alten Wasserglasfabrik. Urspr├╝nglich Dehnitzer Kirchweg (Flurbuch von 1766). 1929 wurde s├╝dlich der Kartonagenfabrik die Unterf├╝hrung unter der Eisenbahnstrecke gebaut (Planert-Teich). Der n├Ârdlich davon liegende Teil (bis zum ehemaligen Rondell) seit 1997 ⇒ Carl-Magirius-Stra├če. 2.: Name eines Gartenvereins westlich der Stra├če, 1917 gegr├╝ndet.
Jetzt ├╝bliche Bezeichnung f├╝r einen Platz, an dem Zivilisationsabf├Ąlle geordnet abge-lagert werden. F├╝r Wurzen insbesondere f├╝r die sogenannte Schuttgrube ("Schuttscher") im Bereich des Kieselberges, ehemalige Sandgrube (seit 1946 verst├Ąrkter Abbau, 1978 Einstellung des Abbaus, sp├Ąter nur noch vereinzelt Nutzung des Sandes), seit 1976/78 bis 1991 Ablagerung von M├╝ll aus der Stadt, heute geschlossen und abgedeckt} ├ähnliche Stellen gab es im 19. Jh auch im Bereich Bgm.-Schmidt-Platz, im Rietzschketal (Schiller-/ Goethestra├če) und bis etwa 1970 an der Oelsch├╝tzer Stra├če ("Kretzschmars Sandgrube").
Stra├čenangerdorf westlich von Bennewitz an der B 6. Ersterw├Ąhnung 1335 als Duben. Name slawischen Ursprungs: "Eichenort"} Urspr├╝nglich zum Wurzener Land geh├Ârig, kam es schon zeitig an das markgr├Ąfliche Amt Naunhof (1359 noch bisch├Âflicher Besitz, aber Markgraf beansprucht bereits die "Bete"; 1378 bei Naunhof verzeichnet). 1547 im Amt Grimma. 1950-1974 Ortsteil von Wurzen, seitdem Ortsteil von Bennewitz.
Links vom Domtor in Richtung Domplatz. Urspr├╝nglich ein "Vikarienh├Ąuslein", das Bischof Johann von Haugwitz 1580 in der Konkordie dem Rat der Stadt ├╝bereignete als Wohnung f├╝r den Diakon, der seit 1542 in der N├Ąhe der Wenceslaikirche gewohnt hatte. Zerst├Ârung 1637, danach wieder aufgebaut. Abbruch 1880.
Seit 1949 Name f├╝r die ehemalige M├Ądchen-B├╝rgerschule. Ab 1959 10-klassige Ober-schule. Als diese 1991 nur noch Grundschule blieb und in das Geb├Ąude der ehemaligen EOS verlagert wurde, wanderte der Name mit, heute Diesterweg-Grundschule.
Zwischen 1941 und 1945 Name der Allgemeinen Volksschule f├╝r Jungen nach dem "Dichter des Nationalsozialismus" und Freund Adolf Hitlers Dietrich Eckart (1868-1923), heute Pestalozzi-Mittelschule.
Letzter der drei von Johann von Salhausen angelegten Teichen (ehemalige Altw├Ąsser der Mulde?) zwischen Filzfabrik und Eisenbahndamm. Auf Werls Plan von 1869 noch eingezeichnet. Heute nicht mehr vorhanden. Name r├╝hrt h├Âchstwahrscheinlich von Superintendent Dr. Christoph Daniel Schreiter (1624-1714) her, dem der Teich als Besitzer des Steinhofes geh├Ârte. (⇒ Hellerl├Âcher und Hellerh├Ąuschen)
Die Bezeichnung (Thum) kam schon in vorreformatorischer Zeit auf, weil die mei├čnischen Bisch├Âfe oft im Schloss residierten. Im eigentlichen Sinne also keine Kathedrale, blieb die Bezeichnung dennoch in Gebrauch. Auch das Verbot dieses Pr├Ądikats 1770 durch Kurf├╝rst Friedrich August III. ├Ąnderte daran nichts.} Urspr├╝nglich das "M├╝nsterlein" (monasteriolum) des von Bischof Herwig begr├╝ndeten Kollegiatstiftes. Als Pfeilerbasilika mit zwei T├╝rmen am 16.8.1114 geweiht. 1260 Erweiterung durch Ostchor, dessen Balkendecke wurde im 14. Jh. durch Ziegelgew├Âlbe ersetzt, gleichzeitig Umbau des S├╝dschiffs zur Halle. Nach 1476 (Brand) Erneuerung. Unter Bischof Johann von Salhausen weitere Erg├Ąnzungen: 1503 Westchor mit Gradnetz und Alt├Ąren (die dazugeh├Ârigen Steinfiguren Donatus, Otto I. und Johannes der T├Ąufer befinden sich heute an der Nordseite des Mittelschiffs), 1508 Ostschluss mit feingliedrigem Sterngew├Âlbe, 1515 s├╝d├Âstliche Anbauten. Erneuerungen und Reparaturen nach dem 30-j├Ąhrigen Krieg und zwischen 1710 und 1721 bzw. 1817 und 1819. Erste denkmalpflegerische Instandsetzung im Innern 1931/32, gleichzeitig moderne Ausgestaltung mit Bronzewerken von Georg Wrba. Erneuerung des Daches und der T├╝rme 1986-1993. Abschluss der umfangreichen und grundlegenden Sanierung 2004
Gelegentlich Bezeichnung f├╝r den westlichsten Teil des Schlossberges (mit Dom und Schu-le). Sch├Âttgen 1717: (die Rietzschke) "f├Ąllt hinter dem Dom-Berge in die Mulde" oder "das unten am Dom-Berge gelegene Teichlein".
Eine der ├Ąltesten und malerischsten Stra├čen der Stadt, sicher urspr├╝nglich einer der alten Zug├Ąnge zur Burg. Sie verbindet den Nordausgang der Wenceslaigasse und die S├╝dwestecke des Marktes (Liegenbank) mit dem Domplatz. Das Geb├Ąude Domgasse 13 gilt als das ├Ąlteste B├╝rgerhaus der Stadt. Bis 1880 stand an ihrem westlichen Ende der Gasse das Domtor, der einzige Zugang zur ehemaligen Domfreiheit.
Bis ins 19. Jh. f├╝r ⇒ Domplatz ; bis 1880 durch das Domtor von der eigentlichen Stadt getrennt. Sch├Âttgen (1717): "Der Dom, den man vor alten Zeiten die Freiheit genennet hat." Das Gebiet der "Freiheit" unterstand bis 1843/45 nicht dem Rat, sondern dem Amt bzw. dem Domkapitel ("Capitul") und war demzufolge auch frei von st├Ądtischen Abgaben und Steuern.
Seit 1843, nach Bildung der neuzeitlichen Stadtgemeinde (Wurzen) und dem Wegfall der Eigengerichtsbarkeit Name f├╝r den Platz vor dem Dom auf der Domfreiheit. Bis um 1890 war der heute weite Platz noch dicht mit Geb├Ąuden bebaut, die im Zusammenhang mit dem Domkapitel und der Stiftsregierung standen. Noch bei Werl 1869 ist n├Ârdlich der Schultreppen die Schulgasse verzeichnet. Am Westhang (heutiges Schulgel├Ąnde) befanden sich die Stiftssuperintendentur und nebenan das Haus St. Barbara. Mit dem Bau der B├╝rgerschule 1879/81 erhielt der Domplatz eine v├Âllig neue Gestalt.
Nicht mehr zu lokalisieren, k├Ânnte ein anderer Name f├╝r den Postteich im Rosental gewesen sein. Von einem weiteren Teich im Rietzschke-Tal bzw. im Rosental ist nichts Weiteres bekannt. M├Âglich ist, dass eine der durch den Teichdamm gebildeten H├Ąlften des Postteiches damit bezeichnet wurde.
1.: Die erste Wurzener Schule war eine Einrichtung des Kollegiatstiftes (Stiftsschule) und befand sich in unmittelbarer N├Ąhe zum Dom, vielleicht auf dem Gel├Ąnde der alten Scholasterie. F├╝r 1223 ist unter den Kanonikern des Wurzener Stifts bereits ein scholasticus (der "Schulherr", der f├╝r die Ausbildung des Klerikernachwuchses verantwortlich war) erw├Ąhnt. Diese Bildungseinrichtung des Stifts bestand bis zur Reformation und wurde 1542 mit der deutschen Stadtschule zu einer ⇒ Lateinschule in st├Ądtischer Tr├Ągerschaft vereinigt} 2.: Nach 1990 volkst├╝mlich f├╝r die in die alte Diesterwegschule (Domplatz 7) verlagerte Goethe-Schule, die kurze Zeit den Namen Goethe-Schule am Dom f├╝hrte, bis Februar 1996 Hauptgeb├Ąude des Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasiums (⇒ Diesterweg-schule). 1997/98 Umbau f├╝r das Berufliche Schulzentrum Wurzen.
Am westlichen Ende der Domgasse und Eingang zur Domfreiheit, also kein Au├čentor der Stadt. Angebaut an das Geb├Ąude Domgasse 17/19, dessen nordwestliche Schr├Ąge noch dem Standort des Tores geschuldet ist. 1880 als letztes der Wurzener Stadttore abgebrochen
Einer der Patrone des Mei├čner Stifts (sp├Ątgotische Plastik im Dom). Bischof Johann von Salhausen benannte 1502 die Badergasse nach dem Heiligen. Im Gegensatz zur Johan-nisgasse setzte sich in der Bev├Âlkerung der neue Name nicht durch.
⇒ Badergasse
⇒ M├╝hlbach
⇒ Alte Dorfstra├če (bis 2007). 2. (N) ⇒ Alte Poststra├če
1.: Gasthaus zu den drei Br├╝cken (1843)} Bis nach 1945 Gastst├Ątte s├╝dlich der B 6 an der Strombr├╝cke (Leipziger Stra├če 2), an der Stelle des alten ⇒ F├Ąhrhauses (1.). Benannt nach den "drei Br├╝cken" ├╝ber Mulde, Flutbett und M├╝hlgraben. Name der Gastst├Ątte 1893-1912 "Tivoli". In dieser Zeit Versammlungsort der Wurzener Sozialdemokraten und Arbeiterturner. 1957 geschlossen. Zun├Ąchst "Station Junger Techniker und Naturforscher", danach W├Ąscherei und chemische Reinigung. 1991/94 Gesch├Ąft f├╝r Wohnraumtextilien. Danach bis 1999 griechisches Restaurant (ÔÇ×Ela elaÔÇť). Nach schwerem Flutschaden 2002 und Brandstiftung 2003 abgerissen.} 2.: Dreibr├╝cken - Freizeit- und Erlebnisbad: Name des 1993-1995 v├Âllig umgebauten und modern ausgestatteten ehemaligen Stadtbades am Birkenw├Ąldchen. Er├Âffnung am 14.7.1995. Name ist in Anlehnung an die Lage und in Erinnerung an 1. gew├Ąhlt worden.
Seit Beginn des 19. Jh. Fortsetzung des Crostigalls nach Osten. Sie f├╝hrt von der Victoria-Kurve an durch das Industrieviertel (seit 1860 entstanden) entlang des Eisenbahngel├Ąndes. Sie bildet ab Einm├╝ndung Beethovenstra├če einen Teil der Bundesstra├če 6 im Stadtgebiet. Bis 1813/14 wird die Trasse nach dem Osten meist Heerstra├če genannt.
F├╝hrt vom Nordende der Albert-Kuntz-Stra├če zur Friedrich-Ebert-Stra├če. Seit 1948 nach dem ehemaligen Reichstagsabgeordneten und Mitbegr├╝nder der LDPD in der Sowjetischen Besatzungszone Dr. Wilhelm K├╝lz (1875-1948) benannt. Vorher seit dem 13.7.1904 Eckhardtstra├če, nach dem Stadtgutbesitzer (⇒ Stadtg├╝ter) und Stadtverodnetenvorsteher Karl Eckhardt (1844-1906)
⇒ Friedrich-Ludwig-Jahn-Stra├če
⇒ Jacobsplatz
Verl├Ąngerung der Walter-Rathenau-Stra├če ab Goethestra├če nach Osten bis zum Friedhof. Vermutlich seit 1947 nach dem ersten Ministerpr├Ąsidenten Sachsens nach dem 2. Weltkrieg Dr. Rudolf Friedrichs (1892-1947). Vorher seit 1911 Moltkestra├če nach dem preu├čischen Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke (1800-1891).} Erste und nennenswerte Geb├Ąude an dieser kurzen Stra├če waren die Turnhalle des M├Ąnnerturnvereins (1890, heute GutsMuths-Halle), die alte Handelsschule (1903) und das Umspannwerk (Nr. 7).
⇒ Stadtgut
⇒ Dr.-K├╝lz-Stra├če
Zwischen Dehnitzer Weg und Liststra├če. Seit 1948 (?) nach dem 1948 verstorbenen Mitbegr├╝nder und ersten Vorsitzenden des Arbeiter-Turn- und Sportvereins "Frisch auf" (gegr. 1898). Angelegt 1924, um den Fahrverkehr von Nemt und Oelsch├╝tz zum Dehnitzer Weg umzuleiten, da der Bahn├╝bergang zur Bahnhofstra├če bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorgel├Ąndes durch eine Fu├čg├Ąngerunterf├╝hrung ersetzt wurde. Urspr├╝nglich seit dem 28.9. 1924 Seetzenstra├če nach dem langj├Ąhrigen B├╝rgermeister bzw. Oberb├╝rgermeister von Wurzen (1899-1927) und Pr├Ąsidenten des evang.-luth. Landeskonsistoriums Dr. Dr. Anton Friedrich Theodor Seetzen (1869-1943) aus Anlass seines silbernen Amtsjubil├Ąums.
Am 6.10.1974 im vorderen Teil des Stadtparkes (am Standort des zu diesem Zweck ent-fernten Juel-Denkmals) eingeweiht, bestehend aus dem "Denkmal der Freundschaft" (lebensgro├če Eisenguss-Doppelplastik: sowjetischer Soldat und deutscher Arbeiter - urspr├╝nglich vor der Stadtverwaltung aufgestellt), einer beidseitig nach vorn ge-schwungenen Steinmauer mit Namenstafeln sowjetischer Soldaten, die in Wurzen verstarben (ihre sterblichen ├ťberreste wurden aus dem urspr├╝nglich benachbart gelegenen kleinen, eingez├Ąunten Gr├Ąberfeld ├╝berf├╝hrt) oder auf Antrag ihrer Angeh├Ârigen hier "verewigt" wurden, und Gedenktafeln f├╝r die Opfer des Hungermarsches vom April 1945 sowie der Bronzeb├╝ste von Albert Kuntz (urspr├╝nglich im Eingangsbereich zum Albert-Kuntz-Stadion) und einem Flammenbecken.} Im Ehrenhain fanden bis 1989 regelm├Ą├čig Bekenntnis-Veranstaltungen zum Tag der Befreiung (8. Mai), zur Woche der Waffenbr├╝derschaft (um den 23. Februar), zur Aufnahme in die FDJ oder zu anderen Gelegenheiten statt.
1930 fertiggestellte, dem Andenken an 690 namentlich genannte, im 1. Weltkrieg gefallene Wurzener gewidmete Ged├Ąchtnisst├Ątte am S├╝drand des ehemaligen Alten Friedhofs, gegen├╝ber dem Bahnhof, dessen park├Ąhnlich gestaltetes Vorgel├Ąnde eine Einheit mit dem Ehrenmal bildet. Das aus Mitteln der Hermann-Ilgen-Stiftung errichtete Bauwerk besteht aus einer Bronze-Doppelplastik (liegender Soldat und sich dar├╝ber beugende weibliche Figur) unter einem weiten steinernen Spitzbogen, dem sich nach Norden ein rechteckiger Hof anschlie├čt, der von Steinpfeilern mit verbindenden Architraven gebildet wird. Auf der Innenseite der Pfeiler sind die Namen der Gefallenen und Vermissten eingemei├čelt. An der S├╝dseite rechteckiges Wasserbecken mit Springbrunnen. Bis 1945 Ort militaristischer Traditionspflege.} Die Frauenfigur in der Tracht der St.-Georgs-Schwestern soll die Gesichtsz├╝ge der schwedischen Philantropin Elsa Br├Ąndstr├Âm (1888-1948) tragen.
Seit dem 13.5.1998 f├╝r die Stichstra├če von der Kaufhalle am Roitzscher Weg bis zum Spielplatz n├Ârdlich des fr├╝heren Rittergutes.
Flurst├╝ck mit hohem Grundwasserstand; Sumpfwiese, auf der Wasserv├Âgel br├╝teten} 1. auch Retschitzer Pfuhl (Naumann): Nr. 1699 Flurbuch Wurzen zwischen ├Ąu├čerer Torgauer Stra├če und dem alten K├Ârlitzer Weg, nicht weit vom Tonneborn} 2. Gro├čer und Kleiner E.: } Zwischen Wurzen und Dehnitz n├Ârdlich des Wachtelberges. Heute Standort der neuen Wasserglasfabrik.
⇒ Albert-Kuntz-Stra├če
⇒ Gerhart-Haupt-mann-Platz
1.: Seit 1845 als Ersatz f├╝r die unzul├Ąngliche Alte Nischwitzer Stra├če angelegte Chaussee zwischen Wurzen und Nischwitz. Der ├Ąltere innere Teil (bestehend aus der Eilenburger Gasse und ihrer Fortsetzung) hie├č seit 1933 Seldtestra├če, seit 1945 ⇒ Albert-Kuntz-Stra├če. Der ├Ąu├čere Teil, die eigentliche "Chaussee", bis zur Kleegasse ab 1953 Kutusowstra├če. Heute tr├Ągt demzufolge nur noch der ├Ąu├čerste Teil der Stra├če diesen Namen. 2.: Name des Gewerbegebietes n├Ârdlich der Stra├če (seit 1993).
Wehrhaftestes der Wurzener Stadttore am Ausgang der Eilenburger Gasse, zwischen Stadtgraben und An der Mauer gelegen. Im Turm des Tores befand sich die Ratsfron-feste. Abbruch von Tor und Turm 1844, bei dieser Gelegenheit wurden im Turmknauf Nachrichten ├╝ber die Greuel w├Ąhrend des 30-j├Ąhrigen Krieges gefunden.
Die sogenannte Eilenburger Vorstadt, der n├Ârdliche, vor dem Eilenburger Tor gelegene Teil der Stadt mit der Berggasse, dem heutigen Gerhart-Hauptmann-Platz (Spielberg, Saugrube), der Albert-Kuntz-Stra├če (Eilenburger Gasse bzw. Stra├če) und der Altstadt.
⇒ Br├╝cken, Leipzig-Dresdener Eisenbahn
⇒ Bahn-hofstra├če
Im Zusammenhang mit der ÔÇťIndustriebahn WurzenÔÇŁ (gleislose G├╝tertransportbahn) 1908/09 entstandenes Kraftwerk in der Dresdener Stra├če 71. Die Stadt Wurzen bezog von dort seit 1911 6000-V-Drehstrom, der in der stadteigenen Umformerstation (Geb├Ąude Dr.-Rudolf-Friedrichs-Stra├če 7) in 220-V-Gleichstrom umgewandelt wurde. Bis 1928 in Betrieb.
Um 1960 benannt nach dem Dichter, Spanienk├Ąmpfer und Vorsitzenden des National-komitees "Freies Deutschland" Erich Weinert (1890-1953). Im Neubaugebiet auf den Schladebachschen Feldern gelegen, f├╝hrt die Stra├če von Am Steinhof nach Norden und in einem rechtwinkligen Bogen nach Osten zur Haugwitzstra├če. Zu Beginn der 1930er Jahre wurde dieses Gel├Ąnde bereits zu Bauzwecken ├╝berplant. Eine der geplan-ten Stra├čen, die etwa der Lage der heutigen ent-spricht, sollte Salhausenstra├če (seit dem 11.1.1933) hei├čen nach dem Bischof Johann (VI.) von Salhausen (1444-1518, Bischof seit 1487), der das Wurzener Schloss erbauen lie├č.
⇒ Marienstra├če
Milit├Ąrisches ├ťbungsgel├Ąnde n├Ârdlich von Wurzen zwischen Collmener und L├╝ptitzer Stra├če. Bereits Ende des vorigen Jh. im Zusammenhang mit den beiden Kasernen ent-standen. 1945-1993 von der Sowjetarmee genutzt und erweitert. Seit 1996 amtlich zunehmend auch Schie├čplatz genannt, womit auf die milit├Ąrischen Altlasten aufmerksam gemacht wurde. Erste Baumpflanzung im Zuge der Renaturierung des Gel├Ąndes am 30.11.1997 (⇒ Stadtwald).
1.: Die alte Wurzener F├Ąhrstelle (zu 1573 erstmalig erw├Ąhnt) befand sich bis 1830 an der Stelle, wo die Strombr├╝cke bis 2006 die Mulde ├╝berquerte. Sie diente sowohl dem Personen- als auch dem Handelsverkehr. Die Einnahmen der Seilf├Ąhre standen dem Rat und dem Capitul zu, die deshalb einen Br├╝ckenbau nicht mit Nachdruck verfolgten. 2.: Im heutigen Sprachgebrauch die Kahnf├Ąhre zwischen Dehnitz und Schm├Âlen. Seit 12.8.1910 in Betrieb, ab 1928 mit "Gondelstation". Seit 1931 Ausflugsfahrten mit einem Motorboot. Bis 1969 privat (Max und Rudolf Lehmann), danach von der Stadt ├╝bernommen, 1995 Reprivatisierung (Verkauf).
1.: Das zur alten Muldenf├Ąhre geh├Ârige Geb├Ąude befand sich bis 1830/31 an der Stelle der ehemaligen Gastst├Ątte Drei Br├╝cken. Es war der Wohnsitz des F├Ąhrmanns.} 2. (D): Der Name bezieht sich heute auf das Geb├Ąude der Dehnitzer F├Ąhre zwischen Dehnitzer Lache und Mulde.
Verbindungsweg zwischen F├Ąhre und der Br├╝cke an der Stadtm├╝hle ├╝ber den M├╝hlgraben durch die Aue. Dieser Weg, der am Geleitshaus vorbeif├╝hrte, wurde nach dem Bau der Br├╝cken ├╝ber Mulde, Aue und M├╝hlgraben ├╝berfl├╝ssig. In der Gebhardt-Promenade lebte er noch bis ins 20. Jh. fort.
Landspitze zwischen Mulde und ehemaligem M├╝hlgraben bzw. dem Einfluss des fr├╝heren Betriebskanals, s├╝dlich der Muldenbr├╝cken. An seiner ├Âstlichen Seite (im M├╝hlgrabenbereich) bis ins 17. Jh. Stelle zum Anlanden der Muldefl├Â├če. Durch den Bau des Betriebskanals (bis 1927), vor allem aber durch den R├╝ckbau des Kanals nach 1983 ging der Charakter der Halbinsel v├Âllig verloren.
⇒ Stadtg├╝ter
Zwischen der Wenceslaigasse unterhalb der Kirche und dem sp├Ąteren Rosental. Geh├Ârt zu einem der ├Ąltesten Siedlungskerne der Stadt Wurzen. Name sicherlich seit dem Mittelalter nach dem Gewerbe, das die N├Ąhe der Rietzschke bevorzugte} An ihrer Einm├╝ndung in das Rosental verzweigte sich bis 1986 die Gasse. Der n├Ârdliche, unterhalb der Postgasse verlaufende Zweig wurde im 19. Jh. gelegentlich auch Fischergasse genannt, was auf eine ├Ąltere Tradition hinweisen k├Ânnte (eventuell slaw. Siedlung im Rietzschketal).
1. ⇒ Gasth├Âfe und Gastst├Ątten. 2. ⇒ Brauerei. 3. ⇒ G├Ąrten
Am Nordrand der Stadt ├Âstlich der Collmener Stra├če und s├╝dlich des Stadtwaldes 2002 bis 2004 angelegter Platz f├╝r Volksfeste und Freiluftveranstaltungen.
Auf Anregung des Versch├Ânerungsvereins seit 2005 bestehendes Baumpflanzfeld auf dem ber├Ąumten Gel├Ąnde der fr├╝heren Wasserglasfabrikwestlich des Dehnitzer Weges. Hier k├Ânnen an pers├Ânlichen Festtagen, z.B. anl├Ąsslich einer Hochzeit, B├Ąume zur Erinnerung gepflanzt werden.
Die Ortsangabe an oder bei der Feuerwehr meint heute immer das Feuerwehrdepot am Gerhart-Hauptmann-Platz; diese Stelle wird bei Werl 1869 noch als Holzmarkt bezeichnet. Dabei haben der Aufbewahrungsort der Feuerl├Âschger├Ąte und der ├ťbungsplatz f├╝r die Feuerwehrleute mehrfach gewechselt. Die erhaltene "Fewerordnung" der Stadt von 1571 beschreibt bereits notwendiges Ger├Ąt und Aufbewahrungsorte. Ein Spritzenhaus muss sich nach 1691 auf oder an der Liegenbank befunden haben. Nach der Neuordnung des Feuerl├Âschwesens und nach der Gr├╝ndung freiwilliger Feuerwehren in der Stadt seit 1857 kommen Jacobsplatz und Rathaus (bis 1859) f├╝r die Unterstellung der neuen Feuerspritze in Betracht, auch Privatgrundst├╝cke (Schubert, Jacobsgasse 11). 1860 wird ein neues Spritzenhaus am Eilenburger Platz errichtet, der Vorg├Ąnger des heutigen Geb├Ąudes, das 1886 als Feuerwehrzeughaus am gleichen Ort erbaut wurde.} Seit 29.9.2001 befinden sich die Feuerwache der Stadt und ihr Ger├Ątehaus im eigens dazu umgebauten fr├╝heren Sozialgeb├Ąude des einstigen Motorenwerks in der L├╝ptitzer Stra├če.
1920-1945 die 1901 als Milit├Ąrlazarett erbauten Geb├Ąude im Gel├Ąnde des heutigen Kreis-krankenhauses, zur Kleegasse und zur Kutusowstra├če gelegen. Nach 1945 Nutzung durch das Kreiskrankenhaus
Nicht mehr vorhandenes Feuchtwiesengel├Ąnde ├Âstlich von Nemt im M├╝hlbachtal. Auf Wiese und Acker standen fr├╝her verschiedene B├Ąume, auf denen sich Finken aufgehalten haben sollen.
Westlich der Johannisgasse. Urspr├╝nglich Baul├╝cke zwischen den Geb├Ąuden, die zum Amt geh├Ârten, und der B├╝rgerstadt. Erst nach dem Stadtbrand von 1631 entstanden. Die Markierung der Stadtgrenze gegen├╝ber der Domfreiheit ist sicherlich viel ├Ąlter. Sie fand bis 1992 auch auf der s├╝dlichen Seite der Domgasse in einer Schlippe ihre Fortsetzung (zwischen Nr. 11 und 13). Der Name wird als eine volkst├╝mliche Benennung der Bau-l├╝cke entstanden sein (es f├Ąllt kaum Sonnenlicht in die schmale Gasse).
⇒ Rosental, F├Ąrbergasse
⇒ Heinrich-Heine Stra├če
⇒ Kreuzgasse
N├Ârdlich von Wurzen in } der Aue, zwischen M├╝hlgraben und dem ehemaligen Weg nach Nischwitz. Der Name r├╝hrt von dem Dorf ⇒ Trauschkau her, das im 15. Jh. ver├Âdete und von dem 1464 nur noch ein Vorwerk genannt wird, das schon 1423 in den Besitz der Stadt kam, w├Ąhrend die Flur Stiftsbesitz blieb. Die Wiesen ├╝bereignete 1520 Bischof Johann von Schleinitz "vor eine Summe Geldes und j├Ąhrlichen Zins" der Fleischerinnung von Wurzen. In H├Âhe der Wiesen f├╝hrte der M├╝hlgraben zeitweise (1573) den Namen Fleischergraben. 1525 erwarb die Stadt das gesamte Gel├Ąnde (die neue Trauschken). Beim Bau der Kl├Ąranlage 1925 wurden Reste ehemaliger Bebauung gefunden.
⇒ Flugplatz
Ab 1916 an der L├╝ptitzer Stra├če bis zum Breiten Berg angelegt f├╝r die im November 1917 eingerichtete Fliegeraufbauschule des S├Ąchs. Feldfliegerbataillons Nr. 19 (Hallen, Werkst├Ątten und Unterk├╝nfte auf dem Gel├Ąnde des sp├Ąteren Motorenwerks). Nach 1945 im Gel├Ąnde des sowjetischen ├ťbungsplatzes. Bis 1995 war noch der "Tower" des Flugplatzes (sp├Ąter Firma Scheufler) an der L├╝ptitzer Stra├če erhalten
Volkst├╝mlich f├╝r die nach 1930 angelegte Siedlung mit Einfamilien- und Zweifamilienh├Ąusern im Norden der Stadt zwischen Collmener Stra├če (beim ehem. Hochgericht) und L├╝ptitzer Stra├če. Der Name leitet sich vom ehem. Flugplatz her. In der NS-Zeit wurden einige der neuen Wege nach Kampffliegern des 1. Weltkrieges benannt (Richthofen, Boelke, Rumey).
⇒ Br├╝cken
Seit 12.10. 1970 in der Albert-Kuntz-Stra├če 11 (ehem. "Gambrinus"). Ab 1.1.1972 "Sonderp├Ądagogische Tagesst├Ątte f├╝r schulbildungsunf├Ąhige, aber f├Ârderf├Ąhige Kinder und Jugendliche", am Domplatz 5 (ehemalige Villa Sch├╝tz). Seit 1.7.1991 F├Ârderschule in Tr├Ągerschaft des Landkreises. 12.5.1998 Verlegung in die L├╝ptitzer Stra├če 24 (⇒ Villa Arafat). Namengebung 2005 ÔÇ×Br├╝ckenschuleÔÇť.
F├╝hrt von der Karl-Marx-Stra├če nach Norden und in einer Kurve westw├Ąrts zum Sperlingsberg. Seit dem 1.8.1945 nach dem Historiker und Publizisten Franz Mehring (1846-1919). Vorher seit den 90-er Jahren des 19. Jh. Marthastra├če nach der Tochter des Rentiers Karl Heidenreich, der die Stra├če anlegen lie├č. Am Ende der Stra├če auf dem Sperlingsberg stand das Marthator.
Geht s├╝d├Âstlich der katholischen Kirche vom Roitzscher Weg ab nach S├╝den bis zur Rietzschken-Promenade. Seit dem 1.1.1994 nach dem katholischen Pfarrer Franz W├Ârner (1903-1966; seit 1937 Pfarrer in Wurzen)
Seit 2011 f├╝r die Anliegerstra├če im Baugel├Ąnde auf der fr├╝heren G├Ąrtnerei Geehres zwischen Roitzscher Weg und Rietzschkenpromenade.
Bis ins 19. Jh. ein Gut, das von allgemeinen Abgaben befreit war. Meist wird der Begriff nur noch mit dem Steinhof am Crostigall in Verbindung gebracht, der urspr├╝nglich in bisch├Âflichem Besitz war. Aber mehrere adlige Familien haben solche Freig├╝ter auf dem Crostigall besessen ("von Crostigall", "von Gaudlitz", "G├Âderitzsch"). Am Ende blieb nur der besagte Steinhof als Freigut erhalten, es war schrifts├Ąssig und bekam letztmalig 1836 (also nur 5 Jahre vor Erl├Âschen der Eigengerichtsbarkeit!) den Besitz der Eigengerichtsbarkeit best├Ątigt. Bis etwa 1657 war auch der Steinhof vor dem Jacobstor ("Stadt Hamburg", Marxens Hof) von Abgaben befreit und au├čerhalb der st├Ądtischen Gerichtsbarkeit
Zwischen Kutusow- und Theodor-K├Ârner-Stra├če. Seit 1.8.1945 nach dem Dichter Ferdinand Freiligrath (1810-1876). Vorher seit dem 12.10.1895 Karlstra├če nach dem Kaufmann und Stadtverordnetenvorsteher Karl Eckhardt (1844-1906).
Bis 1992 Lichtspieltheater in der Stra├če des Friedens 14. Urspr├╝nglich eine am alten Stra├čenring um Wurzen gelegene Gastst├Ątte "Restauration zur Pfefferm├╝nze" (auch "Pfefferminze"). 1865 Gr├╝ndungsort der "allgemeinen Kranken- und Unterst├╝tzungskasse" der Wurzener Zigarrenmacher. Nach Brand 1887 und Besitzerwechsel sowie Neubau 1889 umbenannt in "B├╝rgergarten" (bis 1945), dort Filmvorf├╝hrungen seit den 1920-er Jahren. 1945 unter Verwaltung der sowjetischen Beh├Ârden (zuletzt Sovexport-Film-GmbH); ab 1953 als volkseigener Kreislichtspielbetrieb "Friedenslichtspiele" weitergef├╝hrt. 1960/61 tiefgreifende bauliche Erneuerung und Umstellung auf Breitwandprojektion. Seit Mitte der 1980-er Jahre machten sich immer wieder aufwendige Reparaturen der technischen Anlagen notwendig
1. ⇒ Jacobskirchhof; 2. ⇒ Wenceslaikirchhof; 3. ⇒ Alter Friedhof; 4. ⇒ (Neuer) Friedhof; 5.: Friedhof Nemt
⇒ Beethovenstra├če
Zwischen B├╝rgermeister-Schmidt-Platz und Zillestra├če. Trennt im n├Ârdlichen Teil die Neubaugebiete Wurzen Nord I und II. 1925-1933 und wieder seit dem 1.8.1945 nach dem ersten deutschen Reichspr├Ąsidenten Friedrich Ebert (1871-1925, Reichspr├Ąsident seit 1919). Die Stra├če entstand vor 1880 weit vor der Stadt als der Muldentalbahnhof gebaut wurde. Das Gel├Ąnde dieses Bahnhofs ging seit 1889 in der J├Ąger- und sp├Ąteren Infanteriekaserne auf. Die neue Stra├če davor hie├č deshalb bis 1925 Kasernenstra├če. Noch bis 1930 wurde sie durch Wohnungsbau nach Norden erweitert. Die Nationalsozialisten benannten die Stra├če am 30.3.1933 nach dem 1930 in Berlin ermordeten SA-Sturmf├╝hrer in Horst-Wessel-Stra├če um.
⇒ Wettinerplatz
Sie f├╝hrt vom ├Âstlichen Ausgang des Jacobsplatzes hinab ins Rietzschketal zum ⇒ Wettinerplatz. Seit dem 1.8.1945 nach dem Freund von Karl Marx und Klassiker des Marxismus Friedrich Engels (1820-1895). Vorher seit dem 31.03.1890 Wettinerstra├če. Ein Teil des sp├Ątmittelalterlichen Wegeringes, der die bis dahin gewachsene Stadt umgab.
F├╝hrt von der S├╝dostecke des Bgm.-Schmidt-Platzes bis zur Marienstra├če. Seit etwa 1960 nach dem Turnvater Jahn (1778-1852). Vorher seit 1948 Dr.-Goerdeler-Stra├če nach dem von den Nationalsozialisten hingerichteten ehemaligen Oberb├╝rgermeister von Leipzig Dr. Carl Friedrich Goerdeler (1884-1945). Dieser wurde als namhafter Vertreter des b├╝rgerlichen Widerstandes gegen Hitler um 1960 nicht mehr des ehrenden Gedenkens f├╝r w├╝rdig befunden. Am Anfang hie├č die Stra├če, die auch den S├╝drand des damaligen Koenneritzplatzes bildete, K├Ârnerstra├če nach dem Dichter der Befreiungskriege gegen Napoleon Theodor K├Ârner (1791-1813). Am 18.10.1913 (100. Jahrestag der V├Âlkerschlacht bei Leipzig) wurde ihr ├Âstlicher Teil bis zur Marienstra├če in Bl├╝cherstra├če umbenannt nach dem preu├čischen General der Befreiungskriege Gerhard Leberecht von Bl├╝cher (1742-1819). Der westliche Teil (Sackgasse) blieb bis 1945 die K├Ârnerstra├če (heute John-Schehr-Stra├če).
Heinrich-Heine-Stra├če 22. 1925-27 vom ATSV "Frisch auf" als Fu├čballfeld angelegt. Nach 1945 durch zus├Ątzliche Spielfelder nach Osten erweitert und nach Albert Kuntz (⇒ Albert-Kuntz-Stra├če) benannt (bis 1998).
Gef├Ąngnis, ein befestigtes Geb├Ąude des Gerichtsherrn (Fron von ahd. fr├┤ = Herr).} In Wurzen waren zu unterscheiden 1. die Amtsfronfeste im Schloss und 2. die Ratsfronfeste im Turm des Eilenburger Tores. Nach Abbruch des Tores stand nur noch das Stadtgef├Ąngnis im Rathaushof zur Verf├╝gung.
⇒ Neues Haus

GHI

Fr├╝her gebrauchter Name f├╝r das Gel├Ąnde sowohl am ⇒ Oberen Anger mit dem "ober-(st)en G├Ąnseteich" als auch am ⇒ Hinteren (auch Unteren) Anger mit dem "unter(st)en G├Ąnseteich." "Garten" bedeutet, da├č die Gel├Ąnde eingehegt oder eingez├Ąunt waren. Die einst sicher umfangreiche und - wegen der exponierten Lage der "G├Ąrten" - besonders auff├Ąllige G├Ąnsehaltung brachte Nemt im Volksmund die Bezeichnung "G├Ąnse-Nemt" ein.
Das Wahrzeichen der hohen Gerichtsbarkeit der Stadt (seit 1481) stand an der n├Ârd-lichen Weichbildgrenze (beim 6. Malstein). Der "Galgenh├╝gel" lag im spitzen Winkel, der durch die Abzweigung des Gro├čzschepaer Rasenwegs von der Collmener Stra├če gebildet wurde. Von Dilich 1628 am linken Rand seines Stadtpanoramas eingezeichnet. Letzte Erw├Ąhnung 1820, als der zum Tode durch das Rad verurteilte H├Ąusler Carl Werner in der Ratsfronfeste Selbstmord ver├╝bt hatte und "unterm Galgen" beerdigt wurde. Die alte Wegscheide verschwand beim Bau der Flugplatzsiedlung.
Als Teil der geplanten "Gartenstadt Ost" 1910 von der "Wurzener Terraingesellschaft GmbH" angelegt. Sie verbindet heute die Rosa-Luxemburg- mit der Julius-K├╝nzel-Stra├če.
