929                     Unterwerfung der Daleminzer durch Heinrich I. Gründung der Burg Meißen.    Kriegszug nach Böhmen. Muldenfurten erhalten besondere militärische Bedeutung.

1154                              Kührener Ansiedlungsvertrag.

                                               Die Meißner Bischöfe lassen Wurzen und das Wurzener Land durch eigene Vögte verwalten. Südlich der Wurzener Burg ist eine Dienstmannensiedlung entstanden.

1274.VIII.22.                 Erste Erwähnung der Wenceslaikirche. Sie liegt als Pfarrkirche außerhalb der Mauern. Die Jacobskirche ist ihrer Parochie ein-verbleibt.

1284                              Der Markgraf von Meißen erkennt landesherrliche Rechte der Bischöfe von Meißen über Wurzen und das Wurzener Land an.

1384                              Erstmalige Nennung der "Altstadt".

1519.IV.13                    Großer Stadtbrand. Ihm fallen u.a. Schloss und Rathaus zum Opfer. Verschont bleiben nur Altstadt und die Vorstadt vor dem Eilenburger Tor.

1539                              Beginn der Reformation in Wurzen. Kurfürst Johann Friedrich schickt als ersten evangelischen Prediger Johann Hoffmann aus Thammenhain (damals zum Kurfürstentum gehörend) an die Wenceslaikirche. Dom und Stadtherrschaft bleiben katholisch. Im Zuge der Reformation Verbesserung des städtischen Schulwesens, die "teutsche" Knabenschule vor dem Wenzelstore wird 1542 mit der Stiftsschule zur städtischen Lateinschulle vereinigt.         

1599                              Pestjahr. Der Rat kauft die Siechenhäuser vor dem Wenzelstor (Gelände des späteren Johannishospitals) von der Stiftsregie-rung.

                                               Für 11 600 Gulden kauft der Rat aus dem Besitz des Hermann von Heynitz auf Podelwitz das Rittergut Müglenz. Er setzt die Müglenzer Kirche instand und stiftet aus den Einnahmen des Gutes 2 Stipendien.

1724                             Die Stadt muss 3 Postdistanzsäulen vor den Außentoren errichten.

 

  Bau des wappengeschmückten Posttores auf dem Crostigall.

 

  1. Anregung des Wurzener Postmeisters zu einem Brückenbau. Wegen der erforderlichen teuren Reparatur der Eilenburger Brücke wird das Projekt zurückgestellt. Auch noch 1803 gehen Initiativen zum Brückenbau von der Post aus. Wiederum verhindern Reparaturen an der Eilenburger Brücke das Projekt.

 

 

1814.VII.17.                  Große Parade des „Banners der freiwilligen Sachsen“, eines nach  der Völkerschlacht bei Leipzig gebildeten Truppenteils unter   russischer Fahne, vor Zar Alexander von Russland, der aus diesem                          Anlass in Wurzen weilt.

1819                              Wurzen wird königlich-sächsische Garnisonsstadt. Ein Jäger-                                        Bataillon ist zunächst in der „Alten Kaserne“, einem Stiftsgebäude               auf dem Domplatz, untergebracht.

1839                              Fertigstellung der Eisenbahnlinie. Einweihung am 7.4.1839. Am                                20.4. erstes Eisenbahnunglück auf dem Bahnhof.

Abbruch des Jacobstores.

Bau eines Militärhospitals vor dem Eilenburger Tor.

Im November und Dezember Vorbereitungen zur Vereinigung der „Capituls-Gemeinde“ (unter dem Stift, Domplatz) und der beiden Amtsgemeinden Crostigall und Gaudlitz mit der Stadtgemeinde.

1849                             Wegen offener Unterstützung des Dresdener Maiaufstands wird                                      Schmidt am 10.5. im Rathaus durch sächsisches Militär verhaftet                                   und später wegen Hochverrats angeklagt.

 

1859                              Eröffnung eines Steinkohlengaswerkes. Wurzen erhält die erste                                      Stadtbeleuchtung.

1879                             Gründung der Maschinenfabrik und Eisengießerei G. A. Schütz                                      (später MAFA).

1889.VII.01.                  In der Altstadt 34 begründet der Klempner Gustav Ferdinand Lieder                           mit Kompagnon Emil Ludwig das Unternehmen Lieder & Ludwig,                                     nach Ausscheiden Ludwigs 1894 „G. F. Lieder. Transportanlagen“.

