2. Stadtspaziergang durch den Stadtpark

 

Mit großer Begeisterung erlebten im letzten Herbst viele Wurzener den Stadtspaziergang durch den bunt gefĂ€rbten Park der Stadt. Es war gelungen, Herrn Dr. Erik Schulte, den Chef der Wurzener Außenstelle des Bundessortenamtes, fĂŒr die FĂŒhrung zu gewinnen. Er stellte die Eiche in den Mittelpunkt der botanischen AusfĂŒhrungen, die von Stadtchronist Wolfgang Ebert mit kulturhistorischen Bemerkungen trefflich ergĂ€nzt wurden. Viele Besucher war es eine großer Aha-Effekt, den ersten Baum des 1879 begrĂŒndeten Parks zu sehen, die Fischer-Eiche!

In diesem Jahr wird es einen FrĂŒhlingsspaziergang durch den Park geben: Am Samstag, 3. Juni fĂŒhren Dr. Schulte und Wolfgang Ebert wieder durch den Park. Treffpunkt ist 10 Uhr der Parkeingang Ecke Geschwister-Scholl-Straße/Kutusowstraße. Dabei stellt Dr. Schulte den Ahorn in den Mittelpunkt, finden sich doch neben unseren drei wichtigsten einheimischen Arten auch Exoten und Zierformen dieser Baumart hier. Die dendrologischen AusfĂŒhrungen werden wieder mit kulturhistorischen Informationen zur Geschichte des Parks von Wolfgang Ebert gewĂŒrzt.

Das Jahr 2017 – ein fĂŒr Wurzen „jubilĂ€umsschwangeres“ Jahr

Wurzens Stadtchronist Wolfgang Ebert hat siebzehn bedeutsame JubilĂ€en fĂŒr dieses Jahr ausgemacht, die fĂŒr unsere Stadt wesentlich erscheinen. Und dabei sind bereits schon die ZeitrĂ€ume erstaunenswert, die sich um Wurzen ranken. Vor 1000 Jahren legte König Heinrich II. die Mulde aus Bistumsgrenze zwischen Merseburg und Meißen fest. Damit wurde ein langer Streit der BistĂŒmer um einzelne Pfarreinen im Wurzener Land entschieden.

FĂŒr die Wurzener selbst war das Jahr 1347 schwerwiegender, in diesem Jahr brach die grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Pestepidemie aus und in der Wurzener Geschichtsschreibung wurden erstmals „Badestuben“ erwĂ€hnt und der Verweis auf einen BĂŒrgermeister gegeben. 60 Jahre spĂ€ter verlegte Bischof Johann VI. von Salhausen seine Residenz nach Wurzen. Der Bischof und ReichsfĂŒrst entfaltete eine beachtliche BautĂ€tigkeit. Schon 10 Jahre spĂ€ter wurde das Wurzener Schloss fertiggestellt. Bis heute hat es seinen Reiz und die Einmaligkeit bewahrt und ist neben dem Dom einer der Hauptanziehungspunkte unserer Stadt. Aber schon 50 Jahre spĂ€ter, 1547, war die Beschaulichkeit vorbei, im Rahmen des Schmalkaldischen Krieges wurde die Stadt geplĂŒndert und der BĂŒrgermeister Georg Herre ermordet. Der Schmalkaldische Krieg wurde von 1546 bis 1547 von Kaiser Karl V. gegen den Schmalkaldischen Bund, ein BĂŒndnis protestantischer LandesfĂŒrsten und StĂ€dte unter der FĂŒhrung von Kursachsen und Hessen, gefĂŒhrt. Dabei versuchte der Kaiser im Heiligen Römischen Reich den Protestantismus zurĂŒckzudrĂ€ngen und gegenĂŒber den ReichsstĂ€nden die kaiserliche Macht zu stĂ€rken.