Im Gegensatz zu den Stadtfeldern waren im alten Wurzen G├Ąrten eingehegte kleinere Flurst├╝cke in unmittelbarer Siedlungsn├Ąhe, die f├╝r Sonderkulturen und die Selbstversorgung der Haushalte genutzt wurden. In der mittelalterlichen und auch fr├╝hneuzeitlichen Stadt war dazu kaum Raum vorhanden, deshalb umgaben die G├Ąrten ringf├Ârmig die Stadt. Sie waren sehr oft mit Lehmmauern ("Leimw├Ąnden"), Hecken oder Z├Ąunen umgeben. Die einzelnen Grundst├╝cke erhielten meist Namen - manchmal nach ihrem Besitzer (z.B. ⇒ Thorschreiber; "Franckes Garten", nach ihrer bevorzugten Nutzung ("Grasgarten", "Hopfgarten", "Gretzegarten" oder "Kretzebeetchen" am Steinhof [1812/13]), nach ihrer Lage ("H├Ąltergarten" am Steinhof [nach dem Heller, den Fischbeh├Ąltern]) oder nach ihrer Form bzw. ihrem Aussehen (z.B. Kr├╝mmlingsg├Ąrten).} Nach Niederlegung der Stadtmauer wurde auch das Gel├Ąnde der ehemaligen Stadtbefestigungen g├Ąrtnerisch genutzt: am Sch├╝tzengraben seit etwa 1720, nach Sch├Âttgen 1717 auch das Rietzschketal unterhalb der Domfreiheit ("unten um die Riezschke herum, wo itzund die G├Ąrten seyn"). 1810 stellte der Rat auf dem Kuhwerder Fl├Ąchen f├╝r die so genannten Pflanzebeete zur Verf├╝gung, die bis zum Beginn des 20. Jh. mehrmals vergr├Â├čert wurden. Bis 1925 blieben diese die ├Ąlteste Gartensparte.} Das sprunghafte Bev├Âlkerungswachstum nach 1870 und die Schrebergartenbewegung waren es jedoch, die auch in Wurzen die teilweise bis heute vorhandenen Gartenvereine entstehen lie├čen. Zuerst kamen neue G├Ąrten im Norden der Stadt hinzu ÔÇô Prie├čnitz bereits 1887, weitere Anlagen an der Infanteriekaserne und an der "Steudteschen Windm├╝hle" (beide Standorte sind heute ├╝berbaut). 1910 wurde die Sparte Muldenaue an der Kuhmulde gegr├╝ndet.} Kriegs- und Notzeiten waren abermals Anl├Ąsse zur Neuanlage von Kleing├Ąrten: 1916 Feldschl├Â├čchen, 1917 Dehnitzer Weg, 1921 Rodelbahn; 1945 "Siedler Roitzsch", 1946 das "Grabeland" (sp├Ąter "Sonnenblick"), 1947 Am Windm├╝hlenweg.} Auch nach ├ťberwindung der Nachkriegsnot war in Wurzen der Bedarf an Kleingartenfl├Ąchen gro├č, und es entstanden neue Sparten: 1950 Am Doktorteich, 1958 "S├╝d", 1962 "An der Rietzschke", 1988 "An der Hohle". Bis in die unmittelbare Gegenwart hielt diese Entwicklung an, wobei allerdings zu beachten ist, dass den Gr├╝ndungen von Vereinen die entsprechende Nutzung der Fl├Ąchen oftmals weit vorausging: An der Hohle, 1990 "Insel" (Nutzung beginnt bereits um 1930!). Um 1988 war jede 4. Familie in Wurzen im Besitz eines Kleingartens. Hinzu kamen aber immer mehr ausw├Ąrtige Besitzer und P├Ąchter (z.B. aus Leipzig). Nach 1990 hat der Bedarf an Kleing├Ąrten nachgelassen und viele Gartenfl├Ąchen sind ungenutzt
Seit dem 1.11.1995 Postanschrift f├╝r die geplante Wohnbebauung auf dem Gel├Ąnde der ehemaligen G├Ąrtnerei Spaak (oder Bunke) zwischen Martin-Luther-Stra├če 8 und Schillerstra├če 18. Zur Benennung ⇒ Schmiedegasse.
1859 als Steinkohlen-Gaswerk in Betrieb genommen. N├Ârdlich des Bahnhofs gelegen. Die sp├Ąter entstandenen Gasometer noch bis nach 1970 erhalten. 1928/29 Einstellung der eigenen Gasproduktion wegen Anschluss an die Ferngasleitung. Gel├Ąnde 2007 ber├Ąumt und mit Supermarkt sowie einer Verbindungsstra├če zwischen Bahnhof und Dresdener Stra├če/ Kantstra├če bebaut.
Der zun├Ąchst noch unbefestigte, sp├Ąter auch gepflasterte Weg zwischen den Geb├Ąude-reihen der Stadt hie├č bis ins 19. Jh. grunds├Ątzlich Gasse: Domgasse, Eilenburger Gasse, Finstere Gasse, Schuhgasse, Stroh- oder Johannisgasse usw. Auch bei neuangelegten Stra├čen hielt man sich zun├Ąchst an die traditionelle Bezeichnung: Lindengasse oder Lange Gasse (heute Stra├če des Friedens) im 18. bzw. noch Mitte des 19. Jh.} Au├čerhalb der Stadt wurden die durchg├Ąngig unbefestigten Verbindungswege zwischen den Orten Wege genannt: Weg nach Collmen, Nischwitzer (Fahr-)Weg (heute Alte Nischwitzer Stra├če), Dehnitzer oder Roitzscher Kirchweg, L├╝ptitzer (Kommunications-) Weg (heute L├╝ptitzer Stra├če). Der bis ins 18. Jh. h├Ąufig gebrauchte Name ⇒ Rasenweg verweist auf die Beschaffenheit dieser wichtigen und alten Verbindungswege. (Vgl. auch Altstra├čen)} Mit Stra├če wurden seit dem Ende des 16. Jh. bis zu Beginn des 19. Jh. eigentlich nur die ├╝berregionalen und durch den Landesherrn ausgebauten Verbindungen bezeichnet: Heerstra├če (noch 1813 f├╝r die heutige Dresdener Stra├če), Poststra├če (seit Beginn des 18. Jh. f├╝r die Trasse Liststra├če-Bahnhofstra├če). Hinzu kommt nur noch die Alte F├Ąhrstra├če, die durch die sumpfige Aue f├╝hrte und deshalb sicher auch befestigt war. Stra├če bedeutet auch "befestigter Weg" (von lat. via strata). Erst nach 1850 werden auch in der sich ausdehnenden Stadt die "Gassen" zu "Stra├čen": Eilenburger Stra├če, Lange Stra├če, Rietzschkenstra├če (vorher jeweils Gasse). Alle neu angelegten Stra├čen werden auch gleich mehr oder weniger befestigt; wo das nicht geschieht, bleibt die urspr├╝ngliche Bezeichnung Weg erhalten (Dehnitzer Weg). Die Bedeutung der Gasse verengt sich auf "eng, schmal, altst├Ądtisch". Die Neubenennungen "Schmiedegasse" und "G├Ąrtnergasse" (1995) folgen diesem Benennungsaspekt, obwohl beide Stra├čen Neuanlagen sind.} Mit der Ausdehnung der Stadt und den damit verbundenen Eingemeindungen kommt es mitunter zur Namenskonkurrenz (Nemter Weg ⇔ Nemter Stra├če) und irref├╝hrenden Doppelungen, sodass Umbenennungen notwendig wurden (z.B. 2007).
An alten Fernstra├čen gelegen, hatte das Beherbergungs- und Gastereigewerbe in Wurzen schon am Ausgang des Mittelalters Tradition. Trotzdem wissen wir erst seit dem 17. Jh. Sicheres ├╝ber H├Ąuser in der Stadt, die mit dem Gewerbe verbunden waren.} Die ersten Adressen waren Ausspannen f├╝r Mensch und Tier zugleich und tats├Ąchlich Gast-"H├Âfe": Zum Goldenen Adler (Markt 11; 17. Jh.-1827), Zum Goldenen L├Âwen (Markt 9; vom 17. Jh.-1923), die Posthalterei (Postgut am Crostigall; 1694-1806); Steinhof zum schwarzen und wei├čen Kreuz (seit Ende 16. Jh.?), das Neue Haus (um 1600, seit 1712 bis Ende 18. Jh.), Zur Goldenen Rose (Crostigall 9). Vom Ratskeller einmal abgesehen, dienten diese "Wirtschaften" nicht oder erst in zweiter Linie der st├Ądtischen bzw. b├╝rgerlichen Geselligkeit, haupts├Ąchlich lebten sie vom Fern- und Handelsverkehr (Messen und M├Ąrkte!), und die Wirte wachten ├╝ber die Privilegien, deren sich ihr Haus erfreuen konnte} Das 19. Jh. ver├Ąnderte die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen f├╝r das Gewerbe erheblich und damit auch das Bild der traditionellen Gasterei. Aus den Gasth├Âfen wurden Gastst├Ątten. B├╝rgerliche Vereine und politische Gruppen nutzten "Stadt Leipzig" (Liststra├če 1), Bl├╝thgens Restaurant (F├Ąrbergasse 3) oder den Ratskeller im Rathaus. Das rasche Bev├Âlkerungswachstum, vor allem die Zunahme der Arbeiterschaft lie├čen in den neuen Stadtteilen und am Stadtrand neue "Lokale" entstehen: Feldschl├Â├čchen (Bgm.-Schmidt-Platz 14), Zur Bauh├╝tte (Mozartstra├če 1, sp├Ąter "Friedensburg"), Schweizerhaus (L├╝ptitzer Stra├če 52). Das B├╝rgertum versammelte sich im Fremdenhof zur B├Ârse, im Schweizergarten oder im Victoria. Vor der Stadt, an ihren Ausfallstra├čen, entstanden eine Reihe von Ausflugslokalen: Pfefferm├╝nze (sp├Ąter B├╝rgergarten, Stra├če des Friedens 14), Zur Flasche (Dehnitzer Weg 14), das Sch├╝tzenhaus und Dreibr├╝cken (zeitweise Tivoli), das "Parkschl├Â├čchen", der Gasthof Dehnitz. In den Wohngebieten ├Âffneten zahlreiche Kneipen: "Zur Goldenen Krone" (Badergasse 10), "Zur Guten Quelle" (Schuhgasse 6), "Moritzburg" (Lessingstra├če 2), "Zur Wartburg" (Kantstra├če 16) und viele mehr.} Zu Beginn des 20. Jh. hatte auch der Wirtschafts- und allgemeine Tourismus Hotels und G├Ąsteh├Ąuser entstehen lassen: Fremdenhof zur B├Ârse, Hotel "Stadt Berlin" (Martin-Luther-Stra├če 22), Hotel Pippig, Hotel zur Post, "S├Ąchsischer Hof" (Wettinerplatz 1). Im Stadtinnern verbreitete sich auch die Kaffeehauskultur: Caf├ę M├Âbius oder Praetsch, Caf├ę Wettin, Caf├ę zum Reichskanzler, Caf├ę National, schlie├člich die bekanntesten wie Caf├ę Sanne, Caf├ę Wehe, Caf├ę Schulz (sp├Ąter ÔÇ×Palmengarten"). Hinzu traten ausgesprochene "Speiseh├Ąuser": Th├╝ringer Hof (Albert-Kuntz-Stra├če 50), "Stadt Chemnitz" (Dresdener Stra├če 16b), "Stadt Dresden" (Kantstra├če 29), sp├Ąter noch Fischers Bier- und Speisehaus (vormals "Marienburg", Marienstra├če 33) u.a. Kennzeichen der meisten H├Ąuser war, dass sie oftmals nur einige Jahre existierten, manchmal ├Âffneten sie wieder unter einem neuen Namen} Nach 1945 kam es langfristig gesehen in der Gastronomie-Branche zu einem Entwicklungsbruch, wenn auch nicht zu einem Stillstand. Eigeninitiativen konnten sich immer weniger entfalten. Die Zahl der ge├Âffneten Gastst├Ątten ging deutlich zur├╝ck. Das Inbetriebhalten traditioneller Gastst├Ątten machte der HO und dem KONSUM mehr und mehr Schwierigkeiten. Als eine originelle Bereicherung der Gastronomielandschaft durch Privatinitiative zeigte sich in den 1980-er Jahren die Ringelnatzklause im ehemaligen Gasthof Dehnitz.} In der Gegenwart zeigen sich in der Branche mehrere Entwicklungstendenzen ab. Am zahlreichsten sind die Regional- oder Nationalit├Ątengastst├Ątten: "Schwarzwaldstuben" (Altstadt 36, durch die r├Ąumliche N├Ąhe an die Tradition der Ratsgark├╝che ankn├╝pfend, 1995 wieder geschlossen), "La Grotta Pizzeria" (Badergraben 2), China-Restaurant "Hongkong" (fr├╝her Feldschl├Â├čchen), Restaurant "Athen" (Marienstra├če 33, bis 2013), Restaurant "Poseidon" (bis 1997; fr├╝her Th├╝ringer Hof), "Ela ela" (Drei Br├╝cken, bis 1999), ein Chinarestaurant auch im ehemaligen Gasthof Roitzsch (1995 geschlossen), "Pizzeria Rustica" (Stra├če des Friedens 30). Von noch geringer Anzahl sind Speisegastst├Ątten, die deutsche und ├Ârtliche Tradition fortsetzen wollen: Getr├Ąnke- und Speisebar (Barbaragasse 21), Ringelnatz-Gastst├Ątte (Crostigall 22, seit 2005 ÔÇ×Gasthaus im CrostigallÔÇť), "Zum J├Ągerhof" (Friedrich-Engels-Stra├če 16), ÔÇ×Zur AltstadtÔÇť (1996/97). Nicht wegzudenken sind die kleinen Speisebars wie Janas Bistro (Mozartstra├če 2; bis 2006) oder H├Âffis Men├╝ (Liegenbank 2). Erhalten haben sich auch eine Zeitlang traditionelle Kneipen: "Zur Waage" (Dresdener Stra├če 35, bis 2001) und "Zur Wartburg" (Kantstra├če 16)} Eine ganz junge Entwicklung sind neue gastronomische Einrichtungen, die an ortsgeschichtliche Besonderheiten mit ihrem Namen erinnern wollen: "Wettinhaus" in der fr├╝heren Parkg├Ąrtnerei ; "Zur Alten Druckerei" (Domgasse 11, bis 2001); Caf├ę am Park (seit 2005); Caf├ę St. Wenzel; Zur Alten Brauerei (Markt 7); das Restaurant im Schloss, auch der ÔÇ×Landgasthof DehnitzÔÇť (seit 2005)
Bis ins 19. Jh. Sondergemeinde n├Ârdlich des Crostigalls und wie dessen gesamter n├Ârdlicher Teil unter Amtshoheit. Das dort befindliche Freigut (das sp├Ątere Postgut) war seit 1579 im Besitz Heinrichs von Gaudlitz (auf Nischwitz). Durch Aufsiedelung der Gutsflur seit 1598 entstanden die Gaudlitzh├Ąuser (an der heutigen Postgasse). 1843 kam die Gaudlitz zur Stadtgemeinde
Ehemaliger Fu├čweg von der Sch├╝tzenwiese (B├╝rgerwerder), n├Ârdlich der Bleiche und s├╝dlich der Pflanzbeete entlang bis zur M├╝hlgrabenbr├╝cke unterhalb der Parkstra├če (heute Geschwister-Scholl-Stra├če). Mit dem Neubau der M├╝hlenwerke (1918-1927), dem Kanalbau (1925-1927) und der Erweiterung der Teppichfabrik ├╝ber den M├╝hlgraben hinaus nach Westen (nach 1930) wurde die Promenade St├╝ck f├╝r St├╝ck beseitigt. Von ihrer einstigen Kastanienbepflanzung sind nur noch Reste n├Ârdlich der Muldenbr├╝cke und im westlichen Teil des M├╝hlenwerksgel├Ąndes erhalten. Benannt nach dem Friedensrichter Gebhardt, der die Promenade nach 1870 anlegte
W├╝ste Mark in der Muldenaue nordwestlich von Wurzen. 1348 war dort das Domkapitel beg├╝tert. Die Flur wurde nach W├╝stwerden des Dorfes (Ende 15. Jh.) von Grubnitzer und Wurzener B├╝rgern genutzt, geh├Ârte aber mit Ober- und Erbgerichten ins Amt Grimma. Sicher haben dieser letzte Umstand und die Tatsache, dass sich der Wurzener Anteil stark verringerte, dazu beigetragen, dass die Mark 1843 nicht zur Stadtgemeinde Wurzen kam, sondern zum jenseits der Mulde liegenden Grubnitz.
Quellbrunnen n├Ârdlich der Gaudlitzh├Ąuser am Ausgang der F├Ąrbergasse, der in das Rosental (Postteich) abfloss. 1870 bei der Einebnung des Rosentalgel├Ąndes beseitigt. Seinem Wasser wurde - zur Osterzeit gesch├Âpft - kr├Ąftigende Wirkung auf Neugeborene und W├Âchnerinnen nachgesagt
N├Ârdlich des M├╝hlgrabens in der N├Ąhe der Br├╝cke an der M├╝hle gelegen. Von hier aus ging der alte F├Ąhrweg (alte F├Ąhrstra├če) durch die Aue bis zur F├Ąhre (1580-1828). Sitz des (kurf├╝rstlichen) Geleitsmannes. Beim Bau der Muldenbr├╝cken 1830/31 beseitigt, sein Ersatz war das Chausseehaus an der ehemaligen F├Ąhrstelle.
Urspr├╝nglich volkst├╝mlich f├╝r Bleichbach, um 1650 S├Ąuegraben, im 19. Jh. amtlich f├╝r den westlichen Arm des M├╝hlgraben-Flie├čengef├╝ges, Flurgrenze zur Mark G├Âhrendorf, m├╝ndete n├Ârdlich des Trauschkensteins (Papierfabrik) wieder in den M├╝hlgraben (Kuhmulde). Beim Kanalbau 1925/27 endg├╝ltig beseitigt. Letzte Gew├Ąsserreste sind der ⇒ Gura-See und ein verlandendes Gew├Ąsser n├Ârdlich der Teppichfabrik. Der Fu├čweg, der vom Gura-See am Gel├Ąnde der fr├╝heren Teppichfabrik vorbei zur Br├╝cke an der Rodelbahn f├╝hrt, markiert grob den einstigen Verlauf der Gelben Lache
Sie f├╝hrt von der L├╝ptitzer Stra├če hinter dem Stadthaus nach Norden bis zum Garten-verein ÔÇ×SonnenblickÔÇť. Seit dem 1.8. 1945 nach dem KPD-Funktion├Ąr und K├Ąmpfer gegen den Nationalsozialismus Georg Schumann (1886-1945). Vorher seit dem 19.10.1934 Zeppelinstra├če nach dem Erbauer des ersten starren Luftschiffes, dem Grafen Zeppelin (1838-1917). Allerdings betraf diese Namengebung nur ihren ├Ąu├čeren Teil im Bereich der sogenannten Flugplatzsiedlung. Der Teil bis zur L├╝ptitzer Stra├če blieb bis zu dessen Bebauung in den 1960-er Jahren ein Feldweg.
⇒ Karl-Liebknecht-Stra├če
Im 16. Jh. entstandene H├Ąuserzeile ├Âstlich der Kuhmulde, an der sogenannten Pferdeschwemme. Hier traf die vom Schlossberg herunterkommende Weichbildgrenze der Stadt auf den M├╝hlgraben (der hier auch Kuhmulde genannt wurde). Heute die Muldengasse
Erstreckt sich westlich der Albert-Kuntz-Stra├če den Terrassenhang hinab bis zur Berggasse und der Alten Nischwitzer Stra├če. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Schriftsteller Gerhart Hauptmann (1862-1946). Vorher seit dem 31.5.1933 Schlageterplatz nach dem von franz├Âsischen Besatzungstruppen erschossenen Rheinl├Ąnder Leo Schlageter (1893-1923). Bis dahin seit dem 19. Jh. Eilenburger Platz. Diese Stelle vor dem Eilenburger Tor erw├Ąhnt Sch├Âttgen 1717 als Saugrube, von hier soll der Sand zum Bau des Wurzener Schlosses geholt worden sein. In der Saugrube wurden die Schweine der Wurzener B├╝rger vor ihrem Austrieb gesammelt. Der Platz liegt in einer Altstra├čentrasse (⇒ An der Mulde und Alte Nischwitzer Stra├če). Untergegangen ist der Name f├╝r den Platz vor dem Feuerwehrdepot; Werl nennt 1869 hier noch den Holzmarkt.} Umfangreiche Neubebauung im oberen Teil zur Albert-Kuntz-Stra├če und Kannengie├čergasse hin 1995/97. Im Zuge dieser Bebauung entstand 1996/97 auch das Doppelparkdeck inmitten des Platzes (bis in die 1960er Jahre noch alte Wohnbebauung).
Wettinerplatz 2; seit 1991 Apotheke. Vorher Drogerie (seit 1912), Gebrauchtwarenhandel (1980-er Jahre). Die f├╝r Drogerie und jetzige Apotheke namengebende Figur war fr├╝her im zum Platz offenen Dach-Eckerker an die Wand gemalt
⇒ Beim Gericht
⇒ Trauschken
F├╝hrt von der Kutusowstra├če nach Westen bis zur Alten Nischwitzer Stra├če. Bildet die S├╝dgrenze des Stadtparkes. Deshalb 1880 Parkstra├če benannt. Seit 1947 (?) nach den Geschwistern Hans (geb. 1918) und Sophie (geb. 1921) Scholl, die als f├╝hrende Mitglieder der M├╝nchener Widerstandsgruppe "Wei├če Rose" 1943 von den Nazis hingerichtet worden sind
⇒ Neues Haus
Mehrzweckgeb├Ąude mit Turnhalle in der Heinrich-Heine-Stra├če 20.} 1911 von den Mitgliedern des Turnvereins "Frisch auf" erbaut. 1927/28 mit finanzieller Beteiligung der Stadt erweitert (Aufstockung des Hauptgeb├Ąudes) und Umwandlung in ein "Sport- und Gewerkschaftsheim". Nach 1933 Enteignung des Anteils des Vereins. Nutzung als Arbeitsdienstlager. Nach 1945 "Gewerkschaftshaus", Sitz des FDGB bis 1990. Danach teilweise leerstehend. Nutzung durch Gastronomie und Vereine.
Von der Firma Max Schiemann & Co. (seit 1904 in Wurzen ans├Ąssig) f├╝r die M├╝hlenwerke erbaute Transportbahn.} Zwischen den M├╝hlenwerken am M├╝hlgraben und dem K├Ânig-Albert-Schacht 1904-1914, zwischen M├╝hlenwerken und Roggenm├╝hle am G├╝terbahnhof bis 1928 in Betrieb.
Zwischen 1949 und 1991 Name der (erweiterten) Oberschule in der Eduard-Schulze-Stra├če. Das Geb├Ąude der ehemaligen Handelsschule wird seit 1996 von der Diesterweg-Grundschule genutzt.
Im nach 1880 entstandenen "Ostviertel" der Stadt zwischen Dresdener Stra├če und Clara-Zetkin-Platz. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Vorher seit dem 11.10 1888 Kaiser-Wilhelm-Stra├če, nach dem preu├čischen K├Ânig und deutschen Kaiser Wilhelm I. (1797-1888). Heute eine der wichtigsten Stra├čen f├╝r den Durchgangsverkehr.
Volkst├╝mlich f├╝r Johannisgasse "13". Geb├Ąude aus der Mitte des 19. Jh. zwischen Johannisgasse, Schuhgasse, n├Ârdlicher Schlossmauer (Finstere Gasse) und dem Hang zur Kannengie├čergasse. Urspr├╝nglich Fabrikgeb├Ąude (Tapetenfabrik Sch├╝tz), nach 1920 Obdachlosenhaus. Im Erdgeschoss bis 1991 Vorbereitungsk├╝che der HO. Baulicher Verfall seit den 1960er Jahren. Abriss 2000. Gel├Ąnde heute Freifl├Ąche.
1. ⇒ Stadtg├╝ter (1.c). 2. Altstadt 36. Gastst├Ątte um 1930 bis zum 2. Weltkrieg. Vorher 1886-1926 Ratsgark├╝che. 1995 "Schwarzwaldstuben".1996 ÔÇ×Zur AltstadtÔÇť.
Das tief eingeschnittene M├╝hlbachtal ├Âstlich von Dehnitz bis zum Eisenbahndamm. Ehemaliges Freibad (⇒ B├Ąder).
⇒ Beethovenstra├če
⇒ Heiliggeistkirche
Altes Flurst├╝ck an der "L├╝ptitzer Grenze", westlich des Breiten Berges (auf dem Gel├Ąnde des sp├Ąteren Exerzierplatzes).} Der Name (aus dem Slawischen) verweist auf die charakteristische Beschaffenheit der Feldflur, die von auffrierendem Porphyrgrus bestimmt war.
Rechter Zufluss der Mulde. Der Bach entspringt am H├╝belbusch westlich von Burkartshain (oberer Lauf heute verrohrt), flie├čt in westliche Richtung (teilweise s├╝dliche Flurgrenze von Nemt) und m├╝ndet an der Sonnenm├╝hle in die Mulde. Der Bach wird schon 1284 in der Beschreibung der Grenzen des Wurzener Landes erw├Ąhnt: Item ab hoc loco usque ad ripam quae vocatur Cremeze ("ebenso von diesem Ort [der Kirche von Burkarts-hain] bis zu dem Bach, der Cremeze genannt wird"). Unter Umst├Ąnden k├Ânnte er eine alte Gaugrenze, n├Ąmlich die von Neletici gegen Chutici, markieren. Daf├╝r sprechen sowohl das Alter seines Namens (aus dem Slawischen, "Grenze"?), als auch der "Sonnenm├╝hlwall" (Alte Schanze) n├Ârdlich seiner M├╝ndung in die Mulde (bereits auf Oelsch├╝tzer Flur)
Seit dem 1.1.1994 f├╝r eine Erschlie├čungsstra├če im Gewerbegebiet Eilenburger Stra├če. Benannt nach ihrer Lage an der Flurgrenze zu Nischwitz. Seit dem 1.11.1995 nur noch Postanschrift f├╝r die s├╝dlich benachbarten Wohnbl├Âcke. Die urspr├╝ngliche Grenzstra├če hei├čt nunmehr Nischwitzer Breite.
⇒ Rasenweg, Alt-stra├čen
Dorf (Rundling) nordwestlich von Wurzen, jenseits der Mulde in der Aue. Ersterw├Ąhnung 1335 als Grobanwitz. Name slawischen Ursprungs: "Ansiedlung der Leute des Gruban". Wie Bennewitz zum Erbamt Grimma geh├Ârig. Trotzdem besa├č das Stift bis ins 19. Jh. hier zahlreiche Rechte. 1950-1974 Ortsteil von Wurzen, jetzt von Bennewitz.} Die Grubnitzer und Wurzener B├╝rger nutzten bis ins 19. Jh gemeinsam die Flur der Mark G├Âhrendorf.
Fu├čweg durch die Muldenaue von der alten Linde an der Krietschm├╝hle bis an die Mulde vor der Grubnitzer Br├╝cke, wurde 1925 eingezogen.
⇒ M├╝hlbach
Teich westlich der M├╝hlenwerke in der Aue, von Bergt 1931 noch als "Schwanenteich" an der Gebhardt-Promenade bezeichnet. Er stellt den letzten Rest der Gelben Lache dar, die bis hierher nach Westen ausgreifend bis 1925 die Flurgrenze der Stadt in der Aue bildete. Bis nach 1950 schloss sich nach Norden ein jetzt verf├╝llter Graben bis zur Stra├če An der Mulde an. Bezeichnung zun├Ąchst volkst├╝mlich. "Gura" ist entstanden als Kopflautwort aus Vor- und Familiennamen des damaligen Generaldirektors der Krietschwerke Gustav Rathgen (1870-1944)
⇒ Schweizergartenstra├če
1900 fertiggestellte Sportst├Ątte des 1884 gegr├╝ndeten M├Ąnner-Turnvereins in der heutigen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Stra├če. 1991-1993 Nutzung als Fabi-Verkaufsraum. Jetzt wieder Sporthalle
1.: Das alte Gymnasium in der Stra├če des Friedens 12 wurde 1881 fertiggestellt, 1883 erfolgte die ├ťbernahme durch den s├Ąchsischen Staat und die Umwandlung in ein humanististisches Gymnasium. 1908 Ausmalung der Aula durch Max Seliger. 1945 Lazarett der Wehrmacht und Kommandantur der Roten Armee. Seit 1947 Berufsschule (heute Berufliches Schulzentrum)} 2.: Das Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium s├╝dlich der L├╝ptitzer Stra├če. Baubeginn 8.6.1994 nach bundesweitem Architektenwettbewerb. Einweihung 19.2.1996.
Erstmalig zu 1509 erw├Ąhnte Flur in der Muldenaue, zu Lautzschen "an der toten Mulde" geh├Ârend, zwischen Nischwitz und Nepperwitz, n├Ârdlich vom G├Âhrendorf, also au├čerhalb der Stadtflur gelegen. Name kommt vom Wurzener B├╝rger Wenzel Hampusch, der die Flur zeitweise zu Lehen hatte. Sch├Âttgen 1717: "Er mag an der Mulde unweit denen Grubnitzern P├╝schern gelegen haben, ist aber von dem Wasser weggerissen und anderswo angelegt worden."
Die vom Wurzener Handelsschulverein 1890 ins Leben gerufene Einrichtung besa├č zwei Geb├Ąude, das ├Ąltere, 1903 fertiggestellte, in der heutigen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Stra├če (nach 1950ÔÇô1994 Kindergarten) und das 1926 fertiggestellte in der heutigen Eduard-Schulze-Stra├če (seit 1949 Oberschule, heute Diesterweg-Grundschule).
⇒ Galgen
1935 (?)-1945 Name der Allgemeinen Volksschule f├╝r M├Ądchen am Domplatz. Nach einem der NS-Aktivisten unter der deutschen Lehrerschaft (sp├Ąter bayrischer Kultusminister), der die Gleichschaltung der Lehrerverb├Ąnde mit der NSDAP betrieb. Auch die vom Leipziger Lehrerverein unterhaltene Comenius-B├╝cherei wurde 1935 nach Hans Schemm (1891-1935) umbenannt.
Zwischen Am Steinhof und Beethovenstra├če (Kreuzung an der Deutschen Bank), im oberen Bereich nur Fu├čweg. Seit dem 19.10.1934 nach dem letzten und zumeist in Wurzen regierenden katholischen Bischof von Mei├čen Johann von Haugwitz (1524-1595, Bischof 1555-1581). An der Haugwitzstra├če begann die Bebauung der Schladebachschen Felder
⇒ Roitzscher Hauptstra├če
Von den fr├╝her sicher h├Ąufig vorhandenen Inschriften (Spr├╝che, Widmungen oder Devisen) an Giebeln, Fassaden oder Eing├Ąngen von Geb├Ąuden sind in der Gegenwart nur noch zwei nennenswert: SUPREMA LEX SALUS AEGROTI (am Giebel vor Stephanstra├če 1, bis 1996 Einrichtungen des Gesundheitswesens) - (lat.) "Das h├Âchste Gebot [ist] das Wohl des Kranken"; mente et malleo (Dehnitzer Weg 2, ehemals Villa des Steinbruch-besitzers Zachmann) - (lat.) "Mit [Hilfe von] Verstand und Hammer". (⇒ Barbara)
Seit 2011 volkst├╝mlich f├╝r das Geb├Ąude Dresdener Stra├če 34a (1890-2009 Wohnhaus der Unternehmerfamilie Klinkhardt (┬« Klinkhardtstra├če). 2011 saniert und seitdem Nutzung als Gesundheitszentrum.
Fig├╝rliche oder geometrische Objekte aus Holz, Stein, Stuck oder anderen Materialen, die an der Au├čenfassade von H├Ąusern, oft ├╝ber dem Haupteingang, angebracht worden sind. Damit wurde Verschiedenes bezweckt: eine besondere Kennzeichnung des Hauses, seine Widmung an einen Patron (Heiligen), Hinweise auf den Beruf des Besitzers oder auf die Nutzung des Geb├Ąudes u.a} 1. Die Steinstatue der hl. Barbara, die sich heute im Museum befindet, war bis 1879 an der Au├čenfas-sade des Geb├Ąudes auf dem Domplatz angebracht, das auch nach der heiligen ⇒ Barbara benannt wurde und vor der Reformation dem Inhaber der Barbarapfr├╝nde zustand. 2. Albert-Kuntz-Stra├če 1. "Der Soldat mit dem Nickel (einem Kaninchen)", heute am Hauptgiebel angebracht (Hinweis auf die K├╝rschnerei?). 3. Markt 11. "Zum Goldenen Adler". Der doppelk├Âpfige vergoldete Adler befindet sich mit Inschrift ├╝ber dem Hauseingang des ehemaligen Gasthofes. 4. Albert-Kuntz-Stra├če 2. Das so genannte "Fischerwappen" (1543). 5. Wenceslaigasse 10. Das sogenannte "Baderwappen" an der einstigen ⇒ Baderei.} Auch verschiedene Wappen der Mei├čnischen Bisch├Âfe und von Adelsfamilien erf├╝llten die Funktion von Hauszeichen. Ein Beispiel daf├╝r, wie in der Gegenwart an diese Tradition anzukn├╝pfen versucht wird, ist die Gestaltung des Eingangsbereichs am Neubau Postgasse 6: Zwei Terrakottak├Âpfe (Mutter und Kind) bringen eine Widmung zum Ausdruck, die durch die Inschrift "Mutter Marlies 1995" (Ehefrau des Bauherren) verst├Ąrkt wird
Eine der kurzen Sackgassen, die von der Zillestra├če nach Norden abgehen. Seit dem 1.8.1945 nach dem Komponisten der Wiener Klassik Joseph Haydn (1732-1809). Vorher seit dem 19.10.1934 B├╝chnerweg nach dem Kampfflieger des 1. Weltkrieges Franz B├╝chner (1898 abgest├╝rzt ├╝ber Leipzig 18.3.1920)
⇒ M├╝hlbach
Die Dresdener Stra├če in H├Âhe der Wenceslaikirche, noch um 1813. Im Flurbuch von 1766 wird die gesamte heutige Dresdener Stra├če so genannt.
Bis ins 18. Jh. Bezeichnung f├╝r Anlandungen (Ablagerungen) der Mulde, die - oft von Flussarmen umflossen - Inselcharakter annahmen. Solche Anlandungen wurden oft von den Hochw├Ąssern wieder ver├Ąndert oder beseitigt, so dass ihre Lokalisierung fast unm├Âglich ist. In fr├╝heren Jahrhunderten wurde kaum zwischen Heger, ⇒ Insel und ⇒ Werder unterschieden
Die Benennung der Eigenheimsiedlung zwischen Wurzen und Roitzsch, zwischen Roitz-scher Weg und Rietzschke, geht auf einen ├Ąlteren Flurnamen zur├╝ck. In der ehemals benachbarten Kiesgrube (Michaels Sandgrube) wurden 1926 bronzezeitliche Funde (Herdgruben) gemacht
Kapelle auf dem ehemaligen Alten Friedhof; 1976 abgerissen. Bauzeit nicht genau bekannt, im Bodenraum des Westgiebels war 1581 angegeben. Sicher im Zusammenhang mit der Anlage eines neuen Gottesackers (1548) erbaut. Aus Backsteinen errichteter Hallenbau mit achteckiger Ostendung; acht spitzbogigen Fenstern und einem Rundfenster, innen Flachdecke. 1581 Einbau von Altar und Empore, 1600 h├Âlzerne Kanzel. Mehrfach Erneuerungen (1675, 1750, 1820/25). 1813 Lazarett. Nach 1872 Nutzung durch die katholische Gemeinde der Stadt. Viele Gruftplatten (heute zumeist im Dom) bezeugen die Verwendung als Begr├Ąbniskapelle. Nach 1945 fortschreitender Verfall
F├╝hrt vom Nordostende des Bgm.-Schmidt-Platzes nach Osten bis zum Sportplatz am Gewerkschaftshaus. Seit dem 1.8. 1945 nach dem deutschen Dichter Heinrich Heine (1797-1856). Vorher seit dem 4.12.1909 Fischer-stra├če nach dem in Wurzen geborenen s├Ąchsischen Bergmeister Wilhelm Fischer (1796-1884), Ehrenb├╝rger der Stadt wegen seines au├čergew├Âhnlichen sozialen Engagements.
⇒ Lessingstra├če
Seit 2010 Name der Zufahrtsstra├če zwischen der neuen Verl├Ąngerung der Stra├če des Friedens auf dem Gel├Ąnde der fr├╝heren Teppichfabrik und der Dauerbackwaren GmbH. Nach dem Unternehmer Heinz Gries (* 1935, Griesson-de Beukelaer).
Eigentlich nur ein Heizwerk. 1982/83 zwischen Torgauer Stra├če und dem Neuwerk des ehemaligen Motorenwerks erbaut. Der 120 m hohe Schornstein bestimmte bis seiner Sprengung am 25.11.2000 ma├čgeblich die Stadtsilhouette. In Spitzenzeiten wurden hier pro Stunde 25-30 t Rohbraunkohle verfeuert und in 8 Dampf-erzeugern 80 t Dampf erzeugt. Das Werk diente bis 1992 zur W├Ąrmeversorgung der ├Ârtlichen Industrie und der Neubauviertel im Norden der Stadt (Nord II und III), die bis 1984 erbaut wurden. Seit 1992 erf├╝llt diese Aufgabe das neuerrichtete Blockheizwerk in der Querstra├če.
Die hochgelegenen Fu├čsteige zu beiden Seiten des Hohlweges im Crostigall.
Bezieht sich wahrscheinlich auf die Fischteiche auf dem Heller
Auf dem Heller lagen die drei bisch├Âflichen Fischh├Ąlter (ehemalige Altw├Ąsser der Mulde), die nach dem 30-j├Ąhrigen Krieg im Besitz von Dr. Christoph Daniel Schreiter waren (⇒ Doktorteich). Oberhalb der Teiche am Hang befand sich das Hellerh├Ąuschen, das bei Dilich 1628 deutlich zu erkennen ist
Clara-Zetkin-Platz 11. 1889 neben dem Armenhaus der Stadt (August-Bebel-Stra├če 40, nach 1994 Obdachlosen- und Sp├Ątaussiedlerheim) erbautes Geb├Ąude, das der Unterbringung wandernder Handwerksgesellen und Arbeitslosen diente. Nach 1945 zeitweise Nutzung durch die Landwirtschaftsschule und bis 1990 durch den Kreislandwirtschaftsrat. Bis 2002 Sitz des Amtes f├╝r Landwirtschaft des Muldentalkreises.} "Herberge zur Heimat" hie├čen auch vergleichbare Einrichtungen Johannisgasse 8 (bis 1889) und Jacobsplatz 2.
⇒ Lessingstra├če
1. (1930-1945) ⇒ Walther-Rathenau-Stra├če. 2.: F├╝hrt von der Dresdener Stra├če zum Bahnhof. Seit dem 1.5.1991 nach dem in Wurzen geborenen Apotheker Geheimrat Hermann Ilgen (1856-1943), Ehrenb├╝rger der Stadt. Vorher seit 1949 (?) Stra├če des 7. Oktobers, dem Gr├╝ndungstag der DDR. Urspr├╝nglich seit dem 1.4.1895 zu Ehren des Reichskanzlers Bismarck Reichsstra├če. Diese f├╝hrte noch nicht bis zum Bahnhof, ein Werksgel├Ąnde lag bis 1923 noch zwischen der Stra├če und dem Bahnhofsvorplatz.
1896-1899 ├Âstlich der Stra├čengabelung Torgauer Stra├če/Roitzscher Weg errichteter Kirchenbau f├╝r die nach 1890 stark angewachsene katholische Gemeinde. Am Himmelfahrtstag 1910 durch Bischof Schaefer geweiht. Eines der drei bunten Fenster im Altarraum hat die Stadt Wurzen gestiftet.
⇒ An der Mulde
⇒ Stra├če des Friedens
Seit dem 1.1.1994 f├╝r die Stra├če, die von der Alten Poststra├če in Nemt nach Roitzsch f├╝hrt. Nach dem FN benannt. Der "Hintere Anger" mit dem "Unteren G├Ąnseteich" liegt westlich der Stra├če am Ortsausgang.
Teil der geplanten Gartenvorstadt Ost, f├╝hrt am Friedhof entlang von der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Stra├če bis zur Dresdener Stra├če. Seit dem 14.2.1908 nach dem Wurzener B├╝rgermeister Karl Richard Hirschberg (1820-1896)
Anwesen vor dem Eilenburger Tor, in der N├Ąhe der Saugrube, bei der das Vieh der Stadt vor dem Austrieb versammelt wurde (noch im 18. Jh.).