1894                             Das neue Städtische Wasserwerk übernimmt die zentrale                                               Wasserversorgung der Stadt.

                                     Gründung des Arbeiter-Turn-Vereins.

                                     Eine Zeitlang ist Julius Künzel der einzige sozialdemokratische                                      Stadtrat in Sachsen (bis 1890).

1904                              Die Gesellschaft für gleislose Bahnen Max Schiemann & Co. siedelt                                       sich in Wurzen an und baut für die Mühlenwerke AG 1905 eine                                             gleislose elektrische Gütertransportbahn (in Betrieb zum König-                             Albert-Schacht bis 1911, zur Roggenmühle am Güterbahnhof bis                               1928).

1909.I.14.                      Gründung des Wurzener Geschichts- und Altertumsvereins.

            .IV.01.               Einweihung des Bismarckturmes auf dem Wachtelberg.

            .X.20.                Einweihung der Wandgemälde von Max Seliger in der Aula des                                      Gymnasiums (100. Todestag von Max Seliger am 2020.V.10.)

1924.IV.1.                     Ausgliederung Wurzens als kreisfreie Stadt aus der Amts-                                             hauptmannschaft Grimma.

1939.IX.4.                     Als erster Wurzener fällt in Polen der 20-jährige Erhard Heinz                                          Junghans. Bis zum 25.10.1945 beurkundet das Standesamt Wurzen                                     650 "Kriegssterbefälle".

1944                              Einrichtung von Großküchen.

                                 Bau von 20 Behelfsunterkünften an der Collmener Straße.

                                 Fliegeralarme nehmen zu.

        .X.7.                 12.48 Uhr Bombenangriff auf den Südosten der Stadt (21 Tote und                                      150 Obdachlose).

1949.IX.1.                   Erste HO-Geschäfte in der Wenceslaigasse und auf dem Markt, in                                 denen ohne Marken eingekauft werden kann.

1954                            Einweihung einer Naturbühne in einem alten Steinbruch am                                           Wachtelberg.

                               Einweihung des Neubaus der Straßenbrücke über die Mulde.

1959.IX.13.                 Gründung einer Musikschule.

                                    Beginn des Mittelschulunterrichts in Wurzen (10-klassige                                                 polytechnische Oberschule

1969.V.31.                  Aufnahme des elektrischen Zugverkehrs zwischen Leipzig und                                        Dresden. Einstellung der Personenbeförderung auf der Strecke                                       Wurzen-Golzern (Teil der früheren Muldentalbahn).

        .X.7.               Anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der DDR Baubeginn für                               eine Schwimmhalle in der Lüptitzer Straße (Fertigstellung 1.8.1972).

1974.V.25.                  Beginn des S-Bahn-Verkehrs zwischen Leipzig und Wurzen.

        .IX.1.              Einweihung der Wilhelm-Pieck-Oberschule (später  Mittelschule Nord,                                 seit 2008 Ringelnatz-GS und Musikschule).

1984                           Wiedererrichtung der „Postsäule vor dem Wenzelstor“. Erneuerung                            des Wappens am Postgebäude. Postkutschenfahrt von Mügeln nach                          Wurzen anlässlich der Einweihung (23./24.6.).

                               Baubeginn für die neue Wasserglasfabrik im Großen Eierpfuhl                                  zwischen Wurzen und Dehnitz.

                               Baubeginn im Neubaugebiet Nord II (20.7.).

                               Der Aussichtsturm auf dem Wachtelberg wird nach seiner Sanierung                          den Besuchern wieder zugänglich gemacht.

1989.X.16.                  Zum ersten Mal kommt es im Anschluss an das Friedensgebet im                                Dom zu einer Demonstration von etwa 400 Bürgern durch die Stadt.                          Ziele des Protestzuges sind die SED-Kreisleitung in der Geschwister-Scholl-Straße               und die Kreisdienststelle der Staatssicherheit im Dehnitzer Weg. Der                           Domplatz, die Domgasse und die Schultreppen werden durch die                               Polizei abgesperrt und die Teilnehmer „observiert“.                        