Der Krieg fand zunĂ€chst in SĂŒddeutschland statt, verlagerte sich dann aber in den sĂ€chsisch-thĂŒringischen Raum. Nach der Gefangennahme des sĂ€chsischen KurfĂŒrsten Johann Friedrich und des hessischen Landgrafen Philipp, der beiden Hauptleute des Schmalkaldischen Bundes, endete der Krieg fĂŒr den Kaiser erfolgreich. Die Reformation brachte nicht nur theologischen Streit! Das Jahr 1607, vor 410 Jahren, war Wurzens schlimmstes Pestjahr. Ein Drittel der Einwohner raffte die Epidemie weg.  80 Jahres spĂ€ter errichteten die Wurzener in Erinnerung an diese furchtbare Zeit das PesthĂ€uschen auf dem alten Friedhof. Und 1632, im September vor 385 Jahren, fand wegen der Pest in Leipzig die Michaelis-Messe in Wurzen statt. Leider nur ein einmaliges Messeereignis! Schon fĂŒnf Jahre spĂ€ter war Wurzen wieder leidtragend bei kriegerischen Ereignissen. Im Rahmen des 30jĂ€hrigen Krieges wurde die Stadt völlig zerstört, nur ein Zehntel der Einwohner waren danach noch in Wurzen zu finden. Als „Wurtznische Creutz- und Marter-Woche“ ist diese furchtbare Zeit in die stĂ€dtische Chronik eingegangen. Vieles wissen wir aus der frĂŒheren Zeit, weil der Wurzener Johann Christian Schöttgen seine „Historie der Chur-SĂ€chsischen Stifts-Stadt Wurtzen“ im Jahr 1717, also vor 300 Jahren, in Leipzig drucken ließ. Da war er erst 30 Jahre alt. Schöttgen wurde nach dem Tod seines Vaters, einem Schuhmacher in Wurzen, Stipendiat an der FĂŒrstenschule Pforta. Eine erstaunliche Karriere! Auch ein anderer berĂŒhmter Sohn unserer Stadt war ein Schuhmacherskind: Hermann Ilgen! Schöttgen ist Anlass, dass der Wurzener Geschichts- und Altstadt-Verein im November eine Thematischen Abend und Regie von Wolfgang Ebert durchfĂŒhrt. 1817 begannen Sanierungsarbeiten im Dom zu Wurzen, dabei verschwanden die barocke Innenausstattung vollstĂ€ndig, ebenso restliche Zeugnisse aus vorreformatorischer Zeit. Inzwischen sind erfreulicherweise eine ganze Reihe Publikationen zur Baugeschichte des Domes erschienen.

1847 erwarb Friedrich Krietsch die StadtmĂŒhle und baute diese danach erfolgreich zum ersten Großbetrieb der Stadt aus. Weniger Erfolg war der Muldentalbahn beschieden, vor 140 Jahren wurde diese mit der Einweihung des Nordbahnhofes Wurzen fertiggestellt. Der Nordbahnhof, heute das Bistro „Zum Mittags-Gericht“ in der Friedrich-Ebert-Straße, war bis 1879 in Betrieb. Königlichen Besuch hatte Wurzen im Jahr 1907. König Friedrich August III. kam hierher im Rahmen eines Manövers. Und 1917 wurden die Krietsch-Werke durch einen Großbrand zerstört, vom Neuaufbau danach kĂŒnden heute noch die beeindruckenden MĂŒhlentĂŒrme. Die 20er Jahre waren in Wurzen geprĂ€gt durch BĂŒrgermeister Friedrich Seetzen, der 27 Jahre im Amt war und 1927 durch Georg Boock, den ersten sozialdemokratischen BĂŒrgermeister, abgelöst wurde. 

Aus jĂŒngster Zeit ist bereits als historisches Ereignis zu werten: die offizielle Übergabe des neu gestalteten Bahnhofsvorplatzes und insbesondere die Einweihung der neuen Mulde-BrĂŒcke und der Westtangente um unsere Stadt.

Wir werden im Laufe des Jahres einzelne Ereignisse dieser Übersicht nĂ€her beleuchten.

 

Dr. JĂŒrgen Schmidt

Vorsitzender Wurzener Geschichts- und Altstadt-Verein

 

 

Die Buchveröffentlichung des Jahres

- Ein Buch vom Sport in Wurzen –

 

 

Anfang November ist Verkaufsstart fĂŒr eine besondere LektĂŒre fĂŒr Wurzener Sportfans und geschichtsinteressierte BĂŒrger.

Autor Dr. Hansrainer Baum hat ein höchst informatives, interessantes und wertvolles Buch ĂŒber die Geschichte des Wurzener  Sports  fertiggestellt.  In jahrelanger akribischer Detailarbeit hat er in staatlichen und privaten Archiven Unterlagen aufgespĂŒrt und professionell ausgewertet.

Das Ergebnis kann sich sehen  lassen: Es liegt ein Produkt vor, das mit vielen Fakten, Originaldokumenten, Anekdoten und tollen Farbfotos die Wurzener Sportfans jeder Altersklasse begeistern wird. Der Titel lautet: Mit „Frische auf den Wangen“ beim Turnen zum Ruder-Olympiasieg. Aus dem Vereinsleben Wurzener Turner und Sportler.