├ľrtlichkeiten auf dem Gel├Ąnde des sp├Ąteren Goldenen T├Ąlchens. Der Hirtenteich ist 1925/26 in ein Freibad umgewandelt worden. Um ihn herum, an den Talh├Ąngen und vor allem s├╝dlich des Teichs befanden sich die Hirtenb├╝scher oder Dehnitzb├╝scher. Der Hirtenbrunnen oder -born ist eine noch heute sichtbare Quelle am s├╝dlichen Talhang oberhalb der ehemaligen Gastst├Ątte im Goldenen T├Ąlchen. Er wurde fr├╝her gelegentlich auch nach dem Nemter Kantor und Lehrer Kantor-Voigtmann-Brunnen genannt
⇒ Galgen
Andere Bezeichnung f├╝r die Fleischendrauschken, Teil des Gutes Trauschkau
1.: Die von Sch├Âttgen 1717 erw├Ąhnte "Hoff-Stadt" ist im Bereich des heutigen Gerhart-Hauptmann-Platzes zu suchen. Sch├Âttgen selbst vermutet hier ein altes "Schlo├č, worin die Grafen und ersten Bisch├Âfe residiret". Der Name k├Ânnte allenfalls erinnern an die alte bisch├Âfliche Zollstation am Weg zur Mulde (das ⇒ telonium Wurczense 1114) bzw. an einen alten Wirtschaftshof, den Bischof Johann von Salhausen 1503 der Pr├Ąbende s. Barbarae ├╝bereignete (um K├Ârlitz auszul├Âsen) und dessen Platz im 19./20. Jh. vielleicht das Stadtgut Hentschel einnahm (Ende der 1950er Jahre abgerissen, heute Freifl├Ąche)} 2. (N): Flur ├Âstlich von Nemt zwischen Kornhainer Bach und dem M├╝hlbach (M├╝hlbacher Stra├če). Weist auf ein ehemaliges Vorwerk hin, das 1472 in bisch├Âflichen Besitz ├╝berging
Eigentlich Hohlweg. Teil des alten K├Ârlitzer Weges (deshalb auch K├Ârlitzer Hohle) ├Âstlich von dessen Abzweigung von der Torgauer Stra├če. Ende des 19. Jh. Schie├čstand, bis zum 2. Weltkrieg von den Wurzener Freihandsch├╝tzen genutzt (⇒ Schie├čstand). Nach 1950 verf├╝llt. Weg heute noch z.T. vorhanden} Hohlwege sind hier anthropogene ("vom Menschen verursachte") Oberfl├Ąchenformen: Die meist unbefestigten Wege wurden durch Wagenr├Ąder immer wieder aufgew├╝hlt, in den Radrinnen am geneigten Gel├Ąnde setzte die Absp├╝lung ein, im Laufe der Zeit entstanden dann ausgedehnte Hohlformen.
Bei Werl 1869 an der Stelle des heutigen Feuerwehrdepots eingetragen. Entstehung unbekannt. Name kennzeichnet die Funktion des Platzes (offenbar Verkauf von Holz zur Brennstoffbevorratung).
Verschiedene Grundst├╝cke wurden Hopfgarten genannt. Relativ sicher zu lokalisieren sind der H. s├╝dlich des Steinhofes (etwa am heutigen Gartenverein Am Doktorteich) und der H. am Retzschitzer Eierpfuhl (hinter der katholischen Kirche).
1933-1945 Name der "Staatlichen Oberschule f├╝r Jungen" (ehemaliges ⇒ Gymnasium [wo auch M├Ądchen unterrichtet wurden!]). Geb├Ąude wird heute durch das Berufliche Schulzentrum genutzt.
⇒ Friedrich-Ebert-Stra├če
Kein eigentliches Tor, sondern die ├ľffnung der Salhausenschen Stadtmauer am Ausgang der Wenceslaigasse, am Johannishospital, wo die Poststra├če die Stadt erreichte. Hier befand sich im 18. Jh. ein Schlagbaum ("Wenzelsschlag"), vor dem die Reisenden die ⇒ Akzise entrichten mussten. Heute Kreuzungsbereich Bahnhof-/ Beethovenstra├če.
S├╝dlichster Teil der Nemter Flur; flache und breite Erhebung (133 m) zwischen Burkartshain und Oelsch├╝tz. Hier entspringt der Grenzgraben.
⇒ Hampeschwerd
Bronzeb├╝ste auf Steinsockel mit Schrifttafel. 1936 vor dem Stadthaus aufgestellt. 1943 entfernt. B├╝ste und Tafel wurden zu Kriegszwecken eingeschmolzen.
⇒ Robert-Koch-Stra├če
Stra├če an der Grenze zwischen Wurzener und Roitzscher Flur n├Ârdlich des Roitzscher Weges. Um 1924 von einer Siedlergemeinschaft beim Bau von Eigenheimen angelegt. Name urspr├╝nglich inoffiziell "Siedlerstra├če". Heutige Bezeichnung Anfang der 1930-er Jahre nach einem alten Flurnamen.
Heute nicht mehr zu identifizierende Stelle im Au├čenbereich der ummauerten mittelalterlichen Stadt. Eventuell ist eine Stelle beim sp├Ąteren Jacobstor gemeint.
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die Verbindungsstra├če zwischen L├╝ptitzer und Torgauer Stra├če im fr├╝heren Neuwerk des Motorenwerks ("Mittelstandszentrum")
Als J├Ąger- (K├Ânig-Albert-)Kaserne 1889 in der damaligen Kasernenstra├če (heute Friedrich-Ebert-Stra├če 2) bezogen. Nach Heeresreform 1900 Unterkunft f├╝r Stab und 1. Bataillon des Kgl. S├Ąchs. 14. Infanterie-Regiments 179. Von den Kasernengeb├Ąuden erhalten sind heute noch die Mannschaftsunterk├╝nfte (⇒ Stadthaus), die Exerzierhalle (⇒ Stadtsporthalle), die Wache (⇒ Alte Wache [1.]), die Kleiderkammer (Rechtsanwaltskanzlei u.a.), das Kasino (der ehemalige Muldentalbahnhof, bis 2013 Amtsgericht) und die Wohngeb├Ąude Friedrich-Ebert-Stra├če 4 und 6 (letztes 2005 abgerissen). Seit 1920 Nutzung durch kommunale Einrichtungen
Von zwei Armen des M├╝hlgrabens umflossenes Gel├Ąnde zwischen fr├╝herer Teppichfabrik und der ehemaligen Papierm├╝hle, unmittelbar unterhalb des Alten Parks. Im Zusammenhang mit dem Gut und Ges├Ąsse Trauschkau 1495 bereits als "im Flusse Mulde" liegend erw├Ąhnt. Seit den 30-er Jahren des 20. Jh. Anlage von Kleing├Ąrten. Der Inselcharakter ist heute durch Schleu├čenbau (Entw├Ąsserung der Neubaugebiete Wurzen Nord 1961/62) weitgehend verlorengegangen. (⇒ Werder)

JKL

F├╝hrt von der Nordostecke des Marktes nach Osten bis zum Jacobsplatz. Benannt nach dem hl. Jacob, dem Patron der Pilger. Einer der alten Stra├čenz├╝ge in der ummauerten Stadt. Urspr├╝nglich wird sie nur bis zur Einm├╝ndung der Badergasse gef├╝hrt haben, denn vieles spricht daf├╝r, dass n├Ârdlich und ├Âstlich dieser Stelle in fr├╝hen Zeiten der Stadt der Jacobskirchhof gelegen hat.
Seit dem 16. Jh. nachweisbar. ├älteres der Wurzener Hospit├Ąler, wahrscheinlich am ├Âstlichen Ausgang der Jacobsgasse, in der N├Ąhe der Jacobskirche und des -kirchhofs gelegen. Gleiche charakteristische Lagebeziehungen ergeben sich auch f├╝r das Johannishospital.
Der genaue Standort der einzigen Kirche innerhalb der Mauerrings ist bis heute nicht genau anzugeben. Manches spricht daf├╝r, dass sie am Platz des sp├Ąteren Schutt- (oder Sch├╝tt-)hauses des Rates stand (Jacobsgasse 23). Beim Stadtbrand 1519 bleibt die Kirche unversehrt, doch schon 1542 ist ihr baulicher Zustand bedenklich. 1637 ver-schwindet sie vollst├Ąndig aus dem Stadtbild
An der Jacobskirche gelegener, ├Ąltester Friedhof der Stadt. Von ihm ist bekannt, dass ├╝ber ihn die Stadtmauer hinwegging (Sch├Âttgen 1717). Er d├╝rfte deshalb n├Ârdlich der Jacobsgasse und im westlichen Teil des Jacobsplatzes gelegen haben.
Dreieckiger Platz vor der eigentlichen ummauerten Stadt, vor dem Jacobstor, in r├Ąumlicher Verbindung mit der Altstadt zu sehen. Sicherlich ├Ąlter als die Rechtsstadt mit ihrem rechteckigen Markt. Der Name ist dagegen sehr jung, er tritt erst im 19. Jh. auf. 1852 soll f├╝r ihn noch Altmarkt verwendet worden sein. Nach seiner h├Ąufigen Nutzung hie├č er auch Viehmarkt. Bei Werl 1869 tritt der heutige Name auf. Am 1.10.1959 wurde der Platz umbenannt in Dr.-Otto-Nuschke-Platz, nach dem Mitbegr├╝nder und sp├Ąteren Vorsitzenden der CDU in der SBZ bzw. DDR Dr. Otto Nuschke (1883-1957). R├╝ckbenennung am 1.5.1991.
Am ├Âstlichen Ausgang der Jacobsgasse; nicht besonders befestigt, sondern nur ein rundbogiger breiter Durchlass durch die Stadtmauer. ├ťber dem Tor befand sich die Wohnung des st├Ądtischen R├Âhrmeisters. Mit gro├čer Wahrscheinlichkeit gab es bis um 1555 das Tor nicht. Bischof Johann von Haugwitz k├Ânnte es kurz nach seinem Regierungsantritt veranlasst haben. Nach Abriss des Tores 1839 wurde die dort befindliche Tafel mit den Initialen des Bischofs und der Jahreszahl 1555 an der ⇒ Liegenbank angebracht
Der Teil der Stadt, der vor dem Jacobsthore (so bis 1853) lag, die ├Âstliche oder Jacobsvorstadt (⇒ Viertel).
Der 2003 vom Jugendpfarramt der Landeskirche Sachsen initiierte und (durch die Jacobsmuschel) gekennzeichnete Pilgerweg von G├Ârlitz bis nach Leipzig durchquert Wurzen vom Br├Âsch ├Âstlich von Roitzsch bis zur Muldenaue.
Bis 1900 die ⇒ Infanteriekaserne.
⇒ Rudolf-Breitscheid-Stra├če
Am n├Ârdlichen Stadtrand, an der Collmener Stra├če gelegen. 1926 vom "Turnverein 1847 Wurzen" angelegt. Seit 1991 im Gel├Ąnde des Kaufland aufgegangen.
Gedenkstein aus L├╝ptitzer Quarzporphyr in der Gr├╝nanlage Badergraben/ Unter der Tanne. Am 2.10.2000 enth├╝llt, soll er an die B├╝rger der Stadt erinnern, die im 20. Jh. Opfer von Kriegen und politisch motivierter Gewalt wurden.
Geht als Sackgasse vom Roitzscher Weg nach Norden ab. Seit dem 1.8.1945 nach dem Wurzener Mitglied der "Zeugen Jehovas" Johannes Thomas (1894 ÔÇô1939), der im KZ Buchenwald umkam. Vorher seit dem 19.10.1934 Saarweg in Erinnerung an die Volks-abstimmung im Saarland ├╝ber dessen Zugeh├Ârigkeit zu Deutschland oder Frankreich.
Sie f├╝hrt von der Domgasse und dem Westende der Liegenbank nach Norden bis zur Gasse An der Mauer.1502 auf Veranlassung des Bischofs Johann von Salhausen nach einem der Patrone des Bistums Mei├čen benannt. Nach Sch├Âttgen 1717 soll sie vorher Strohgasse gehei├čen haben. An der (inzwischen abgerissenen) Nr. 3 befand sich die Brandtafel, die ├╝ber den Stadtbrand vom 6.4.1631 informiert (heute im Museum)
Seine Anf├Ąnge liegen im 14. Jh. Nach 1691 am Neuen Gottesacker (Alter Friedhof) s├╝dlich der Wenceslaikirche vom Rat erbaut, nachdem er bereits 1599 die dort befindlichen Siechh├Ąuser erworben hatte. Mehrfach erweitert (⇒ Siechhaus). Auf dem Gel├Ąn-de befand sich seit 1840 ein Altersstift f├╝r alleinstehende Leute. Nach 1952 Sitz des DRK-Kreisverbandes. Abgerissen 1984.
Schmaler Durchlass durch die Stadtmauer am n├Ârdlichen Ende der Johannisgasse, am Neuen Hause. Stelle heute noch sichtbar (Privatweg).
F├╝hrt als Sackgasse von der S├╝dwestecke des Bgm.-Schmidt-Platzes nach We-sten. Nach 1945 benannt nach dem KPD-Funktion├Ąr und Reichstagsabgeordneten John Schehr (1896 - ermordet 1934). Vorher seit 1891 K├Ârnerstra├če nach dem Dichter der Befreiungskriege Theodor K├Ârner.
Auf Initiative des Wurzener Versch├Ânerungs-Vereins 1906 zu Ehren des Begr├╝nders des Stadtparks errichtet. 1974 beseitigt. (⇒ Ehrenhain)
Verl├Ąngerung der Kleegasse ├╝ber die Eilenburger Stra├če hinaus, am Nordrand des Stad-parkes entlang bis zum Trauschkenweg. Urspr├╝nglich der westliche Teil der alten Kleegasse} Seit dem 1.5.1900 nach dem geb├╝rtigen Norweger und Mitbegr├╝nder der Wurzener Teppichfabrik, dem Stadtverordnetenvorsteher und Wurzener Ehrenb├╝rger Petter Andreas Georg Juel (gesprochen J├║-el; 1840-1900).
Einrichtungen speziell f├╝r die Jugendfreizeitbetreuung lassen sich seit 1913 nachweisen.} 1.: Domgasse 2 (heute ⇒ Museum). In diesem Geb├Ąude waren bis 1920 zwei unterschiedliche Einrichtungen untergebracht: a) im 2. Geschoss das "J├╝nglingsvereinsheim" mit Wohn- und Schlafr├Ąumen des Ev.-luth. M├Ąnner- und J├╝nglingsvereins; b) im 1. Geschoss das "Vaterl├Ąndische Jugendheim" in kommunaler Tr├Ągerschaft} 2.: Domplatz 4 (⇒ Kustodie). "Vaterl├Ąndisches Jugendheim" in kommunaler Tr├Ągerschaft (Ortsausschuss f├╝r Jugendpflege) nach 1920 bis ca. 1926 mit Lese-, Schreib-, Unterhaltungs- und Spielr├Ąumen, einer Bibliothek und Bildungsangeboten (1926)} 3.: 1955-1968 "Haus der Jugend" Stra├če des Friedens 18 (⇒ Klub der Volkssolidarit├Ąt).} 4.: 1968-1971 Jugendclub am Badergraben 10.} 5.: 1971-1990 (volkst├╝mlich) "Alter Club" Leninstra├če (heute Schweizergartenstra├če) 9. 1970/71 Umbau des ehemaligen ⇒ Central-Theaters. Zun├Ąchst in Kreistr├Ągerschaft, 1980 ├ťbernahme durch die Stadt. 1990-1992 private Discothek. Seit 21.4.1995 Kulturkneipe "Harlekin" (bis 1997). Heute im Verrfall} 6.: Jugendclub "Nordlicht" Theodor-K├Ârner-Stra├če 33. 1986-1991 in st├Ądtischer Tr├Ągerschaft. Seitdem Discothek} 7.: Alte Nischwitzer Stra├če 4. (Villa Beda) 3.11.1995 bis 31.12.1996 "Kolping-Jugendzentrum". Seit 1997 Jugend-Begegnungszentrum (Kindervereinigung Leipzig e.V.).} 8.: Badergraben 18 (fr├╝her Gastst├Ątte ÔÇ×SchweizergartenÔÇť). Jugendclub in st├Ądtischer Tr├Ągerschaft (seit 1995).} 9.: Walter-Rathenau-Stra├če 1. Jugendtreff des DRK (1997-2001, Geb├Ąude heute nicht mehr vorhanden).} 10.: Club der Mittelschule Nord. 1997-2006 im ehemaligen Heizhaus der Schule. Tr├Ąger DRK.} 11.: Jugendclub in Nemt seit 2000 in den R├Ąumen unter der fr├╝heren Gemeindeverwaltung (Tr├Ąger DRK, seit 2006 CVJM).
1925 im ehemaligen Kammergeb├Ąude der Infanteriekaserne er├Âffnet. Bis zum 2. Weltkrieg genutzt. Nach 1945 zeitweise Nutzung als Internat des Albert-Kuntz-Kombinats (bis 1990 zur Unterbringung vietnamesischer Arbeiterinnen).
Parallel zur Hirschbergstra├če in der "Gartenvorstadt Ost". Seit 1954 (?) nach dem sozialdemokratischen Journalisten und Wurzener Stadtrat Julius K├╝nzel (1854-1904). Vorher seit dem 14.3.1912 nach dem Dampfm├╝hlenbesitzer Gustav Johann Sch├Ânert (1838-1914), der die Stra├če anlegen lie├č.
⇒ Goethe-stra├če
Von den "S├Ąchsischen Werken" 1924-1926 erbauter Kanal zum Betreiben des Wasserkraftwerkes Canitz. Vom Neum├╝hlenwehr bis zur Filzfabrik verlief er im Bereich des ehemaligen M├╝hlgrabens. Insgesamt war er 5,35 km lang und 4,50 m tief und erm├Âglichte am Kraftwerk eine Fallh├Âhe von 8 m. Der auf seiner ganzen L├Ąnge aus-betonierte Flutkanal war ein bis dahin noch niemals vorgenommener Eingriff in den Naturraum der Aue sowie in den Siedlungs- und Wirtschaftsraum der Stadt: Sieben neue Br├╝cken mussten bis 1927 gebaut werden. F├╝r die Stadt fiel der Vorfluter weg, in den ihre Schleusen m├╝ndeten; deshalb musste vom Freistaat ein 2,4 km langer Hauptsammler parallel zu M├╝hlgraben bzw. Kuhmulde bis zur ebenfalls neuerrichteten Kl├Ąranlage am Trauschkenweg gebaut werden.} Nachdem 1972 das Wasserkraftwerk stillgelegt worden war, verfiel der Kanal, dessen D├Ąmme die Stadt auch vor dem Muldenhochwasser zu sch├╝tzen hatten, zusehends (letzte Reparaturen 1966). Ab 1983 wurde er zum gr├Â├čten Teil zur├╝ckgebaut, nur auf der Stadtflur blieben Reste erhalten. Gleichzeitig wurden hochwassergef├Ąhrdete Teile der Stadtflur (F├Ąhrwinkel, Birkenw├Ąldchen und Stadtbad) eingedeicht.
⇒ Br├╝cken
Zwischen Albert-Kuntz-Stra├če und der Auffahrt vom Amtsweg zum Schloss, parallel zur Stra├če An der Mauer, aber au├čerhalb der ehemaligen Mauer gelegen.} Nach dem Gewerbe der Zinngie├čer benannt. Der Gassencharakter ist heute durch die zahlreichen Abrisse, vor allem auf der stadteinw├Ąrtsgelegenen Seite, verlorengegangen
F├╝hrt vom Wettinerplatz den Hang hinauf nach S├╝den bis zur Dresdener Stra├če. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Philosophen Immanuel Kant (1727-1804). Vorher seit dem 17.11.1882 Schrothstra├če nach dem Wollw├Ąschereibesitzer Hermann Schroth (1836-1913; ⇒ Bad...), der die Stra├če anlegen lie├č.
Stiftsgeb├Ąude s├╝dlich des Ostchores des Doms, an diesen angebaut. 1637 zerst├Ârt, 1673 neu eingeweiht. Versammlungsort des Domkapitels. Im Kapitelsaal hing seit 1820 das Gem├Ąlde "Verk├╝ndigung Mariae" von Julius Schnorr von Carolsfeld (1908 an den preu├čischen Kronprinzen verkauft, heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin). Das Geb├Ąude wurde 1893 abgerissen, heute Gr├╝nfl├Ąche s├╝dlich des Chores, etwa in H├Âhe des Luther-Brunnens.
F├╝hrt von der Schiller-stra├če zur Walther-Rathenau-Stra├če. Seit dem 1.8.1945 nach dem Reichstagsabgeordeten und Mitbegr├╝nder der KPD Karl Liebknecht (1871- ermordet 1919). Vorher seit dem 16.12.1886 Georgstra├če nach dem damaligen Prinzen und sp├Ąteren K├Ânig von Sachsen (reg. 1902-1904). Vom 1.1.1939 bis 1.8. 1945 Litzmannstra├če nach dem preu├čischen General Karl Litzmann (1850-1936).
Zwischen Wettinerplatz und dem ehemaligen Rondell. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Philosophen Karl Marx (1818-1883). Urspr├╝nglich (seit Anfang des 19. Jh.) der s├╝dliche Teil der Rietzschkenstra├če. Nach der ├ťberw├Âlbung der Rietzschke und der baulichen Neugestaltung (1889 Wettinerplatz) und der Umbe-nennung des n├Ârdlichen Teils der Rietzschkenstra├če in Wettinerstra├če (1890) behielt nur noch der s├╝dliche Teil den alten Namen. Am 30.3.1933 wurde er nach dem Reichskanzler und F├╝hrer der Nationalsozialisten Adolf Hitler (1889-1945) benannt.
⇒ Freiligrathstra├če
1. ⇒ Alte Kaserne. 2. ⇒ Infanterie-kaserne. 3. ⇒ Artilleriekaserne.
⇒ B├╝rgermeister-Schmidt-Platz
⇒ Friedrich-Ebert-Stra├če
Zweigt gegen├╝ber dem Friedhof von der Dresdener Stra├če nach S├╝den ab und f├╝hrt bis zu den Gleisanlagen des G├╝terbahnhofes. Seit dem 1.8.1945 nach der Graphikerin und Bildhauerin K├Ąthe Kollwitz (1867-1945). Vorher seit dem 18.5.1927 S├╝dstra├če.
⇒ Herz-Jesu-Kirche
1908-1934 bestehende vierklassige Schule im katholischen Pfarrhaus am Roitzscher Weg.
Volkst├╝mlich verallgemeinernd f├╝r den 1991-1993 entstandener Gro├čmarkt-Komplex zwischen Collmener Stra├če und Windm├╝hlenweg, dem der ⇒ Jahn-Sportplatz zum Opfer fiel.
⇒ Abdeckerei
1.: Hanglage oberhalb der Kleegasse zum Windm├╝hlenweg hin (⇒ Sandgruben, Depo-nie). 1819 Am Kieselberge, 1822 Hinter dem Kieselberge. 2.: Seit dem 4.5.1994 Stra├čenname in der 1994/95 entstandenen Eigenheimsiedlung an der Kleegasse.
⇒ Vorschuleinrichtungen
Die erste Filmvorf├╝hrung fand in Wurzen 1906 im Gasthof zur Rose statt. In der Stadt existierten sp├Ąter zwei Lichtspieltheater: 1. ⇒ Friedenslichtspiele. 2. ⇒ Central-Theater.} Seit 2006 finden Filmvorf├╝hrungen im restaurierten ÔÇ×Blauen SaalÔÇť des ⇒ Schweizergartens (Kulturbetrieb Wurzen) oder im ⇒ Kultur- und B├╝rger-Innenhaus (Netzwerk f├╝r demokratische Kultur) statt.
1. ⇒ Dom. 2. ⇒ Marktkapelle. 3. ⇒ Jacobskirche. 4. ⇒ Wenceslaikirche. 5. ⇒ Heiliggeistkirche. 6. ⇒ Herz-Jesu-Kirche. 7.: Nemt (Dorfkirche).
Er zweigt von der Hauptstra├če in Roitzsch nach Westen ab und endet an den Indu-striebauten s├╝dlich der B 6. Erhalten gebliebener Teil eines alten Flurweges, des Roitzscher Kirchweges, der von Roitzsch n├Ârdlich der Rietzschke und s├╝dlich des (Neuen) Friedhofes in die Stadt Wurzen f├╝hrte (zur Wenceslaikirche).
Trauschkenweg 100. Der Bau einer solchen Anlage machte sich 1925 notwendig, als der Betriebskanal der "S├Ąchsischen Werke" den M├╝hlgraben als Vorfluter der Stadt weitgehend trockenfallen lie├č. Mit einem 2,4 km langen Hauptsammler entstand auch die Kl├Ąranlage am Trauschkenweg, wo die Abw├Ąsser mechanisch gereinigt wurden, ehe man sie in den Betriebskanal pumpte. Bis 1966 Erg├Ąnzung durch eine biologische Reinigungsstufe, die aber sehr schnell verschlissen war. 1995 Fertigstellung einer neuen Tropfanlage. November 2005 Aufnahme des Betriebs in dem jetzt dreistufig neu ausgebauten Kl├Ąrwerk.
⇒ Haus Klinkhardt
In Verl├Ąngerung der Kantstra├če von der Dresdener Stra├če bis zum Bahnhofsgel├Ąnde. Seit dem 8.2.2012 nach dem Wurzener Unternehmer und Heimatgeschichtler Richard Klinkhardt (1916-2011). Die erst 2008 neu angelegte Verbindungsstra├če umfasst ├Âstlich und s├╝dlich das Werksgel├Ąnde der fr├╝heren Firma Klinkhardt.} (⇒ Haus Klinkhardt)
Urspr├╝nglich ein alter Flurweg, der von der Collmener Stra├če in einem gro├čen Bogen zu den Wiesen in der Muldenaue f├╝hrte. Den Auenrand erreichte der Weg n├Ârdlich des Trauschkensteins. Der Abschnitt n├Ârdlich des Stadtparkes hei├čt heute Juelstra├če. Der Abschnitt zum Hang des Kieselbergs hinauf ist 1993/94 in eine Erschlie├čungsstra├če f├╝r das neue Wohngebiet "Kleegasse" umgewandelt worden. Bis 2000 bebaut.
Seit 1981 im Rathaus vom ehemaligen Kulturbund zu Ausstellungszwecken eingerichtet und betreut. Er├Âffnet mit einer Sonderausstellung, die Werke von Hans-Peter Hund zeigte. Seit 2004 mit dem Museum und Wurzen-Information sowie der Stadtbibliothek zum Kulturbetrieb Wurzen vereint
⇒ G├Ąrten...
Noch bis zu Beginn des 20. Jh. Bezeichnung f├╝r den ├Ąltesten Kindergarten der Stadt, der 1851 vom Rat am damaligen Weg nach Collmen (heute Theodor-K├Ârner-Stra├če 4) eingerichtet worden war. Bis nach 1980 st├Ądtischer Kindergarten (in den 30-er Jahren "Fr├Âbel-Kindergarten"), zog nach Besitzerwechsel und umfangreichen Modernisierungs-ma├čnahmen 1990 die Musikschule Wurzen in das Geb├Ąude ein (Nutzung bis 2007). Heute leerstehend und ungenutzt.
Zwischen Martin-Luther-Stra├če und Bgm.-Schmidt-Platz. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Dichter Heinrich von Kleist (1777-1811). Zuerst seit 5.3.1879 Nordbahnstra├če, weil sie zum Gel├Ąnde der Muldentalbahn f├╝hrte (⇒ Rudolf-Breitscheid-Stra├če).} Seit dem 6.12.1889 hie├č sie Kasernenplatz (⇒ Bgm.-Schmidt-Platz). Nachdem dieser 1904 zum Koenneritzplatz geworden war, wurde die kurze Stra├če an seiner S├╝dwestecke am 14.10.1908 zur Nordstra├če.
1962 gegr├╝ndete Interessengemeinschaft innerhalb der Ortsgruppe Wurzen des Kulturbundes der DDR, die die Geselligkeit und den Meinungsaustausch unter den Mitgliedern der Intelligenz anregen und pflegen sollte. Gleichzeitig sollte die Einflussnahme im Sinne von Partei und Regierung auf die Intelligenz verst├Ąrkt werden. Erstes Domizil im Schweizergarten. 1982 Namengebung "Joachim Ringelnatz", 1983-1991 in den neugeschaffenen Klubr├Ąume im sanierten Ringelnatzhaus.
Seit 1972/73 die umgebaute "Villa Breiter" in der Stra├če des Friedens 18 (erbaut 1882). Gleichzeitig Sitz der Gesch├Ąftsstelle der Volkssolidarit├Ąt.} Vorher bestanden "Veteranenklubs" der 1945 gegr├╝ndeten Volkssolidarit├Ąt bis 1957 in einer Baracke am Bahnhof, danach bis 1962 im Alten Rathaus und bis 1972 in der ehemaligen Bedaschen Villa (Nischwitzer Stra├če 4)
Jacobsgasse 13. Durch seinen Volutengiebel auff├Ąlliges Renaissance-B├╝rgerhaus. Das dazugeh├Ârige Sitznischenportal an der Hinterfront (1689) heute auf der Hofseite Domgasse 2 (Museum) eingebaut. Den Namen hat Artur Zieger gegeben. Johann Lorentz Kl├╝glingen (geb. 1671), der Stiefvater von Christian Sch├Âttgen (⇒ Sch├Âttgenstra├če), war einer der Besitzer des Hauses.
1891-1949 Bezeichnung f├╝r die B├╝rger- bzw. Volksschule in der heutigen August-Bebel-Stra├če, heute Pestalozzi-Mittelschule.
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die Neuanlage im n├Ârdlichen Teil des Wohn- und Dienstleistungszentrums "Eilenburger Stra├če". Geht vom Boockweg nach S├╝den ab und f├╝hrt ├Âstlich davon wieder auf den Boockweg zur├╝ck.
Zwischen 1953 und 1990 die ├╝bliche Kurzbezeichnung f├╝r das Nahrungsmittelkombinat "Albert Kuntz", die ehemalige Krietschm├╝hle (⇒ M├╝hlen)
Sitz der sowjetischen Milit├Ąrbeh├Ârde, 1945-1947 im ehemaligen Gymnasium (heute Berufliches Schulzentrum), sp├Ąter bis Ende der 50-er Jahre im Geb├Ąude L├╝ptitzer Stra├če 2/4 (heute VHS und Kindergarten). Die Besatzungsmacht unterhielt von da an keine besondere Milit├Ąrbeh├Ârde mehr in Wurzen.
1901 an der ├Ąu├čeren Torgauer Stra├če im Untertagebau begonnenes Bergwerk auf Braunkohle. 1902 F├Ârderbeginn. Die F├Ârderstollen liegen 13 bzw. 14 m tief. Abbau der (geringwertigen) Kohle im Pfeilerbruchbauverfahren bis 1914, 1911/13 schon infolge Wassereinbruchs unterbrochen. Der Schacht war durch die gleislose G├╝tertransportbahn mit den Krietschwerken verbunden. Abraumhalden hinter dem Tonneborn bis 2000 noch sichtbar. Das Wasser der Bergwerksanlage wurde nach 1983 f├╝r das Heizwerk als Brauchwasser genutzt. (⇒ August-Bebel-Stra├če)
Seit 1999 die zu Wohnungen umgebauten Geb├Ąude der fr├╝heren ⇒ Artilleriekaserne n├Ârdlich des Stadtparks. Nach K├Ânig Georg von Sachsen (1832-1904, K├Ânig seit 1902).
⇒ B├╝rgermeister-Schmidt-Platz
⇒ Stadtg├╝ter (1.p)
⇒ Stadtpark
⇒ Beim Gericht
Dorf ├Âstlich von Roitzsch. Ortsteil von K├╝hnitzsch. Ersterw├Ąhnung 1495 als Korlitz. Name slawischen Ursprungs: "Ansiedlung der Leute des Korel"} Bischof Johann I. von Eisenberg stiftete zwischen 1348 und 1362 am Wurzener Stift die Pr├Ąbende s. Barbarae und stattete sie mit Eink├╝nften aus dem Dorf K├Ârlitz aus (Geld- und H├╝hnerzinsen, Erblehen und -gericht, Dienste und Kirchenpatronat). 1503 zog Bischof Johann von Salhausen das Dorf zu seinem Tafelgut. Das Kirchenpatronat wurde 1562 von Bischof Johann von Haugwitz mit dem von Nemt vereint. Unmittelbar nord├Âstlich von K├Ârlitz liegt die Quelle der Rietzschke.
F├╝hrt von der Kreuzung unterhalb des ehemaligen Rittergutes Roitzsch nach Osten bis zum Bahn├╝bergang beim fr├╝heren Haltepunkt.
⇒ Hohle
⇒ John-Schehr-Stra├če
1. oder Regierungshaus: } Das unter Bischof Johann von Salhausen um 1500 im Zusammenhang mit dem Schloss errichtete und an dieses sich westlich anschlie├čende Geb├Ąude wird vom Bauherrn selbst als ÔÇ×Kornhau├čÔÇť bezeichnet. Es hat wohl urspr├╝nglich als Speicher gedient (Keller!). Sp├Ąter, auf jeden Fall seit dem 17. Jh. ist es Sitz der Stiftsregierung (in dieser Zeit auch bauliche ├ťberformung). Von 1873 an wurde es als Amtsgericht (bis 1952), durch das Kreisgericht (bis Ende der 1950-er Jahre), zuletzt durch die Polizei (bis 2002) genutzt.} 2.: Erst in den letzten Jahren aufgekommene volkst├╝mliche Bezeichnung f├╝r den 1925 von Max Fricke erbauten Getreidespeicher in der Dresdener Stra├če. Sanierung seit 1994.
Kleine Siedlung ├Âstlich von Wurzen zwischen B6 und Eisenbahnlinie gelegen.} 1441 als "Cardinahl" erstmals erw├Ąhnt. Das einstige Vorwerk wechselte mehrmals seine Besitzer (Hans Spiegel auf P├╝chau, Friedrich von Lausig auf Roitzsch u.a.). 1472 im Besitz von Bischof Dietrich von Sch├Ânberg (1463-1476). Noch vor 1500 eine villa deserta (also eine "W├╝stung"), die als Vorwerk zum Rittergut M├╝hlbach kam. Heutiger Name steht sicher im Zusammenhang mit den dort seit dem Ende des 17. Jh. nachgewiesenen Drescherh├Ąuschen
Rechter Zufluss des M├╝hlbachs. Er entspringt am westlichen Rand von Trebelshain und flie├čt in s├╝dwestliche Richtung bis Nemt. Heute von den Dornbr├╝chswiesen bis Kornhain verrohrt. Unmittelbar unterhalb des Erlenteichs erreicht der Bach Nemter Flur. Dort wurde er auch Steinf├╝rtchenbach oder R├Âhrwiesenbach genannt.
Seit dem 1.1.1994 f├╝r einen Teil der Bergstra├če. F├╝hrt vom oberen Ende der heutigen Bergstra├če nach Norden zur K├Ârlitzer Stra├če hinab.
Das 1928 erbaute Geb├Ąude der Allgemeinen Ortskrankenkasse Torgauer Stra├če 4 (daher auch der Name). Nach 1945 kommunale Nutzung (u.a. B├Ąderabteilung des Krankenhauses). 1991 erneute ├ťbernahme durch die AOK und umfangreiche Sanierung unter denkmalpflegerischer Zielstellung bis 1993.
Volkst├╝mlich f├╝r das Grundst├╝ck Clara-Zetkin-Platz 1. Bis 1990 durch den VEB (K) Kraftverkehr, sp├Ąter Personennahverkehr genutzt.
Das seit 1952 existierende Kreisgericht benutzte zun├Ąchst das Schloss bis Ende 1961, danach das Geb├Ąude des ehemaligen Muldentalbahnhofs (Amtsgericht, Friedrich-Ebert-Stra├če 2).
Das urspr├╝nglich (bis 1952) st├Ądtische Krankenhaus in der heutigen Kutusowstra├če 50 wurde 1909/11 erbaut. 1914 entstand das Geb├Ąude der sp├Ąteren Poliklinik, als die Infektionsabteilung erweitert werden musste. 1928/29 Querbau am Ostgiebel; nach 1945 Einbeziehung des ehemaligen Finanzamtes in den Komplex, 1971/72 Bau des Pathologie-Geb├Ąudes, 1983 Errichten des R├Ântgentraktes. Nach 1990 schrittweise Modernisierung der gesamten Einrichtung. Bau einer Notaufnahmestation 1999/2000.
⇒ Schweizergarten
Sackgasse, die gegen├╝ber dem Steinhof vom Crostigall nach Norden abzweigt und bis an den Hang ├╝ber dem Rosental f├╝hrt. Name nach dem Steinhof zum schwarzen und wei├čen Kreuz sicherlich schon alt, auch wenn sich in der Bev├Âlkerung w├Ąhrend des 19. Jh. daf├╝r auch Fledderwischgasse verbreitet hatte. In der Kreuzgasse befand sich das letzte mit Stroh gedeckte Haus der Stadt.
⇒ Crostigall
⇒ M├╝hlen
⇒ Am M├╝hlgraben
Um 1879/80 entstandenes palazzoartiges Wohngeb├Ąude in Hanglage ├Âstlich des fr├╝heren M├╝hlteiches (Am M├╝hlgraben 2). Wohnsitz der Fabrikantenfamilie Krietsch, sp├Ąter des Generaldirektors Gustav Rathgen (⇒ Gura-See). Einstmals pr├Ąchtigste Unternehmervilla der Stadt. Nach 1945 bis 1974 Nutzung durch die Besatzungsmacht, u.a. als Schule (deshalb auch Russenschule), in dieser Zeit baulich vollkommen verschlissen. Notwendige Sicherungsarbeiten unterblieben. 2001 abgerissen.
⇒ Crimmitzschweg
Alter FN im N der Stadtflur (Gel├Ąnde des heutigen Stadtparkes und Kreiskranken-hauses)} "Wenn man von dieser (⇒) Trauschken den Berg hinauf und ├╝ber die Felder weggehet, so liegt nahe an denen ├Ąu├čersten G├Ąrten der Kr├╝mling, welches einige Felder seyen, die nicht gerade zu gehen, sondern in die Kr├╝mme liegen, er ist an. 1614 ausgestochen, und zur Leimgrube gemacht worden, wird aber nunmehro von langen Jahren her wieder bes├Ąet." (Sch├Âttgen 1717)
⇒ Kr├╝mmling
1.: Teil des M├╝hlgrabens, der sich bei der Muldengasse und An der Mulde buchtartig erweiterte. Hier wurde fr├╝her das Vieh durch das Wasser nach dem jenseitigen Anger (Kuhwerder) getrieben. 2. ⇒ Kleing├Ąrten
⇒ Kuhmulde, Werder
Volkst├╝mlich f├╝r die ehemalige Destillation "Zur Goldenen Kugel" (1783-1945) Albert-Kuntz-Stra├če 14. Name r├╝hrt von dem Hauszeichen (Ausleger) her, das bis nach 1950 am Geb├Ąude angebracht war. Name hat sich auch nach Entfernung der goldenen Kugel erhalten
In der fr├╝heren Sch├╝tzschen Villa am Domplatz 5 (deshalb auch D 5) vom ÔÇ×Netzwerk f├╝r Demokratische KulturÔÇť 2001-2006 geschaffenes Vereinshaus. ⇒ F├Ârderschule ..