                               XII.12.                 Ein „Bürgerkomitee“ hat sich gegründet und will bis zu den                                         Kommunalwahlen auf der Basis eines Arbeitsprogrammes die Tätigkeit                             der öffentlichen Gremien kontrollieren und ihre Handlungsfähigkeit                                   sichern. 24 Vertreter von Parteien und Organisationen sowie parteilose                          Bürger gehören dem Komitee an, das meist in der Berufsschule tagt.

1994.VIII.1.                 Die Kreisreform tritt in Kraft: Wurzen verliert den Kreissitz und                                       verbleibt als Stadt im neuen Muldentalkreis, der im wesentlichen aus                             den beiden Kreisen Grimma und Wurzen gebildet ist.

                               Öffentliche Einrichtungen verlieren ihre Eigenständigkeit und werden                              Zweigstellen übergeordneter Einrichtungen in Grimma (Amtsgericht,                                 Polizei, Schulamt, Landratsamt) bzw. Döbeln (Straßenmeisterei). In der                                    Landesplanung wird Wurzen als Mittelzentrum ausgewiesen.

1999 IV.16.                 Der Förderverein Mittleres Muldengebiet beginnt am „Tag des Waldes“                                  unter Mithilfe der Bevölkerung den künftigen Stadtwald auf dem                                              ehemaligen Truppenübungsplatz anzulegen.

    V.20./21.             Wiedereröffnung des Kulturgeschichtlichen Museums in der                                    Domgasse. Am 21.5. Museumsball. Über die Pfingsttage ist das                                  Museumsgebäude erstmals wieder nach vielen Jahren für die Bürger                               geöffnet. Die ständige Ausstellung ist völlig neu gestaltet worden.

    V.27.                  Die ersten Gebäude der früheren Artilleriekaserne, die bis 1993 durch                                 die russische Besatzungsmacht genutzt wurden, sind saniert. An der                              Juelstraße werden sie als Wohnpark übergeben.

    VI.30.                 Der Abriss und die Beräumung der 100 000 Quadratmeter großen                               Fläche des Altwerks der Wasserglasfabrik ist beendet. Für diese                           Maßnahme waren 50 ABM-Kräfte eingesetzt.

   VIII.23.                Einweihung der neuen Produktionsanlage bei der World Ressources                                   Company an der Lüptitzer Straße im Beisein von Kurt Biedenkopf.

     IX.9.                  Inbetriebnahme des Nemter Pumpwerkes für die Einleitung der                                   Abwässer in die Wurzener Kanalisation.

    IX.13.                 Mit der Renaturierung des "Goldenen Tälchens" wird begonnen.

    IX.28.                 Beginn der Bauarbeiten am neuen Bahndamm und für die neue                                  Eisenbahnbrücke über die Mulde. Die Modernisierung der Linie                                   Leipzig-Dresden zur Intercity-Strecke machen einen neuen Damm und                                    eine neue Brücke notwendig.

2004.VI.30.                 Im ungarischen Tamási unterzeichnen OBM Dr. Schmidt und Bgm.                           József Haidics einen Partnerschaftsvertrag beider Städte.

     VII.02.               Auf Einladung der CDU-Landtagsabgeordneten Angelika Pfeifer weilt                                   Gesundheitsminister a.D. Horst Seehofer in Wurzen und spricht vor                         Angehörigen des Kreiskrankenhauses über die neuen Regelungen                                  der Gesundheitsreform.

      IX.09.               Erster symbolische Baggerbiss für die neue Muldenbrücke und die                          B6-Ortsumgehung Bennewitz. Unmittelbar vor den Land-tagswahlen                                    geschieht das Ganze mit der Parlamentarischen Staatssekretärin beim                               Bundesbauministerium Iris Gleicke (SPD), mit dem Ministerpräsidenten                                Georg Milbradt (CDU) und dem Wurzener OBM Dr. Schmidt (CDU).

 

Zusammenstellung von Wolfgang Ebert, Stadtchronist

 

 

 

Wurzener Geschichts- und Altstadt-Verein                                                                  10.1.2019

2019 –bedeutsame Jubiläen für Wurzen

Für die Stadt Wurzen erscheinen in diesem Jahr wieder viele Jubiläen, die für die Geschichte

unsere Stadt bedeutsam sind. Wir wollen als Geschichtsverein daran erinnern und

informieren.