Der Autor beschreibt ausfĂŒhrlich die AnfĂ€nge der sportlichen Bewegung, beginnend Mitte des 19. Jahrhunderts. Als der damalige Abgeordnete Schröter in einer Stadtverordnetensitzung fĂŒr einen Turnverein plĂ€dierte, schlug die Geburtsstunde des Turnvereins 1847 Wurzen und damit der lokalen Sportbewegung. Es werden aus den Anfangszeiten neben dem Turnverein 1847 vor allem der WFC Wettin und der MĂ€nnerturnverein beleuchtet, ein wichtiger Aspekt der Wurzener Sportbewegung stellt der Arbeitersport bis 1933 dar.

Breiten Raum nimmt ebenfalls die Entwicklung der Ballsportarten und des Rudersports ein.

Das besondere an diesem Buch ist aber die Überleitung von den AnfĂ€ngen bis zum erfolgreichen Vereinssport fast aller Wurzener Sportvereine. Mit viel Bildmaterial und zahlreichen Dokumenten, die oftmals Wurzener BĂŒrger erstmals zur VerfĂŒgung stellten, wird das historische Kolorit ĂŒber Jahrzehnte und Geschichtsepochen hinaus vermittelt. Historische ZĂ€suren, die auch den örtlichen Sport beeinflussten, sind die Streichung der „bĂŒrgerlichen“ und Arbeitersportvereine aus den Vereinsregistern. Nach 1989/90 konnte eine Neuorientierung erfolgen.

Dabei wird nicht nur die Àltere Generation viele AHA-Reaktionen beim Erkennen von bekannten Sportlern zeigen, sondern die Akteure der Gegenwart werden sich und ihre AktivitÀten ebenfalls bewundern können.

Die Vorstandsmitglieder des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins, Dr. JĂŒrgen Schmidt und Werner Seichter, haben den Autor nicht nur in seiner Absicht bestĂ€rkt, das Buch zu realisieren, sondern auch tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt sowie die Finanzierung organisiert.

Vielen Dank an dieser Stelle den beteiligten Wurzener Unternehmen, die sich in diesem einmaligen Produkt prÀsentieren.

Der Verein bedankt sich ebenfalls beim Autor und Vereinsmitglied Dr. Hansrainer Baum, der eine LĂŒcke der geschichtstrĂ€chtigen Veröffentlichungen in Wurzen geschlossen hat damit dem Vereinsanliegen zur Publizierung von Aspekten der Wurzener Geschichte entsprochen hat.

Vielen BĂŒrgern ist der fußballbegeisterte ehemalige Lehrer auch als Stadionsprecher und aktives PrĂ€sidiumsmitglied des ATSV „Frisch-Auf“ Wurzen bekannt.

Das Buch wurde in bewÀhrter und qualitativ hochwertiger Art von der Druckerei Bode, die seit 1833 am Wurzener Domplatz ansÀssig ist, hergestellt.

Ab Anfang November ist es dort, genau wie in der Wurzen-Information in der Domgasse, fĂŒr 10,00 € kĂ€uflich zu erwerben - als das besondere Geschenk zum Nikolaus oder zu Weihnachten.

AuswÀrtige Interessenten können sich auch beim Verein melden und bekommen das Buch postalisch zugestellt.

 

Der Vorstand des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Verein e.V.

 

 

 

     

 

Der CICERO, das Magazin fĂŒr politische Kultur hat im Heft 1/2017 eine Liste der wichtigsten deuten Intellektuellen veröffentlicht.

Hier die Platzierungen 1 bis 5 mit ausgewÀhlten Zitiaten der Personen:

1. Martin Walser, Schriftsteller

"Solange ich schreibe, ist das Älterwerden eine interessante Erfahrung."

 

2. Peter Sloterdijk, Philosoph

" Die deutsche Regierung hat sich in einem Akt des SouverenitĂ€tsverzichts der Überrollung preisgegeben."

 

3. Peter Handke, Schriftsteller

" Und nun lernte er, ohne eigens zu wollen, das Wissen flog ihm , ohne jeden Vorsatz,zu."

 

4. Hans-Werner Sinn, Ökonom

"Europa muß sich  sedlbst aussuchen können, wen es hereinlĂ€ĂŸt."

 

5. Thilo Sarazzin, Publizist

"Soll Politik erfolgreich sein, reichen moralische MaßstĂ€be nicht aus."