⇒ Mozartstra├če
Domplatz 4. Unter Bischof Johann von Schleinitz (1518-1537) erbaut (Wappen an der Au├čenfassade), unmittelbar hinter dem Westchor des Domes gelegen und an das Kornhaus (1.) ansto├čend. Ehemaliges Stiftsgeb├Ąude, nach 1890 Wohnung des K├╝sters. Geburtshaus des Fabeldichters Magnus Gottfried Lichtwer (1719-1783). Seit Abriss des Kapitelhauses befindet sich in ihm auch der Kapitelsaal. Sanierung 1994/96.
Seit 1953 f├╝r den inneren Teil der ehemaligen Eilenburger Chaussee bis zur Einm├╝ndung der Kleegasse nach dem russischen General aus den napoleonischen Kriegen Michail Kutusow (1745-1813).
Im Wurzener Gebiet Altw├Ąsser der Mulde, die ohne Verbindung mit dem Fluss sein k├Ânnen und deshalb zunehmend verlanden, z.B. die Dehnitzer Lache (heute M├╝ndungsarm des M├╝hlbaches in die Mulde), die Schm├Âlener Lache (ehemaliger Flusslauf), ebenso die Pausitzer Lache oder Altes Wasser
⇒ Br├╝cken
Am Wachtelberg 12. 1913 f├╝r den Unternehmer Richard Klug erbaut; Name nach der Gattin des Bauherrn gebildet. In der Eingangshalle Kamin mit Marmorkachelbild. 1953-1990 Kindergarten (⇒ Vorschuleinrichtungen)
Kantstra├če 1. Urspr├╝nglich eine der 3 landwirtschaftlichen Kreisschulen Sachsens, 1878 gegr├╝ndet. 1880 Fertigstellung des Schulgeb├Ąudes. Bauliche Erweiterungen 1902 und nach 1980. Zuletzt (1979-1991) Betriebsschule der Landwirtschaft "Etkar Andr├ę". Seit 2002 Sitz des Staatlichen Amtes f├╝r Landwirtschaft und seit 2005 des Staatlichen Amtes f├╝r Rechnungspr├╝fung
Dresdener Stra├če 14. Geb├Ąude aus dem 18. Jh. Wohnsitz des Advokaten und Mitglieds der Frankfurter Nationalversammlung sowie langj├Ąhrigen Stadtverordnetenvorstehers Karl Ludwig Langbein (1811-1873). Das Haus befand sich mit seiner weitgehend erhaltenen biedermeierlichen Einrichtung im Besitz der Familie bis 1982. Ein kleiner Teil der Einrichtung und wichtige Teile des Nachlasses von K. L. Langbein heute im Kulturge-schichtlichen Museum der Stadt. Hinter dem Haus (zur Beethovenstra├če gelegen) Gartenanlage aus der Mitte des 19. Jh
⇒ Stra├če des Friedens
Eintalung im ├Âstlichen Terrassenrand der Mulde s├╝dlich Dehnitz, oberhalb vom Sahnsack. Oberfl├Ąchenform ist dem ergiebigen Grundwasserstrom an dieser Stelle geschuldet. Im Sahnsack befinden sich die Brunnen des Wasserwerks 2.
Langgezogenes Grundst├╝ck oder Gel├Ąndelinie s├╝d├Âstlich des heutigen Bahnhofs. Heute nur schwer zu lokalisieren; die Auffahrrampe der ehemaligen Muldentalbahn k├Ânnte heute noch die Lage anzeigen.
Flur ├Âstlich von Wurzen. Heute zwischen Torgauer Stra├če, der sogenannten "Pflaumenallee", dem ehemaligen K├Ârlitzer Weg und dem K├Ânig-Albert-Schacht gelegen
Die st├Ądtische Schule, die 1542 aus der Verschmelzung von deutscher Stadtschule und der Stiftsschule entstand. Sie erhielt bis 1596 ein dreist├Âckiges Geb├Ąude auf der Domfreiheit (an den Schultreppen, 1900 abgerissen). Die Einrichtung als solche bestand bis 1835, seit dieser Zeit nannte sich die Schule B├╝rgerschule.
Der Bach entspringt ├Âstlich von Fremdiswalde im Wermsdorfer Forst, durchflie├čt in ganzer L├Ąnge Fremdiswalde und m├╝ndet bei Nitzschka in die Mulde.
Durch Steinbruchsbetrieb ├╝berformte Erhebung (138,2 m) s├╝d├Âstlich von Nemt. ├ťber den Berg verlaufen die Flurgrenze von Nemt gegen├╝ber Oelsch├╝tz und die Stra├če Wurzen-Oelsch├╝tz.
Bereits 1465 W├╝ste Mark zwischen Wurzen und Nischwitz ("an der toten Mulde" und "auf dem Sande"), aus der seit 1470 Eink├╝nfte an die Pr├Ąbende s. Erasmi des Kollegiatstifts flossen. Vorher waren Wurzener B├╝rger dort beg├╝tert. Auch der ⇒ Hampeschwerd ist hier zu suchen. Es ist fraglich, ob die heutige Flur Lautzschen die besagte Stelle anzeigt
Das Wurzener Milit├Ąrkrankenhaus wurde 1899-1901 an der Kleegasse erbaut. 1920-1945 Finanzamt, danach Nutzung durch das benachbarte Krankenhaus. (⇒ Altes Lazarett)
1.: Lehmgrubenst├╝cken. Flur n├Ârdlich des ⇒ Kr├╝mmlings, etwa im n├Ârdlichen Teil des Krankenhausgel├Ąndes an der Kleegasse. Hier, unterhalb des Kieselbergs, befand sich die 1654 angestochene Lehmgrube. 2.: die
Gel├Ąnde s├╝dlich des Alten Friedhofs, etwa zwischen heutiger Bahnhofstra├če und Hermann-Ilgen-Stra├če.
Inoffiziell noch bis Ende des 19. Jh. f├╝r die heutige Beethovenstra├če vor dem ehemaligen Alten Friedhof.
Die erste deutsche Ferneisenbahnstrecke. Offizieller Baubeginn (Bahneinschnitt bei Machern) am 1.3.1836. Landbaumeister K├Ânigsd├Ârffer hatte jedoch schon im November 1835 bei Wurzen mit dem Br├╝ckenbau (Dammsch├╝ttung f├╝r die erste deutsche Eisenbahnbr├╝cke) begonnen. Am 31.7.1838 fuhr zum ersten Mal die Eisenbahn von Leipzig bis Wurzen. Der regelm├Ą├čige Betrieb zwischen Leipzig und Dresden wurde am 9.4.1839 aufgenommen. Seit 1993 Ausbau zur ICE-Strecke. Fertigstellung des Wurzener Abschnitts 2.12.2002.
Beginnt am Costigall und f├╝hrt bis zur Strombr├╝cke ├╝ber die Mulde. Der westlichste Teil der B 6 auf der Wurzener Stadtflur
⇒ Schweizergarten-tra├če
F├╝hrt von der Theodor-K├Ârner-Stra├če nach Norden bis zur Georg-Schumann-Stra├če im Neubaugebiet Nord I. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1712-1781). Vorher seit dem 28.1.1892 Heinrichstra├če auf Wunsch des Besit-zers dieses Gel├Ąndes, eines A. Dittmann aus Glauchau, dessen Vater Heinrich hie├č. Seit dem 20.10.1933 auf Vorschlag eines Wurzener "Bannf├╝hrers" nach dem 1932 er-mordeten Hitlerjungen Herbert-Norkus-Stra├če.
Verbindet die Stra├če des Friedens mit der Dr.-K├╝lz-Stra├če. Seit 1.8.1904 nach dem in Wurzen geborenen Fabeldichter Magnus Gottfried Lichtwer (1719-1783)
Aufgemauerte Gel├Ąndestufe (Heiste) gegen├╝ber dem Rathaus am Ende der Wenceslaigasse, am Eingang zur Domgasse. Nordseitig (heute) mit vier H├Ąusern bebaut. Erstmals anl├Ąsslich des Stadtbrandes vom 5.4.1631 erw├Ąhnt ("lugenbanng"). Unter der Liegenbank befanden sich (bis 1902 noch sichtbar) Kellergew├Âlbe, die als "Verkaufsb├Ąnke" an Markttagen genutzt wurden (sicher schon 1608 in der "Pestchronik" mit "Benck der Becker" gemeint).} Seit 1870 mehrfach bauliche Ver├Ąnderungen des gesamten Bauensembles (Freitreppe, Gel├Ąnderaufs├Ątze). 1982/83 Sanierung und denkmalpflegerische Neugestaltung der Geb├Ąude. 1993/94 Instandsetzung der Vermauerung.} Der Name kommt sicherlich vom "Niedergericht", das dort (an der ÔÇ×legebankÔÇť) abgehalten wurde. Die Tafel mit den Initialen JvH (= Johann von Haugwitz) und der Jahreszahl 1555 hat damit sicherlich nichts zu tun. Sie stammt h├Âchstwahrscheinlich vom fr├╝heren Jacobstor und ist erst nach dessen Abbruch 1839 hier angebracht worden
Seit 4.5.1995 Stra├čenname in der Eigenheimsiedlung an der Kleegasse.
⇒ Stra├če des Friedens
Am Wachtelberg 14. 1912 im Auftrag der "Wolf von Arnimschen Werke" erbaut} Gastst├Ątte bis etwa 1928. Heute Eigenheimstandort.
⇒ Beethovenstra├če
Seit 1977 f├╝r den fr├╝heren Privatweg (nach einem dort ans├Ąssigen Wurzener Unternehmer zeitweise auch H.-August-Schmidt-Weg genannt), der an der Flurgrenze zwischen Wurzen und Dehnitz vom Dehnitzer Weg ab nach Westen bis zum Steilhang ├╝ber der Aue f├╝hrt. Die in den 1970-er Jahren einsetzende Bebauung mit Eigenheimen machte hier die Festlegung einer Postanschrift notwendig.
Geht vom Nordende der Theodor-Uhlig-Stra├če nach Osten ab und verl├Ąuft bis ins Neubaugebiet Nord I und schlie├čt den sogenannten "Hunderterblock" mit ein.} Seit dem 18.3.1931 nach dem Pfarrer und geistlichen Dichter Salomon Liscow (1640-1689), der seit 1685 als Archidiakon in Wurzen wirkte und auch hier begraben ist.
F├╝hrt (urspr├╝nglich in Verl├Ąngerung der Bahnhofstra├če bzw. bis 2005 von der Personen-unterf├╝hrung am Bahnhof) von der Bahntrasse nach S├╝den bis zur Gabelung Nemter/ Oelsch├╝tzer Stra├če. Seit dem 1.1.1938 nach dem Initiator der Leipzig-Dresdener Eisenbahn Friedrich List (1789-1846). Vorher geh├Ârte dieser Stra├čenzug ebenfalls zur Nemter Stra├če.
⇒ Karl-Liebknecht-Stra├če
Die von Naumann 1962 genannte Bezeichnung ist nicht genau zu lokalisieren. Vielleicht ist sie mit dem ⇒ Pandurenloch gleichzusetzen.
Alter Name f├╝r ein Flurst├╝ck n├Ârdlich der Stadt und der alten Weichbildgrenze, "hinter dem Galgen". Der Gro├čzschepaer Rasenweg verl├Ąuft durch den L├Âffel (auf dem ehemaligen GUS-├ťbungsgel├Ąnde; ⇒ Exerzierplatz)
Versammlungsort der Freimaurer, auch pars pro toto f├╝r die Freimaurer. In Wurzen gab es seit 1819 bis 1933 eine "Genossenschaft" der Freimaurer. Ihre Logen befanden sich } 1. bis 1879 im St. Barbara genannten ÔÇťPrivathausÔÇŁ neben der Stiftssuperintendentur (Stiftssuperintendent Christian Anton August Fiedler geh├Ârte zu den Stiftern der am 7.6.1819 ins Leben gerufenen "gerechten und vollkommenen St. Johannis-Loge"); } 2. nach 1890 bis zum Ende des 1. Weltkrieges (nunmehr als Verein organisierte Loge "Friedrich August zum treuen Bunde") im eigens dazu erbauten Haus Liststra├če 11 (seit 1920 Kirchgemeindehaus, seit 1945 ev.-luth. Kindergarten); } 3. von 1920 bis 1933 im Gel├Ąnde der ehemaligen Artilleriekaserne in der Juelstra├če (ehemaliges Offizierskasino).
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die neuan-gelegte Stra├čenschleife n├Ârdlich der Weichertstra├če im Wohn- und Dienstleistungszentrum "Eilenburger Stra├če".
⇒ Museum
⇒ Martin-Luther-Stra├če
Mundartlich "Lips". Dorf (ehemaliger Rundling) nord├Âstlich von Wurzen zwischen Breitem Berg, Spitzberg und Wolfsberg. Ersterw├Ąhnung 1185 als Luptiz. Name ist slawischen Ursprungs: "Ansiedlung der Leute des Ljubota". Seit 1993 Ortsteil von Hohburg} Luptitz interior, das innerhalb des Stiftslandes liegen-de L├╝ptitz (im Gegensatz zum L. superior - dem "oberen" Liptitz bei Mutzschen) geh├Ârte zu den 6 alten Wurzener Stiftspfr├╝nden (seit 1223?). Erbgericht und Kirchenpatronat ("L├╝ptitz I") standen dem Dechanten des Kapitels bis 1546 "unbest├Ąndig", danach "best├Ąndig" zu.
Geht heute von der Nordostecke des Bgm.-Schmidt-Platzes nach Nordosten in Richtung des Breiten Berges ab. Seit etwa 1902/03 f├╝r den alten L├╝ptitzer Kommunicationsweg, der eigentlich schon am heutigen Clara-Zetkin-Platz begann (⇒ Mozartstra├če). Urspr├╝nglich war diese Stra├če ├╝ber den Berg die direkte Verbindung zwischen Wurzen und dem zum Stift geh├Ârigen L├╝ptitz (deshalb auch "Kommunikationsweg").
Vor dem Dom auf dem Domplatz. Anl├Ąsslich des 400-j├Ąhrigen Reformations-Jubil├Ąums errichtet. Grundsteinlegung 1917, Einweihung 22.9.1918. Quader aus Beuchaer Pyroxengranitporphyr (wie V├Âlkerschlachtdenkmal); Lutherplakette und Stiftertafel kriegsbedingt nicht aus Bronze, sondern Eisen. Erneuerung 1982 und 2008 (Metallteile). Heute ohne Wasserzufluss.

MNO

1891-1949 die B├╝rger- bzw. Volksschule am Domplatz 7 (⇒ Diesterwegschule).
Wohl schon um 1542 vom Rat eingerichtet. 1600 wird "an der Mauer" ein besonderes Geb├Ąude als M├Ądchenschule errichtet. Dieses f├Ąllt dem Stadtbrand vom 12.9.1704 zum Opfer. Danach wurde die Schule neben der ⇒ Lateinschule auf der Domfreiheit untergebracht. Bis 1829 nur einklassig. 1835 in der B├╝rgerschule aufgegangen. Das Geb├Ąude, in dem die M├Ągdeleinschule untergebracht war, wurde mit anderen Geb├Ąuden 1888 weggerissen. Der sp├Ątgotische Torbogen von 1584 blieb im st├Ądtischen Bauhof erhalten und wurde 1948 im Seitengeb├Ąude des ⇒ Museums zur Johannisgasse hin eingebaut
⇒ Gymnasium (2.)} Malerwinkel} Oft gemalte Stelle am n├Ârdlichsten Punkt der Schlossmauer. Urspr├╝nglich stie├čen hier Schloss- und Stadtmauer zusammen. In der Schlossmauer befand sich eine Rundbogenpforte. Mauer und Pforte wurden nach 1970 beseitigt, um f├╝r die Polizei eine Zufahrt zu den Amtsg├Ąrten zu schaffen.
Auf Anregung des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins wieder errichtetes Holzkreuz am Muldeufer auf Oelsch├╝tzer Flur n├Ârdlich der Sonnenm├╝hle. Fertigstellung 17.10.1998. Zur Erinnerung an die Grimmaerin Margarete Gey, die sich am 3.9.1924 in Grimma aus Verzweiflung in die Mulde st├╝rzte und am 1.10.1924 am Muldeufer unterhalb des heutigen Kreuzes aufgefunden wurde. Das Kreuz ist bereits das dritte an dieser Stelle.
F├╝hrt als Verl├Ąngerung der Rosa-Luxemburg-Stra├če nach Norden bis zur L├╝ptitzer Stra├če. Typisch f├╝r die Arbeiterwohngebiete im Osten der Stadt. Name vom 5.10.1898 bis zum 31.5.1933 und erneut seit dem 1.5.1991, nach der Tochter des M├╝hlendirektors Alexander Paarmann, der die Stra├če anlegen lie├č. 1933-1945 Mutschmannstra├če nach dem NS-Gauleiter von Sachsen (1879-1948). Seit 1.8.1945 Ernst-Th├Ąlmann-Stra├če nach dem F├╝hrer der KPD Ernst Th├Ąlmann (1886 - ermordet 1944).
Amtliche Bezeichnung wieder seit 1990. Vorher seit den 1950-er Jahren Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (die Tafel am Rathaus enthielt niemals die rechtschreiblich exakte Form!).} Der Platz von ca. 50 m x 70 m Gr├Â├če wurde um etwa 1200 angelegt und war seitdem der Mittelpunkt der Rechtsstadt. Die Anlage aus der Zeit der Ostkolonisation weist typische Merkmale neben seiner Rechteckigkeit auf: Sie befindet sich vor der ├Ąlteren Burg und Vorburgsiedlung, deren Grenze den Westrand des Platzes bildet. Von seinen vier Ecken gehen die Gassen exakt in die vier Haupthimmelsrichtungen ab.
1.: Der bis um 1830 auf dem Markt existierende R├Âhrenkasten, zu dem das Wasser des Tonneborns geleitet wurde. 2.: Der so genannte Ringelnatzbrunnen. 1982/83 im s├╝d├Âstlichen Teil des Marktplatzes als Trogbrunnen mit Brunnenstock (beides aus Lobej├╝ner Porphyr) errichtet. Die Brunnenbekr├Ânung aus Bronze (von Dieter Dietze aus Leipzig) macht das Bauwerk als Denkmalsbrunnen kenntlich: Ein Klabautermann mit den Z├╝gen von Ringelnatz reitet auf einem Seepferd (= Ringelnatz). Die Reliefs aus Bronze und die steinernen Wasserspeier schuf Hartmut Klopsch aus Leipzig. Einweihung am 25.6.1983 im Rahmen des 12. Parkfestes der Stadt und zu Ehren des 100. Geburtstages des Dichters. Im Zuge der Marktneugestaltung 2006 an die SO-Ecke des Marktes versetzt.
Von ihr ist nichts urkundlich oder arch├Ąologisch ├╝berliefert. Sch├Âttgen 1717 bezieht sich auf Dr. Johann Schreiter (1578-1638), wenn er mitteilt: "Eine kleine Capelle mag zu Ende des zehenden und Anfang des eilfften Jahrhunderts am Markte gegen Abend zu, wo itzund des Kannegie├čers Haus ist [Markt 12/13], gestanden haben." Damit k├Ânnte eine erste Burgward-Kirche gemeint sein, auf die auch Thietmar von Merseburg in seiner Chronik Bezug nimmt. Sie m├╝sste nach Sch├Âttgens Ortsbeschreibung am Rande der Vorburgsiedlung ├Âstlich der Wurzener Burg gelegen haben.
⇒ Franz-Mehring-Stra├če
Kein Stadttor, sondern das westliche Ende der heutigen Franz-Mehring-Stra├če (bis 1945 Marthastra├če) gegen den Sperlingsberg. Um 1960 abgerissen.
Sie stellt die Verl├Ąngerung des Jacobsplatzes nach Osten dar und f├╝hrt bis zum Clara-Zetkin-Platz. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Reformator (1483-1546). Urspr├╝nglich hie├č der Stra├čenzug nach Osten Torgauer Stra├če. Erst am 1.1.1938 wurde deren innerer Teil in Ludendorffstra├če nach dem Ersten Generalquartiermeister unter Hindenburg im 1. Weltkrieg Erich Ludendorff (1865-1937) umbenannt.
⇒ Stadtgut, Schmiedegasse
⇒ Stadtpark
(N; Geol. Specialkarte Kgr. Sachsen 1884); auch Mohrichen, M├Ârigen oder Mierichen} Ehemaliges feuchtes Wiesengel├Ąnde ├Âstlich des L├Ąuseberges (zwischen Oelsch├╝tzer Stra├če und Nemt). Name bedeutet "kleines Moor".
⇒ Scharfrichterei
⇒ Altes Lazarett
Alte Flur n├Ârdlich der Stadt, stie├č zwischen dem alten Weg nach Nischwitz (Alte Nischwitzer Stra├če n├Ârdlich der Artilleriekaserne) und dem Kieselberg "an die Nischwitzer Grenze".
⇒ Schulen (18.)
⇒ Dr.-Rudolf-Friedrichs-Stra├če
Zwischen Clara-Zetkin- und Bgm.-Schmidt-Platz. Seit dem 1.8.1945 nach dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Urspr├╝nglich - vor der ├ťberbauung des Gel├Ąndes - Teil eines alten "Weges nach L├╝ptitz" (heute L├╝ptitzer Stra├če), der 1897 noch als (L├╝ptitzer) Kommunicationsweg bezeichnet wird. Wahrscheinlich 1904 erhielt dann die neue bebaute Stra├če den Namen Kurze Stra├če (bis 1945).
Rechter Zufluss zur Mulde. Er entspringt ├Âstlich von Sachsendorf im n├Ârdlichen Teil des Wermsdorfer Forstes, unweit der B 6, durchflie├čt nach Sachsendorf auch Burkartshain (bis hierhin Grenze des ÔÇ×Wurzener LandesÔÇť gegen das Amt Grimma im 17./18.Jh.), M├╝hlbach und Nemt, umflie├čt den Wachtelberg s├╝dlich (hei├čt hier unterhalb des Golde-nen T├Ąlchens auch Dehnitzbach) und m├╝ndet bei Dehnitz in die Mulde (⇒ Dehnitzer Lache). F├╝r den Bereich der Dehnitzer Flur sind auch die Namen Dorfbach (die!), Hechtbach, Gr├╝ndlingsbach oder R├Âhrwiesenbach ├╝berliefert. In erdgeschichtlich fr├╝herer Zeit ist er sicherlich weiter n├Ârdlich in die Mulde geflossen. Darauf weist der starke Grundwasserstrom zwischen Wurzen und dem Wachtelberg hin (⇒ Eierpfuhl [2.]; Wasserwerk).
Seit dem 1.1.1994. Geht vom Wolfstellenweg am Nordrand von Nemt in Richtung M├╝hlbach.
Flur n├Ârdlich von Wurzen, westlich des Windm├╝hlenweges und n├Ârdlich der Kleegasse. ( ⇒ M├╝hlen)
Wurzen wird in j├╝ngster Zeit zuweilen als der ├Ąlteste Standort f├╝r M├╝hlen in Sachsen genannt (B├Âhm 1990). Danach kann man bereits f├╝r das Ende des 10. Jh. M├╝hlen im heutigen Stadtgebiet vermuten. Urkundlich lassen sie sich solche allerdings erst f├╝r viel sp├Ąter nachweisen. Den Anfang machen die Wasserm├╝hlen.} 1. Wasserm├╝hlen am M├╝hlgraben: a) Die urspr├╝nglich bisch├Âfliche Mahl-, Walk- und Schneidem├╝hle, unter Bischof Johann von Wei├čbach vor 1486 erbaut, zur Unterscheidung der sp├Ąter erbauten Neum├╝hle oder Oberm├╝hle auch Unterm├╝hle genannt; ab 1568 an den Rat zu Wurzen verpachtet, deshalb auch Stadtm├╝hle genannt; Dilich 1628 bezeichnet die Walkm├╝hle am M├╝hlgraben als Scherderm├╝hle; im 17. Jh. zeitweilig im Besitz des Amtes, deshalb auch Amtsm├╝hle genannt; 1701 "Privatisierung", von da an wechselnde Besitzer; bis 1843 mit Eigengerichtsbarkeit ausgestattet; 1811 Zerst├Ârungen durch Brand; 1847/54 Kauf durch Johann Friedrich Krietsch (Krietschm├╝hle oder im Volksmund "Krietsche"), nach Aufhebung des Mahlzwanges 1869 Umwandlung der Lohnm├╝hle in eine Handelsm├╝hle und Entwicklung zum industriellen Gro├čbetrieb mit B├Ąckerei (Bisquits); 1886 Umwandlung des Familienbetriebes in eine Aktiengesellschaft (Krietschwerke); 1917 Zerst├Ârung durch Gro├čfeuer, bis 1925 Bau der heutigen stadtbildpr├Ągenden M├╝hlengeb├Ąude (Weizen- und Roggenm├╝hle; wegen des Aussehens beider Geb├Ąude deshalb in der Gegenwart die ironisierende Bezeichnung "Keksdom"), dabei ├ťberbauung der Bleiche; 1945 Enteignung, 1953 Nahrungsmittelwerke "Albert Kuntz", sp├Ąter Nahrungsmittelkombinat "Albert Kuntz" (⇒ Albert-Kuntz-Stra├če), Privatisierung 1990/91, heute Getreide AG und Dauerbackwaren GmbH; 1994 Abriss der letzten alten M├╝hlengeb├Ąude (Verwaltungen) am Ausgang des Rosentals; 1994/95 umfangreiche Sanierungsarbeiten an den D├Ąchern und T├╝rmen der M├╝hlengeb├Ąude. 24.9.1997 Vernichtung des B├Ąckereigeb├Ąudes der Dauerbackwaren GmbH durch Gro├čbrand. Neubau 1998.} b) Die Papierm├╝hle am ⇒ Trauschkenstein. 1847 Bau der "Bergerschen Papierm├╝hle", der Trauschkenstein wird zu diesem Zweck gesprengt; 1900 Kauf der M├╝hle durch Heinrich Beda sen.; nach Brand 1925 Einstellung des Betriebes und Kauf des Gel├Ąndes durch die Teppichfabrik.} 2. Die Ober- oder Neum├╝hle an der Mulde: Unterhalb von Schm├Âlen am westlichen Flussufer gelegen, um 1500 unter Johann von Salhausen erbaut, dabei auch erste Erw├Ąhnung des Muldenwehres. 1568 Pacht durch die Stadt, ab 1701 mehrfacher Besitzerwechsel, 1871 Kauf durch Krietsch. 1887 Zerst├Ârung durch Feuer, 1993 Abbruch der ruin├Âsen Geb├Ąude.} 3. Wasserm├╝hlen am M├╝hlbach: a) in Dehnitz (Dorfstra├če 18): Bereits 1816 wird der M├╝ller Friedrich Rudloff erw├Ąhnt, der als P├Ąchter der Neum├╝hle und als Besitzer der Dehnitzer Wasserm├╝hle auftritt. 1890 Zerst├Ârung durch Feuer; der ehemalige M├╝hlgraben ist heute noch sichtbar. b) Die Unterm├╝hle in Nemt (Wiesengrund 2) k├Ânnte schon im 16. Jh. existiert haben. 1701 und 1831 brennt sie ab. Ab 1843 l├Ąsst sich ihre Geschichte relativ gut verfolgen. Die zweig├Ąngige M├╝hle wurde durch ein oberschl├Ąchtiges M├╝hlrad angetrieben. Das Geb├Ąude war ein Fachwerkhaus mit Strohdach (kolorierte Skizze von Richard P├╝ttner aus dem Jahre 1864 im Museum Wurzen). Manuel Vincente H├Âschel war der letzte Wasserm├╝ller. Nachdem er w├Ąhrend des 1. Weltkrieges den Betrieb eingestellt hatte, verfiel die M├╝hle und wurde 1921 abgebrochen. c) Die Oberm├╝hle in Nemt (Alte Poststra├če 17) ist wie die Unterm├╝hle bereits auf einem alten Kupferstich von 1753 zu sehen. Die zweig├Ąngige M├╝hle besa├č ein unterschl├Ąchtiges Wasserrad. Der M├╝hlenbetrieb wurde um die Jahrhundertwende eingestellt, nachdem das Mehlmahlen schon fr├╝her aufgeh├Ârt hatte. Urspr├╝nglich floss der M├╝hlbach unter den Geb├Ąuden (Scheune und Schweinestall) hindurch. Die Regulierungen am M├╝hlbach und am Kornhainer Bach um 1930 haben die hydrografische Situation grundlegend ver├Ąndert} Windm├╝hlen sind in und um Wurzen erst relativ sp├Ąt nachweisbar. Seit dem 18. Jh. sind f├╝r den Hochfl├Ąchenrand n├Ârdlich der Stadt Standorte bekannt. Es sind die Vorg├Ąnger der M├╝hlen, die in der 2. H├Ąlfte des 19. Jh. entstanden und teilweise bis ins 20. Jh. existierten.} 1. Auf dem Kieselberg (⇒ Windm├╝hlenweg) n├Ârdlich von Wurzen sind drei Standorte nachzuweisen: a) Die Veitsche Bockwindm├╝hle (Flur Wurzen Nr. 1394). 1859 kauft der M├╝ller Johann August T├Âpfer das Grundst├╝ck, auf dem er bereits die M├╝hle erbaut hatte. 1887 kauft Carl August Veit die M├╝hle auf Abbruch; dieser erfolgt 1902. Seit 1934 Nutzung des Gel├Ąndes durch eine G├Ąrtnerei. Heute im Neubaugebiet Nord II aufgegangen} b) Die Steudesche Windm├╝hle (Flur Wurzen Nr. 1022). 1848 kauft Friedrich Seidel aus Burkartshain das Grundst├╝ck und erbaut die M├╝hle. Ihre Wetterfahne mit den Initialen "F.S." und der Jahreszahl 1848 befindet sich im Museum der Stadt. Mehrfacher Besitzerwechsel, 1875 Kauf durch Friedrich Moritz Steude, Verkauf durch dessen Witwe 1920 an die Stadt, die sie verpachtet. 1930 Stillegung nach Sturmschaden, 1935 Abbruch} c) Die Gruhlsche Windm├╝hle (Flur Wurzen Nr. 1405). 1875 Antrag auf Umsetzung der Windm├╝hle von Calbitz nach Wurzen. Antrag wird zun├Ąchst abgelehnt, da das genannte Grundst├╝ck von der Muldentalbahn beansprucht wird. Friedrich Gustav Gruhl wird 1879 als "M├╝hlenbesitzer" genannt. 1880 besteht das Grundst├╝ck laut Kaufvertrag nur noch aus Wohnhaus und Wirtschaftsgeb├Ąude. Gel├Ąnde heute in Nord II aufgegangen} 2. Die Windm├╝hle Roitzsch. Vermutlich um 1835 als Bockwindm├╝hle erbaut. Seit 1864 im Besitz der Familie Willig. Bis 1978 (?) in Betrieb. Die M├╝hle stand auf einem Steinsockel, auf dem sie mit Hilfe einer Rollbahn in den Wind gedreht werden konnte (Paltrock-System). Reste der M├╝hle nach 2000 abgebrochen und nach Schkorditz gebracht, dort wieder aufgebaut (2015).} 3. Die Holl├Ąnderwindm├╝hle Dehnitz auf dem Wachtelberg. Vor 1870 erbaut, brannte sie 1876 vollst├Ąndig aus und wurde im gleichen Jahr wieder aufgebaut. 1884 Einbau eines vertikalen Wasserrohr-Dampfkessels (nach einem Patent der Wurzener Firma Sch├╝tz & Hertel), zus├Ątzlich wird ein Paltrock-Windrad angebracht. 1925 Einstellung des M├╝hlenbetriebs und Verkauf der technischen Einrichtung. Fortf├╝hrung der mit der M├╝hle verbundenen B├Ąckerei bis zu Beginn der 50-er Jahre. M├╝hle heute ruin├Âs} Am Ende des 19. Jh. tauchen in Wurzen auch die Dampfm├╝hlen auf. Die Anlage zwi-schen Dresdener Stra├če und Eisenbahnlinie hie├č nach ihrem Besitzer Sch├Ânertm├╝hle. Gustav Sch├Ânert erwarb die bereits bestehende Fr├Ąnkelsche M├╝hle vor 1875 und baute sie weiter aus. 1902 Kauf durch die Krietschwerke. 1924 Zerst├Ârung durch Brand. 1931 wurde das Gel├Ąnde durch die Maschinenfabrik G.A. Sch├╝tz (MAFA) erworben (bis in die Gegenwart deshalb der Name "M├╝hlenhof").
Oberhalb der Krietschwerke durch Aufstauen des M├╝hlgrabens in der Mitte des 19. Jh. angelegt, um die n├Âtige Fallh├Âhe f├╝r das Turbinenhaus der M├╝hlenwerke herzustellen. Das Gew├Ąsser wurde von den Rudersportlern genutzt, hier befand sich auch die Anlegestelle des Motorbootes. Durch den M├╝hlenneubau nach 1917 verlor der Teich seine alte Bedeutung und durch den Kanalbau nach 1925 sein Wasser. Der Rest blieb bis nach 1970 erhalten. Heute zugesch├╝ttet und Parkplatz.
Ehemaliger Nebenarm der Mulde. Er erhielt seinen Namen von den M├╝hlen, die seit etwa 1490 an seinen Ufern nachweisbar sind. Mit der Nutzung des Gew├Ąssers h├Ąngt auch der Bau des Muldenwehres oder Neum├╝hlenwehres zusammen, von wo der M├╝hlgraben seinen Anfang nahm. Er floss in n├Ârdliche Richtung auf Wurzen zu und verzweigte sich noch vor dem Einfluss der Rietzschke (⇒ Gelbe Lache, W├╝stes Gerinne). Nur der stadtnahe Arm, an dem die M├╝hlen lagen, f├╝hrte die Bezeichnung. N├Ârdlich der Bleiche (nach der Vereinigung mit dem W├╝sten Gerinne) hie├č er Kuhmulde, unterhalb der Meisterei auch Schindergraben, an der Fleischerdrauschken (nachdem er sich wieder mit der Gelben Lache vereinigt hatte) Fleischergraben. Bis 1925 gestaltete er wesentlich den Auenbereich der Stadt und bildete den Vorfluter f├╝r ihre Entw├Ąsserung. Der Kanalbau entzog dem M├╝hlgraben den notwendigen Wasserzufluss. Nach 1970 wurde er im Bereich der Filzfabrik vollst├Ąndig und an den M├╝hlenwerken teilweise verf├╝llt.
⇒ Muldenwehr
⇒ Br├╝cken
⇒ Werder
Die Vereinigte Mulde erreicht bei ca. 113 m NN die Nemter Flur. Zwischen Dehnitz und Schm├Âlen durchbricht der Fluss ein letztes Mal markant die Porphyre des kristallinen Untergrundes (Wachtelberg, Schafberg). Von hier aus nach Norden weitet sich der Talboden zur bald kilometerbreiten Aue. Dabei verliert die Mulde rasch an Flie├čgeschwindigkeit und beginnt stark zu m├Ąandrieren. Ihre geringere Transportkraft ├Ąu├čert sich zugleich in Anlandungen, die ein Verzweigen und Verwildern des Flusses zur Folge haben (⇒ Insel, Heger, Werder). Gleichzeitig entstehen Furten, die fr├╝her wichtig f├╝r das ├ťberqueren des Flusses waren.} Hochw├Ąsser konnten bis in 18. Jh. immer wieder den Flusslauf verlegen, so dass Ortsangaben in der Aue manchmal schwierig sind. Wasserbauliche Ma├čnahmen seit dem 18./19. Jh. haben den Fluss allerdings in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschr├Ąnkt, die Aue weithin trockengelegt und eine st├Ąrkere landwirtschaftliche Nutzung und auch eine st├Ąrkere Be- und Verbauung m├Âglich gemacht. Letzteres hat wesentlich zu dem katastrophalen Ausma├č der Hochw├Ąsser von August 2002 und Juni 2013 beigetragen.} Die Mulde war seit 1017 die Grenze zwischen den Bist├╝mern Merseburg und Mei├čen.} Vom 5.5. bis 1.7.1945 bildete der Fluss die Demarkationslinie zwischen den amerikanisch und sowjetisch besetzten Teilen Sachsens.
1.: Allgemein die Tallandschaft n├Ârdlich der Wurzener Muldenbr├╝cken (LSG), an der die Stadt allerdings nur geringen Anteil hat. Die Aue war bis ins 18. Jh. durch rasch wechselnde topografische Verh├Ąltnisse gepr├Ągt und ein weitgehend sumpfiger Bereich. Vom urspr├╝nglichen Auewald hat sich um Wurzen nichts erhalten. 2. ⇒ G├Ąrten
⇒ Br├╝cken
Zwischen Berggasse und An der Mulde. Name kann schon sehr alt sein, er ist aber erst im 19. Jh. nachweisbar. Vorher (noch bei Sch├Âttgen 1717) hie├č die Stelle Gerberh├Ąuser. Hinter diesen an der Kuhmulde befand sich eine Richtst├Ątte der Stadt: Hier wurden die Delinquenten "ges├Ąckt" (im Sack ertr├Ąnkt).
Name eine Gastst├Ątte n├Ârdlich vom Steinhof und oberhalb des M├╝hlgrabens (Gel├Ąnde seit 1880 mit der Krietschvilla bebaut).
1877 fertiggestellte Eisenbahnstrecke zwischen Glauchau und Wurzen. Sie ├╝berquerte auf einem Damm zwischen Nemt und dem Wachtelberg das M├╝hlbachtal und mit einer Br├╝cke die Strecke Leipzig-Dresden (s├╝dliche Auffahrrampe heute noch vorhanden). Sie ber├╝hrte das damalige Wurzen im ├Ąu├čersten Osten und endete am Muldentalbahnhof oder Nordbahnhof an der heutigen Friedrich-Ebert-Stra├če (Amtsgericht). Eine Weiter-f├╝hrung der Strecke zerschlug sich. 1879 wurde deshalb die Strecke in den "S├╝dbahnhof" eingebunden und der Streckenteil im Norden der Stadt abgebaut. 1945 bis 1967 noch Betrieb der Teilstrecke Wurzen-Grimma. Vollst├Ąndiger R├╝ckbau 2004/05 ⇒ Muldentalradwanderweg} Mit ver├Ąnderter Trassenf├╝hrung konnte erst 1927 die Strecke Wurzen-Eilenburg in Betrieb genommen werden.
⇒ Rudolf-Breitscheid-Stra├če
2003/04 nach R├╝ckbau der Gleise auf der Trasse der fr├╝heren ⇒ Muldentalbahn geschaffener asphaltierter Radweg zwischen Wurzen-Dehnitz und Grimma.
1. auch Neum├╝hlenwehr: } 1500 in Zusammenhang mit dem Bau der Neum├╝hle bei Schm├Âlen erstmalig erw├Ąhntes Wehr. Es sicherte der Neum├╝hle und dem Wurzener M├╝hlgraben regelm├Ą├čigen Wasserzufluss. Beim Kanalbau 1923/25 erh├Âht. 1983 durch Betonschwelle ersetzt} 2. eigentlich M├╝hlgrabenwehr: s├╝dlich der so genannten ⇒ Insel, das den Wasserzufluss f├╝r die M├╝hle am Trauschkenstein (Papierm├╝hle) sicherte.