Im Jahr 929, also vor 1090 Jahren gründete Heinrich I. die Burg Meißen und die 

Muldenfurten erhielten besondere militärische Bedeutung. Wurzen war sicher schon damals

im Blickfeld und zweiunddreißig Jahre später erfolgte die erste urkundliche Erwähnung

unserer Stadt. Die Meißner Bischöfe beauftragten ab 1154 eigene Vögte, die Wurzen und das

Wurzener Land verwalteten. Südlich der Wurzener Burg entstand um diese Zeit eine

Dienstmannensiedlung.

Von 1274 kennen wir die erste Erwähnung der Wenceslaikirche, das war vor 745 Jahren. Sie

lag als Pfarrkirche außerhalb der Mauern.

1284 erkannte der Markgraf von Meißen die landesherrlichen Rechte der Bischöfe von

Meißen über Wurzen und das Wurzener Land an. Seit 735 Jahren gibt es also den Begriff

„Wurzener Land“!

1519, vor 500, Jahren brannte Wurzen und Schloss sowie Rathaus fielen zum Opfer.

Verschont blieben nur die Altstadt und die Vorstadt vor dem Eilenburger Tor.

Und 1539 begann die Reformation in Wurzen. Kurfürst Johann Friedrich schickte als ersten

evangelischen Prediger Johann Hoffmann aus Thammenhain (damals zum Kurfürstentum

 gehörend) an die Wenceslaikirche. Dom und Stadtherrschaft blieben katholisch. Im Zuge

der Reformation verbesserte sich das städtische Schulwesen, die "teutsche"

Knabenschule vor dem Wenzelstore wurde 1542 mit der Stiftsschule zur städtischen

Lateinschule vereinigt.

1599 war großes Pestjahr. Der Rat kaufte die Siechenhäuser vor dem Wenzelstor (Gelände

des späteren Johannishospitals) von der Stiftsregierung. Nachdem 1724 drei

Postdistanzsäulen vor den Außentoren durch die Stadt errichtet wurden erfolgte zehn Jahre

später der Bau des wappengeschmückten Posttores auf dem Crostigall.

Am 17. Juli 1814 weilte zum zweiten Male ein gekröntes Haupt in Wurzen, diesmal war es Zar Alexander von Russland, der eine große Parade des „Banners der freiwilligen Sachsen“, eines nach der Völkerschlacht bei Leipzig gebildeten Truppenteils unter russischer Fahne, abnahm. Fünf Jahre später, 1819, wurde Wurzen königlich-sächsische Garnisonsstadt. Ein Jäger-Bataillon war zunächst in der „Alten Kaserne“, einem Stiftsgebäude auf dem Domplatz, untergebracht. In diesem Zusammenhang erfolgte auch der Bau eines Militärhospitals vor dem Eilenburger Tor. 1849 wurde Bürgermeister Julius Theodor Schmidt wegen offener Unterstützung des Dresdener Maiaufstands am 10. Mai im Rathaus durch sächsisches Militär verhaftet und später wegen Hochverrats angeklagt.

1879 erfolgte die Gründung der Maschinenfabrik und Eisengießerei G. A. Schütz            (später MAFA) und zehn Jahre später begründet der Klempner Gustav Ferdinand Lieder mit Kompagnon Emil Ludwig das Unternehmen Lieder & Ludwig, nach Ausscheiden Ludwigs 1894 „G. F. Lieder. Transportanlagen“. Unter dem Namen WUTRA feiert das Unternehmen in diesem Jahr das 130jährige Gründungsjubiläum.

1909, also vor 110 Jahren gründete sich der Wurzener Geschichts- und Altertumsvereins im gleichen Jahr wurden die Wandgemälde von Max Seliger in der Aula des Königlichen Gymnasiums (100. Todestag von Max Seliger am 2020.V.10.) fertiggestellt und auf dem Wachtelberg kam es zur Einweihung des Bismarckturmes.

Vor 80 Jahren 1939 fiel als erster Wurzener im Polenfeldzug der 20-jährige Erhard Heinz Junghans. Bis zum 25.10.1945 beurkundet das Standesamt Wurzen 650 "Kriegssterbefälle".

1954 erfolgte die Einweihung einer Naturbühne in dem alten Steinbruch am Wachtelberg. Fünf Jahre später kam es zur Gründung einer Musikschule, sie feiert in diesem Jahr ihr 60jähriges Bestehen.