Domgasse 2. Renaissance-B├╝rgerhaus aus dem 16. Jh.; nach der Zerst├Ârung im 30-j├Ąhrigen Krieg 1666-1668 neu errichtet. Sehenswerter Volutengiebel an der Domgasse, Arkadengang im Hof, innen h├Âlzerne Wendeltreppe. Zahlreiche Umbauten im 19. und 20. Jh. Nach 1945 wurde der historische Zustand ann├Ąhernd wieder hergestellt, gleichzeitig Einbau einer sp├Ątgotischen Toreinfahrt in der Johannisgasse. Nach den unterschiedlichen Besitzern wurde das Haus verschieden benannt: Haus des Kaufmanns Sommer (18. Jh.-1825/26), (von) Lossowsches Haus (bis 1920). 1940 erwarb es die Hermann-Ilgen-Stiftung.} Die Grundlage der Sammlungen des Museums wurde durch das private Ortsmuseum des Druckereibesitzers Otto Jacob und die Sammlung des Wurzener Geschichts- und Altertumsvereins (seit 1909) gelegt. Das St├Ądtische Museum vereinte 1927 im alten Rathaus beide Sammlungen mit Best├Ąnden aus dem Besitz der Stadt sowie privaten Stiftungen. 1948 Wiederer├Âffnung des St├Ądtischen Heimatmuseums im sanierten Geb├Ąude Domgasse 2 nach Kauf von der Hermann-Ilgen-Stiftung. 1960 Kreismuseum; 1993 Kulturgeschichtliches Museum der Stadt Wurzen, 2004 Teil des st├Ądtischen Kulturbetriebes} Zwischen 1970 und 1986 zahlreiche ÔÇ×RekonstruktionsÔÇť-Ma├čnahmen, die den Verfall der Bausubstanz jedoch nicht aufhalten konnten. 1996-1999 grundlegende Sanierung im Rahmen der Stadtsanierung. 1998-2001 Neugestaltung der st├Ąndigen Ausstellung unter Einbeziehung der Ringelnatzausstellung (bis 1998 im ⇒ Ringelnatzhaus).
Die 1959 gegr├╝ndete Musikschule erhielt 1990 das Geb├Ąude Theodor-K├Ârner-Stra├če 4 als Sitz (ehemaliger Kindergarten, ⇒ Kleinkindbewahranstalt). Seit August 2007 nutzt sie das Geb├Ąude der fr├╝heren Mittelschule Nord.
⇒ Marienstra├če
Im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks 1953/54 geschaffene Kulturst├Ątte in einem alten Steinbruch an der Westseite des Wachtelbergs. B├╝hne, Orchestra und amphitheatrisch gestalteter Zuschauerraum wurden vorwiegend von Mitgliedern der Ch├Âre aus Wurzen und Umgebung errichtet. Einweihung Juni 1954. Nutzung f├╝r Chorauftritte, Kino- und Theaterveranstaltungen. Ende der 1960er Jahre kaum noch Nutzung und Verfall der Anlage. Nach 1980 R├╝ckbau und Renaturierung.
⇒ Nelke(born)
⇒ Orchideenweg
Wort slawischen Ursprungs (die "Sesshaften"?). Name dreier Kleingaue (├Âstlich der Saale bei Halle; an der Mulde bei Wurzen; an der Elbe s├╝dlich von Torgau N. parvum). Das Wurzener Gebiet wird 961 genannt: altera regio Neletici, ubi est Vurcine civitas ("die andere Landschaft Neletici, wo der Burgward Wurzen liegt"). An den alten Gaunamen erinnerte bis ins 19. Jh. der Nelkeborn am Steinhof.
Quellbrunnen westlich unterhalb des Steinhofes, dessen Wasser in den nahegelegenen M├╝hlgraben abfloss. Hier begann der Dehnitzer Kirchweg. Beim Bau der Filzfabrik verschwand auch der Nelkeborn.
Dorf s├╝d├Âstlich von Wurzen zu beiden Seiten des M├╝hlbachs. 1292 erstmals als Nymut erw├Ąhnt. Nach Ebert (1930) kann dieser Name sekund├Ąr und ursp├╝nglich auf den n├Ârdlichen Teil des Ortes bezogen gewesen sein (slaw.: etwa "Deutschendorf"); im Crimmitzschweg k├Ânnte nach Ebert der urspr├╝ngliche Ortsname enthalten sein (S├╝dteil um die Kirche). Naumann (1962) interpretiert den Namen als Patronymikon ("Ort des Nemota")} Das Vorwerk (⇒ Hofestatt [2.]) und das Dorf geh├Ârten zuerst zu verschiedenen Ritterg├╝tern (1441 P├╝chau, 1450 Roitzsch, 1465/72 K├╝hnitzsch). Ab 1472 befindet es sich in bisch├Âflichem Besitz. 1714 erscheint es unmittelbar zum Amt Wurzen geh├Ârig. Seit 1.1.1994 Stadtteil von Wurzen.
Seit 1938 Fortsetzung der Liststra├če in Richtung Nemt. Bis dahin begann die Nemter Stra├če bereits an den Bahnschienen am Wurzener Bahnhof. Die Trasse geh├Ârt zum alten Poststra├čensystem (⇒ Alte Poststra├če). Der ├Ąu├čere Teil wird noch 1766 Nembter Weg genannt.
1.: F├╝hrt von der Windm├╝hle Roitzsch nach Nemt (⇒ Apfelweg). 2. ⇒ Nemter Stra├če
Die Bezeichnung entstand bereits um 1960; sie wurde besonders verwendet, als 1983/84 die Neubebauung am n├Ârdlichen Stadtrand fortgesetzt wurde. Der Bereich zwischen Georg-Schumann- und Friedrich-Ebert-Stra├če war schon 1958-1965 bebaut worden (Nord 1). 1983 entstand Nord II zwischen Friedrich-Ebert- und Theodor-K├Ârner-Stra├če, 1984 Nord III bis zur Kutusowstra├če. Nord II und III bestehen ausschlie├člich aus dem Typenbau WB 70.
⇒ M├╝hlen
⇒ Johannispforte
auch Zeughaus, (des Raths) Gewandhaus (vor 1500), das Kanzler Zahnsche Haus (1833) oder Funcksches Haus bzw. Erbe} Bis 1908 dreigeschossiges hochragendes Barockgeb├Ąude am Ende der Johannisgasse und am Hang zur Kannnengie├čergasse. Nach Brand 1908 Grundst├╝ck bis heute unbebaut.} Urspr├╝nglich Standort des (Alten) Zeughauses der Stadt, das "zu Bischof Caspars Zeiten" (Bischof Kaspar von Sch├Ânberg 1451-1463) gebaut worden war und zur Aufbewahrung des st├Ądtischen Wehr- und Feuerl├Âschger├Ąts sowie als Warenlager genutzt wurde. 1519 abgebrannt, 1523/27 wieder aufgebaut (Dilich 1628 "New- oder gewandhau├č"). Um 1600 Bier- und Weinschank mit Beherbergung (ein Ort "gr├Âbster V├Âllerei, des Lasters und der Unzucht"). 1631 beim Stadtbrand zerst├Ârt. Die Tr├╝mmerst├Ątte diente nach dem 30-j├Ąhrigen Krieg zu Baumaterialgewinnung. 1711/12 vom Rat wieder aufgebaut, wobei die Stadtmauer bis zum Eilenburger Tor zur Steingewinnung abgetragen wurde. 1723 Verkauf, seither Wohnsitz von Stiftsbeamten (z.B. Giebelhausen, Kanne, Zahn); 1816-1828 lebte hier Ferdinand von Funck.} 1840 erwarb August Sch├╝tz aus Hannover das Geb├Ąude aus dem "Kanzler Zahnschen Erbe" und begr├╝ndete in ihm die Wurzener Tapetenfabrik. Von da an starke bauliche Ver├Ąnderungen. In der Nacht vom 22. zum 23.4.1908 brannte das Geb├Ąude ab. 1910 teilweise Neubebauung des ehemaligen Fabrikgel├Ąndes. Nutzung zu Wohnzwecken und f├╝r Gewerbe (zuletzt bis 1990 Vorbereitungsk├╝che der HO). 1996/97 Auslobung eines Investorenwettbewerbes zur Neubebauung. Heute Parkplatz.
⇒ Viertel
⇒ M├╝hlen
⇒ Muldenwehr (1)
Am rechten Terrassenrand n├Ârdlich der M├╝ndung der Dehnitzer Lache in die Mulde.
⇒ Hirtenteich ...
Dorf (ehemaliges Sackgassendorf) n├Ârdlich von Wurzen am M├╝hlgraben.} Ersterw├Ąhnung 1342 als Niszewitz. Sicher ist f├╝r 1412 ein Tammo von Nischwitz bezeugt. Name slawischen Ursprungs: "Ansiedlung der Leute des Nego┼í". 1950-1974 Ortsteil von Wurzen, seit 1993 von Thallwitz.} Nischwitz geh├Ârte zu den 6 alten Pr├Ąbenden des Wurzener Stifts. Bis ins 16. Jh. treten im Ort zwei Adelsgeschlechter auf: die Herren von Nischwitz (1393-1558) und von Gaudelitz (1465-1653). Danach war das Dorf (zum gr├Â├čeren Teil amtss├Ąssig zu Wurzen geh├Ârend) dem im Ort befindlichen Rittergut untertan, das - durch diesen Besitz schrifts├Ąssig im Amt Wurzen - mit dem Erwerb anderer D├Ârfer (Deuben, Dehnitz) gleichzeitig Grimmaer Amtssasse wurde
Seit dem 1.11.1995 f├╝r die an der Flurgrenze zu Nischwitz von der Eilenburger Stra├če nach N ins Gewerbegebiet f├╝hrende Erschlie├čungsstra├če.
⇒ Muldentalbahn
⇒ Kleiststra├če
Name der Gastst├Ątte bzw. des 1985 er├Âffneten Jugendclubs in der Theodor-K├Ârner-Stra├če (Nord III).
⇒ Schule Nord
⇒ Kleiststra├če
N├Ârdlich der Flugplatzsiedlung seit 1943 (?) angelegt. Hier entstanden Notquartiere f├╝r Ausgebombte und Fl├╝chtlinge bzw. Vertriebene. Ein Teil der Unterk├╝nfte wurde erhalten und immer wieder erneuert. Heute f├╝hrt die Stra├če von der L├╝ptitzer Stra├če bis zur Paul-Gei├čler-Stra├če.
Wiesengel├Ąnde am s├╝d├Âstlichen Ortsrand von Nemt (im Winkel zwischen Damm├╝hlenweg und Alter Poststra├če) mit dem "oberen G├Ąnseteich".
⇒ M├╝hlen (2.; 3.c)
1901 von Prof. Hugo Weineck an der ├Ąu├čeren Torgauer Stra├če 100 f├╝r die Obstbauausbildung an der Landwirtschaftlichen Kreisschule (⇒ Landwirtschaftsschule) begr├╝ndet. 1935 Erwerbsgartenbetrieb. 1952-1955 Ausbildungsst├Ątte der Spezialschule f├╝r Obst- und Weinbau in der DDR. 1957-1990 Versuchstation der "Zentralstelle f├╝r Sortenwesen" und Erweiterung auf 30 ha. 1990 ├ťbernahme durch das Bundesamt f├╝r Sortenwesen.
Vier Grundst├╝cke zwischen Tonneborn und K├Ârlitzer Hohle, die den B├╝rgern zur Verf├╝gung gestellt wurden, "so die Gemeinde Rinder ausf├╝ttern". Das Gel├Ąnde war wie die benachbarte ⇒ Stadtschreiberspitze "Commun Guth".
FN, n├Ârdlich der Stra├če Im Winkel, auch Brummochsenwiese. Hinweis auf einen Nutzer, der den Gemeindebullen zu halten hatte.
Geht vom Ende der Liststra├če ab nach S├╝den. Alter Ortsverbindungsweg, der im 18. Jh auch als "Weg nach M├╝geln" auftaucht. Bis etwa 1840 hei├čt er dann Oelsch├╝tzer Weg.
⇒ Bahnhofstra├če, Oelsch├╝tzer Stra├če
Seit 2008 in der Eigenheimsiedlung "S├╝d" zwischen Nemter und Oelsch├╝tzer Stra├če. Vorher seit 1994 Neichener Weg.
⇒ Stadtsporthalle
⇒ Werder
⇒ Wachtelberg
Seit 1.1.1994 f├╝r den Feldweg, der von der Stra├če Am Wachtelberg zur Windm├╝hle auf dem Wachtelberg f├╝hrt. Bis zur Erweiterung der Bahnanschluss-Anlagen der Wasserglasfabrik in den 1970-er Jahren f├╝hrte dieser Weg weiter den Berg wieder hinab bis zur Oelsch├╝tzer Stra├če. Vom M├╝hlengel├Ąnde f├╝hrt ein Fu├čweg zum Gipfel des Wachtelbergs hinauf, wo die (gesch├╝tzte!) Gemeine Kuhschelle w├Ąchst. Deshalb war bei der Neubenennung (wegen der Eigenheimbebauung am Anfang des Weges) zun├Ąchst "Kuhschellenweg" vorgesehen, es setzte sich aber der volkst├╝mliche Ausdruck f├╝r die Pflanze durch.

PQR

Heute nicht mehr erkennbarer (mittelalterlicher) Steinbruch s├╝dlich der Beethovenstra├če oberhalb des Steinhofes. Bei Werl 1869 noch ohne Namennennung verzeichnet. In der Folgezeit aufgef├╝llt, i.A. Gartenanlage neben der fr├╝heren Autowaschanlage. Name erinnert an die Panduren, kroatische Soldaten des 17. Jh., die hier kampiert haben sollen.} Der Steinbruch geh├Ârte zum Steinhof und gab noch 1839 Grund zur Anzeige durch den B├╝rgermeister Richard Sulzberger beim Amt, weil er zur Gefahr f├╝r den zunehmenden Fahrverkehr auf der Scheunengasse (Beethovenstra├če) geworden war.
Alte Nischwitzer Stra├če 51. 1845 am ⇒ Trauschkenstein, der zu diesem Zweck gesprengt und abgetragen wurde, errichtet. Hinweise auf einen Vorg├Ąngerbau, einer zum Vorwerk Trauschkau geh├Ârigen Wasserm├╝hle, gibt es nicht (Sanne 1924 geht davon aus).} Die Bergersche Papierfabrik brannte 1867 ab und wurde wieder aufgebaut. 1890 ging sie in den Besitz von Heinrich Beda sen. ├╝ber (deshalb noch nach 1945 Bei Beda = unterhalb des Parks). Der Papierm├╝hle verdankt auch das M├╝hlgrabenwehr (Muldenwehr [2]) s├╝dlich der sogenannten Insel seine Existenz. 1925 Einstellung des Betriebs; nach Brand und Kanalbau Kauf des Grundst├╝cks durch die Teppichfabrik (vgl. M├╝hlen).
Franz-Mehring-Stra├če. 1996 in Stahlskelettbauweise errichtet.
1.: (bis 1947) ⇒ Geschwister-Scholl-Stra├če. 2. ├ťN, volkst├╝mliches Synonym f├╝r die "Bechtold-Villa" (Geschwister-Scholl-Stra├če 3), in der sich 1952-1990 die SED-Kreisleitung befand.
Geht von der Zillestra├če nach Norden ab. Seit dem 1945 nach dem Wurzener KPD-Mitglied, das bei der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald am 11.4.1945 ums Leben kam. Vorher seit dem 19.10.1934 Boelkeweg nach dem Kampfflieger Oswald Boelke (1891- gef. 1916).
Mittelschule in der August-Bebel-Stra├če 38. Name seit 1946 nach dem Schweizer P├Ądagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827). (⇒ Dietrich-Eckart-Schule, Knabenschule)
Turmartiges Geb├Ąude mit Kruzifix auf dem ehemaligen Alten Friedhof. 1687 ├╝ber den Massengr├Ąbern der Pestopfer von 1607 errichtet. 1986 und 1999 restauriert.} Das bereits von Dilich 1628 verzeichnete "Monument" auf dem Gottesacker ist ein Vorg├Ąngerbau aus Holz, der ab 1611 an dieser Stelle stand.
⇒ August-Fleischer-Stra├če
⇒ Werder
⇒ Friedenslichtspiele
Eine heute nicht mehr gebr├Ąuchliche Bezeichnung f├╝r eine Stelle an der Kuhmulde (M├╝hlgraben) oberhalb der Kuhmuldenbr├╝cke.
1.: Seit 1810 bestehende Kleingartenanlage auf dem Kuhwerder n├Ârdlich der Bleiche. 1925 wurde das Gel├Ąnde von den M├╝hlenwerken und der Teppichfabrik erworben und die Gartenanlage beseitigt. Die um diese Zeit angelegte Eichenallee (An der Mulde) zerschneidet heute das Gebiet. Die G├Ąrten an dieser Allee erinnern noch an die ehemaligen Pflanzbeete (Sparte An der Kuhmulde). 2. Pflanzebeete (D): Nordwestlich vom Goldenen T├Ąlchen gelegene, teilweise durch Terrassen befestigte Flurst├╝cke der Dehnitzer Bauern
Volkst├╝mlich f├╝r die kirchlichen Amtsh├Ąuser am Domplatz 9 (Diakonatlehen), 10 (Archidiakonatlehen) und 10 (Pfarrlehen).
Im Volksmund f├╝r einen (heute) befestigten Flurweg an der Westseite der Eisenbahnlinie Wurzen-Eilenburg, zwischen K├Ârlitzer und Torgauer Stra├če. L├Ąngs des Weges stehen u.a. viele Pflaumenb├Ąume.
Nicht mehr vorhandenes Geb├Ąude s├╝dlich der Torgauer Stra├če, vor der Abzweigung Roitzscher Weg. Name kommt von "Pech", das dort gelagert worden ist.
Volkst├╝mlich f├╝r die Stra├čenunterf├╝hrung am Dehnitzer Weg, die 1925 geschaffen wurde. Die Entw├Ąsserung des Dehnitzer Weges s├╝dlich der Eisenbahnlinie musste seitdem mit Pumpen durch die Unterf├╝hrung bew├Ąltigt werden, was bei Starkniederschl├Ągen oft zu ├ťberschwemmungen unter der Eisenbahnbr├╝cke f├╝hrt. Benennung nach dem damaligen Stadtbaudirektor Planert. 2002 Tieferlegung der Unterf├╝hrung im Zuge des Ausbaus der Eisenbahnstrecke Leipzig-Dresden.
⇒ Markt
⇒ Clara-Zetkin-Platz
W├╝ste Mark n├Ârdlich von Wurzen, am n├Ârdlichen Rand der heutigen Stadtflur und auf Nischwitzer Flur gelegen. Der Zschepaer Rasenweg f├╝hrt dar├╝ber hinweg und kreuzt hier den Rasenweg, der von Nischwitz zum Breiten Berg f├╝hrt (im ehemaligen GUS-├ťbungsgel├Ąnde)} 1198 als Pylatuwiz erstmals erw├Ąhnt. Das Dorf besa├č zu dieser Zeit Kirche und Pfarrer, und zwischen 1203 und 1220 sind Adlige bezeugt, die sich sowohl nach diesem Ort, als auch nach Wurzen nannten.
Einrichtung f├╝r ambulante Gesundheitsbetreuung. 1952 im Stadtkrankenhaus eingerichtet, 1990 geschlossen. 2006 wieder in Gebrauch. Der Begriff der "Poliklinik" taucht in Wurzen bereits im 19. Jh. auf ("Poliklinik f├╝r unbemittelte Kranke" im Johannis-hospital auf Initiative des Frauenvereins ab 1878!).
Das heutige (Haupt-)Postamt, Bahnhofstra├če 26; wurde 1889/90 erbaut und 1891 um das Fernsprechamt erweitert (Telegraphen-Turm noch erhalten; 1990 restauriert).} Diesem Geb├Ąude ging ein Bau aus dem Jahre 1854 an gleicher Stelle voran. Seit 1692 ist ein "Posthaus" in Wurzen bezeugt. Der Standort wechselte im Laufe der Zeit oft} Folgende Stellen in der Stadt sind mit der Postgeschichte verbunden: 1. der Steinhof am Crostigall (bis 1696); 2. das sogenannte Postgut auf dem Crostigall (1696-1808); 3. Marxens Hof (1806-1815); 4. am Rondell (1815-1846; Postgeb├Ąude von 1835 Ende 2008 abgerissen); 5. die "Eichlerschen H├Ąuser" in der Schulgasse auf der Domfreiheit (1847-1854; Geb├Ąude f├╝r den Bau der B├╝rgerschule 1879 abgerissen).} Nach 1960 kam an der Ecke Martin-Luther-/ Kleiststra├če das Postamt 2 hinzu (Kleine Post, Geb├Ąude 2005 abgerissen). In Wurzen-Nord II bestand zwischen 1985 und 1990 ein Postamt 3 (Friedrich-Ebert-Stra├če).
Nach dem benachbarten Postgut benannte Gasse. Heute Verbindung zwischen dem Crostigall und der F├Ąrbergasse. Name kommt erst Mitte des 19. Jh. in Gebrauch, als 1843 die Sondergemeinde Gaudlitz zur Stadt kam. Die H├Ąuser an der Postgasse bildeten urspr├╝nglich seit 1598 die Gaudlitz.
1.: Alte Post, Posthof, altes Postgut, (kurs├Ąchsische) Posthalterei, seit Ende des vorigen Jh. auch Schroths Hof (⇒ Stadtg├╝ter)} Im Gel├Ąnde des ehemaligen Gaudlitzschen Freigutes wurde 1696 die "kurs├Ąchsische Posthalterei" eingerichtet. Aus dieser Zeit stammen die heute noch vorhandenen Baulichkeiten: Herrenhaus, Gesindehaus, Pferdest├Ąlle (1997/98 abgebrochen), Remisen. 1734 entstand das barocke Posttor an der Ausfahrt zum Crostigall (1975 restauriert). 2.: Seit dem 13.5.1998 Postanschrift f├╝r das Bebauungsgebiet auf dem Gel├Ąnde des einstigen Postgutes.
Nach kurf├╝rstlichem Mandat von 1724 hatte die Stadt Wurzen 3 S├Ąulen zu setzen: vor dem Eilenburger Tor an der Alten Nischwitzer Stra├če, vor dem Jacobstor an der Torgauer Stra├če (bei der sp├Ąteren Kleinen Post) und an der Dresdener Stra├če am Rondell. Alle S├Ąulen wurden am Ende des 19. Jh. entfernt und zerschlagen. 1977 konnte im Park von Machern der Sockel einer Posts├Ąule wiedergefunden werden. Das war der Anlass daf├╝r, dass man die bis 1892 vor der Wenceslaikirche stehende S├Ąule 1984 wieder aufstellen konnte. Der aus Rochlitzer Porphyrtuff gefertigte Obelisk und die wappengeschm├╝ckte Spitze fertigte der Leipziger Bildhauer Lothar Franz nach Originalpl├Ąnen.
⇒ Rosental
⇒ Postgut
⇒ Garten ...
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die Neuanlage zwischen Weichertstra├če und Thallwitzer Weg im Wohn- und Dienstleistungszentrum "Eilenburger Stra├če". Benannt nach dem Dorf P├╝chau nordwestlich von Wurzen am westlichen Auenrand der Mulde.
Munitionsdepot des Infanterieregiments Nr. 179 an der ├Ąu├čeren Collmener Stra├če, etwa in H├Âhe der stadteinw├Ąrts gelegenen Grenze der Gartensparte Am Windm├╝hlenweg. April 1892 abgerissen
Seit dem 13.5.1927 nach dem in Schm├Âlen geborenen und viele Jahre in Wurzen ans├Ąssigen Graphiker und Maler Richard P├╝ttner (1842-1913). Geht als Sackgasse von der Eduard-Schulze-Stra├če nach S├╝den ab
1. (1893-1930) ⇒ Walther-Rathenau-Stra├če. 2.: Seit 1971 im Neubaugebiet Nord I. Eigentlich nur ein befestigter Fahrweg parallel zur Zillestra├če zwischen Friedrich-Ebert- und Georg-Schumann-Stra├če. Postanschrift f├╝r drei angrenzende Wohnbl├Âcke.
⇒ Gelaborn
⇒ Stadtpark
Im Norden der Wurzener Flur kreuzen sich zwei alte Wege: 1. der Rasenweg, der von Nischwitz in Richtung Breiter Berg f├╝hrt, und 2. der (Gro├č-)Zschepaer Rasenweg, der vom Hochgericht an der Collmener Stra├če ├╝ber die Pletzschwitzer Felder zum Spitzberg f├╝hrt. Beide kann man Altstra├čen zuordnen.} Im Flurbuch von 1766 werden weitere Rasenwege n├Ârdlich von Wurzen genannt: der "L├╝ptitzer Rase- oder Hohle Weg", "C├Âllmischer kleiner Raseweg", "Nischwitzer breiter Rase-Weg". Es wird in jedem Falle ein unbefestigter und "vergraster" Flurweg gemeint sein
Seit 1519 an der S├╝dwestecke des Marktes gegen├╝ber der Liegenbank bezeugt. Es brannte im gleichen Jahr nieder, der Neubau wurde in der Kreuz- und Marterwoche 1637 zerst├Ârt. 1722 war das nach dem 30-j├Ąhrigen Krieg errichtete Geb├Ąude bereits wieder bauf├Ąllig und musste ersetzt werden. Das barocke Rathaus fiel dem Stadtbrand von 1802 zum Opfer. Ein Jahr sp├Ąter war das gegenw├Ąrtige Rathaus fertiggestellt: ein schlichter klassizistischer Bau mit Turm in der Marktfront. 1993/95 grundlegende Sanierung. ├ťbergabe am 11.8.1995.} Seit 1922 dient das Geb├Ąude nicht mehr der eigentlichen Verwaltung der Stadt. 1933 wird es das "Braune Haus" (der SA). 1946 Sitz der Stadt- und Kreisbibliothek, der sich 1981 die "Kleine Galerie (heute "St├Ądtische GalerieÔÇť) hinzugesellt. Von Vorg├Ąngerbauten sind nur noch die tiefen gew├Âlbten Keller erhalten.
⇒ Beethovenstra├če
Bei Sch├Âttgen 1717 erw├Ąhnt, befand sich urspr├╝nglich am Markt neben dem Rathaus. Sie wurde Mitte des 16. Jh. infolge der "Pestilenz" und wegen der "Armut" der Stadt geschlossen. Auf Anordnung der Stiftsregierung 1607 (Pestjahr!) wieder ge├Âffnet, ging sie mit Beginn des 30-j├Ąhrigen Krieges endg├╝ltig ein. Aus Gerichtsakten geht hervor, dass sie schlecht gef├╝hrt wurde und ohne richtiges "Inventarium" vor 1624 geschlossen wurde
⇒ Stadtg├╝ter, Steinhof
⇒ Eilenburger Tor, Fronfeste
Ein Elias Schr├Âter, "Garkoch zu Wurtzen" wird bei Sch├Âttgen zum Jahr 1612 erw├Ąhnt. Die st├Ądtische Einrichtung soll sich neben dem Rathaus befunden haben, im heutigen Grundst├╝ck Markt 2. Dort existierte im 18. Jh. auch eine Brauerei. Sp├Ąter Gastst├Ątte "Deutsches Haus". Sch├Âttgen bemerkt allerdings auch f├╝r 1717 ausdr├╝cklich, dass sich innerhalb der Mauern weder eine Kirche, noch Schule, Schmiede und Gark├╝che befinden.} "Ratsgark├╝che" hie├č 1888-1926 eine Gastst├Ątte Altstadt 36 (sp├Ąter Goldenes Fa├č, 1993-1995 "Schwarzwaldstuben", 1996 "Zur Altstadt")
Sie muss sich auf dem Gel├Ąnde des Rathauses befunden haben, dessen tiefe gew├Âlbte Keller die Lagerkeller gewesen sein d├╝rften. Noch 1824 wird in einem Pachtvertrag auf die Braugerechtigkeit der Ratskellerwirtschaft ausdr├╝cklich hingewiesen.
1873 wurde in der Alten Kaserne eine Realschule 2. Ordnung er├Âffnet. 1880/81 erhielt diese Bildungseinrichtung ein neues Geb├Ąude in der heutigen Stra├če des Friedens 12; 1883 wurde die Schule in ein humanistisches ⇒ Gymnasium (1.) umgewandelt
Vom Abwasserzweckverband "M├╝hlbachtal" 1997/98 gebauter Rohrkanal unter der Alten Nischwitzer Stra├če zwischen Geschwister-Scholl- und Juelstra├če. Teil der st├Ądtischen Kanalisation.
Hochwasserschutzbau am Rietzschkelauf ├Âstlich der Rosa-Luxemburg-Stra├če.} Als Reaktion auf das Rietzschkehochwassers im August 2002 konzipiert, um einen Sammelraum f├╝r Oberfl├Ąchenwasser zu gewinnen, wenn der Abfluss der Rietzschke durch das Stadtgebiet bei R├╝ckstau nicht gew├Ąhrleistet ist. Dem Bau 2007 fielen die stadtnahen G├Ąrten im Rietzschketal zum Opfer.
⇒ Kornhaus (1.)
Die Auenwiesen am M├╝hlbach ├Âstlich der Oelsch├╝tzer Stra├če, unterhalb der Stiefmutter
Flurst├╝ck s├╝dlich oberhalb des M├╝hlbachtales, zwischen Oelsch├╝tzer Stra├če und der Flurgrenze zu Nemt.
⇒ Hermann-Ilgen-Stra├če
⇒ Eierpfuhl (1)
Seit 2012 f├╝r die neue Verbindungsstra├če zwischen Dresdener Stra├če und alten G├╝terbahnhof, in Verl├Ąngerung der ⇒ Kantstra├če.
F├╝hrte urspr├╝nglich als Sackgasse von der Liscowstra├če nach Norden. Nach Entstehen des Neubauviertels Nord II wurde die Stra├če mit dem n├Ârdlich angelegten Fahrweg verbunden. Seit 1939 nach dem deutschen Komponisten Richard Wagner (1813-1883)
⇒ Zillestra├če
Gel├Ąnde im Rietzschketal ├Âstlich von Roitzsch und s├╝dlich des ⇒ Br├Âsch, heute oberhalb des Rietzschkespeichers.
⇒ L├Âffel
Rechter Zufluss zur Mulde. Die Quelle des Baches liegt am nord├Âstlichen Ortsrand von K├Ârlitz. Er durchflie├čt eine flache Talaue bis Roitzsch. Nach Wurzen und zum Terrassenhang hin senkt sich die Rietzschke sichtbar in den Untergrund ein. Im Stadtgebiet hat sie ein Tal mit deutlichen H├Ąngen geschaffen. Sie trennt den Crostigall vom Domberg (⇒ Rosental) und m├╝ndet n├Ârdlich vom Schloss in den M├╝hlgraben. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Rietzschke im Stadtgebiet verrohrt worden; sie ist deshalb von der M├╝ndung bis Roitzsch nicht mehr sichbar. ├ľstlich von Roitzsch ist sie aufgestaut worden. Auch der Zufluss dorthin ist heute verrohrt.
Mit der Verrohrung der Rietzschke nach 1972 entstandener Weg in Verl├Ąngerung der Schillerstra├če von der Rosa-Luxemburg-Stra├če bis zum Heidenberg bei Roitzsch.
1. (bis 1890) ⇒ Friedrich-Engels-Stra├če. 2. (bis 1933) ⇒ Karl-Marx-Stra├če
Vom Roitzscher Weg (zwischen Nr. 80 und 82) nach S├╝den abgehender Weg. Er endet an der Rietzschke.
⇒ Marktbrunnen
Seit 2008 Name f├╝r die ÔÇ×SchlippeÔÇť zwischen Badergasse und Badergraben. ⇒ Baderpforte
Crostigall 14. Wohngeb├Ąude des ehemaligen Stadtgutes Schumann, 1678 erbaut. Ge-burtshaus des Dichters Joachim Ringelnatz (1883).} Nach Sanierung 1982/83 wurde anl├Ąsslich des 100. Geburtstages des Dichters im Erdgeschoss eine Ringelnatzausstellung des damaligen Kreismuseums eingerichtet (bis 1998). Im 1. Obergeschoss Klubr├Ąume (bis 1990 Club der Intelligenz "Joachim Ringelnatz"). Im Dachgeschoss das Kreissekretariat des Kulturbunds (bis 1990), die Redaktionen des "Rundblicks" (bis 1992) und des "Wurzener Tageblatts" (bis 1993).} 1995-1999 war im ehemaligen Klubraum vor├╝bergehend das Wurzener Standesamt untergebracht.
Seit 2008 durch 12 Keramikstelen markierter Weg durch die Innenstadt. Er beginnt im Rosental und f├╝hrt ├╝ber die Schultreppen, den Domplatz zu Dom und Schloss, von dort durch die Schuh- und Badergasse zum Badergraben, auf den Sperlingsberg, zur Wenceslaikirche in den Crostigall, durch die F├Ąrber- und Wenceslaigasse zum Markt (⇒ Marktbrunnen) und durch die Domgasse zum Museum (mit Ringelnatzausstellung).
Seit 1945 f├╝r den in Wurzen ge-borenen Dichter und Kabarettisten Joachim Ringelnatz, eigentlich Hans B├Âtticher (1883-1934). Zwischen Friedrich-Ludwig-Jahn- und Heinrich-Heine-Stra├če. Hier begann die Baut├Ątigkeit nach dem 2. Weltkrieg. Schon im Dezember 1945 geplant, wurden 1951-1955 zwei Wohnbl├Âcke durch die Stadt errichtet.
Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Arzt und dem Mitbegr├╝nder der Bakteriologie Robert Koch (1843-1910). F├╝hrt als Sackgasse von der Zillestra├če nach Norden. Vorher seit dem 19.10.1934 Immelmannweg nach dem 1916 gefallenen Kampfflieger Max Immelmann.
Um 1900 am Terrassenhang oberhalb des Trauschkenweges durch Abschr├Ągungen nach Norden angelegt. Der Zugang erfolgte ├╝ber die Alte Nischwitzer Stra├če. Auf zwei Bahnen (die "gro├če" und die "kleine") konnte der H├Âhenunterschied von ca. 8 m ├╝berwunden werden. Nach 1970 durch die sowjetische Garnison durch Auff├╝llung des Gel├Ąndes beseitigt. 1996 wieder hergestellt. Beim Bau der Westtangente 2006/07 vollst├Ąndig beseitigt.
1. (N): Flur ├Âstlich von Nemt, oberhalb des Kornhainer Baches in Richtung Haselwald, der schon auf M├╝hlbacher Flur liegt. Name ist wie bei (2.) zu erkl├Ąren. Auch heute halten sich dort noch oft Rehe auf 2. (D) ⇒ Rehwiesen
⇒ M├╝hlbach, Kornhainer Bach
Dorf ├Âstlich von Wurzen an der Rietzschke. Ersterw├Ąhnungen 1198 und 1203. Name ist slawischen Ursprungs: "Fl├╝sschen" (⇒ Rietzschke). Stammsitz einer adligen Familie (1198 Heinricus de Rethicis), in deren Besitz das Rittergut und das Dorf bis in die Mitte des 14. Jh. verbleibt. Zu dieser Zeit ist aber die villa Retschiz bereits ein Afterlehen. 1441 erwerben die von Laussig Vorwerk und Dorf, 1472 geht beides wie Nemt und Kornhain in bisch├Âflichen Besitz ├╝ber. Kirchlich und schulisch bleibt seitdem der Ort bei der Stadt Wurzen. Seit 1950 Ortsteil von Wurzen
Die eigentliche Dorfstra├če, die Roitzsch vom ehemaligen Rittergut im Norden bis zur B 6 im S├╝den durchzieht. Seit dem 01.10.2007. Vorher nur Hauptstra├če.
1.: 1766 bereits "an den Roitzscher alten Kirch-Wege". Alter Flurweg s├╝dlich der Rietzschke zwischen Wurzen und Roitzsch. Er begann urspr├╝nglich an der Rietzschkenbr├╝cke am heutigen Wettinerplatz. Auf ihm gelangten die Kirchg├Ąnger und Schulkinder nach Wurzen. Heute noch n├Ârdlich des Friedhofs erhalten. 2. ⇒ Roitzscher Weg
1766 "Roitzscher Kirchweg". Amtlich seit 1913. Verbindungsstra├če zwischen Wurzen (katholische Kirche) und Roitzsch (ehemaliges Rittergut). Er ├╝berschreitet unter gleichem Namen die Flurgrenze zwischen Wurzen und Roitzsch
Der heutige Kreuzungsbereich Dresdener Stra├če/ Karl-Marx-/Beethovenstra├če (bei M├Âbel-Zimmermann bzw. am Stadtgut Morgenstern) war w├Ąhrend des Fladenkriegs 1542 von den kurf├╝rstlichen Truppen mit einer Rundschanze f├╝r die Gesch├╝tze befestigt worden. Der Name (auch Am Rundeel) erinnerte noch bis ins 19. Jh. daran. Abbruch des M├Âbelhauses 2009.
Durchlass in der sogenannten Salhausenschen Mauer am Rondell. Wie das benachbarte Hospitaltor kein befestigtes Stadttor.
F├╝hrt von der Dresdener Stra├če zur Torgauer Stra├če (Trasse setzt sich in der Marienstra├če fort). Seit dem 1.8.1945 nach der Mitbegr├╝nderin der KPD Rosa Luxemburg (1871- ermordet 1919). Nur im s├╝dlichen Teil (bis zur Dr.-Rudolf-Friedrichs-Stra├če) ausgebaut. Nach ihrer Anlage trug die Stra├če seit dem 18.10.1894 den Namen Bismarckstra├če nach dem ersten Reichskanzler des preu├čisch-deutschen Kaiserreiches Otto von Bismarck (1815-1898).
Das tief eingesenkte Tal der Rietzschke zwischen dem Domplatz und dem Crostigall am Ausgang zur Muldenaue. Das fr├╝her sumpfige Gel├Ąnde ist erst sp├Ąt bebaut worden.} Die am Fu├če des alten Burgberges stehenden H├Ąuser lagen am Teichdamm. Inmitten des Gel├Ąndes befand sich bis 1870 der Postteich. Stadtm├╝hlenbesitzer Karl Gottfried Eberius ├╝bereignete am 24.10.1846 den Teich an den Stadtrat zu Wurzen mit der Verpflichtung, das Gel├Ąnde zu einem Spiel- und Turnplatz umzugestalten Erst nach Verf├╝llen dieses Teiches und der ├ťberw├Âlbung der Rietzschke erhielt die Stelle ihren heutigen Namen.
Seit dem 1.8.1928, als mit der Bebauung des Gel├Ąndes n├Ârdlich der Juelstra├če und ├Âstlich der ehemaligen Kaserne bis zur Eilenburger Stra├če begonnen wurde. Die Eigenheimsiedlung musste im Sommer 1945 f├╝r die Rote Armee ger├Ąumt werden. Bis zum Abzug der russischen Truppen 1993 bewohnten Offiziersfamilien die H├Ąuser. Offensichtlich weil im Volksmund in den 1950-er Jahren die Bezeichnung Russenweg aufkam, wurde um 1965 die Stra├če in Stra├če der Jugend umbenannt. Seit 1991 tr├Ągt die Stra├če wieder ihren alten Namen.
Sie f├╝hrt von der Stra├če des Friedens nach Norden zur Nordwestecke des Bgm.-Schmidt-Platzes. Seit dem 1.8. 1945 nach dem sozialdemokratischen Politiker Rudolf Breitscheid (1874-1944), der im KZ Buchenwald umkam. Die Stra├če wurde als Zugang zum Muldentalbahnhof angelegt und hie├č deshalb seit dem 2.10.1877 Muldenthalbahnstra├če. Nach Einstellung des Bahnhofsbetriebes und nach Bau der J├Ąger-Kaserne wurde die Stra├če am 31.3.1890 in J├Ągerstra├če umbenannt.
⇒ Thomas-Mann-Stra├če
⇒ Krietschvilla
⇒ Rosenweg

STUV

⇒ Johannes-Thomas-Stra├če
Wettinerplatz 1. Ehemalige Gastst├Ątte; sp├Ąter f├╝r Unterrichts- und Verwaltungszwecke genutzt. Das Blick fangende mehrst├Âckige Geb├Ąude im S├╝dteil des Platzes blieb lange Zeit unbewohnt und ungenutzt. 2012/13 saniert und seitdem wieder Gatst├Ątte.
Wiesengel├Ąnde in der Muldenaue, rechts der Mulde unterhalb der Mark S├Âllnitz und des Langen Grundes. Seit 1949 Anlage eines Brunnensystems zur Gewinnung von Uferfiltrat f├╝r das Wasserwerk 2 (1991 stillgelegt).
In Resten noch erhaltene Mauer, mit der Bischof Johann von Salhausen den Crostigall und die s├╝dliche (Wenzels-) Vorstadt in die ummauerte Stadt einbeziehen wollte (⇒ Stadtmauer). Die Bauarbeiten begannen 1504, wurden aber 1512 aus finanziellen Gr├╝nden wieder eingestellt.} Die Mauer verlief vom Steinhof in ├Âstliche Richtung s├╝dlich der heutigen Beethovenstra├če (dort noch in Resten am ⇒ Salhausenweg sichtbar) bis zum Johannishospital (⇒ Hospitaltor), weiter ├╝ber den sp├Ąteren Gottesacker (⇒ Alter Friedhof) bis zum Rondell (⇒ Rondelltor) und von dort nordw├Ąrts bis zum Ostausgang des Badergrabens.
⇒ Berggasse
⇒ Erich-Weinert-Stra├če
Seit 2002 Name des Fu├čweges s├╝dlich der Beethovenstra├če zwischen der Haugwitzstra├če und dem Parkplatz auf dem Gel├Ąnde des fr├╝heren ⇒ Steinhofs.
⇒ Altstra├čen
Auf der Stadtflur gibt es sehr viele Grundst├╝cke, auf denen in den vergangenen Jahr-hunderten, teilweise bis in die Gegenwart Sande als Baustoffe abgebaut wurden. Im unmittelbaren Stadtgebiet sind die Gruben meist schon wieder ├╝berbaut. Einige ehemaligen Sandgruben sind nennenswert: 1. Die ehemalige ⇒ Saugrube vor dem Eilenburger Tor; 2. Am Windm├╝hlenweg (⇒ Deponie); 3. im Bereich des sp├Ąteren Bgm.-Schmidt-Platzes; 4. auf dem Gel├Ąnde der heutigen ⇒ Krankenkasse; 5. an der Schillerstra├če (Ecke Rosa-Luxemburg-Stra├če). Auf Roitzscher Flur sind bekannt 6. die Sandgrube am ⇒ Heidenberg (s├╝dlich des Roitzscher Weges, "Michaels Sand-grube") und 7. die n├Ârdlich der K├Ârlitzer Stra├če gelegene (bis Ende 1960 noch abgebaut, heute Standort des Obstk├╝hllagerhauses). Auf Dehnitzer Flur haben Sandgruben existiert 8. zwischen Wachtelberg und Goldenem T├Ąlchen (sp├Ąter M├╝llkippe der Wasserglasfabrik); 9. an der Oelsch├╝tzer Stra├če (mehrere, teilweise bis nach 1950 genutzt) und 10. an der Stiefmutter oberhalb der R├Âhrwiesen (Gemeindesandgrube). Auf Nemter Flur k├Ânnen genannt werden 11. "Richters Sandgrube" s├╝dlich der M├╝hlbacher Stra├če (bis 1970); 12. die Grube am heutigen Sportplatz (bis etwa 1950); 13. ├Âstlich der ⇒ Sandspitze; 14. zwischen dem L├Ąuseberg und Nemt (bis etwa 1960) u.a
⇒ Rehfelder
├ľrtlichkeit (ehemalige Sandgrube) vor dem Eilenburger Tor (auf dem heutigen Gerhart-Hauptmann-Platz). Nach Sch├Âttgen (1717) die Stelle, wo die Schweine der Wurzener vor ihrem Austrieb gesammelt wurden. Daher der Name.} W├Ąhrend des sogenannten "Saukrieges" 1558 sollen die Reiter des den Bischof befehdenden Hans von Carlowitz nicht weniger als 700 Schweine weggetrieben haben.
Noch bis 1835 gebr├Ąuchliche Bezeichnung f├╝r das Gel├Ąnde s├╝dlich des heutigen Clara-Zetkin-Platzes (Wasserturm). Eine Schanze soll hier 1542 w├Ąhrend der "Wurzener Fehde" (Fladenkrieg) durch die kurf├╝rstlichen Truppen errichtet worden sein, sicherlich um die Stra├čen nach Oschatz und Torgau beherrschen zu k├Ânnen.
Auch Meisterei. Bei der Scharfrichterei noch um 1860 gel├Ąufig. Alte Nischwitzer Stra├če 11. Grundst├╝ck am Hang n├Ârdlich der Teppichfabrik. Bis in das 19. Jh. Wohnung des Scharfrichters
⇒ M├╝hlen (1.a)
⇒ Beethovenstra├če
Seit dem 4.5.1994 im Gewerbegebiet Eilenburger Stra├če nach dem Unternehmer und Entwickler der ersten elektrischen gleislosen Stra├čenbahn Max Schiemann (1866-1933), der seit 1904 in Wurzen wirkte.
⇒ Sch├╝tzenhaus
Die n├Ârdlich des ⇒ Sch├╝tzenhofes am Muldenufer gelegenen Mauerreste geh├Âren zu einer Anlage, die Ende des 19. Jh. f├╝r die Wurzener Garnison (J├Ąger-Bataillon) errichtet worden war.
Einrichtung der 1869 gegr├╝ndeten "Freihandsch├╝tzengesellschaft" in der K├Ârlitzer Hohle. Die Schie├čhalle - noch 1869 mit einem Festschie├čen eingeweiht - ist 1884 auf den Karten nicht mehr verzeichnet. Es gab nur noch - und das bis zum 2. Welkrieg - den Schie├čstand.
⇒ Exerzierplatz
F├╝hrt vom Wettinerplatz auf der ├╝berw├Âlbten Rietzschke bis zur Rosa-Luxemburg-Stra├če. Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Dichter Friedrich Schiller (1759-1805). Vorher seit dem 16.12.1886 Carolastra├če nach der s├Ąchsischen K├Ânigin Carola (1833-1907).
⇒ Abdeckerei, Scharfrichterei
├ľrtlichkeit an der n├Ârdlichen Weichbildgrenze in der N├Ąhe des Hochgerichtes. Wird im Zusammenhang mit der Protokollen der Weichbildbegehungen (seit 1580) mehrfach erw├Ąhnt. Namengebung steht im Zusammenhang mit dem Scharfrichter, der auch die ⇒ Abdeckerei betrieb.
⇒ M├╝hlgraben
⇒ Steinh├Âfe
⇒ Gerhart-Hauptmann-Platz
Zu "schl├╝pfen". Schmaler Durchgang durch die Stadtmauer bzw. zwischen Geb├Ąuden. Heute noch sichtbare Schlippen durch die ehemalige Stadtmauer befinden sich an der Stelle der "Neuen Pforte" (⇒ Johannispforte) zwischen Johannisgasse und Kannengie├čergasse (f├╝hrt heute durch Privatgrundst├╝ck), der ehemaligen Baderpforte sowie zwischen Schweizergartenstra├če und Marxens Hof (⇒ Schmiedegasse). Nicht mehr vorhanden sind die Schlippen zwischen Wenzelstor und Badergraben sowie die Baul├╝cke zwischen den Grundst├╝cken Domgasse 11 und 13 (1991 ├╝berbaut).
Amtshof 2. 1491-1497 unter Bischof Johann von Salhausen (1444-1518) erbaut; sicherlich an der Stelle einer ├Ąlteren Anlage, ├╝ber die nichts N├Ąheres bekannt ist, nur, dass Bischof Johann I. von Eisenberg 1358 in seinem Testament 100 Schock breiter Prager Groschen f├╝r deren Befestigung festsetzt. Das sp├Ątgotische Ensemble besteht aus einem dreist├Âckigen Geb├Ąude mit reich gegliederten Giebeln und mit je einem Rundturm an der S├╝dost- und Nordwestecke. Durch den Schlossgraben (Zwinger) vom Plateau des Amtshofes getrennt. Zugang urspr├╝nglich ├╝ber eine Zugbr├╝cke (Rollen f├╝r die Br├╝cke ├╝ber dem Eingang noch vorhanden). Inmitten des Erdgeschosses und des Mittelgeschosses Hallen mit Netzgew├Âlben. Zugang zu den oberen Geschossen durch einen von au├čen nicht sichtbaren Wendeltreppenturm. Fenster des Mittelgeschosses mit Vorhangb├Âgen. ├ťber dem in der Mitte der Westfassade gelegenen Portal kunstvolles Wappen des Bauherren zwischen den Stiftspatronen, den hl. Johannes Evangelista und Donatus. Wie die Albrechtsburg in Mei├čen ein Beispiel f├╝r den ├ťbergang von der mittelalterlichen Burg- zur Schlossarchitektur.} Ein drittes turmartiges Geb├Ąude, das mit dem Schloss in Zusammenhang gebracht wird, geh├Ârte nicht zu diesem Baukomplex, sondern befand sich in der N├Ąhe des Domtores und begrenzte dort den zum Schloss geh├Ârenden Wirtschaftshof (heute das Gel├Ąnde des Amtshofes). Dieser Turm fiel dem Stadtbrand von 1631 zum Opfer. Mit dem Schloss verbunden ist das sogenannte Regierungshaus.} Im Schloss residierten zeitweise die Bisch├Âfe von Mei├čen. Hier trat am 20.10.1581 Johann von Haugwitz als letzter Bischof zur├╝ck. Danach war bis zu Beginn des 19. Jh. das Schloss Sitz der kurs├Ąchsischen Stiftsregierung, von 1819 bis 1835 Mittelpunkt des Amtes Wurzen und danach bis nach 1950 Sitz des Amtsgerichtes bzw. Kreisgerichtes, von da an bis 2002 Sitz der Polizei (VP-Kreisamt und Polizeirevier). Nach Verkauf 2002 Umbau zu Gastst├Ątte und Hotel.
Das zum Schloss geh├Ârende Brauhaus befand sich im Wirtschaftshof des Schlosses (Amtshof 1; heute Wohnungen). In diesem Geb├Ąude befand sich im 19. Jh. die Zigarrenfabrik Hartenstein. 1878 brannte es aus. Beim Wiederaufbau wurde das urspr├╝nglich an der Fassade zur Finsteren Gasse befindliche Wappen des Bischofs Johann von Schleinitz ├╝ber dem Eingang im Amtshof angebracht.
⇒ Amtshof
Seit dem 1.11.1995 Postanschrift f├╝r die Wohnbebauung in Marxens Hof (⇒ Stadtg├╝ter [1.b)]). Der Name wurde in Erinnerung an die 1992 abgerissene ⇒ Alte Schmiede (2.) und in Anlehnung an alte Benennungsmuster wie Schuhgasse oder Kannengie├čergasse gew├Ąhlt.
Name slawischen Ursprungs: "Pechh├╝tte". Ehemalige Gutssiedlung s├╝dlich von Bennewitz am westlichen Hochufer der Mulde. 1451 ging das Vorwerk mit der dazugeh├Ârigen Siedlung aus kurf├╝rstlichem in bisch├Âflichen Besitz ├╝ber, 1519 durch Vererbung an adlige Besitzer. Mit Bennewitz 1950-1974 Ortsteil von Wurzen. Seitdem Ortsteil von Bennewitz.
⇒ M├╝hlen
⇒ M├╝hlen
⇒ Julius-K├╝nzel-Stra├če
Sie f├╝hrt von der Torgauer Stra├če unmittelbar vor der Abzweigung des Roitzscher Weges nach S├╝den bis zur Rietzschken-Promenade. Seit dem 3.5.1927 nach dem in Wurzen geborenen Historiker, Theologen und P├Ądagogen Christian Sch├Âttgen (1687-1751), der 1717 die "Historie der Chur-S├Ąchsischen Stiffts-Stadt Wurtzen" verfasste.
⇒ Postgut, Stadtg├╝ter (1.f)
⇒ Kantstra├če
Sie f├╝hrt von der Nordwestecke des Marktes nach Westen bis zur Johannisgasse.} Schulen. 1. ⇒ Domschule (Stiftsschule). 2. ⇒ Stadtschule. 3. ⇒ Lateinschule. 4. ⇒ M├Ągdelein-schule. 5. ⇒ B├╝rgerschule. 6. ⇒ Knabenschule (Pestalozzischule). 7. ⇒ M├Ądchenschule (Diesterwegschule). 8. ⇒ Realschule. 9. ⇒ T├Âchterschule. 10. ⇒ Gymnasium. 11. ⇒ Handelsschule. 12. ⇒ Landwirtschaftsschule. 13. ⇒ Volkshochschule. 14. ⇒ Musikschule. 15. ⇒ Berufsschule. 16. ⇒ F├Ârderschule. 17. ⇒ Sputnikzentrum.} 18. Schule Nord, volkst├╝mlich auch Nordschule: Grund- und Mittelschule in der Friedrich-Ebert-Stra├če. 1974 im Neubaugebiet Nord errichtet. Deshalb auch die Namengebung 1992. Vorher seit 1974 Wilhelm-Pieck-Oberschule nach dem Pr├Ąsidenten der DDR Wilhelm Pieck (1876-1960, Pr├Ąsident seit 1949)} Als Mittelschule 2007 geschlossen. Geb├Ąude ab August 2007 von Ringelnatz-Grundschule, Musikschule und Volkshochschule genutzt
⇒ Domplatz
⇒ Sternwarte
Am s├╝dwestlichen Steilhang des Domplatzes zum Rietzschketal hinab (⇒ An den Schultreppen). Die Schultreppen sind ein alter Verbindungsweg zwischen der ehemaligen Domfreiheit, die au├čerhalb der st├Ądtischen Verf├╝gungsgewalt lag und der Amtsgemeinde Crostigall. Bis etwa 1880 setzte sich dieser Weg in der Schulgasse auf dem Gel├Ąnde des Domplatzes fort. ├ľstlich dieser Gasse stand bis nach 1880 die 1596 fertiggestellte Stadtschule oder Lateinschule. Seit 1881 westlich davon am Hang zum Rosental die M├Ądchen-B├╝rgerschule.
Alter FN, seit dem 1.1.1994 Postanschrift. Der Weg geht westlich des ehemaligen Gemeindeamtes von der Alten Poststra├če nach S├╝dosten ab und f├╝hrt zwischen dem Friedhof und der alten Schule (Nr. 10; bis 1997 Kindergarten) vorbei den Hang nach S├╝den hinauf zur Oelsch├╝tzer Stra├če.
Jacobsgasse 23. Hier k├Ânnte der Standort der Jacobskirche zu vermuten sein. Auff├Ąllig ist das heutige Geb├Ąude dadurch, dass es gegen├╝ber der Stra├čenfront weit zur├╝cksteht. Die Jacobskirche war die einzige Kirche innerhalb der Stadtmauer. Obwohl sie beim Stadtbrand von 1519 unversehrt blieb, war sie in der Mitte des 16. Jh. bereits bauf├Ąllig, und das Areal wurde dem Rat ├╝bereignet. Nach den Zerst├Ârungen w├Ąhrend des 30j-├Ąhrigen Krieges lie├č der Rat das Gel├Ąnde lange unbebaut; w├Ąhrend die H├Ąuser in der Jacobsgasse wieder aufgebaut wurden, blieb hier ein gro├čer Schutthaufen liegen. So kam es hier zu dem Namen. Er bezieht sich also nicht auf das "Sch├╝tten (von Korn)" in einem Speicher (⇒ Kornhaus). Ab 1715 wird der Rat durch kurf├╝rstliche Mandate gedr├Ąngt, w├╝stliegende Grundst├╝cke wieder zu bebauen. Um der drohenden Enteignung zu entgehen, sah sich der Rat schlie├člich 1728 gen├Âtigt, "den hohen Befehlen zu gehorsamen und ein nutzbares Geb├Ąude mit nicht gar gro├čen Kosten aufzuf├╝hren". Allerdings war der Bau erst 1731 beendet.
⇒ Stadtgraben
F├╝r 1592 wird bereits ein Schie├čhaus auf dem B├╝rgerwerder erw├Ąhnt. Dilich stellt es in seiner Stadtansicht von 1628 als Fachwerkhaus im Vordergrund dar. 1764 befand sich das Schie├čhaus mit Schie├čmauer am Anfang der Bleiche, im selben Jahr wurde es durch Hochwasser zerst├Ârt. Deshalb errichtete die Sch├╝tzengilde bis 1798 oberhalb des F├Ąhrhauses, auf dem so genannten F├Ąhrwinkel, ein neues Geb├Ąude. Der gro├če Eisgang vom Februar 1799 zerst├Ârte es wieder. Noch im gleichen Jahr erwarb die Gilde ein Grundst├╝ck n├Ârdlich vom F├Ąhrhaus. Das hier errichtete Geb├Ąude widerstand den Naturgewalten, nur Schie├čstand und Zielerh├Ąuschen wurden 1850 ein Opfer des Hochwassers. 1878 erhielt das Schie├čhaus seine heutige Gestalt. Fortan trug es den Namen Sch├╝tzenhaus und war auch eine beliebte Ausflugsgastst├Ątte. Als der Wirt Plappert darin R├Ąume den Wurzener Sozialdemokraten zur Verf├╝gung stellte, gab es die Sch├╝tzengilde auf und errichtete dicht daneben bis 1905 ihren Sch├╝tzenhof.} Auch das Sch├╝tzenhaus wurde um diese Zeit vergr├Â├čert und z.B. mit einem Turnhallenanbau versehen (1903). Gastst├Ąttenbetrieb bis 1955. Seit 1963 gewerbliche Nutzung des Gel├Ąndes. Abriss 2005 in Vorbereitung des Neubaus der ⇒ Muldenbr├╝cke.
Die von der B├╝rgersch├╝tzengilde bis 1905 errichtete Anlage am Muldenufer auf dem B├╝rgerwerder mit Schie├čst├Ąnden und Schie├čwand. Nachdem 1945 die Sch├╝tzengilde verboten und enteignet worden war; wurde der Sch├╝tzenhof bis 1990 von der "Gesellschaft f├╝r Sport und Technik" zur Schie├čausbildung genutzt, auch die Kreisgesch├Ąftsstelle der Massenorganisation war in dem Geb├Ąude untergebracht. Nach Restituierung der B├╝rgersch├╝tzengilde 1991 zog diese wieder in das Geb├Ąude ein. 1995 Einweihung der sanierten Anlage.
⇒ B├╝rgerwerder
Seit dem 4.5.1994 im Gewerbegebiet Eilenburger Stra├če nach dem Unternehmer Johann Friedrich August Sch├╝tz (1808-1887), der 1840 in Wurzen die Tapeten- und Teppichfabrikation begr├╝ndete.
⇒ Am G├╝terbahnhof
Badergraben 18/ Schweizergartenstra├če 2. Seit den 1970er Jahren des 19. Jh. Gastst├Ątte am Badergraben mit Garten (an der sp├Ąteren Schweizergartenstra├če), durch den bis 1883 noch die Rietzschke floss. 1889 Neubau und Erweiterung nach Osten. Seit 1938 im Osten durch den Petersweg begrenzt. Gastst├Ątte und Saal wurden nach 1950 mehrmals umgebaut. Seit 1956 "Kulturhaus", sp├Ąter "Kreiskulturhaus". Gastst├Ątte seit 1991 geschlossen. Seit 1995 Jugendclub. Saal wird f├╝r Kultur- und Tanzveranstaltungen weiter genutzt. 1994 Abriss der Kegelbahn im Hof. Schrittweise Sanierung des Saalkomplexes bis 2001. Sanierung des historischen Blauen Saals 2005/06.} Die Namengebung hat nichts mit den angeblichen "Schweizer-Garden" der Bischofszeit zu tun, sondern stammt aus der Mitte des 19. Jh., als das deutsche st├Ądtische B├╝rgertum in der "Schweiz" seinen Idealstaat verk├Ârpert sah. Der "sogenannte Schweizergarten" wird in der Erbsache Weselowski ab 1834 erstmals erw├Ąhnt. Vorher (1812) wird von den "Beutlerschen G├Ąrten" gesprochen. (⇒ Stadtg├╝ter [1.l])
Seit dem 13.9.1883 nach dem Restaurant Schweizergarten, dessen Garten sich urspr├╝nglich an beiden Ufern der Rietzschke erstreckte. Ihre Verlegung nach Norden sowie ihre ├ťberw├Âlbung bis 1883 geschah im Zusammenhang mit der Anlage der Stra├če. Der ehemalige Garten wurde 1937/38 durch den Bau des Sparkassengeb├Ąudes und die Anlegung des Petersweges (heute August-Fleischer-Stra├če) beseitigt. Am 1.1.1938 wurde die Stra├če nach dem in der Schweiz ermordeten deutschen Diplomaten Wilhelm Gustloff umbenannt. Seit dem 1.8.1945 hie├č sie Leninstra├če nach dem russischen Revolution├Ąr und Begr├╝nder der Sowjetunion Wladimir Iljitsch Lenin (eigentl. Uljanow; 1870-1924). R├╝ckbenennung am 1.5. 1991.
L├╝ptitzer Stra├če 52. Urspr├╝nglich Sch├Ąferei und Ausflugsgastst├Ątte (1888 - nach 1930). Der "Schweizer" Baustil durch Umbauten im 20. Jh. nicht mehr sichtbar.
Verlandendes Altwasser s├╝dwestlich von Dehnitz, Rest eines alten Muldenarmes im Bereich des ⇒ Bruchs.
⇒ Eduard-Schulze Stra├če
⇒ Albert-Kuntz-Stra├če
1. Dresdener Stra├če 20. Das Fachwerkgeb├Ąude (Fachwerk heute verputzt) wurde vom Rat 1726/27 errichtet, als das Johannishospital f├╝r die Bed├╝rfnisse der Stadt zu klein geworden war} 2. Das von Dilich 1628 auf dem Kuhwerder eingezeichnete Siechhaus geh├Ârt sicher zu den Geb├Ąuden, die in der Pestchronik von 1608 erw├Ąhnt werden. Sie wurden wegen der im Mai 1607 ausbrechenden Seuche errichtet.
⇒ Am Stadtwald
⇒ Alter Friedhof
Als am 5.5.1945 die Rote Armee Wurzen besetzte, beschlagnahmten die Milit├Ąrbeh├Ârden die ehemalige Artilleriekaserne in der Juelstra├če. Bis zum Februar 1993 waren dort verschiedene Milit├Ąreinheiten stationiert. Auch die zivilen Wohngeb├Ąude am Rosenweg und an der ├Ąu├čeren Eilenburger Stra├če wurden von den sowjetischen Milit├Ąrangeh├Ârigen bzw. von ihren Familien genutzt
Zwischen Barbaragasse und Badergraben. Wie Unter der Tanne eigentlich nur ein Verbindungsweg.
Kein Berg im eigentlichen Sinne, sondern der Terrassenrand zur Muldenaue vor dem Eilenburger Tor, heute Gerhart-Hauptmann-Platz. Noch Sch├Âttgen best├Ątigt 1717, dass die Stelle wenig bebaut war. Durch Sandabbau am Hang war die Saugrube entstanden.} Der Flurname wird von Ebert (1930) von lat. speculare "sp├Ąhen, Ausschau halten" hergeleitet. Hier oben, wo man auch heute noch einen weiten Blick nach Westen in die Aue hat, k├Ânnten die bisch├Âflichen Bediensteten die Bewegungen auf der hier den Hang herauff├╝hrenden alten Stra├če beobachtet haben. Die alte bisch├Âfliche Zollstation (⇒ telonium Wurczense) kann hier vermutet werden.
Wie der benachbarte Siedlerweg Teil der Flugplatzsiedlung. Er setzt etwa den alten Gro├čzschepaer Rasenweg fort, der vom Spitzberg ├╝ber die Pletzschwitzer Felder kommend beim Halsgericht auf den Weg nach Collmen (Collmener Stra├če) stie├č. Der alte Weg wurde durch die Flugplatzsiedlung an dieser Stelle beseitigt.
Mehrfach Bezeichnung f├╝r "spitz" zulaufende Grundst├╝cke auf der Stadtflur. Sie lagen meist in Wegegabelungen, oder ihre Grenzen waren durch markante Oberfl├Ąchenlinien vorgegeben (Wege, H├Ąnge, Gew├Ąsser), z.B. die ⇒ Stadtschreiberspitze, am Galgen oder zwischen Nemter und Oelsch├╝tzer Stra├če.
1. ⇒ Stadtsporthalle. 2. Heinrich-Heine-Stra├če 20. Die Turnhalle entstand bis 1911 durch die Mitglieder der Arbeiter-Turn- und Sport-vereins "Frisch auf" (⇒ Gewerk-schaftshaus). 1991/93 umfangreiche Sanierung durch die Stadt. 3. ⇒ GutsMuths-Halle. 4. P├╝ttnerstra├če. Sporthalle der Diesterwegschule. 1993/94 durch die Stadt erbaut} Weitere wichtige Sporthallen befinden sich in der Pestalozzischule, der Mittelschule Nord, der Berufsschule und ab 1996 im Neubau des Gymnasiums} Nicht mehr als Sporthalle genutzt wird das Geb├Ąude in der Dresdener Stra├če 43 (bis 1945 Halle des Turnvereins 1847)
1. ⇒ Jahn-Sportplatz. 2. ⇒ Albert-Kuntz-Stadion. 3. ⇒ Stadion der Jugend.} 4. Tennisanlage im Stadtpark. Bei der Erweiterung des ⇒ Stadtparkes um 1890 durch die Stadt im n├Ârdlichen Teil angelegt. 1919 Gr├╝ndung des "Sport-Clubs Wurzen 1919", der die Anlage wenig sp├Ąter in eigene Verwaltung ├╝bernahm. 1920/22 Anlage von zwei Tennispl├Ątzen und Bau eines Klubhauses, 1928 Anlage eines dritten Tennisplatzes. 1953 Beseitigung von Sch├Ąden (u.a. durch Brand). 1995/96 Sanierung des Vereinshauses (Wurzener Tennisclub)
1964 entstandenes Objekt f├╝r die Feriengestaltung der Wurzener Schulen auf dem Freigel├Ąnde n├Ârdlich der GuthsMuts-Halle (Bungalows, Sportanlage). Der Name ist eine f├╝r die damalige Zeit typische Bildung: Nach dem russischen ??????? "Begleiter". Der Name wurde in der Folgezeit auch auf das sp├Ąter entstandene Schulgeb├Ąude am Roitzscher Kirchweg ├╝bertragen (bis 1996 Grundschule ÔÇ×An der SternwarteÔÇť).
⇒ Wurzener Bank (1.)
L├╝ptitzer Stra├če 24. Erste Planungen f├╝r einen Stadion-Neubau bereits kurz nach 1952, als die Fu├čballmannschaft von "Empor Wurzen" Sachsenmeister geworden war. Erste Bauma├čnahmen 1955/57. Ausbau zog sich bis in die 1970-er Jahre hin und blieb in manchem unvollkommen
Domgasse 1. Auff├Ąlliger Eckbau zur Wenceslaigasse gegen├╝ber dem Rathaus. Das Geb├Ąude besitzt sehenswerte Kellergew├Âlbe aus den Anf├Ąngen der Apotheke. Sie ist seit 1650 hier nachweisbar. Nach 1995 umfangreiche Sanierungen
⇒ Bad
Grundst├╝cke innerhalb oder auch au├čerhalb der alten ⇒ Weichbildgrenze, die im Besitz von Wurzener B├╝rger waren und von diesen agrarisch genutzt wurden. Der Besitzstand in den 40-er Jahren des 19. Jahrhunderts war die Grundlage f├╝r die endg├╝ltige Festsetzung der Wurzener Flurgrenze 1843/45.
Im Rathaushof. Nachdem mit dem Abriss des Eilenburger Tores die sogenannte Ratsfronfeste nicht mehr zur Verf├╝gung stand, konnte nur noch dieses Geb├Ąude, das ├Ąlter als das heutige Rathaus ist, als Gef├Ąngnis der Stadt genutzt werden. Das heute noch erhaltene separate Geb├Ąude aus dem 17. Jh. ist dreiteilig und nimmt eine Fl├Ąche von ca. 6,60 x 3,00 m ein. Eiserner Ofen, vergitterte Fenster, Verschlusseinrichtungen mit Klappe und Gucklock erinnern noch an seine einstige Bestimmung
⇒ Viertel..., Wurzen
Eigentlich Sch├╝tzengraben nach den Wurzener Sch├╝tzen, die hier nach Niederlegung der Mauer ihre ├ťbungsst├Ątte bekamen. Nach 1945 wurde der bis dahin gebr├Ąuchliche Name durch den heute amtlichen (der aber auch schon manchmal benutzt wurde) ersetzt.
1.: Die au├čerhalb des Mauerringes, aber innerhalb des st├Ądtischen Weichbildes gelegenen Grundst├╝cke, die in Bebauung und Bewirtschaftung agrarisch gepr├Ągt waren. Bis in die Mitte des 19. Jh. erwarben die Besitzer mit einem Stadtgut auch das Wurzener B├╝rgerrecht. Einige der sp├Ąteren Stadtg├╝ter gehen auf alte, meist bisch├Âf-liche Vorwerke zur├╝ck, die - oft verlehnt - ab Ende des 16. Jh. in b├╝rgerlichen Besitz ├╝bergingen. Zu den Stadtg├╝tern geh├Ârten z.T. recht umf├Ąngliche Anteile an der sogenannten Stadtfelderflur, die auch au├čerhalb der ⇒ Weichbildgrenze liegen konnte. Gegen Ende des 19. Jh. begann die Parzellierung des Grundbesitzes, und die meisten Stadtg├╝ter - oft jetzt schon mit Fuhrbetrieb, Viehhandel oder einer Gastwirtschaft gekoppelt ÔÇô verschwanden. Folgende Stadtg├╝ter sind nennenswert:} a) Crostigall 49 (⇒ Steinhof zum schwarzen und wei├čen Kreuz; Schreitersches Gut, Schladebachs Gut). Urspr├╝nglich in bisch├Âflichem Besitz. Um 1580 wird dann ein Erhardt von Haugwitz (!) genannt. Sp├Ątere Besitzer sind u.a. Jacob Zenner, Super-intendent Christoph Daniel Schreiter (seit 1670). Ab 1812 im Besitz der Familie Schladebach. Schon im 17. Jh. wichtiger Gasthof. Das Gut blieb schrifts├Ąssig und im Besitz der Eigengerichtsbarkeit bis 1843. 1968 Abriss der Wirtschaftsgeb├Ąude wegen Ausbaus der Beethovenstra├če, nur das Wohnhaus ist erhalten. Seit den 1950-er Jahren Bebauung der ├Âstlich und s├╝dlich vom Gut gelegenen Schladebachschen Felder mit Wohnungen} b) Jacobsplatz 7-11 (Steinhof vor dem Jacobstor, Marxens Hof). Urspr├╝nglich bisch├Âfliches Vor-werk, das eventuell 1495 mit dem allodium gemeint sein k├Ânnte, das ante oppidum "in der alden Stat" lag und zu diesem Zeitpunkt verlehnt war (tenet in feudum dictus Zigeritz ["beh├Ąlt zu Lehen besagter Ziegeritz"]). Bewahrte seinen Status als Freigut auch nach ├ťbergang in b├╝rgerlichen Besitz bis 1657. Als Rathsvorwerk nach 1700 verpachtet. Umfasste das gesamte Gel├Ąnde zwischen Jacobsplatz und Rietzschke. Bis 1800 m├╝ssen bereits Teilungen stattgefunden haben. Der s├╝dliche Teil ist 1803 im Besitz von Johann Carl Weselowski, der die Posthalterei vom Crostigall nach hier verlegte (bis 1815). 1854 kam das Gel├Ąnde an Franz Theodor Marx (deshalb bis in die Gegenwart Marxens Hof, der sich bis zur Schweizergartenstra├če erstreckt). 1994/96 Bebauung des freien Innenbereichs (⇒ Schmiedegasse). Der n├Ârdliche Teil umfasste die Geb├Ąude des alten Steinhofs (Jacobsplatz 7 und 9, sp├Ąter "Stadt Hamburg", Umbau zu Gewerber├Ąumen 2005) sowie das Gel├Ąnde der ehemaligen ⇒ Alten Schmiede (2.)} Die Wirtschaftsgeb├Ąude an der Schmiedegasse wurden 1995 abgerissen und auf dem Gel├Ąnde ein Parkplatz f├╝r die Wurzener Bank (2.) angelegt.} c) Jacobsplatz 27/28 (Eckhardts Erben, das Goldene Fa├č, volkst├╝mlich nach 1945 auch nach den P├Ąchtern "[bei] Gringmuth[s]). Auch hier kann das 1495 erw├Ąhnte allodium vermutet werden. Seit 1640 ist die Familie Eckhardt, deren Mitglieder in der Geschichte der Stadt zeitweise eine herausragende Rolle spielten (B├╝rgermeister, Stadtrichter, Stadtverordnetenvorsteher) bereits vor dem Jacobstor beg├╝tert. Im 18./19. Jh. Gastwirtschaft mit Ausspanne Das (Goldene) Fa├č. Landwirtschaftliche Nutzung des Gel├Ąndes und der Geb├Ąude bis 1973. Abriss der Geb├Ąude, die vom Anfang des 19. Jh. stammen, 1992. Bebauung des Gel├Ąndes bis 1995. (⇒ Stadtgut [2.])} d) Gerhart-Hauptmann-Platz 5 (Stadtgut Hentschel). Standort ist wohl mit dem bisch├Âflichen Vorwerk gleichzusetzen, das bereits 1114 in der Gr├╝ndungsurkunde f├╝r das Wurzener Kollegiatstift als ⇒ telonium Wurczense erw├Ąhnt wird.} 1602 von Ernst Bennewitz bebaut. Ab 1841 mehrfacher Besitzerwechsel, 1880 Teilung des Besitzes. Vorderer Teil seitdem Stadtgut Hentschel, der hintere (Alte Nischwitzer Stra├če 1) zuletzt K├Ąstnersches Gut. Das Stadtgut Hentschel wurde um 1960 abgerissen. Heute Parkplatz} e) Crostigall 9 (Gasthof Zur [Goldenen] Rose). Zu 1554 erstmals erw├Ąhnt. Gasthof mit Ausspanne um 1800. Landwirtschaftlicher Betrieb bis 1886, danach Parzellierung des Grundbesitzes. Geb├Ąude um 1980 abgerissen. Heute Parkplatz} f) Crostigall 42 (Postgut, Schroths Hof). Im alten Gaudlitzschen ⇒ Freigut auf dem Crostigall, des-sen Flur schon seit 1598 aufgesiedelt wurde (⇒ Gaudlitz), befand sich 1696 bis 1808 die kurs├Ąchsische Posthalterei (⇒ Post und Postgut). 1857 erwirbt es der Wei├čgerbermeister Friedrich Christian Schroth (daher bis in die Gegenwart Schroths Hof)} g) Crostigall 14 (Stadtgut Schumann). Die Geschichte dieses Gutes reicht bis in die Zeit vor dem 30-j├Ąhrigen Krieg zur├╝ck: 1554 als "Freyhaus vor dem Wencelstor" im Besitz eines Christoph Lotter. 1687 wurde das heute noch vorhandene Wohnhaus errichtet (⇒ Ringelnatzhaus). 1791 "Marschallsches Forwerk". 1848 verkauft Karoline verw. Hauptmann von Petrikowsky geb. Weselowski (!) das Gut an Adolph Morgenstern (⇒ 1.l). 1915 kommt es in den Besitz von Schumann; 1943 Aufgabe des Gutsbetriebes} h) Torgauer Stra├če 1 (Hahnefeldsches Gut). Vermutlich seit der 2. H├Ąlfte des 18. Jh. Fleischermeister Hahnefeld erwirbt es 1863 aus dem Besitz des Kaufmannes Lessig. In den Jahren 1874 bis 1889 wird der recht umf├Ąngliche Grundbesitz mehrfach geteilt und parzelliert. Er erstreckte sich zwischen heutiger Martin-Luther- und Rudolf-Breitscheid-Stra├če} i) Stra├če des Friedens 34 (Rothmannsches Gut). Die Baulichkeiten sind heute noch vorhanden. Sie stam-men z.T. aus der 1. H├Ąlfte des 19. Jh. 1914 geht der Besitz von Wilhelm August Rothmann durch Kauf an die Teppichfabrik ├╝ber. Seit 1953 Nutzung durch die LPG "Ernst Th├Ąlmann" in Bennewitz, seit Ende der 1970er Jahre durch die Stadtwirtschaft Grimma und zuletzt durch die Abfallwirtschaft Wurzen} j) Friedrich-Ebert-Stra├če 1-3. Bis 1921. U.a. im Besitz des Druckereibesitzers Friedrich Gustav Jacob} k) Dresdener Stra├če 16. Um 1700 bereits vorhanden. Grundbesitz im Bereich des ⇒ Rondells. Bebauung erfolgt um die Jahrhundertwende. Ehemalige Gastst├Ątte ("Kronprinz" bzw. "Stadt Chemnitz"). An der Stra├čengabelung eine Fuhrwerkswaage, sp├Ąter bis in die Mitte des 20. Jh. Tankstelle} l) Dresdener Stra├če 7. Um 1800 zum Besitz von Johann Carl Weselowski (⇒ Jacobsplatz 7-11) geh├Ârig. 1855-1869 im Besitz von Adolph Morgenstern. Mehrfacher Besitzerwechsel. Bis 1910 landwirtschaftlicher Betrieb. In diesem Jahr erwirbt das Gel├Ąnde August Zimmermann, der dort die bekannte M├Âbelfirma begr├╝ndet. Ein Teil der alten und verfallenden Wirtschaftsgeb├Ąude brannte im November 2006 nieder. Grundst├╝ck seit 2011 mit einem Supermarkt bebaut.} m) Bahnhofstra├če 19. In der Mitte des vorigen Jh. Sp├Ąter das "Restaurant Fehre"} n) Costigall 36/38. Vielleicht das von Koch genannte "G├Âderitzsche Gut". 1842 als Besitzer August R├Âthel genannt. Nach Verkauf 1878 Parzellierung des Gel├Ąndes, das sich bis zur Postgasse erstreckte. Sp├Ąter Gastst├Ątte "Goldener Ring".} o) Altstadt 41. Einige Baulichkeiten (gew├Âlbter Keller unter der Scheune) weisen auf hohes Alter hin. Vielleicht besteht auch ein Nutzungszusammenhang mit Jacobsplatz 27/28. Noch im 20. Jh. Viehhandel} p) das "Zopfsche Gut" auf dem Gel├Ąnde zwischen Barbaragasse, Unter der Tanne, Badergraben und Wenceslaigasse. Seit Beginn des 19. Jh. nachweisbar. Ein gro├čer Teil des Gel├Ąndes wurde 1851 von Moritz Rahn erworben. ]} 1904-1906 entstand die jetzige Bebauung (Jugendstil) entlang des Badergrabens und der Wenceslaigasse mit dem stadtbildpr├Ągenden "Modehaus Rahn" (nach 1945 "Konsum-KaufhausÔÇť).} q) das so genannte F├Ąrbehaus am Teichdamm, unmittelbar n├Ârdlich der Stadtm├╝hle gelegen.} Das Anwesen hatte vergleichsweise nur geringen Landbesitz, der sich an der unteren ⇒ Rietzschke bis zum M├╝hlgraben erstreckte. Der Name weist darauf hin, dass das Gel├Ąnde im Zusammenhang mit den F├Ąrbern und der benachbarten ⇒ Bleiche zu sehen ist. 1684 erwarb Christoph Marschall aus Leipzig vom "Schwarz- und Sch├Ânf├Ąrber" Martin Jahn "Hau├č und Hof Platz und Farbegerechtigkeit". Bis 1834 war die Bezeichnung F├Ąrbehaus ├╝blich. 1854 wurden das F├Ąrbehaus und der unmittelbar benachbarte Grundbesitz von Friedrich Krietsch erworben. Auf dem n├Ârdlichen Teil siedelte sich die Wollw├Ąscherei Schroth (⇒ Bad, Badeanstalt [2.d]) an} 2. Stadtgut: Seit dem 1.1.1994 Postanschrift f├╝r die Neubebauung auf dem Gel├Ąnde des ehemaligen Stadtgutes Eckhardt zwischen Jacobsplatz 27 und der Stra├če des Friedens 11.