Am 16. Oktober 1989, es ist schon dreißig Jahre her, kam es zum ersten Mal im Anschluss an das Friedensgebet im Dom zu einer Demonstration von etwa 400 Bürgern durch die Stadt. Ziele des Protestzuges waren die SED-Kreisleitung in der Geschwister-Scholl-Straße und die Kreisdienststelle der Staatssicherheit im Dehnitzer Weg. Der Domplatz, die Domgasse und die Schultreppen wurden durch die Polizei abgesperrt und die Teilnehmer „observiert“. Vier Wochen später, am 12. Dezember gründete sich dann ein „Bürgerkomitee“, es wollte bis zu den Kommunalwahlen auf der Basis eines Arbeitsprogrammes die Tätigkeit der öffentlichen Gremien kontrollieren und ihre Handlungsfähigkeit sichern. 24 Vertreter von Parteien und Organisationen sowie parteilose Bürger gehörten dem Komitee an, das meist in der Berufsschule tagte.

Vor 20 Jahren begann1999 der Förderverein Mittleres Muldengebiet am „Tag des Waldes“ unter Mithilfe der Bevölkerung den künftigen Stadtwald auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz anzulegen.

Im gleichen Jahr konnte das Kulturgeschichtlichen Museums in der Domgasse wiedereröffnet werden und die ersten Gebäude der früheren Artilleriekaserne, die bis 1993 durch die russische Besatzungsmacht genutzt wurden, waren saniert. An der Juelstraße wurden sie als König-Georg-Wohnpark übergeben. Vor 15 Jahren unterzeichneten im ungarischen Tamási OBM Dr. Schmidt und Bgm. József             Haidics einen Partnerschaftsvertrag beider Städte. Ebenfalls 2014 begann mit einem symbolischen Baggerbiss der Bau der neuen Muldenbrücke und die B6-Ortsumgehung Bennewitz, die bedeutendste Infrastrukturmaßnahme für unsere Stadt.

Der Wurzener Geschichts- und Altstadt-Verein wird mit Veranstaltungen und in seiner Homepage auf diese und weitere geschichtliche Höhepunkte eingehen. Die Zusammenstellung der Ereignisse hat Stadtchronist Wolfgang Ebert erledigt, eine umfassendere Darstellung ist in der Homepage unseres Vereins zu finden.

Dr. Jürgen Schmidt

Vorsitzender des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins

 

 

 

 

 

 

Heiße Geschichte bei kaltem Wetter

Dorfspaziergang durch Sachsendorf

 

Der diesjährige Dorfspaziergang auf Einladung des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins führte durch Sachsendorf und trotz des naßkalten Wetters waren viele Geschichtsinteressierte und Sachsendorfer gekommen. Ein Schatzkästchen sei die Kirche hier im Ort, meinte Pfarrer Wieckowski und hielt eine begeisternde Laudatio auf dieses Bauwerk, das so trefflich theologischen Prinzipien in der Architektur widerspiegelt und durch die Patronatsfamilien über Jahrhunderte hinweg gepflegt und „modernisiert“ wurde. Eine Augenweite sind die Patronatsloge, die ausgemalte Apsis und die Orgel, eine der ältesten in weiten Umfeld. Und die mittelalterlichen Schmuckstücke, die großen Holzfiguren ST. Mauritius und die Madonna sowie die Altartafeln, zeugen vom einstigen Kunstverständnis der Rittergutsbesitzer. Bis Kriegsende waren sie im Herrenhaus, dann habe mutige Sachsendorfer die Figuren im Pfarrhaus versteckt und nach der friedlichen Revolution hat die Familie von Eschwege, die einstige Partronatsfamilie der Kirchgemeinde, diese Kunstschätze als Dauerleihgabe der Kirche übergeben. Dorfchronistin Petra Musch führte weiter die Gruppe in den Ort und betonte das soziale Wirken der Sachsendorfer Rittergutsbesitzer. Das hat sie aber nicht vor der Vertreibung bewahrt, unter dem fadenscheinigen Begriff Bodenreform wurde eine flächendeckende Enteignung vollzogen. Bis 1948 wohnten Flüchtlinge im Herrenhaus, dann entschieden die ortsansässigen Kommunisten den Abriß des Gebäudes und das Rittergut wurde in seiner Struktur zerstört. Vor wenigen Jahren wurde noch die frühere Brennerei abgerissen. Die sogenannte Villa, das einstige Auszugshaus der Patronatsfamilie von Hübel, steht seit langen leer und verfällt augenscheinlich. Ganz nah liegen oft geschichtliche Bewahrung und kulturloses Handeln beieinander.