Friedrich-Ebert-Stra├če 2. Das Mannschaftsgeb├Ąude der ehemaligen J├Ąger- bzw. Infanteriekaserne wurde nach 1920 und der Entmilitarisierung der Stadt von dieser ├╝bernommen und umgebaut. Es wurden Wohnungen eingerichtet und vor allem R├Ąume f├╝r die Stadtverwaltung geschaffen. Im S├╝dteil des Geb├Ąudes entstand 1926/27 der Sitzungssaal der Stadtverordneten mit einem Panoramarelief der Stadt (1929). Seit 1952 beherbergte das Geb├Ąude im gr├Â├čeren Teil den Rat des Kreises Wurzen. Die Stadtverwaltung benutzte nur noch den s├╝dlichen Teil. Dadurch wurde 1994 der Muldentalkreis Eigent├╝mer des ehemals st├Ądtischen Geb├Ąudes. Die Stadt war deshalb gezwungen, 1997 das Schulgeb├Ąude auf dem Domplatz (⇒ B├╝rgerschule; Gymnasium) gegen das Stadthaus einzutauschen.
Bis 1920 der Innenhof der ⇒ Infanteriekaserne. Keine Postanschrift, sondern nur Stellenbezeichnung. Heute ├Âffentlicher Parkplatz.
Es ist zu vermuten, dass mit Begr├╝ndung der Rechtsstadt um den heutigen Markt auch die Ummauerung der Stadt erfolgte. Um 1300 war sicherlich der (innere) Mauerring mit den 3 bzw. 4 ⇒ Stadttoren vorhanden. Diese Mauer lief von der Nordostecke des Schlosses n├Ârdlich der Gasse An der Mauer bis zur Eilenburger Gasse (heute Albert-Kuntz-Stra├če), entlang des Stadtgrabens bis zum Jacobsplatz, bildete dann die Westseite des heutigen Platzes und lief nach S├╝den bis zum Badergraben, n├Ârdlich der Rietzschke verlief sie von hier ab nach Westen bis zur Wenceslaigasse, westlich dieser Gasse stie├č sie dann an den befestigten Hang des Domberges. Von dieser Mauer sind nur noch ganz geringe Reste vorhanden: sichtbar s├╝dlich des Rathaushofes und nicht mehr sichtbar als Teile heutiger Geb├Ąude an der Wenceslaigasse und an der Albert-Kuntz-Stra├če. Bereits unmittelbar nach dem 30-j├Ąhrigen Krieg wurden gro├če Teile der Bruchsteinmauer niedergelegt, um Baumaterial zum Wiederaufbau der Stadt zu gewinnen (⇒ Neues Haus).} Bereits im 15. Jh. waren die vor der Mauer liegenden Stadtteile so stark angewachsen, dass Bischof Johann von Salhausen auch ihre Ummauerung in Angriff nahm. Aber der ├Ąu├čere Mauerring wurde nie vollendet, 1512 stellte man die Bauarbeiten aus finanziellen Gr├╝nden ein. Diese Mauer verlief vom ⇒ Steinhof s├╝dlich der heutigen Beethovenstra├če nach Osten bis zum sogenannten Rondell (entlang des ⇒ Salhausenwegs), von dort nach Norden bis zum Badergraben, umschloss also die ganze Wenzelsvorstadt. Reste dieser Mauer sind noch vorhanden an der Haugwitzstra├če, auf dem ehemaligen Alten Friedhof und im Hof des Grundst├╝cks Dresdener Stra├če 5.
⇒ M├╝hlen
Ca. 16 ha umfassendes Gel├Ąnde im Norden der Stadt zwischen Geschwister-Scholl-, Kutusow-, Juel- und Alter Nischwitzer Stra├če. Am 10.6.1879 beschloss der Versch├Ânerungsverein unter Vorsitz des Stadtverordneten Juel die Anlage des Parks. Der erste Baum wurde am 12.10.1879 gepflanzt (ÔÇ×FischereicheÔÇť). 1888 entstand als Stiftung eines Kegelklubs neben der an der Alten Nischwitzer Stra├če gelegenen "Steingruppe" (Steinberg) aus Natursteinen ein runder Aussichtsturm (volkst├╝mlich M├Ąuseturm, Rapunzelturm; heute nicht mehr begehbar). N├Ârdlich davon befand sich ein Konzertplatz; diese Fl├Ąche ist heute als Blumenanlage mit Springbrunnen und B├Ąnken gestaltet. Wurzener Industrielle stifteten aus Anlass des 800-j├Ąhrigen Jubil├Ąums des Hauses Wettin ein Geb├Ąude im n├Ârdlichen Teil des Parkes (Wettinhaus), das seit 1890 die Wohnung des Stadtg├Ąrtners enthielt (heute Gastst├Ątte). Der vordere, ├Ąlteste Teil des Parks erhielt bis 1896 noch zwei Teiche, deren Verbindung auf einer Bogenbr├╝cke ├╝berquert werden konnte (heute nur noch der gr├Â├čere Teich vorhanden). Am n├Ârdlichen Ufer des Teiches erhebt sich eine Grotte aus Tropfsteinnachbildungen. Unmittelbar daran an schloss sich noch bis 1945 ein Wildgehege, nicht zu verwechseln mit dem sogenannten Wildpark, wie der n├Ârdliche und j├╝ngere Teil des Parks zeitweise genannt wurde und in dem sich heute die Tennisanlage befindet. Ein Bismarckstein befand sich bis zum Ende des 2. Weltkrieges am westlichen Ufer des gro├čen Teiches. Er war eine Stiftung der Stadt, die den Park 1883 ├╝bernommen hatte.} Zu Ehren des Initiators der Parkanlage wurde im S├╝dwesten des Parks am 6.9.1906 das Jueldenkmal eingeweiht. 1974 wurde es entfernt und an seinem Standort der sogenannte ⇒ Ehrenhain errichtet.
Grundst├╝ck zwischen heutiger (├Ąu├čerer) Torgauer Stra├če (s├╝dlich des Tonneborns) und K├Ârlitzer Hohle, auf dem Gel├Ąnde des Bundessortenamtes. Das nach S├╝den "spitz" zulaufende Grundst├╝ck geh├Ârte sicher zur Ausstattung des Stadtschreiberamtes.
Seit dem 15. Jh. eine Knabenschule in Ratstr├Ągerschaft vor dem Wenzelstor (deshalb auch Wenzelsschule), in der N├Ąhe der Wenceslaikirche. 1542 wird diese "teutsche" Schule geschlossen und mit der alten Stiftsschule auf der Domfreiheit vereint (⇒ Lateinschule)
Friedrich-Ebert-Stra├če 2. Gr├Â├čte Sporthalle der Stadt. 1893 als Exerzier- und Reithalle des J├Ąger-Bataillons (⇒ Infanerie-Kaserne) eingeweiht. Bis nach 1950 unterschiedliche zivile Nutzung, zuletzt Zwischenlager f├╝r die M├╝hlenwerke. Seit 1953 Nutzung durch Sportgruppen. 1954 "Oswin-P├Âtzsch-Halle" nach dem Arbeitersportler und stellvertretenden Vorsitzenden des Rates des Kreises Wurzen Oswin P├Âtzsch (1908-1953). Seit 1960 (?) "Stadtsporthalle". Mehrmals Umbauten und Modernisierungen, zuletzt 1992/94
1. ⇒ Domtor. 2. ⇒ Eilenburger Tor. 3. ⇒ Jacobstor. 4. ⇒ Wenzelstor
⇒ Viertel
Aufforstungsgebiet im s├╝dlichen Teil des fr├╝heren ⇒ Exerzierplatzes. Name offiziell seit dem 16.4.1999, als am "Tag des Waldes" der F├Ârderverein Mittleres Muldegebiet mit den ersten Baumpflanzungen begann. N├Ârdlich davon hatte der Verein schon am 30.10.1997 mit Aufforstungsarbeiten begonnen.
⇒ Stra├če des Friedens
⇒ Werder
Auf der Stadtflur durchragen die unter den pleistoz├Ąnen und terti├Ąren Sedimenten lagernden Vulkanite des Rotliegenden nur an wenigen Stellen ihre Deckschichten. Das ist auf dem Crostigall, am Wachtelberg, hinter dem ehemaligen Dehnitzer Gasthof (jeweils Pyroxengranitporphyr) sowie am sogenannten Gemeindesteinbruch an der Oelsch├╝tzer Stra├če und am L├Ąuseberg (hier jeweils Quarzporphyr) der Fall. Zwischen Wurzen und Dehnitz hat die Mulde durch Tiefenerosion den Granitporphyr an den Talh├Ąngen angeschnitten. Steinbr├╝che hat es mit Sicherheit seit dem Mittelalter im unmittelbaren Stadtgebiet gegeben. Auf dem Crostigall lassen sich heute noch zwei nachweisen: der sogenannte Hohlweg und das Pandurenloch. Am Wachtelberg sind heute noch mehrere Stellen durch fr├╝heren Steinbruchsbetrieb der Dehnitzer Bauern ├╝berpr├Ągt. Am Bootshaus befindet sich der nach der ehemals am westlichen Muldeufer liegenden Neum├╝hle benannte Neum├╝hlensteinbruch. Steine zum Bau von Geb├Ąuden wurden bis ins 20. Jh. abgebaut.
Im Mittelalter vor dem Mauerring an den Zug├Ąngen zur Stadt liegendes "steinernes" Geb├Ąude (lat. curia lapidea) bzw. ÔÇ×VorÔÇťwerk, das in die Stadtbefestigung mit einbezogen war. Zwei Steinh├Âfe sind bis zur Gegenwart - wenn auch nur in Resten - erhalten: Der Steinhof zum schwarzen und wei├čen Kreuz ("ufm Crostigall") und der Steinhof vor dem Jacobstor (Jacobsplatz 7-11)
Bis 2004 rechts neben dem Nordportal der Wenceslaikirche eingelassen. Eine primitive handtellergro├če Gesichtsdarstellung, reliefartig aus einem harten Sandstein herausgearbeitet. Verschieden gedeutet, u.a. als "Neidkopf" (Bergt). Die archaische Formgebung l├Ąsst vermuten, dass der Stein bereits vor Bau der Kirche vorhanden war und aus nicht genau erkl├Ąrlichen Gr├╝nden in die Au├čenwand der Kirche eingemauert wurde. 2005 bei der Au├čensanierung des Geb├Ąudes nach innen versetzt
⇒ Kornhainer Bach
Im Zusammenhang mit der Einweihung des jetzigen Hauptpostamtes 1890 nach dem ersten Reichspostmeister Heinrich von Stephan (1831-1897) benannt, der anl├Ąsslich dieses Ereignisses in Wurzen weilte. Verbindet n├Ârdlich der Eisenbahnlinie die Bahnhofstra├če mit dem Dehnitzer Weg.
1966 von Wolfgang Maurer, damals Lehrer an der Pestalozzi-Oberschule, zusammen mit Sch├╝lern am Ostende der Schillerstra├če errichtetes Geb├Ąude mit Unterrichtsraum, Beobachtungsplattform und ÔÇôkuppel. In ihm fand bis 1990 der Astronomie-Unterricht f├╝r viele Schulen des Kreises Wurzen statt. Durch Bebauung des benachbarten Gel├Ąndes in seiner Funktion eingeschr├Ąnkt. Die Benennung nach Giordano Bruno (1548-1600) erst zu Beginn der 1970-er Jahre. Ausstattung 1998 ins Gymnasium ├╝berf├╝hrt} Seit 1998 Nutzung durch die Aquarienfreunde, die das Geb├Ąude zu einem Vereinshaus umgestaltet haben.
FN; eine Hanglage n├Ârdlich des M├╝hlbachs zwischen Oelsch├╝tzer Stra├če und Nemt. Der Boden besteht hier aus sandigen und kiesigen Sedimenten, die eine schnellere Austrocknung der Bodenkrume bewirken. Diese "stiefm├╝tterliche" nat├╝rliche Ausstattung f├╝hrte offensichtlich zur Namengebung.
⇒ Schlossbrauerei
⇒ Domschule (1.)
Sammelbezeichnung f├╝r alle Geb├Ąu-de auf der ehemaligen Domfreiheit, die im Zusam-menhang mit dem Wurzener Kollegiatstift standen, z.B. die H├Ąuser von Inhabern der verschiedenen Stiftspfr├╝nden (Kustodie, Alte Kaserne u.a.)
Eigentlich das sogenannte Wurzener Land, nachdem 1581 der letzte Bischof von Mei├čen zur├╝ckgetreten und von da an eine kurs├Ąchsische Stiftsregierung die Verwaltung ├╝bernommen hatte. Aus der Sicht der Stadt das Gel├Ąnde, das au├čerhalb der st├Ądtischen Weichbildgrenze lag, auf dem aber durchaus Wurzener B├╝rger oder der Rat beg├╝tert sein konnten (z.B. die Mark Trauschkau oder die Worthauer oder Pletzschwitzer Felder).
Seit dem 13.05.1998 f├╝r die Allee durch das Gel├Ąnde der fr├╝heren ⇒ Artilleriekaserne vom alten Haupteingang an der Juelstra├če nach Norden. Die Namengebung erfolgte in W├╝rdigung der Stollwerck AG, die als Eigent├╝mer der Wurzener Keksfabrik den Wiederaufbau des 1997 durch Brand vernichteten Betriebes sicherte.
N├Ârdlicher Teil des Stra├čen- bzw. Wegeringes, der die sp├Ątmittelalterliche Stadt umzog und als Siedlungsrand bis ins 19. Jh. bestand. Heutiger Name seit 1961.} Vorher seit dem 1.8.1945 Stalinstra├če nach dem Generalissimus Josef Wissarionowitsch Stalin (eigentlich Dshugaschwili; 1879-1953), offenbar auch weil von 1945 bis 1947 die sowjetische Kommandantur an dieser Stra├če (im ehemaligen Gymnasium) ihren Sitz hatte. Bis dahin hie├č die Stra├če seit dem 30.3.1933 Hindenburgstra├če nach dem Generalfeldmarschall im 1. Weltkrieg und sp├Ąteren Reichspr├Ąsidenten Paul von Hindenburg (1847-1934). Der urspr├╝ngliche Name war Lange Stra├če (sicher seit ihrer Bebauung nach 1870) bzw. Lange Gasse (noch bei Werl 1869) bzw. Lindengasse (Flurbuch von 1766 "Linden-Ga├če"; nach ihrer Anlage als Promenade zu Beginn des 18. Jh. durch den Stadtrichter Reinhardt). F├╝hrt heute vom Ostausgang des Jacobsplatzes bis zum fr├╝heren Eingang der Teppichfabrik an der Alten Nischwitzer Stra├če. Die Linden vom Anfang des 18. Jh. wurden in der 2. H├Ąlfte des 19. Jh. durch Kastanien ersetzt. Nach dem Abbruch des Altwerkes der einstigen Teppichfabrik (2005/06) und im Zuge des Stra├čenneubaus in der Muldenaue (⇒ Westtangente, Muldenbr├╝cken) wurde die Trasse der Stra├če nach Westen durch das ehemalige Werksgel├Ąnde bis zur neuen Umgehungsstra├če in der Aue verl├Ąngert.
⇒ Rosenweg
⇒ Hermann-Ilgen-Stra├če
⇒ Gassen ...
⇒ gleislose G├╝tertransportbahn
⇒ Johannisgasse
⇒ Archidiakonat
Seit dem 1.1.1994 f├╝r die U-f├Ârmige Stra├če im Eigenheimviertel "S├╝d" zwischen Oelsch├╝tzer und Nemter Stra├če.
⇒ K├Ąthe-Kollwitz-Stra├če
Bis 1879 westlich der Alten Kaserne am Rand des Domplatzes. Offenbar bildete sie mit dem s├╝dlich benachbarten Geb├Ąude ⇒ St. Barbara urspr├╝nglich eine bauliche Einheit. Mit diesem wurde die Superintendentur 1879 abgerissen, um Platz f├╝r einen Schulneubau (⇒ B├╝rgerschule und M├Ądchenschule) zu schaffen.
Volkst├╝mlich f├╝r die 1945 in der Barbaragasse 2 er├Âffnete "Tauschzentrale". Der Name blieb auch erhalten, als die Einrichtung nach der W├Ąhrungsreform 1948 in "An- und Verkauf f├╝r Gebrauchtwaren" umgewandelt und 1952 auf die Liegenbank 1 verlegt wurde.
⇒ Rosental
Der "Wurzener Zoll" (telonium) erscheint 1114 als bisch├Âfliche Ausstattung f├╝r das neu gegr├╝ndete Kollegiatstift. Darunter sind zun├Ąchst die Zolleinnahmen zu verstehen, die den Kanonikern des Stifts neben anderem zum Unterhalt zustanden. Diese Einnahme zum Unterhalt eines Kanonikers (Pfr├╝nde von lat. praebenda "das zu Gew├Ąhrende, das einem Zustehende") galt als "heilige" Sache, weshalb sie auch 1223 als sancti theolonii ("des heiligen Zolls") bezeichnet wird; theo- ist gleichsam verst├Ąrkend an griech. de?? "Gott" angelehnt. An der Wurzener Burg muss es also eine Zollstelle gegeben haben, an der Abgaben erhoben wurden. Es spricht manches daf├╝r, dass diese Zollstelle am heutigen Gerhart-Hauptmann-Platz (⇒ Stadtg├╝ter [1.d]) gelegen hat, wo die Stra├če von einer Muldenfurt aus der Aue den Terrassenhang herauff├╝hrte und Anschluss an die ⇒ Altstadt fand
Volkst├╝mliche Bezeichnung f├╝r die 1999/2000 entstandene dreifl├╝gelige Wohnanlage (Domgasse 15 a-c) auf einem urspr├╝nglichen Gewerbegel├Ąnde am S├╝dhang des Dom- und Schlossberges oberhalb des Rietzschketals. Auff├Ąllig und umstritten wegen der ungew├Âhnlichen Dachformen, die an einen fliegenden Vogel erinnern sollen.
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die Neuanlage im Wohn- und Dienstleistungszentrum "Eilenburger Stra├če". Beginnt westlich der Eilenburger Stra├če an der Weichertstra├če, f├╝hrt nach Nordwesten, umschlie├čt die k├╝nftige Eigenheimsiedlung und f├╝hrt wieder zum westlichen Ende der Weichertstra├če zur├╝ck.
Seit 1953 nach dem Dichter der Befreiungskriege Theodor K├Ârner (1791-1813). Urspr├╝nglich innerer Abschnitt der Collmener Stra├če (bis zur Einm├╝ndung der Zillestra├če), die die Albert-Kuntz-Stra├če nach Norden fortsetzt.
Seit 1928 (?) nach dem in Wurzen geborenen Musiker, Musikschriftsteller und Freund Richard Wagners Theodor Uhlig (1822-1853; Geburtshaus Dresdener Stra├če 3, 2004 angerissen). F├╝hrt von der unteren Lessingstra├če nach Norden bis zur Liscowstra├če.
Unbebautes Grundst├╝ck am westlichen Ende der Liegenbank zur Johannisgasse; noch 1826 so benannt. Standort des "Thiemeschen Malz- und Brauhauses" (auch "Tobias Thiemes Malzhauses", 1631), von dem in der Nacht zum 5. April 1631 ein verheerender Stadtbrand ausging (Brandtafel Johannisgasse 3, heute im Museum). Das W├╝stliegen des Grundst├╝cks ist u.a. auf das Verbot f├╝r den Besitzer zur├╝ckzuf├╝hren, als Verschulder der Brandkatastrophe das Haus wieder aufzubauen. Nutzung der Fl├Ąche sp├Ąter als Lagerplatz (Tabakhandel) bzw. als Stall- und Packhof (so 1813), im 20. Jh. als Garten. Seit 1973 Gr├╝nfl├Ąche.
Seit dem 1.8.1945 nach dem deutschen Schriftsteller und Romancier Thomas Mann (1875-1955). Sackgasse, die von der Zillestra├če nach S├╝den abgeht. Vorher seit dem 19.10.1934 Rumeyweg nach einem im 1. Weltkrieg gefallenen Kampfflieger.
Flurst├╝ck s├╝dwestlich des Breiten Berges (heute am Rande des ehemaligen Exerzier-platzes westlich der L├╝ptitzer Stra├če). Im 18. Jh. Nutzung durch "Gemeinde-Huthung". Hier befanden sich auch st├Ądtische Ton- und Lehmgruben (⇒ T├Âpfe-graben). Ebenso wie am benachbarten Ziegelteich stehen hier unteroligoz├Ąne Tone bis zu einer M├Ąchtigkeit von 4,5 m an.
Ein "Obst- und Grase-Garten" westlich des M├╝hlgrabens. Heute etwa n├Ârdlich des Gel├Ąndes der fr├╝heren Teppichfabrik zu lokalisieren. Das Grundst├╝ck stand offensichtlich dem Akzise-Schreiber (im ⇒ Eilenburger Tor bzw. am Rondell) zu.
Albert-Kuntz-Stra├če 50. Traditionsreiche Gastst├Ątte im Wurzener Norden. Zun├Ąchst "Weinstube zum Luftschiff" (1886/87), 1888-1992 "Th├╝ringer Hof", 1992-1995 "Hardels Restaurant und Caf├ę", seit 1995 griechisches Restaurant "Poseidon", seit 1999 Weinrestaurant ÔÇ×ReblausÔÇť
⇒ Stadtpark
Als Privatschule, die auch M├Ądchen eine ├╝ber das B├╝rgerschulniveau hinausgehende Bildung erm├Âglichen sollte, 1890 begr├╝ndet. Erste Unterrichtsst├Ątte in der Schweizergartenstra├če 14. Seit 1892 war die T├Âchterschule in einem eigens dazu erbauten Haus am Park (heute Geschwister-Scholl-Stra├če 4) untergebracht. Die Einrichtung wurde sp├Ąter mit der "h├Âheren Abteilung" der M├Ądchen-B├╝rgerschule verbunden und nach dem 1. Weltkrieg in die Volksschule eingegliedert
Vor der Bebauung des Rietzschketales ├Âstlich des Wettinerplatzes Stelle am S├╝dufer der Rietzschke, wo die Gerber den von ihnen ben├Âtigten Ton aufbereiteten. Etwa im heutigen Kreuzungsbereich von Goethe- und Schillerstra├če gelegen.
An der ├Ąu├čeren Torgauer Stra├če gelegener Brunnen, der ├╝ber Jahrhunderte das Wasser f├╝r die Stadt lieferte. Etwa 6 m ├╝ber dem Niveau des Marktes gelegen, floss von hier das Wasser in Holzrohren bis in die Stadt. Heute ist noch ├Âstlich der Stra├če und hinter den Geb├Ąuden des Bundesamtes f├╝r Sortenwesen (Torgauer Stra├če 100) ein Erdh├╝gel zu sehen mit einem gemauerten Giebel, an dem sich der durch eine schmiedeeisernerne T├╝r verschlossene Eingang befindet. Die Wassersch├╝ttung muss betr├Ąchtlich gewesen sein, was sicher den geologischen Verh├Ąltnissen hier geschuldet ist. ├ťber dem Brunnenschacht war anfangs ein Fass (Tonne) gesetzt. Daher der Name.} Der benachbarte K├Ânig-Albert-Schacht enth├Ąlt ebenfalls betr├Ąchtliche Mengen Wasser, die seit 1984 noch f├╝r das Heizwerk genutzt wurden. Stadteinw├Ąrts waren fr├╝her etliche Grundst├╝cke stark vern├Ąsst, was auf das vordringende Wasser vom Tonneborn zur├╝ckzuf├╝hren ist. (⇒ auch Eierpfuhl [2.])
Stelle l├Ąsst sich nicht mehr eindeutig lokalisieren. Mit gro├čer Wahrscheinlichkeit ist sie im Bereich der ⇒ Thonkeiten unterhalb des Breiten Berges zu suchen. Dort und am s├╝dlich davon gelegenen ⇒ Ziegelteich stehen unmittelbar an der Oberfl├Ąche unteroligoz├Ąne Tone an. Im Gel├Ąnde des Ziegelteiches gewannen die Wurzener T├Âpfer seit etwa 1730 ihr Material. 1852 wurden die T├Âpfer vom Rat angehalten, wieder in den Thonkeiten ("Tongeuten") Ton zu graben. Die T├Âpfergilde stellte den Antrag, "da├č unterhalb der Erlenpflanzung ein Quergraben zur Auffangung des am Berge herabflie├čenden Wassers gehoben, und ihnen dadurch das Thongraben erleichtert werde"
Stelle im ehemaligen Feuchtwiesengel├Ąnde am Kornhainer Bach s├╝dlich des Haselwaldes (Flurgrenze zu M├╝hlbach). Hier wurde in fr├╝heren Zeiten von Nemtern Torf gestochen.
⇒ Clara-Zetkin-Platz
1. (innerer Teil) ⇒ Martin-Luther-Stra├če. 2. (├Ąu├čerer Teil): F├╝hrt vom Clara-Zetkin-Platz zun├Ąchst nach Osten bis zur katholischen Kirche, von dort nach Nordosten bis zur W├╝sten Mark Warthau, dieser letzte Abschnitt wird 1766 noch als Zschornischer Weg bezeichnet. Es ist der alte Weg nach Torgau.
seit 2007 f├╝r den Weg von der Roitzscher Hauptstra├če in Richtung alter Wasserturm.
W├╝ste Mark am ├Âstlichen Rand der Muldenaue zwischen Wurzen und Nischwitz, ubi iitur ad Talewitz (wo man nach Thallwitz geht). Ersterw├Ąhnung 1114 in der Gr├╝ndungsurkunde f├╝r das Wurzener Kollegiatstift. Nach ihr war das Lehn Truskow eines miles (Ritters) Piso und seines Sohnes in die Verf├╝gungsgewalt des Bischofs zur├╝ckgefallen, der damit jetzt das Stift ausstattete. Im 14. Jh. befinden sich Dorf und Vorwerk im Besitz einer Familie, die sich nach dem Ort nennt (1306 Friczo de Traskowe). Im 15. Jh. gelangt zumindest das Vorwerk durch Heirat in den Besitz des Vaters von Reinhard von Krostigal; dieser verkauft 1424 das "Ges├Ąsse Trauschkau" an die Stadt Wurzen. Obwohl Bischof Rudolf diesen Eigentumswechsel best├Ątigt, erhebt kurze Zeit sp├Ąter ein Marcus Traw├čkau einen "R├╝ckf├╝hrungsanspruch", der erst 1455 durch eine Abfindung, die die Stadt zahlt (36 Schock "Lande├čwerung), abgewehrt wird. Der Besitz der Stadt erstreckte sich wohl nur auf das Vorwerk, denn die zum Ort geh├Ârigen "Auen" (Dro├čkau, Trosk) erhielten 1520 die Wurzener Fleischerinnung (Fleischerdrauschken) und 1525 der Rat aus dem Besitz derer von Nischwitz.
Flur in der Muldenaue n├Ârdlich der Gartensparte An der Rodelbahn, zwischen M├╝hlgraben und Auenrand (⇒ Trauschkau).
Einstiger Felsblock am Auenrand, der sicher f├╝r die Lauf├Ąnderung des M├╝hlgrabens nach Nordwesten unterhalb der Juelstra├če verantwortlich war. Die alte Kleegasse f├╝hrte bis zum Trauschkenstein. Noch 1839 wird er als eine vom Rat der Stadt genehmigte Badestelle erw├Ąhnt. Beim Bau der Bergerschen Papierm├╝hle (⇒ M├╝hlen) 1847 wurde der Stein gesprengt.
F├╝hrt in die Trauschken. Er zweigt kurz vor Einm├╝ndung der Juelstra├če in die Alte Nischwitzer Stra├če von dieser ab und f├╝hrt vom Terrassenrand hinunter in die Aue. Er endet heute an der Kl├Ąranlage.
Flurweg ├Âstlich von Roitzsch. F├╝hrt s├╝dlich der Rietzschke durch die Obstanlagen in Richtung Trebelshain
⇒ Wenceslaikirche
Seit dem 1.10.2007. Vorher Hauptstra├če 7 bis 9. Nach dem Turm des fr├╝heren Feuerwehrgeb├Ąudes.
⇒ Elektrizit├Ątswerk
Schmale Gasse, die vom Badergraben den Hang nach S├╝dwesten hinauf bis zur Barbaragasse f├╝hrt.
⇒ M├╝hlen
Auff├Ąllige Doppelkurve der Dresdener Stra├če zwischen Walther-Rathenau- und Kantstra├če. Im Volksmund benannt nach dem ehemals dort bestehenden Hotel "Victoria" (seit 1886), in dem vor 1933 zahlreiche politische Veranstaltungen stattfanden und in dem nach 1945 das Wurzener Theater ("Neues Theater") seine Spielst├Ątte hatte. Die Kurve f├Ąllt schon bei Grundrissen des 18. Jh. auf
Noch 1852 wird dieser Name f├╝r den Jacobsplatz verwendet.
Bis weit ins 19. Jh. hinein war Wurzen in vier unterschiedlich gro├če Bereiche eingeteilt. Daher die Bezeichnung "Vier"tel. Das waren das Stadtviertel innerhalb der Mauer mit dem Markt und den von ihm abgehenden Gassen, vor den Toren das ⇒ Eilenburger Viertel (auch Eilenburger Vorstadt), das ⇒ Jacobsviertel mit der Altstadt und das ⇒ Wenzelsviertel (auch Wenzelsvorstadt oder Neue Stadt) mit dem ⇒ Crostigall.} Den einzelnen Vierteln standen die ("ehrenamtlichen") Viertelsmeister vor, denen der Rat ├╝ber seine Amtsf├╝hrung Bericht erstatten musste und die dem Rat rechenschaftspflichtig und f├╝r die Durchsetzung der Ratsbeschl├╝sse in ihren Vierteln verantwortlich waren.
Nach Yassar Arafat (1929-2004), dem Begr├╝nder und Pr├Ąsidenten der Pal├Ąstinensischen Befreiungsorganisation. Volkst├╝mlich f├╝r ein nach 1980 errichtetes Geb├Ąude in der L├╝ptitzer Stra├če, das als Unterkunft f├╝r ausl├Ąndische Arbeitskr├Ąfte bzw. Praktikanten des damaligen Motorenwerks genutzt wurde. Unter den Bewohnern befanden sich zeitweise Personen aus arabischen Staaten. Das Geb├Ąude beherbergt seit 1998 die ⇒ F├Ârderschule f├╝r geistig Behinderte.
Geschwister-Scholl-Stra├če 3.
Alte Nischwitzer Stra├če 4.
Lindenweg 2. 1902 erbaut. Sch├Âne bleigefasste Jugendstilfenster. Kutscherhaus im Fachwerkbau. 1980-1986 Kinderkrippe, heute Kinderheim
Alte Nischwitzer Stra├če 3.
Am Wachtelberg 10. 1904 f├╝r Richard Klug nach einem Entwurf des Architekten Fritz Schumacher gebaut. Englischer Landhausstil, der Umgebung angepasst. Sch├Âne Jugendstilt├╝r, Rundbogenfenster, attraktive Eingangshalle
Am Wachtelberg 6. 1910 f├╝r den Prokuristen der Chemischen Werke (Wasserglasfabrik), Kurt Theodor Marx, errichtet; geh├Ârte sp├Ąter zur Firma Klug (Wasserglasfabrik). 1993-1995 von der IG Rock als Unterkunft genutzt. Sehr bald ein Treffpunkt der alternativen und autonomen Szene, daher auch Namengebung Villa Kuntabunt, auch nur die Villa. Im Juli 1995 geschlossen} Nach Eigent├╝merwechsel Sanierung bis 2003.
Carl-Magirius-Stra├če 2 a. F├╝r den Steinbruchsbesitzer Friedrich Zachmann 1902 er richtetes Wohngeb├Ąude in gro├čem Gartengel├Ąnde. 2008 abgerissen. ⇒ Hausinschriften
Die 1945 ins Leben gerufene st├Ądtische Volkshochschule (seit 1949 Kreisvolkshochschule) hatte bis 1993 keine eigenen Unterrichtsr├Ąume. Die Gesch├Ąftsstellen waren im Laufe der Zeit in verschiedenen Geb├Ąuden untergebracht. Seit 1992 nutzt die VHS das st├Ądtische Geb├Ąude L├╝ptitzer Stra├če 2 (bis 1990 Internat der Goethe-Oberschule).
⇒ Bad...
⇒ Eilenburger Viertel
⇒ Jacobsviertel
⇒ Wenzelsviertel, Wenzelsvorstadt
Einrichtungen in kommunaler oder freier Tr├Ągerschaft, in denen Kinder im Vorschulalter betreut werden. In Wurzen sind solche Einrichtungen seit der Mitte des 19. Jh. vorhanden. Zeitweise wurden f├╝r die Zwecke der Kinderbetreuung auch "Restaurationen" genutzt, z.B. der ⇒ Schweizergarten (1886), das Hotel "Victoria" (1888/ 1889; erster Fr├Âbelscher Privatkindergarten) oder der "B├╝rgergarten" (1889/91). Im Laufe der Zeit konnten die Tr├Ąger wechseln} Kinderg├Ąrten: a) Kleinkind(er)bewahranstalt. St├Ądtische Einrichtung seit 1851 in der heutigen Theodor-K├Ârner-Stra├če 4. 1883 ├ťbergabe des Neubaus an den Frauenverein. Nach 1945 St├Ądtischer Kindergarten I (bis 1980). b) St├Ądtischer Kindergarten II in der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Stra├če (1946-1992). c) Der Kindergarten" in Tr├Ągerschaft der ev.-luth. Kirchgemeinde (seit 1945) in der Liststra├če 11. d) in der L├╝ptitzer Stra├če 4 (seit 1960). e) Am Wachtelberg 12 (1953-1990). d) im ehemaligen Rittergut Roitzsch (1948-1990; vorher Erntekindergarten). e) Schulweg 10 in Nemt (seit 1966; vorher seit 1964 Erntekindergarten). f) "Ellen Kuntz" im ehemaligen Nahrungsmittelkombinat (1954-1995). g) in der Teppichfabrik (1949-1993 in der ehemaligen Juelschen Villa, Alte Nischwitzer Stra├če 3). h) im ehemaligen Motorenwerk L├╝ptitzer Stra├če (1972-1991). i) im Kreiskrankenhaus (1954-1993)} 2. Kinderkrippen f├╝r Kinder bis 3 Jahre: a) Alte Nischwitzer Stra├če 2 (1966-1995). b) im Krankenhaus (1954-1993). c) Heinrich-Heine-Stra├če 3 (1950-1993). d) "Mauz und Hoppel" in der Torgauer Stra├če 27 (1953-1998; seit 1994 in Tr├Ągerschaft der Arbeiterwohlfahrt). e) Lindenweg 2 in Dehnitz (1980-1986), heute Kinderheim in Tr├Ągerschaft der Volkssolidarit├Ąt} 3. Kinderkombinationen: Kindergarten und Kinderkrippe in einer Einrichtung. a) Eduard-Schulze-Stra├če 5 (seit 1982; heute Kindertagesst├Ątte "Sonnenschein" in Tr├Ągerschaft des DRK). b) Friedrich-Ebert-Stra├če 31 (seit 1985; heute Kindertagesst├Ątte "Knipsenland" in Tr├Ągerschaft der Arbeiterwohlfahrt). c) Torgauer Stra├če 48 (seit 1990; heute Kindertagesst├Ątte "Spatzennest" in Tr├Ągerschaft des DRK)

WXYZ

Anh├Âhe westlich von Nemt zwischen dem Ort und Oelsch├╝tzer Stra├če
H├Âchste Erhebung der Stadt, auf Dehnitzer Flur, 145 m. Zusammen mit dem Schafberg in Schm├Âlen bildet er den letzten Riegel des Porphyrh├╝gellandes, den die Mulde durchbricht, ehe sie in die Aue hinausflie├čt. Die Trockenrasenflur auf dem durchragenden Pyroxengranitporphyr beherbergt eine Reihe gesch├╝tzter Pflanzen, die bekannteste ist die sogenannte "Osterblume" (Pulsatilla vulgaris, Gemeine Kuhschelle). Der Wachtelberg wurde 1911 als erstes s├Ąchsisches Fl├Ąchennaturdenkmal unter Schutz gestellt. Der Berg ist ├╝ber Jahrhunderte hinweg immer wieder durch Steinbruchst├Ątigkeit ├╝berpr├Ągt worden. Im gro├čen Steinbruch auf seiner Westseite wurde 1953/54 eine ⇒ Naturb├╝hne errichtet. Heute befindet sich hier ein R├╝ckzugsgew├Ąsser f├╝r bedrohte Molche und Lurche.} Der Name hat nichts mit "Wachteln" zu tun, sondern er leitet sich von "Wacht" her.
⇒ M├╝hlen
F├╝hrt vom Nordende der Victoria-Kurve (Dresdener Stra├če) nach Osten bis zur Goethestra├če. Seit 1947 (?) nach dem Au├čenminister der Weimarer Republik und Pr├Ąsidenten der AEG Walther Rathenau (1867- ermordet 1922). Vorher seit dem 11.5.1930 ⇒ Hermann-Ilgen-Stra├če. Urspr├╝nglich seit dem 13.9.1883 Querstra├če. Sie "quert" mehrere nach 1880 entstandene Stra├čen im Wurzener Ostviertel
Seit dem 13.5.1998 f├╝r die neu anzulegende Stra├če im Gel├Ąnde der fr├╝heren ⇒ Artilleriekaserne zwischen Stollwerckstra├če und Rosenweg. Nach der westf├Ąlischen Partnerstadt Wurzens (seit dem 3.10.1990).
1912-1949 f├╝r die Trinkwasserversorgung von Dehnitz genutztes Geb├Ąude an der Dehnitzer See (heute Eigenheim). Bis hierher lief das Wasser in einer Rohrleitung aus den Brunnen im ⇒ Langen Grund. Mit Hilfe einer Windturbine am Wasserhaus wurde dann das Wasser in den Hochbeh├Ąlter auf dem Wachtelberg gepumpt. Die Brunnen f├╝r das ⇒ Wasserwerk II, die 1948 angelegt wurden, lie├čen die Dehnitzer Brunnen trockenfallen, und das Dorf wurde an die Wurzener Trinkwasserversorgung angeschlossen.
⇒ M├╝hlen
1. (W): Clara-Zetkin-Platz 10. 1893 mit dem Bau der Wurzener Druckwasserleitung notwendig geworden und erbaut. Runder Klinkerbau der im oberen Bereich verdickt ist (dort befindet sich das Wasserbecken). 2. (R): Dorfstra├če 23. Teil des ehemaligen Wasserwerkes Roitzsch. 1908 erbaut. Ausf├╝hrung ├Ąhnlich dem Wurzener Wasserturm, allerdings viel kleiner.
Das erste Wasserwerk wurde 1892/ 93 auf einem Grundwasserstrom errichtet, der den M├╝hlbach zwischen Nemt und Wurzen begleitet (Wasserwerk I; Am Wasserwerk 1). 1936 Erweiterung der Anlage durch 3 Tiefbrunnen etwa 250 m s├╝dlich der alten Anlage} 1949 wurde im Sahnsack s├╝dlich von Dehnitz das Wasserwerk II errichtet. Hier wurde in flussnahen Brunnen Uferfiltrat gewonnen. Stillgelegt 1991.
⇒ Gassen ...
Mit dem Weichbild der Stadt wurde bis ins 19. Jh. der Geltungsbereich der Stadtverfassung und der Gerichtsbarkeit des Rates (im Besitz der Obergerichte seit 1481) bezeichnet. Das Bestimmungswort "Weich-" kommt offenbar von lat. vicus "Geh├Âft, (Dorf-)Zeile"; das Grundwort zeigt an, dass am Weichbildrand h├Âlzerne oder steinerne Zeichen aufgerichtet waren, die die Weichbildgrenze markierten. An der Wurzener Weichbildgrenze standen 33 Weichbildsteine ("Mahl- und Reinsteine"). Seit 1581 berichten die Weichbildakten von mehrfachen Begehungen der Weichbildgrenze und Kontrollen der Weichbildsteine. Der Wurzener Rat und das Stiftsamt waren sicherlich gleicherma├čen an einer eindeutigen Grenzziehung interessiert, da sie zueinander in Raumkonkurrenz standen.} Das "Wurtznisch Weichbild" wird 1580 erstmals beschrieben, auch sp├Ąter folgt man immer dieser ersten Beurkundung. Danach zog sich die Weichbildgrenze von der Nordostecke der Schlossmauer den Hang hinab zum M├╝hlgraben und folgte diesem bis hinter die ⇒ Scharfrichterei (Alte Nischwitzer Stra├če 11). Von hier verlief sie wieder den Hang hinauf, durch das Gel├Ąnde des heutigen Stadtparks, durch die Gartenanlage Am Windm├╝hlenweg in nord├Âstliche Richtung bis an die Collmener Stra├če, etwa Ecke Zillestra├če. Hier stand das Wahrzeichen der st├Ądtischen Gerichtsbarkeit, der ⇒ Galgen. Von hier aus verlief die Grenze ungef├Ąhr am n├Ârdlichen Rand der Gartensparte "Sonnenblick" bis zur L├╝ptitzer Stra├če und von dort nach S├╝dwesten bis zur ⇒ Schanze (Clara-Zetkin-Platz). Hier bog die Grenze wieder nach Osten um und f├╝hrte bis hinter die katholische Kirche. An der K├Ârlitzer Hohle wendete sie sich wieder nach S├╝den und f├╝hrte bis hinab zur Rietzschke. Sie verlief die Rietzschke abw├Ąrts etwa bis zum heutigen Wettinerplatz, ging dann den Hang hinauf bis zur "Ampelkreuzung" (Rondell), schloss etwa die n├Ârdliche H├Ąlfte des Alten Friedhofes mit ein und erreichte am ⇒ Rondell das Johannishospital. Von hier verlief sie an der Bahnhofstra├če ostw├Ąrts etwa bis zur Stephanstra├če. ├ťber die "Schladebachschen Felder" s├╝dlich der Beethovenstra├če f├╝hrte sie dann bis zum Steinhof, erreichte hier wieder den M├╝hlgraben, dem sie nach Norden folgte, schloss aber auch die ⇒ Bleiche mit ins Weichbild ein. Die Domfreiheit, der n├Ârdliche Crostigall und die Geb├Ąude am Teichdamm sowie das M├╝hlengel├Ąnde am Ausgang des Rietzschketales geh├Ârten, obwohl vollst├Ąndig umschlossen, nicht zum Weichbild der Stadt. Auch au├čerhalb der Weichbildgrenze waren Rat oder einzelne B├╝rger in Landbesitz (⇒ Stadtfelder, die ⇒ Trauschken, die ⇒ Worthauer Felder)} Die Weichbildgrenze ist also nicht mit der Flurgrenze der Stadt gleichzusetzen. Diese entstand erst endg├╝ltig bei Bildung der neuen Stadtgemeinde 1843/45 (⇒ Wurzen).
Seit dem 28.10.1998 f├╝r die Neuanlage zwischen Eilenburger Stra├če und Thallwitzer Weg im Wohn- und Dienstleistungszentrum "Eilenburger Stra├če". Benannt nach dem Wurzener Unternehmer Weichert.
Nach dem Patron der Stadtkirche, dem hl. Wenceslaus oder Wenzel (ermordet 935). Sie f├╝hrt vom Markt am Rathaus entlang nach S├╝den ins Rietzschketal und s├╝dlich der Rietzschke wieder den Hang hinan bis zur Dresdener Stra├če, urspr├╝nglich bis zum Rondell. Eine der bedeutenden und malerischsten Gesch├Ąftsstra├čen der Innenstadt. 1993 umfangreiche Sanierungsarbeiten (Abwasserkan├Ąle, neue Pflasterung, Beleuchtung).
Die stadtbildpr├Ągende Pfarrkirche St. Wenceslai auf dem ⇒ Sperlingsberg. Dass sie als Stadtkirche vor den Mauern lag, bleibt eine einmalige Besonderheit; deshalb auch die bei Sch├Âttgen (1717) ├╝berlieferte Redensart: "Wenn die Wurzener in die Kirche gehen sollen, so laufen sie zum Tor hinaus". Als Hauptkirche hat sie die ├Ąltere ⇒ Jacobskirche abgel├Âst, die um 1340 nur noch ein vicarius geistlich versorgt,qui superius in monte cu-ram gerit (ein "Vikar, der weiter oben auf dem Berg Dienst tut").} Mitte des 13. Jh. begr├╝ndet, 1275 erstmals urkundlich genannt, 1340 dem Wurzener Kollegiatstift "einverleibt", d.h. Dienste und Eink├╝nfte an St. Wenceslai fielen den Domherren zu} Die jetzige Kirche stammt im Wesentlichen aus dem Anfang des 16. Jh. Sie ist eine sp├Ątgotische Hallenkirche (vierjochiges Langhaus mit achteckigen Pfeilern). Der m├Ąchtige quadratische Westturm tr├Ągt noch bei Dilich 1628 ein Satteldach. 1637 Zer-st├Ârung der Kirche in der Kreuz- und Marterwoche. Wiederaufbau 1663 bis 1673. Der Turm erhielt 1689 die barocke Haube. Die Kassettendecke von 1673 ist 1926 neu bemalt worden. Die Barockausstattung wurde 1873/74 beseitigt. Wiederholte bauliche Erneuerungen. Grundlegend die in den 70-er und 80-er Jahren des 20. Jh.: Trennung des Chors vom Schiff durch das Einziehen einer Wand. Umwandlung des Chors in einen Gemeinderaum f├╝r Gottesdienste und Konzerte. Sanierung des Schiffs noch nicht abgeschlossen. Sanierung des Turmes 1995/96. Ann├Ąhernde Wiederherstellung der T├╝rmerwohnung und Erneuuerung der Kassettendecke im Kirchenschiff 1997. Neue Orgel 1999 im Gemeinderaum (Firma Eule).} Bis 1911 war der Turm mit einem st├Ądtischen T├╝rmer besetzt, der f├╝r den "Stundenschlag" (Zeitangabe) und bis zuletzt f├╝r den Feueralarm zust├Ąndig war. Dieses Amt fiel durch den Einbau einer st├Ądtischen Uhr und durch verbesserte Feuermeldetechnik weg.
An der Kirche zwischen Barbaragasse, Wenceslaigasse und Dresdener Stra├če. Anzunehmen ist, dass hier ein sehr alter Begr├Ąbnisplatz auch nach Entstehen der Stadt weitergenutzt worden ist. Im Gegensatz zum Jacobskirchhof ist das Gel├Ąnde nicht ├╝berbaut worden. Auch noch nach Anlage des "Neuen Gottesackers" (Alter Friedhof) blieb er Begr├Ąbnisst├Ątte f├╝r hoch- oder bessergestellte Familien. Nach 1820 im Jahr etwa nur noch eine Bestattung. Letzte Beerdigung in einem Erbbegr├Ąbnis am 29.10.1839. Am Ende des 19. Jh. erhielt das Gel├Ąnde sein heutiges Aussehen (Treppen und Stra├če Am Wenceslaikirchhof)
Es stand am tiefsten Punkt der Wenceslaigasse, unmittelbar an der Rietzschke. Der rechteckige Turm aus Natursteinen war seit dem 30-j├Ąhrigen Krieg ohne Dach. Die einzige Abbildung ist eine kolorierte Zeichnung von 1911, die das Tor mit einem Storchennest zeigt. Als erstes der Wurzener Stadttore wurde es 1828 abgerissen.
⇒ Stadtschule
Noch 1853 in der Wenzelsvorstadt. Das Stadtgebiet s├╝dlich des Wenzelstores und des Rietzschketales, das sich von der Wenceslaikirche bis zum Steinhof erstreckte und im 18. Jh. bereits gr├Â├čer war als das eigentliche ⇒ Stadtviertel. Die Anf├Ąnge liegen sicher schon im 14. Jh. Die Ummauerung des Viertels bis 1512 blieb St├╝ckwerk (⇒ Salhausensche Mauer). Die Bezeichnung Neue Stadt (17./18. Jh.) entstand zur Unterscheidung gegen├╝ber der Alten Stadt, mit der dann nicht nur die Altstadt, sondern die Stadt n├Ârdlich der Rietzschke gemeint wurde
Wie Heger oder Insel "Land zwischen Flussarmen oder stehenden Gew├Ąssern". Von ahd. werid, mhd. wert "erh├Âhtes Land im Wasser". Fl├Ąche, die durch die Anlandungen der Mulde oder durch ihre Flussbettverlagerungen entstanden ist. Bis ins 18. Jh. wurde nicht streng zwischen ⇒ Heger, ⇒ Insel und Werder unterschieden. Heute in der Regel ein Gebiet in der Aue, das wenigstens teilweise von Altw├Ąssern umschlungen ist oder zwischen Fluss und einem Altwasser liegt und demnach keine Insel sein muss. Die Werder wurden bis ins 18. Jh. ausnahmslos als Weidepl├Ąne genutzt. Sie konnten nach ihren Besitzern oder Nutzern benannt sein: Osswald Werder oder O├čwalds-Werder (1717) zwischen F├Ąhre und M├╝hlgraben (n├Ârdlich des Stadtbades) nach dem Wurzener B├╝rger O├čwald Wadewitz, der Humsch (⇒ Hampeschwerd), der ⇒ B├╝rgerwerder (ebenfalls zwischen Mulde und M├╝hlgraben), der Pfarrdorfer Werder (nicht mehr zu lokalisieren); oder nach ihrer Nutzung: der M├╝hlwerder an der Stadtm├╝hle, der benachbarte Bleichplan (zwischen W├╝stem Gerinne und Gelber Lache) und der gro├če Kuhwerder zwischen M├╝hlgraben (Kuhmulde) und Gelber Lache.
2006/07 gebaute Verbindungsstra├če zwischen neuer ⇒ Muldenbr├╝cke und der ├Ąu├čeren Eilenburger Stra├če (S 11). Sie f├╝hrt ├╝ber den ⇒ Kuhwerder, erreicht nach ├ťberqueren des ⇒ M├╝hlgrabens westlich der Juelstra├če den Auenrand und die Mittelterrasse. Sie umschlie├čt westlich und n├Ârdlich das fr├╝here Kasernengel├Ąnde und erreicht dann die Kreuzung Eilenburger Stra├če/ Nischwitzer Breite.
Im Rietzschketal zwischen Schweizergarten- und Schillerstra├če. Seit dem 6.9.1889 bis 1945 nach dem s├Ąchsischen K├Ânigshaus; Benennung anl├Ąsslich dessen 800-Jahr-Feier. Seit dem 1.8.1945 Friedrich-Engels-Platz (⇒ Friedrich-Engels-Stra├če). R├╝ckbenennung am 1.5.1991. Auf dem Platz stand seit dem 2.9.1889 die ⇒ Wettins├Ąule.
⇒ Friedrich-Engels-Stra├če
⇒ Stadtpark
Volkst├╝mlich f├╝r den am 2.9.1889 auf dem Wettinerplatz eingeweihten Obelisken (eigentlich als Kriegerdenkmal gedacht) aus schwarz-gr├╝nem polierten Syenit (Fichtelgebirge). Der 6,19 m hohe Stein erhob sich ├╝ber einer quadratischen Sandsteineinfassung von 6,25 m Seitenl├Ąnge. Fl├Ąche zwischen Einfassung und Obelisk war mosaikgepflastert. Die vier Eckpostamente waren mit Ketten verbunden; 3 Natursteinstufen f├╝hrten zum Obelisken hinan. Neben einer Widmung waren die Namen der 1870/71 gefallenen Wurzener in Goldschrift auf dem Stein eingraviert. Im oberen Teile waren Bronzemedaillons von Kaiser Wilhelm I. und K├Ânig Albert angebracht. Der Name "Wettin-S├Ąule" entstand in Erinnerung an die 800-Jahr-Feier des Hauses Wettin, die 1889 stattfand (⇒ Wettinerplatz, Wettinerstra├če).} 1958 Abbau der S├Ąule und Einlagerung auf dem Stadtbauhof, dort 1960 Vergrabung. Im Oktober 1990 Hebung der S├Ąule, 1991/1992 Restaurierung (Gravuren). Wiedererrichtung auf Initiative des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins und Wiedereinweihung am 29.9.1996.
⇒ Wiesenwinkel
Seit dem 4.5.1994 im Wohngebiet "Kleegasse".
Seit 01.10.2007. Geht ├Âstlich der M├╝hlbachbr├╝cke von der Alten Poststra├če nach S├╝den ab und folgt dem Bachlauf bis zur ehemaligen Unterm├╝hle (⇒ M├╝hlen). Vorher seit dem 1.1.1994 Wiesengrund.
⇒ Stadtpark
⇒ Schule Nord
⇒ M├╝hlen
Urspr├╝nglich ein alter Flurweg (bereits im Flurbuch von 1766 "Wind-M├╝hlen-Weg"), der von der Kleegasse am Kieselberg unterhalb des Hochgerichts nach Norden in Richtung Nischwitz abging. Er blieb im 20. Jh. nur bis zur Sandgrube, der sp├Ąteren Deponie, erhalten. An ihm existierten mindestens seit dem 18. Jh. verschiedene Windm├╝hlen (⇒ M├╝hlen), daher der Name. Als Zufahrt zur Deponie wurde er befestigt, nach 1992 in die nun erfolgende Bebauung zwischen Collmener Stra├če (⇒ Kaufland) und dem Eigenheimviertel Kleegasse einbezogen.
Alter FN. Offensichtlich nach seiner Form wurde die Flur s├╝dlich des K├Ârlitzer Weges nahe der Flurgrenze zu Wurzen benannt. (⇒ Im Winkel)
Nach 1945 war die Stadt bis 1990 in (zuletzt) 19 Wohnbezirke eingeteilt. Diese Untergliederung der Wohngebiete in einzelne ├╝berschaubare Bereiche setzte in mancher Hinsicht die alten ⇒ Viertel oder die "Bl├Âcke" der NS-Zeit fort. Die Numerierung begann am Markt (1) und endete in den Neubauvierteln im Norden der Stadt. Die "Wohnbezirksaussch├╝sse der Nationalen Front" sollten urspr├╝nglich einen Teil von Selbstvewaltung und B├╝rgerbeteiligung realisieren, dienten aber gleichzeitig auch der "Umsetzung" von Ratsbeschl├╝ssen und der staatlichen Kontrolle.
Geb├Ąude mit altersgerechtem Wohnraum (Appartements), in denen z.T. auch eine ├Ąrztliche Betreuung und verschiedene Dienstleistungen m├Âglich sind.} In Wurzen existieren mehrer Anlagen: Am Steinhof (seit 1975) und in der Marienstra├če (Ecke L├╝ptitzer Stra├če, seit 1981), im Amtshof 1, Domplatz 6 u.a.
Seit dem 1.1.1994 nach dem alten FN. Geht ├Âstlich des Hinteren Angers von der Alten Poststra├če ab und f├╝hrt nach Norden.
⇒ W├╝ste Mark Warthau
Gro├če Kreisstadt Wurzen. Ersterw├Ąhnung als vurcine civitas 961 in einer Schenkungs-urkunde Ottos I. f├╝r das St.-Moritz-Kloster in Magdeburg. Name slawischen Ursprungs und verschieden erkl├Ąrt: Er k├Ânnte ein Patronymikon sein und eventuell "Sitz des Vorca" bedeuten. Falls kein Personenname dem Ortsnamen zugrunde liegt, bleibt aber doch die slawische Wurzel *vruk- "knurren, murren" wahrscheinlich.} Naturr├Ąumliche Lage: Die Stadt Wurzen liegt an der Grenze zweier unterschiedlicher Naturr├Ąume Nordwestsachsens - (nach Neef 1960) zwischen dem "Tauchaer Endmor├Ąnenh├╝gelland" der Leipziger Tieflandsbucht und dem "Nords├Ąchsischen Kuppenh├╝gelland", das durch seine Porphyrerhebungen s├╝dlich und ├Âstlich der Stadt in Erscheinung tritt. Der Naturraum der Stadt selbst wird durch ihre Lage an und auf dem ├Âstlichen Terrassenrand der Mulde gepr├Ągt.} Der Ort entstand an einem Punkt, wo sich das Muldental aus der Enge, die es noch bei Dehnitz hat (die Entfernung der 120 m-H├Âhenlinien des Wachtelberges und des Schafberges [bei Schm├Âlen] betr├Ągt etwa 400 m), f├Ącherf├Ârmig nach Norden weitet und der Fluss, an Flie├čgeschwindigkeit deutlich verlierend und flacher werdend, seit eh und je Furten zu seiner ├ťberquerung bot.} Die Stadtflur durchschneidet, von Osten nach Westen und zur Mulde hin sich auff├Ąllig absenkend, das Tal der Rietzschke. Diese erreicht - bis in die Mitte des 19. Jh. noch sichtbar - nordwestlich des heutigen Rosentals den M├╝hlgraben, einen der einst vielen Seitenarme der Mulde, der in fr├╝hgeschichtlicher Zeit bzw. noch im Mittelalter auch ihr Hauptarm gewesen sein k├Ânnte (⇒ An der Mulde und Kuhmulde). Die Erosion der Rietzschke und der einstigen Mulde-Nebenarme hat zwei Spornlagen am ├Âstlichen Terrassenrand entstehen lassen (heutiger Domplatz und Crostigall), auf denen die Besiedlung bis heute am l├Ąngsten nachweisbar ist. Die Stadtflur besteht in der Gegenwart aus} dem ├Âstlichen Rand der Muldenaue (Dehnitz, Filzfabrik, M├╝hlenwerke), einst gepr├Ągt durch das Flie├čengef├╝ge der Mulden- bzw. M├╝hlgrabenarme (Gelbe Lache, W├╝stes Gerinne, Kuhmulde), einer bis ins 18. Jh. noch weitgehend sumpfigen Niederung mit lichtem Auewald auf z.T. schweren B├Âden;} dem in Eck- und Spornlagen zergliederten, schon immer waldfreien Terrassenrand, 8 bis 12 m ├╝ber der Aue gelegen, zu dieser steil abfallend (Amtsweg, Gerhart-Hauptmann-Platz, An der Mulde, Rosental, Steinhof), bedeckt mit Eiszeitsanden, sandigen Lehmen und L├Â├člehm (nur auf dem Crostigall durchst├Â├čt der darunterliegende Pyroxengranitporphyr die Deckschichten);} den sich ├Âstlich anschlie├čenden flachwelligen und l├Â├člehmbedeckten, schon immer waldfreien Teilen der Hochfl├Ąche (Bgm.-Schmidt-Platz, Torgauer Stra├če, das Eisenbahn- und Industriegel├Ąnde im S├╝den der Stadt);} dem Rietzschketal, im Unterlauf tief in den Terrassenrand sich einschneidend (Rosental), nach Osten hin ansteigend und verflachend (Badergraben, Schweizergartenstra├če, Wettinerplatz, Schillerstra├če, Rietzschken-Promenade, Roitzsch)} und dem morphologisch verwandten unteren M├╝hlbachtal (Dehnitz und Nemt).} Das Areal des bis 2006 selbsst├Ąndigen Gemeindeverband K├╝hren-Burkartshain erstreckt sich von der Mulde bis zum Westrand des Wermsdorfer Forstes, im Wesentlichen ├╝ber das Einzugsgebiet des M├╝hlbachs, des ┬« Grenzbachs und das M├╝ndungsgebiet der Launzige (Nitzschka).} Historisch-topografische Entwicklung: Eine Siedlungskontinuit├Ąt l├Ąsst sich sicher bis ins 10. Jh. zur├╝ckverfolgen. Slawische Besiedlung (seit dem 7. Jh. wahrscheinlich), die Eroberungen unter Heinrich I., der zunehmende Handelsverkehr seitdem an der Muldenfurt lie├čen bis zum Beginn des 12. Jh. drei Siedlungskerne der sp├Ąteren Stadt entstehen: } eine slawische Burg (Domplatz, Amtshof), eventuell mit einer Vorburgsiedlung (etwa zwischen Amtshof und Markt [⇒ Liegenbank]), die nach 929 in das deutsche Burgwardsystem ├Âstlich der Saale einbezogen wurden;} eine slawische nichtagrarische, vorst├Ądtische Siedlung im Rietzschketal (F├Ąrbergasse, Nordhang des Crostigall bis zur sp├Ąteren Wenceslaikirche), der sich nach der deutschen Eroberung eine Dienstmannensiedlung angeschlossen haben k├Ânnte (zwischen F├Ąrbergasse und dem Burgberg);} eine Kaufmannssiedlung mit der Kirche St. Jacobi (Altstadt, Jacobsplatz) um 1100.} Nach dem Zerfall des deutschen Burgwardsystems gelangte das Wurzener Gebiet in den weltlichen Besitz der Bisch├Âfe von Mei├čen. Diese begr├╝ndeten auf dem H├Âhepunkt ihres Landesausbaus (vgl. z.B. die Ansiedlung von Flamen in K├╝hren 1154) bis 1200 die eigentliche "Rechtsstadt" Wurzen um den heutigen Markt. Bis 1300 wird die neue Stadt vollst├Ąndig ummauert worden sein. Ihre ab dem 16. Jh. ├╝berlieferten "Gewohnheiten" und "Rechtsame" (Verfassung) verweisen auf das Magdeburger Stadtrecht. Die Verleihung des Stadtrechts l├Ąsst sich aber nicht genau datieren. 1413 erhalten die Pfahlb├╝rger durch Bischof Rudolf das B├╝rgerrecht. 1481 erwirbt der Rat die hohe Gerichtsbarkeit f├╝r das Weichbild der Stadt, in der Folgezeit auch Grundbesitz in der Umgebung (z.B. Worthauer Felder, Trauschken), Wurzener B├╝rger werden Grundbesitzer in den D├Ârfern der Umgebung und in der Muldenaue} Seit 1581 (R├╝cktritt des letzten Bischofs Johann von Haugwitz) verbleibt die Stadt Wurzen innerhalb des Wurzener Landes bis zu Beginn des 19. Jh. ohne wesentliches Wachstum in den Rechtsverh├Ąltnissen, wie sie sich bis zum Ende des Mittelalters entwickelt hatten. Die Stadtgemeinde als K├Ârperschaft der Gegenwart bildete sich erst in den Jahren 1839-1843 heraus. Bis dahin bestanden auf der heutigen Stadtflur sechs verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Unterstellungs- und Steuerverh├Ąltnissen:} die damalige Stadtgemeinde mit dem Stadt-Viertel (zwischen den 4 Stadttoren innerhalb der Stadtmauer), dem Wenzels-Viertel (oder der Wenzelsvorstadt) s├╝dlich des Wenzelstores (aber ohne den n├Ârdlichen Teil des Crostigalls), dem Eilenburger Viertel vor dem Eilenburger Tor (um den heutigen Gerhart-Hauptmann-Platz) und dem Jacobs-Viertel mit der Altstadt vor dem Jacobstor (Jacobsplatz) unter der Gerichtsbarkeit des Rats zu Wurzen (seit 1481), ferner dem Stadtteil Bleiche in der Aue;} die Amtsgemeinde Crostigall (Nordseite des Crostigalls und heutiges Rosental) unter der Gerichtsbarkeit des Amtes (bis 1818 des Stiftsamtes);} die Gaudlitzgemeinde (heutige Postgasse) unter der Verwaltung durch das Amt, aber mit z.T. eigener Gerichtsbarkeit;} die Capitul-Gemeinde (Domfreiheit, heutiger Amtshof und Domplatz, dazu noch verstreute Einzelgrundst├╝cke) mit eigener Gerichtsbarkeit;} die Stadtm├╝hle (am Ausgang des Rietzschketales) mit eigener Gerichtsbarkeit;} der Steinhof zum schwarzen und wei├čen Kreuz, ein schrifts├Ąssiges Freigut mit eigener Gerichtsbarkeit.} Im Zuge der Reformen nach 1831, insbesondere im Gefolge der "St├Ądteordnung" von 1832 im K├Ânigreich Sachsen wurden die einzelnen Bereiche vereint und die Gr├╝nde f├╝r ihre Trennung (unterschiedliche Besteuerung und Eigengerichtsbarkeit) abgeschafft. Folgende Festlegungen rundeten die Schaffung des gr├Â├čeren Gemeindeverbandes ab:} Die Neum├╝hle (zur Stadtm├╝hle geh├Ârend) kam von Wurzen ab und geh├Ârt seitdem zu Schm├Âlen.} Das Gasthaus zu den drei Br├╝cken, das Chausseehaus (gegen├╝ber) sowie die Stadtferderflur (das betrifft auch die au├čerhalb der alten Weichbildgrenze gelegenen Grundst├╝cke) kommen zur Stadtgemeinde.} Ebenso geh├Âren von nun an die Marken Trauschkau (vollst├Ąndig) und Warthau (zum Teil) zur Stadt. Nicht zur Stadt gelangt die Mark G├Âhrendorf (in der Aue).} Im 20. Jh. hat sich durch Eingemeindungen die Stadt Wurzen noch mehrmals vergr├Â├čert:} Nach 1945 gelangten nach und nach zeitweise Bennewitz, Schm├Âlen, Deuben und Nischwitz zur Stadt. Das wurde 1974 wieder r├╝ckg├Ąngig gemacht.} Nur Roitzsch und Dehnitz (sie waren schon seit der Reformation kirchlich und schulisch mit Wurzen verbunden) blieben seit 1950 fest im Verband der Stadt. Durch Angliederungsvertrag ist auch seit dem 1.1.1994 Nemt Teil der Stadt Wurzen.} 2006 schlie├čt sich auch der Gemeindeverband K├╝hren-Burkartshain der Stadt Wurzen an.} Fl├Ąchenwachstum und Bev├Âlkerungsentwicklung: Der Mauerring, der die eigentliche Rechtsstadt umgrenzte, enthielt eine Fl├Ąche von ungef├Ąhr 7 ha. In diesem Bereich (Stadt-Viertel) liegen nach Sch├Âttgen 1717 nur 110 "Feuer-St├Ądte" , "sonst aber keine Kirche, keine Schule, keine Pfarrwohnung, keine Badstube, keine Gark├╝che, und kein Schmidt, denn sie sind s├Ąmtlich vor den Thoren". Mit den "Vorst├Ądten", also innerhalb des sp├Ątmittelalterlichen bzw. fr├╝hneuzeitliche Stra├čen- oder Wegeringes (etwa von der fr├╝heren Teppichfabrik bis zum Steinhof am Crostigall) umfasste Wurzen ca. 30 ha, und auf diesen wohnen und wirken um 1600 etwa 5000 Einwohner. 1764 betr├Ągt die Stadtflur 50┬Ż Hufen (ca. 100 ha), aber die Einwohnerzahl ist infolge von Seuchen, Kriegen und allgemeiner Regression auf unter 3000 gesunken. Die Einwohnerzahl, die Wurzen vor dem 30-j├Ąhrigen Krieg gehabt haben soll, wird erst in der Mitte des 19. Jh. wieder erreicht (1850: 5256 Einw.). Mit der industriellen Entwicklung w├Ąchst die Bev├Âlkerung sehr rasch an: 7 851 Einw. 1871, 14 700 Einw. 1890, 19 200 Einw. 1914. Nach dem 1. Weltkrieg geht die Einwohnerzahl wieder etwas zur├╝ck. Nach 1945 steigt sie erneut durch Umsied-ler und Eingemeindungen stark an (1950: 26 456 Einw.; 1972: 24 356 Einw.). Ausgemeindungen und der zunehmende nat├╝rliche Bev├Âlkerungsr├╝ckgang lassen in der Folgezeit die Einwohnerzahl wieder unter 20 000 sinken. Am 31.3.1997 lebten auf einer Fl├Ąche von 1 749 ha insgesamt 17 030 Einwohner; (9 012 weiblich, 8 018 m├Ąnnlich). Davon waren 129 Ausl├Ąnder. Nach dem Beitritt des Gemeindeverbandes K├╝hren-Burkartshain hatte die Stadt Wurzen am 31.12.2006 insgesamt 17 620 Einwohner (9 164 weiblich, 8 456 m├Ąnnlich), davon jetzt 226 Ausl├Ąnder. Zum 31.12.2013 betrug die Einwohnerzahl nur noch 16 356} Politisch-administrative Zugeh├Ârigkeit: Bis zur Aufhebung des Stiftsamtes 1818 war Wurzen der adminstrative Mittelpunkt des ÔÇ×Wurzener LandesÔÇť, das - obwohl es ein besonderes zugewonnenes Territorium innerhalb des wettinischen Staatsverbandes war - seit dem 17./ 18. Jh. wie ein kurs├Ąchsisches Amt verwaltet wurde. 1819-1838 war dann dieses Gebilde auch formal ein k├Âniglich-s├Ąchsisches Amt. Danach geh├Ârte die Stadt bis 1924 zur Amtshauptmannschaft Grimma und blieb seit 1873 lediglich Mittelpunkt des Amtsgerichtsbezirkes Wurzen (der etwa dem alten Wurzener Land entsprach).} Am 1.4.1924 l├Âste sich die Stadt Wurzen als kreisfreie Stadt aus dem Bezirksverband Grimma heraus. Das wurde 1946/47 wieder r├╝ckg├Ąngig gemacht, und die Stadt verblieb bis 1952 wieder im Kreis Grimma. Durch die Verwaltungsreform 1952 wurde aus dem n├Ârdlichen Teil des damaligen Kreises Grimma der Kreis Wurzen geschaffen, dessen Mittelpunkt die Stadt bis 1994 blieb. Als zweitgr├Â├čte Stadt im neuen Muldentalkreis (seit 1.8.1994) erlangt Wurzen am 1.4.1997 den Status einer "Gro├čen Kreisstadt". In der Landesplanung wird Wurzen als Mittelzentrum ausgewiesen, das auch in Zukunft zentrale Funktionen f├╝r sein historisch gewachsenes Umland erf├╝llen soll. Die s├Ąchsische Verwaltungsstrukturreform von 2008 (Schaffung des Gro├čkreises ÔÇ×Landkreis LeipzigÔÇť mit dem Kreissitz Borna) und eine weitere damit verbundene Defunktionalisierung der Stadt als administratives Zentrum lassen hingegen seine Bedeutung als zentraler Ort zunehmend schwinden (Mittelzentrum als Erg├Ąnzungsstandort im l├Ąndlichen Raum, Landesplanung 2003)
1.: Die 1889 als Aktiengesellschaft gegr├╝ndete "Wurzener Bank" bezog 1903 den Neubau Bahnhofstra├če 16a. Mit der Enteignung ging auch der Name unter. Das Geb├Ąude benutzte 1974-1990 die "Staatsbank der DDR". Vom 1.7.1990 (W├Ąhrungsunion) bis August 1997 nutzte das Geb├Ąude die "Deutsche Bank". 1992 umfangreiche Sanierungen.} 2.: Die traditionsreiche Bezeichnung ├╝bernahm ab dem 20.9.1993 die Raiffeisen-Volksbank Wurzen (bis 2002). Am 24.9.1993 bezog sie ihren Neubau Jacobsplatz 11 (⇒ Alte Schmiede [2.])
⇒ Neubaugebiet Nord
S├╝dlich von Dehnitz am Hang zum Muldental. Geringf├╝gige und ├╝berwachsene Reste der Umfassungsmauer eines mittelalterlichen Kirchenbaus des ehemaligen Dorfes Sellnitz. Wurzener Pfadfinder errichteten 1928 auf den Grundmauern eine H├╝tte, diese verfiel nach Verbot der Pfadfinder in der NS-Zeit. Reste waren noch nach 1945 vorhanden.
Flur s├╝dlich von Dehnitz und westlich von Nemt. Das Dorf Sellnitz wurde im 15. Jh. w├╝st (Zerst├Ârung durch die Hussiten?). Die Flur gelangte an Dehnitz und Nemt. Der Name ist slawischen Ursprungs. Sch├Âttgen 1717: "Auf Windisch hei├čt Selenice, von Seleny; gr├╝n, weil allda gut Gra├č w├Ąchst."
Nord├Âstlich von Wurzen zwischen Zschorna und K├Ârlitz. Das Dorf Wurtaw wird 1114 in der Gr├╝ndungsurkunde des Wurzener Kollegiatstifts erstmals genannt. Nach dem W├╝stwerden des Ortes im 14. oder 15. Jh. wurde seine Flur von Zschorna und Wurzen genutzt. Die Worthauer Felder erwarb 1511 der Rat durch Kauf.
Ehemaliger M├╝hlgraben-Nebenarm, der noch vor dem M├╝hlenteich nach Norden abzweigte, die Bleichpl├Ąne der Stadt vom Stadtteil Bleiche trennte und n├Ârdlich der Bleiche wieder in den M├╝hlgraben, der von hier an Kuhmulde hie├č, einm├╝ndete. "W├╝st" ist hier im m├╝hlentechnischen Sinne zu verstehen als unreguliertes Gew├Ąsser. 1925 verschwand das Gew├Ąsser im Zuge der Umgestaltung des Auenbereiches durch den Neubau der M├╝hlenwerke.
Volkst├╝mlich f├╝r Stomatologisches Zentrum Wurzen" (1982-1992; Dr.-K├╝lz-Stra├če 5). Vorher vergleichbare Einrichtungen Stra├če des 7. Oktober (Hermann-Ilgen-Stra├če) 18 und Stra├če des Friedens 17 (danach Gesch├╝tztes Wohnheim).
⇒ Georg-Schumann-Stra├če
⇒ Neues Haus
Der Rat zu Wurzen unterhielt mehrere Grundst├╝cke vor der Stadt, auf denen die notwendigen Ziegel aus dem an Ort und Stelle anstehenden Lehm durch einfache Trocknung gefertigt wurden (⇒ Kr├╝mmling, Lehmgrube und Thonkeiten). Vorhanden ist heute noch der ehemalige Weg, der vor dem Schweizerhaus (L├╝ptitzer Stra├če 52) nach Norden abzweigt. Er f├╝hrte einst zum Ziegelteich. Dieser lag auf dem Flurst├╝ck Nr. 1620, das durch seine auff├Ąllige Form noch ├╝ber seine einstige Nutzung Aufschluss gibt. Der hier vorhandene tonige Untergrund trocknet nach Niederschl├Ągen oder im Fr├╝hjahr sehr langsam aus. Das ist auch in der Gegenwart vom Breiten Berg aus noch gut zu beobachten.
Seit Mitte des 19. Jh. bis zum 1. Weltkrieg am Langen Grund s├╝dlich von Dehnitz hinter dem Wasserwerk II (nach dem letzten Besitzer auch "Rosses Ziegelei"). Sp├Ątere Nutzung des Anwesens als G├Ąrtnerei und durch ein Fuhrgesch├Ąft. Die Ziegelscheune am Wege zur W├╝sten Kirche verfiel Ende der 1940-er Jahre. Die Geb├Ąude (Wohnhaus, Brennofen, Stall, Gew├Ąchsh├Ąuser) verfielen wegen fehlender Nutzung nach 1950. Eine milit├Ąrische ├ťbung Anfang der 1960-er Jahre ebnete das Gel├Ąnde weitgehend ein
Keine abgekommene Stellenbezeichnung in Wurzen (wie fr├╝her zuweilen vermutet wurde), sondern offensichtlich Name eines adligen Lehnstr├Ągers, der 1495 als Besitzer eines allodiums "vor der Stadt" oder "in der alten Stadt" (⇒ Stadtg├╝ter [1.b und c]) genannt wird.
Seit dem 1.8.1945 nach dem Zeichner und Graphiker Heinrich Zille (1858-1929). Vorher seit dem 19.10.1934 Richthofenweg nach dem im 1. Weltkrieg gefallenen Kampfflieger Manfred Freiherr von Richthofen (1892-1918). Die Zillestra├če durchzieht die gesamte "Flugplatzsiedlung" von der Collmener bis zur L├╝ptitzer Stra├če
Seit Mitte des 20. Jh. volkst├╝mlich f├╝r den Stra├čenbereich des fr├╝heren ⇒ Rondells. Benannt nach dem fr├╝heren M├Âbelhaus Zimmermann (abgerissen 2007/09).
⇒ Torgauer Stra├če (2)
Stadtgraben 2 (zur Albert-Kuntz-Stra├če hin gelegen). Gastst├Ątte 1896-1943. Das auff├Ąllig langgezogene Grundst├╝ck war im 19. Jh. Teil der Panzerschen Seilerbahn. 1919 Gr├╝ndungsort der KPD-Ortsgruppe (deren namhaftestes Mitglied bis 1925 Albert Kuntz war).
Alter Gasthof am Markt 11 (1535[?]-1827). Danach Buchdruckerei, sp├Ąter Buchhandlung, seit 2013 Gesch├Ąft f├╝r B├╝robedarf. ├ťber dem Eingang am Markt Hauszeichen mit Inschrift.} 1997/98 Sanierung. Dabei Ver├Ąnderung der Marktfassade (Gastst├Ątte).
Alter Gasthof mit Ausspanne am Markt 9 (16. Jh.-1923). Nach 1923 Umbau zu einem Textilgesch├Ąft.
Seit dem 1.1.1994 f├╝r den Weg von der Alten Poststra├če (s├╝dlich der M├╝hlbachbr├╝cke) zum Sportplatz am westlichen Ortsrand von Nemt
Seit dem 1.1.1994 Name des Weges, der von der Alten Posttra├če gegen├╝ber dem Gasthaus zum Anker zum M├╝hlbachtal f├╝hrt. Der Weg folgt dem Bach auf dem n├Ârdlichen Ufer bis zur Oelsch├╝tzer Stra├če.
1894-1914 Gastst├Ątte in der Mozartstra├če 2. Namensgebung erfolgte sicherlich im Hinblick auf die Baut├Ątigkeit nach 1890, durch die die Wurzener Ostviertel entstanden.} Sp├Ątere Namen der gastronomischen Einrichtung Friedensburg (1930-1935), "Janas Bistro" (1990-2006).
⇒ B├Ârse
Ehemalige Ausflugsgastst├Ątte (1893-1921) am Dehnitzer Weg 14. Zeitweise auch "Obstweinsch├Ąnke" und "Zum Bismarckschlo├č".
⇒ Stadtg├╝ter (1.e)