Dr. Jürgen Schmidt

Vereinsvorsitzender

 

Fotos: Schmidt

Bildtexte

  1. Pfarrer Wieckowski bei seinen Erläuterungen der schönen Kirche
  2. Petra Musch (rechts) am Eingang zur Gruft der Rittergutsfamilie
  3. Die einstige Heimatstube in der Kirche schmücken Wandbilder, Rundblickleser erinnerten sich daran.
  4. Bei Regen durch das Dorf
   

 

Zum 25. Mal fand in diesem Jahr der Tag des offenen Denkmals in Deutschland statt. Die Jubiläumsveranstaltung stand diesmal unter dem Thema „Entdecken, was uns verbindet“.

Gemeinsam mit der AOK Wurzen präsentierte der Geschichts- und Altstadt-Verein diesmal das Gebäude der „Allg. Ortskrankenkasse“ in Wurzen, Torgauer Straße 4.

Auch dieses architektonisch dominante Gebäude in der Nähe des Wasserturms begeht ein Jubiläum: Es wird in diesem Jahr 90 Jahre alt. Der Entwurf stammt von dem Wurzener Architekten, Leipziger Baurat und Professor in Chemnitz und Leipzig

Dr. Herrmann Paul Mannewitz, dessen Lebensdaten 1888/1958 ebenfalls Anlass zu einer Erinnerung und Würdigung bieten.

Das 1928 errichtete Gebäude der Ortskrankenkasse erfüllte seit Beginn seine Aufgabe für die medizinische Versorgung der Stadt, von 1945 bis zur Wende in kommunaler Trägerschaft, und wurde nach Rückübertragung an die AOK ab 1991 bis 1993 unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten tiefgehend saniert. Zwei Führungen unter Leitung von Wolfgang Ebert und der "Hausherrrin" Diana Kaiser waren ein großer Erfolg.

 

Die Gruppe der 2. Führung vor dem Hauptportal

Eine gewaltige Bauleistung innerhalb von 2 Jahren auf sandigem Untergrund

 

Eine historische Ansicht der früheren Eingangshalle

 

 

Im Rahmen kleiner Umgestaltungen im Wurzener kulturhistorischen Museum ist unter Regie von Verwaltungsleiter Töpfer die zweite Etage wieder aktiviert worden. Dort steht das vom Geschichtsverein initiierte Stadtmodell, eingerahmt von historischen Stadtansichten.

Damit kann ein Museumsrundgang hier beendet werden und im benachbarten Beratungszimmer ein Schlußpunkt gesetzt werden.

Mit bestätigtem Vorstand in die kommenden Jahre

Wurzener Geschichts- und Altstadt-Verein wählte neuen Vorstand

 

Am 19 April 2018 fand die Jahresmitglieder- und Wahlversammlung des Vereines statt. Der bisherige Vereinsvorsitzende Dr. Jürgen Schmidt eröffnete die Versammlung und gab gemäß der Tagesordnung Rechenschaft über die Arbeit der letzten Jahre, dabei insbesondere über die Aktivitäten 2017. Danach wurde der Kassenbericht und die Revisionseinschätzung vorgetragen. Wie in den vergangenen Jahren erfolgte die Entlastung des Vorstandes.

Den Rechenschaftsbericht über die vergangene fünf Jahre für alle Mitglieder hatte der Vereinsvorsitzende als reich bebilderte Broschüre vorgelegt.

Gewählt wurden in offener Abstimmung

Dr. Jürgen Schmidt als Vereinsvorsitzender

Wolfgang Ebert als Stellvertreter und Schriftführer

Sven Reinhart als Kassenwart.

Als Beisitzer wurden Ernst Petter, Dr. Regina Schmidt, Dorothea Strekies, Werner Seichter und Alexander Wieckowski gewählt.

Als Kassenprüfer würden Carl Rößler und Dr. Ae´ erneut bestätigt.

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